Die Fragestellung unter dem Titel „Reflexion des Produkts der Bachelorarbeit unter Berücksichtigung der Nutzungsmöglichkeiten neuer Medien“ soll daher sein, ob die Bachelorarbeit Mängel in technischer als auch medienpädagogischer Hinsicht enthält und wie diese verbessert werden könnten.
Dafür wird in einem ersten Teil der Fallstudie das Lernprogramm der Bachelorarbeit vorgestellt. Es wird zunächst der theoretische Hintergrund und die technische Umsetzung beschrieben, die Erprobungsphase umrissen sowie Erkenntnisse und Besonderheiten der teilnehmenden Beobachtung genannt. Vor der anschließenden Reflexion des Lernprogramms werden Grundlagen der Medienpädagogik definiert, mit Hilfe derer der einerseits technische und andererseits medienpädagogische Gehalt des Lernprogramms kritisch reflektiert wird. Es soll weiterhin allgemein geklärt werden, inwiefern das Programm konstruktivistisch ausgerichtet ist und damit aktueller Didaktik genügt.
Darüber hinaus werden die Möglichkeiten des Einsatzes von neuen Medien und Lernprogrammen im Chemieunterricht exemplarisch dargestellt. Es wird aufgezeigt, welche neuen Medien im Chemieunterricht denkbar sowie welche in den Curricula der verschiedenen Schulformen vermerkt sind und inwiefern neue Medien im Chemieunterricht eine Rolle spielen können.
Abschließend werden in einem Fazit die Ergebnisse der Reflexion zusammengefasst. Darauf aufbauend werden die persönlichen Erkenntnisgewinne der Fallstudie genannt. Die Fallstudie endet mit einem Ausblick, der die aus der Fallstudie gezogenen Rückschlüsse für den zukünftigen, eigenen Lehrer*innenberuf darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Gliederung
2. Realisation
2.1 Realisation des Lernprogramms
2.1.1 Theoretischer Hintergrund
2.1.2 Technische Realisierung
2.2 Erprobung des Lernprogramms
2.2.1 Erprobung der Beta-Versionen des Lernprogramms zur „Fraktionierten Destillation von Orangenöl“
2.2.2 Erprobung der finalen Version des Lernprogramms zur „Fraktionierten Destillation von Orangenöl“
2.2.3 Erkenntnisse und Besonderheiten der teilnehmenden Beobachtung
2.3 Zwischenfazit Kapitel 2
3. Ankopplung an die medienpädagogische Literatur und Reflexion
3.1 Medienpädagogik
3.2 Medienkompetenz nach Baacke
3.3 Kritische Reflexion des Lernprogramms unter medienpädagogischen Gesichtspunkten
3.4 Reflexion der Vermittlung von chemischer Theorie mit Hilfe des Lernprogramms
3.5 Kritische Reflexion der Erprobung im Hinblick auf Konstruktivismus
3.6 Zwischenfazit Kapitel 3
4. Medien und Schule
4.1 Möglichkeiten des Einsatzes von neuen Medien im Chemieunterricht
5. Fazit
5.1 Weitere Erkenntnisse
6. Ausblick
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Fallstudie untersucht kritisch das Lernprogramm, welches im Rahmen einer Bachelorarbeit erstellt wurde. Ziel ist es, technische sowie medienpädagogische Mängel aufzudecken, die theoretische Fundierung (insbesondere im Hinblick auf den Konstruktivismus) zu hinterfragen und Möglichkeiten für einen didaktisch sinnvollen Einsatz neuer Medien im modernen Chemieunterricht aufzuzeigen.
- Kritische Analyse eines mediendidaktischen Lernprogramms (programmierte Unterweisung)
- Reflexion der Medienkompetenz nach Dieter Baacke
- Untersuchung der Vermittlung chemischer Theorien mittels digitaler Formate
- Evaluierung von Einsatzszenarien für neue Medien im Chemieunterricht
- Bedeutung der Lehrplanvorgaben für die Medienbildung
Auszug aus dem Buch
3.3 Kritische Reflexion des Lernprogramms unter medienpädagogischen Gesichtspunkten
Das Lernprogramm in der in Kapitel 2 beschriebenen Form wurde mit dem Ziel entwickelt, die Auswertung eines Chemie-Experimentes für Schüler*innen grundsätzlich neu zu gestalten. Die im Chemieunterricht meist kaum veränderlichen Variablen des Ortes, der Zeit und der Geschwindigkeit sollten durch das Programm frei wählbar gemacht werden. Die Nutzung neuer Medien versprach in der Theorie eine Lockerung des Lehrens theoretischer Chemieinhalte, was einhergehend mit einer steigenden Autonomie in den drei genannten Variablen beim Lernen für Schüler*innen gehen sollte. Es wurde davon ausgegangen, dass das Angebot des Lernprogramms die Motivation der Schüler*innen zum Lernen der chemischen Theorie steigere.
