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Eigentum oder Menschenrecht. Wem gehört das Wasser?

Titel: Eigentum oder Menschenrecht. Wem gehört das Wasser?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2017 , 21 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Michael Stahl (Autor:in)

Ethik
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Nicht erst in jüngster Zeit stellt man sich weltweit die Frage, wem die Rohstoffe der Erde gehören, wie sie zu verteilen sind und wer diesbezüglich die Entscheidungsmacht innehat. Mag dies hinsichtlich herkömmlicher materieller Güter wie Bodenschätze, Produktions- und Verbrauchsgüter noch verhältnismäßig unkompliziert entschieden werden können anhand der jeweils bestehenden politischen und rechtlichen Situation einer Region, so stellt sich der Sachverhalt in Bezug auf absolut lebensnotwendige Ressourcen offenbar anders dar. Abgesehen von der Luft zum Atmen ist Wasser unbedingt zum Gedeihen jeglichen Lebens, soweit es der heutigen Wissenschaft bekannt ist, notwendig. Hieraus ergibt sich ein exponierter Stellenwert für das Wasser des Planeten Erde. Der Mensch ist durchaus in der Lage, mangelnde Nahrung durch andere Quellen als die herkömmlichen zu kompensieren, was insbesondere in Zeiten belagerter Städte in den vergangenen 2.000 Jahren zu grausam anmutenden Geschehnissen führte, die auch in Kannibalismus mündeten. Wasser hingegen konnte zu keiner Zeit durch eine andere Substanz ersetzt werden und es ist nicht ersichtlich, dass dies mittel- oder langfristig der Fall sein könnte.
Staaten und Konzerne als Institutionen handeln nicht selbst und können folglich keinen Ethos entwickeln. Es sind die Menschen, die in und für diese Organisationen tätig sind, an deren Worten und Taten Ethik zu erkennen ist (oder auch nicht). Es geht nicht in erster Linie um die Frage der Legalität. Dieser Aspekt müsste für jedes Land und jede Region der Erde gesondert betrachtet werden, da die Legalität den Eigentumsbegriff beinhalten würde. Und die Rechtslage stellt sich in den einzelnen Nationen unterschiedlich dar. Hier stehen vielmehr die Frage der Legitimität und die Frage künftigen Handelns angesichts wachsender Bevölkerungszahlen und verknappender Rohstoffe weltweit im Vordergrund.
Wasser ist ein solcher Rohstoff und wird im Stellenwert steigen, nicht nur, wenn sich der Klimawandel fortsetzt und die Desertifikation großer Landstriche der Erde voranschreitet.
Kann das Wasser der Erde Einzelnen, Organisationen oder Staaten gehören, die nach eigenem Ermessen darüber verfügen, einen Preis festlegen sowie Verteilungsmaßstäbe festlegen können oder ist Wasser ein Allgemeingut, das aufgrund seines Alleinstellungsmerkmal als absolut essentiell zu erachten und somit als ein Gut aller Menschen zu behandeln ist? Wem also gehört das Wasser?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1.) Einleitung

2.) Wasser – die Quelle des Lebens

2.1) Wasser als Ware

2.2) Wasser als Politikum

2.3) Wasser als Menschenrecht

3.) Eine Frage der Gerechtigkeit

3.1) Haltung der Lebensmittelindustrie

3.2) Haltung des Vatikan

3.3) Haltung der Sozialen Arbeit

4.) Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht die normative Fragestellung, ob Wasser als privates Wirtschaftsgut gehandelt werden darf oder als universelles, unveräußerliches Menschenrecht einzustufen ist, wobei der Fokus auf den Interessenkonflikten zwischen multinationalen Lebensmittelkonzernen, politischer Machtausübung und den ethischen Grundsätzen der Sozialen Arbeit liegt.

  • Die ökonomische Einordnung von Wasser als Handelsressource.
  • Die politische Instrumentalisierung von Wasserknappheit am Beispiel des Nahost-Konflikts.
  • Die ethische Positionierung des Vatikans zur Privatisierung lebensnotwendiger Ressourcen.
  • Die Rolle der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession im Kontext globaler Verteilungsgerechtigkeit.

Auszug aus dem Buch

3.2) Haltung des Vatikan

Papst Franziskus´ Enzyklika LAUDATIO SI´, (Über die Sorge für das gemeinsame Haus) aus dem Jahre 2015 ist ein Appell an die Menschheit zum sorgfältigen Umgang mit der Erde. „Die dringende Herausforderung, unser gemeinsames Haus (die Erde, d. Verf.) zu schützen, schließt die Sorge ein, die gesamte Menschheitsfamilie in der Suche nach einer nachhaltigen und ganzheitlichen Entwicklung zu vereinen, denn wir wissen, dass sich die Dinge ändern können“31. Über konfessionelle und politische Grenzen hinweg lädt der Pontifex „dringlich zu einem neuen Dialog ein über die Art und Weise, wie wir die Zukunft unseres Planeten gestalten. Wir brauchen ein Gespräch, das uns alle zusammenführt, denn die Herausforderung der Umweltsituation, die wir erleben, und ihre menschlichen Wurzeln interessieren und betreffen uns alle“32. Diese Enzyklika behandelt alle relevanten Bezüge zwischen Mensch, Umwelt, Politik und Wirtschaft. Im Kapitel II, „Die Wasserfrage“, stellt Franziskus klar, dass sauberes Trinkwasser eine Frage von vorrangiger Bedeutung sei, „denn es ist unentbehrlich für das menschliche Leben und zur Erhaltung der Ökosysteme von Erde und Wasser“33.

