Die Limited eignete sich bis zur Einführung der UG lange Zeit für Gewerbetreibende, die nicht bereit waren, mit ihrem privaten Vermögen zu haften oder nicht das notwendige Kapital aufbringen wollten, das eine Haftungsbeschränkung bei Kapitalgesellschaften normalerweise erfordert.
Dies hängt damit zusammen, dass die Limited, begründet auf der europaweiten Niederlassungsfreiheit nach der Centros-Entscheidung aus dem Jahr 1999, als eine Kapitalgesellschaft behandelt wird.
Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hat zur Folge, dass die oben genannte Entscheidung zur Anerkennung der Rechtsform ab dem Austrittsdatum hinfällig
wird.
Dies führt unweigerlich zu den folgenden Fragen:
- Welche steuerrechtlichen Konsequenzen können auftreten?
- Welchen haftungsrechtlichen Risiken sind Unternehmen ausgesetzt, die unter einer Limited firmieren?
Hieraus leitet sich meine Forschungsfrage für die vorliegende Arbeit ab: „Welche Auswirkungen hat ein harter Brexit auf die Rechtsform der englischen Limited und wie können betroffene Unternehmen auf die sich in Folge ergebenden Konsequenzen reagieren?“
Die Aufgabe dieser Arbeit besteht nicht allein darin, auf die Hintergründe des Brexits und der Rechtsform der Limited einzugehen, vielmehr sollen Lösungsvorschläge für die oben genannten Probleme ermittelt werden.
Inhaltsverzeichnis
A. Einleitung:
B. Der Brexit:
I. Geschichtlicher Rückblick
1. Historische Beziehungen
2. Ablauf des Referendums
II. Mögliche Konsequenzen
1. Mögliche Konsequenzen für Großbritannien
2. Mögliche Konsequenzen für die Europäische Union
III. Das Austrittsverfahren
1. Aktueller Verhandlungsstand
C. Die Limited vor dem Austritt Großbritanniens:
I. Rechtliche Ausgangssituation:
1. Sitztheorie
2. Gründungstheorie
3. Entscheidungen des EuGH:
a.) Daily-Mail- und General-Trust-Entscheidung (Wegzug)
b.) Die Centros-Entscheidung (Zuzug)
c.) Die Überseering-Entscheidung (Zuzug)
d.) The Inspire Art Entscheidung (Zuzug)
4. Konsequenzen der europäischen Rechtsprechung
II. Rechtliche Grundlagen der Limited
1. Verschiedene Formen der Limited
2. Allgemeines
a.) Die Organe einer Limited
b.) Haftungsfall
c.) Verfahren bei einer Insolvenz
3. Besteuerung und Jahresabschluss der Limited
4. Niederlassung in Deutschland
5. Vor- und Nachteile einer Limited
D. Die britische Limited nach einem Austritt Großbritanniens:
I. Problemstellung
1. Bestandsschutz
II. Lösungsvorschläge
1. Asset Deal
2. Grenzüberschreitende Verschmelzung
a.) Verfahren der grenzüberschreitenden Verschmelzung
3. Grenzüberschreitender Formwechsel
a.) Verfahren des grenzüberschreitenden Formwechsels
E. Fazit:
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die rechtlichen Auswirkungen eines harten Brexits auf die in Deutschland tätige Rechtsform der englischen Limited. Das primäre Ziel ist es, die drohende Rechtsunsicherheit für betroffene Unternehmen zu analysieren und gangbare Lösungsvorschläge zu entwickeln, um die Kontinuität der unternehmerischen Tätigkeit und der Haftungsbeschränkung zu gewährleisten.
- Analyse der europäischen Niederlassungsfreiheit und deren Bedeutung für die Limited
- Untersuchung der historischen und rechtlichen Hintergründe des Brexits
- Bewertung des Bestandsschutzes für in Deutschland tätige Limiteds nach dem EU-Austritt
- Diskussion von Lösungsmodellen: Asset Deal, grenzüberschreitende Verschmelzung und Formwechsel
Auszug aus dem Buch
3. Entscheidungen des EuGH:
Die unterschiedlichen nationalen Rechtsvorstellungen haben ihren Ursprung darin, dass sich die jeweiligen nationalen Gesellschaftsrechtsformen bereits vor dem europäischen Einigungsprozess entwickelt haben. Lange Zeit war das europäische Gesellschaftsrecht von zwei kollidierenden Rechtsphilosophien geprägt. Somit war die Festlegung auf einen europäischen, einheitlichen Anerkennungsstandard erforderlich.
Hinzu kommt, dass der EuGH als Hüter der Verträge in mehreren Verfahren entschied, dass die Sitztheorie gegen die europäischen Grundfreiheiten verstoße. (siehe Abbildung S.16).