Ob diese Hypothesen verifiziert werden können, konnte in der Bachelorarbeit aufgrund einer zu gering geratenen Erprobung nicht abschließend geklärt werden, da der Fokus insgesamt auf der Erstellung des Programms liegen sollte. Das medienpädagogische Fundament wurde außer Acht gelassen, stattdessen wurde eine vorgegebene Form, die einer veralteten Lernpsychologie entspringt, als Grundlage genutzt. Eine kritische Auseinandersetzung des medienpädagogischen Gehalts fand auch nicht in Verbindung mit der Erprobung statt. Hier wurde vorwiegend auf das Feedback einer relativ kleinen Stichprobe von Schüler*innen zurückgegriffen, um lediglich ein Meinungsbild der Rezipient*innen einzuholen. Dieses wurde zur Diskussion genutzt, um zu klären, ob das Lernprogramm die gesteckten Ziele der Bachelorarbeits-Betreuung erreicht hätte. Diese Evaluation ersetzte die medienpädagogische Untersuchung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert den Anlass der Fallstudie, welche das Produkt einer vorangegangenen Bachelorarbeit kritisch aus medienpädagogischer Sicht reflektiert.
2. Realisation: In diesem Kapitel werden die technische Entwicklung des Lernprogramms sowie dessen Erprobung durch teilnehmende Beobachtung und die daraus resultierenden Erkenntnisse detailliert beschrieben.
3. Ankopplung an die medienpädagogische Literatur und Reflexion: Dieses Kapitel verknüpft die Projektergebnisse mit theoretischen Grundlagen der Medienpädagogik und reflektiert kritisch die Eignung des Lernprogramms sowie dessen konstruktivistische Ausrichtung.
4. Medien und Schule: Es werden der Medienbegriff im Unterrichtskontext definiert, Lehrplanvorgaben analysiert und vielfältige Möglichkeiten für den Einsatz neuer Medien im Chemieunterricht aufgezeigt.
5. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass das untersuchte Lernprogramm aufgrund technischer und didaktischer Schwächen für den Unterrichtseinsatz ungeeignet ist, und leitet daraus notwendige Konsequenzen ab.
6. Ausblick: Der Ausblick zeigt auf, wie moderne Autorenprogramme und medienpädagogische Kompetenzen zukünftig eine qualitativ hochwertigere Planung und Umsetzung von Lerninhalten ermöglichen können.
Schlüsselwörter
Medienpädagogik, Medienkompetenz, Lernprogramm, Chemieunterricht, Konstruktivismus, Neue Medien, Programmierte Unterweisung, Fallstudie, Mediendidaktik, Erprobung, Digitale Lernmedien, Lehrplananalyse, Autonomie, Schulentwicklung, Reflexion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit reflektiert ein in einer Bachelorarbeit erstelltes Lernprogramm zur Auswertung von Chemie-Experimenten unter medienpädagogischen Gesichtspunkten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Medienpädagogik, die Entwicklung und Erprobung von Lernsoftware, die Medienkompetenz nach Baacke und die Integration neuer Medien in den Chemieunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die kritische Evaluation, ob das Lernprogramm den Anforderungen moderner Medienpädagogik und aktuellen Lehrmodellen wie dem Konstruktivismus gerecht wird.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine Kombination aus kritischer Literaturarbeit, systematischer Reflexion des eigenen Produkts und der Auswertung der praktischen Erprobung (teilnehmende Beobachtung).
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die technische Umsetzung, hinterfragt die zugrundeliegende (veraltete) Lernpsychologie und diskutiert die Möglichkeiten zur Verbesserung durch moderne Medienformate.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Medienpädagogik, Medienkompetenz, Lernprogramm, Chemieunterricht und Konstruktivismus.
Warum wird das Lernprogramm im Fazit als ungeeignet bezeichnet?
Es basiert auf einem behavioristischen Ansatz (programmierte Unterweisung), der in der aktuellen Erziehungswissenschaft als veraltet gilt, und weist zudem eine mangelhafte technische Umsetzung auf.
Welche Rolle spielen die Lehrpläne in der Untersuchung?
Die Lehrplananalyse zeigt auf, dass das Potenzial neuer Medien für den Chemieunterricht in den offiziellen Dokumenten nur sehr begrenzt und wenig explizit gefordert wird.
- Citation du texte
- Tobias Schilling (Auteur), 2015, Reflexion des Produkts der Bachelorarbeit unter Berücksichtigung der Nutzungsmöglichkeiten neuer Medien, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452284