Neben der Knappheit des Wassers und dem Mangel an Zugang zu sicherem Trinkwasser besonders in Afrika wird die Qualität des Wassers, das der armen Bevölkerung zur Verfügung steht, in den Fokus gerückt. So seien Arme besonders von Krankheiten, ausgelöst durch verschmutztes Wasser, betroffen. Diese Verschmutzung wird demnach „von einigen Formen der Rohstoffgewinnung, von landwirtschaftlichen und von industriellen Betrieben verursacht […], vor allem in Ländern, in denen es keine Regelung und keine ausreichende Kontrolle gibt“34. Besonders eindringlich ist die Kritik daran, Wasser zu privatisieren, wodurch es „in Ware verwandelt und den Gesetzen des Marktes unterworfen“35 werde. Ohne Raum für Widerspruch duldend folgt die Feststellung, dass „der Zugang zu sauberem Trinkwasser ein grundlegendes, fundamentales und allgemeines Menschenrecht [ist], weil es für das Überleben der Menschen ausschlaggebend und daher die Bedingung für die Ausübung der anderen Menschenrechte ist“.36 Hier wird deutlich, dass ohne Wasser menschliche Existenz nicht möglich ist und alle Menschenrechte vom Menschenrecht auf Wasser abhängig seien. Franziskus stellt eine Hierarchie auf, in welcher das Wasser in der Wertigkeit ganz oben angesetzt ist oder als Fundament aller anderen Menschenrechte dient.

Zusammenfassung der Kapitel

1.) Einleitung: Einführung in die Problematik der Wasserverteilung als lebensnotwendige Ressource und die Darlegung der ethischen Forschungsfrage nach Legitimität statt bloßer Legalität.

2.) Wasser – die Quelle des Lebens: Analyse der Bedeutung von Wasser als Handelsgut, politisches Druckmittel und existenzielle Grundlage, inklusive der UN-Resolution zum Menschenrecht auf Wasser.

3.) Eine Frage der Gerechtigkeit: Ethische Auseinandersetzung mit der Positionierung der Lebensmittelindustrie, des Vatikans und der Profession der Sozialen Arbeit gegenüber einer gerechten Wasserverteilung.

4.) Fazit: Zusammenfassende Bewertung, die den Mangel an unternehmerischer Ethik hervorhebt und die Forderung bekräftigt, Soziale Arbeit müsse aktiv gegen die Instrumentalisierung von Wasserknappheit vorgehen.

Schlüsselwörter

Wasser, Menschenrecht, Soziale Arbeit, Unternehmensethik, Gerechtigkeit, Trinkwasser, Nachhaltigkeit, Lebensmittelindustrie, Privatisierung, Ressourcenverteilung, Laudato Si, Menschenrechtsprofession, Weltbewusstsein, Politische Instrumentalisierung, Existenzsicherung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen und politischen Frage, ob Wasser als Handelsware oder als grundlegendes Menschenrecht behandelt werden sollte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die globale Wasserknappheit, die Unternehmensethik großer Lebensmittelkonzerne, religiöse Perspektiven auf Umweltschutz sowie die Rolle der Sozialen Arbeit als Menschenrechtsprofession.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen wirtschaftlichen Profitinteressen und der universellen Notwendigkeit eines freien Zugangs zu sauberem Trinkwasser aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Literaturrecherche, der Auswertung unternehmenseigener Aussagen sowie auf ethischen Diskursen (wie der Enzyklika von Papst Franziskus) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die unterschiedlichen Positionen der Lebensmittelindustrie, des Vatikans und der Sozialen Arbeit hinsichtlich der Frage nach der Gerechtigkeit und der globalen Wasserverfügbarkeit.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wasser, Menschenrecht, Soziale Arbeit, Unternehmensethik, Gerechtigkeit und Ressourcenverteilung.

Wie positioniert sich die Lebensmittelindustrie laut der Untersuchung?

Die Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass die Haltung der Konzerne primär von Gewinnmaximierung geprägt ist und das Menschenrecht auf Wasser als Marketing-Instrument, nicht aber als vorrangiges ethisches Gebot behandelt wird.

Warum spielt die Enzyklika "Laudato Si" eine wichtige Rolle?

Die Enzyklika dient als ethischer Kontrapunkt zur ökonomischen Sichtweise, da sie Wasser als das Fundament aller anderen Menschenrechte definiert und eine moralische Verantwortung fordert, die über rein ökonomische Berechnungen hinausgeht.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Eigentum oder Menschenrecht. Wem gehört das Wasser?
Hochschule
Hochschule Hannover
Note
1,0
Autor
Michael Stahl (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2017
Seiten
21
Katalognummer
V452291
ISBN (eBook)
9783668848665
ISBN (Buch)
9783668848672
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Menschenrecht Wasser Gerechtigkeit Ressourcen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Michael Stahl (Autor:in), 2017, Eigentum oder Menschenrecht. Wem gehört das Wasser?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452291
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Leseprobe aus  21  Seiten
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