Vor allem ist das Recht der Personenfreizügigkeit als Rechtsnorm zu nennen. Diese garantiert allen Bürgern der europäischen Union, dass sie sich in jedem anderen Mitgliedsstaat für einen unbefristeten Zeitraum aufhalten dürfen. In diesem Fall ist der Grund für den Aufenthalt nicht relevant.
In seinen Entscheidungen übertrug Luxemburg das Recht der Niederlassungsfreiheit für Personen als Spezialtatbestand auf Gesellschaften.
Durch die Urteile musste die in der deutschen Rechtslehre verwurzelte Sitztheorie der Gründungstheorie weichen und es wurde von dem im Gesellschaftsrecht geltenden Numerus clausus abgewichen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
A. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den Kontext des Brexits nach dem Referendum 2016 und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den Auswirkungen auf die englische Limited in Deutschland sowie mögliche Reaktionen für betroffene Unternehmen.
B. Der Brexit: Dieses Kapitel gibt einen geschichtlichen Rückblick auf die Beziehungen zwischen Großbritannien und der EU sowie einen Überblick über das Austrittsverfahren nach Art. 50 EUV.
C. Die Limited vor dem Austritt Großbritanniens: Hier werden die rechtliche Ausgangssituation basierend auf der EuGH-Rechtsprechung und die grundlegenden Strukturen, Organe sowie Vor- und Nachteile der Limited erläutert.
D. Die britische Limited nach einem Austritt Großbritanniens: Das Kapitel analysiert die Problemstellung hinsichtlich des Bestandsschutzes bei einem harten Brexit und erörtert praktische Lösungsvorschläge wie den Asset Deal, die Verschmelzung und den Formwechsel.
E. Fazit: Das Fazit stellt fest, dass ein harter Brexit das Verhältnis maßgeblich verändern wird und betont die Notwendigkeit, frühzeitig auf die vorgestellten Lösungsmodelle zurückzugreifen, um Haftungsrisiken zu vermeiden.
Schlüsselwörter
Brexit, Limited, Niederlassungsfreiheit, EuGH, Sitztheorie, Gründungstheorie, Gesellschaftsrecht, Haftungsbeschränkung, Unternehmensgründung, Grenzüberschreitende Verschmelzung, Formwechsel, Asset Deal, Rechtsnachfolge, Unternehmen, EU-Austritt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Bachelor-Thesis grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die rechtliche Situation der britischen Limited in Deutschland vor dem Hintergrund des Brexits und zeigt Wege auf, wie Unternehmen die mit dem Austritt verbundenen Risiken bewältigen können.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen das europäische Gesellschaftsrecht, die Niederlassungsfreiheit, die Rechtsform der Limited im Vergleich zu deutschen Gesellschaftsformen sowie rechtliche Umwandlungsmöglichkeiten im Kontext eines harten Brexits.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit fragt nach den Auswirkungen eines harten Brexits auf die Rechtsform der Limited und untersucht, wie betroffene Unternehmen auf die resultierenden Konsequenzen rechtssicher reagieren können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt eine rechtswissenschaftliche Analyse, insbesondere durch die Auswertung der einschlägigen EuGH-Rechtsprechung zum Gesellschaftsrecht sowie durch die Untersuchung geltender Gesetze und Literatur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung der EU-Beziehung Großbritanniens, die Grundlagen der Limited, die historische Entwicklung der Niederlassungsfreiheit durch EuGH-Urteile und detaillierte Lösungswege wie den Asset Deal oder Verschmelzungsprozesse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Brexit, Limited, Niederlassungsfreiheit, Sitztheorie, Gründungstheorie, Haftungsbeschränkung und grenzüberschreitende Verschmelzung.
Warum spielt die Sitztheorie in dieser Arbeit eine wichtige Rolle?
Die Sitztheorie ist für die Arbeit essenziell, da sie bei einem harten Brexit und dem damit verbundenen Verlust der europäischen Niederlassungsfreiheit die Grundlage für die rechtliche Neubewertung der Limited in Deutschland bildet.
Welche Lösungsvorschläge werden für betroffene Limited-Inhaber unterbreitet?
Als Lösungsansätze werden der Asset Deal, die grenzüberschreitende Verschmelzung auf eine deutsche GmbH sowie der grenzüberschreitende Formwechsel in eine deutsche Rechtsform vorgestellt und auf ihre Vor- und Nachteile geprüft.
- Citation du texte
- Daniel Meißner (Auteur), 2018, Die Behandlung der englischen Limited im deutschen Recht vor und nach einem "harten" Austritt Großbritanniens aus der EU, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452324