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"Alle Sinne in Bewegung" - Bewegung und Wahrnehmung im Sportunterricht in der Grundschule

Title: "Alle Sinne in Bewegung" - Bewegung und Wahrnehmung im Sportunterricht in der Grundschule

Examination Thesis , 2005 , 66 Pages , Grade: 2

Autor:in: Janine Krebs (Author)

Sport - Miscellaneous
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Summary Excerpt Details

„Veränderungen der sozialen und ökologischen Umwelt haben dazu geführt, dass Kindern der aktive Umgang mit ihrer Lebenswelt immer mehr verwehrt wird.“ In der sportwissenschaftlichen Literatur finden sich viele Beiträge zu einer „veränderten Kindheit“. Hier stellt sich also die Frage, wie sieht eine solche veränderte Kindheit aus, und welche Auswirkungen hat sie auf das Kind? Charakteristisch für eine veränderte Kindheit ist der Rückgang der Straßenspielkultur. „Straßenkindheit“ scheint nach Zinnecker nicht mehr existent zu sein. „Die ehemals auf der Strasse spielenden Kinder sind weg, weg in verschiedenen, nach offizieller Planung verorteten, speziellen Räumen.“ Dieser Verlust natürlicher Spiel- und Bewegungsgelegenheiten und der Ersatz durch künstlich geschaffene Plätze zum Spielen ist ein typisches Merkmal unserer Zeit. Oft grenzen diese Plätze an eine verkehrsreiche Strasse an, die für das Kind eine mögliche Gefährdung durch Abgase, oder durch den Verkehr selbst, darstellt. Deshalb entscheiden viele Eltern ihre Kinder lieber zuhause Spielen zu lassen. Dies ist jedoch nur ein Grund für die zunehmende „Verhäuslichung“. Durch den Konsum der Medien werden viele für die Entwicklung des Kindes wichtige Aktivitäten verdrängt. Betrachtet man die Alltagsgestaltung von Kindern, so fällt auf, dass diese meist im Sitzen vorm Fernseher oder PC verbracht wird. Ihre Sinnestätigkeit wird auf die akustische und visuelle Wahrnehmung beschränkt. Die körpernahen Sinne, die für die Erkenntnisgewinnung wichtig sind, werden nicht beansprucht. Ein weiteres Charakteristikum für die heutige Kindheit ist die „Verinselung“ kindlicher Lebensräume, indem Kinder von einem Freizeitangebot zum nächsten chauffiert werden. Sie können keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Inseln erkennen und erleben ihren Alltag nicht als selbstbestimmbaren Freiraum, sondern als „Termingeschäft“.
Auch die Monofunktionalität des Spielmaterials, das meist nur für einen bestimmten Zweck vorgesehen ist, lässt den Kindern wenige Möglichkeiten selbst etwas zu verändern und eigene Spielideen zu entwickeln.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entwicklungstheoretische Grundlagen

2.1. Die kognitive Entwicklungstheorie

2.2. Die Gestaltkreistheorie

3. Die Bedeutung von Wahrnehmung und Bewegung für die Persönlichkeitsentwicklung

3.1. Kognitive Entwicklung

3.2 Soziale Entwicklung

3.3. Entwicklung des Selbst

3.4. Körperlich- gesundheitliche Entwicklung

4. Psychomotorische Grundlagen

4.1. Begriffsdefinition

4.2. Historie und Entwicklung in der Psychomotorik

4.3. Wahrnehmung und Bewegung als Grundkategorien in der Psychomotorik

4.4. Ziele und Inhalte in der Psychomotorik

5. Konzeptionelle Ansätze in der Psychomotorik

5.1. Die sensorische Integrationsbehandlung nach Jean Ayres

5.1.1. Die sensorische Integration

5.1.2. Neurophysiologische Grundlagen

5.1.3. Störungen der sensorischen Integration

5.1.4. Möglichkeiten zur Verbesserung der sensorischen Integration – Die sensorische Integrationsbehandlung

5.2. Die kindzentrierte psychomotorische Entwicklungsförderung nach Zimmer und Volkamer

5.2.1. Das Selbstkonzept

5.2.1.1. Die Entwicklung des Selbst

5.2.1.2. Selbstwirksamkeit

5.2.1.3. Erlernte Hilflosigkeit

5.2.1.4. Kausalattribuierung von Erfolg und Misserfolg

5.2.2. Möglichkeiten zur Veränderung eines negativen Selbstkonzepts

5.2.3. Die Bedeutung des Spiels

5.2.4. Allgemeine Prinzipien der kindzentrierten psychomotorischen Förderung

5.3. Vergleichende Auswertung der Ansätze

6. Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung im Sportunterricht in der Grundschule

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen für die kindliche Persönlichkeitsentwicklung vor dem Hintergrund einer zunehmend eingeschränkten Lebenswelt heutiger Kinder. Sie analysiert theoretische Grundlagen und konzeptionelle Ansätze der Psychomotorik, um deren Potenzial für eine ganzheitliche Förderung im Grundschulunterricht aufzuzeigen.

  • Veränderte Lebensbedingungen von Kindern ("Verhäuslichung", "Verinselung")
  • Entwicklungstheoretische Grundlagen (Piaget, Gestaltkreistheorie)
  • Psychomotorik als therapeutisches und präventives Konzept
  • Vergleich der sensorischen Integrationsbehandlung und kindzentrierter Förderung
  • Praktische Umsetzung psychomotorischer Prinzipien im Grundschul-Sportunterricht

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung

„Veränderungen der sozialen und ökologischen Umwelt haben dazu geführt, dass Kindern der aktive Umgang mit ihrer Lebenswelt immer mehr verwehrt wird.“ In der sportwissenschaftlichen Literatur finden sich viele Beiträge zu einer „veränderten Kindheit“. Hier stellt sich also die Frage, wie sieht eine solche veränderte Kindheit aus, und welche Auswirkungen hat sie auf das Kind? Charakteristisch für eine veränderte Kindheit ist der Rückgang der Straßenspielkultur. „Straßenkindheit“ scheint nach Zinnecker nicht mehr existent zu sein. „Die ehemals auf der Strasse spielenden Kinder sind weg, weg in verschiedenen, nach offizieller Planung verorteten, speziellen Räumen.“ Dieser Verlust natürlicher Spiel- und Bewegungsgelegenheiten und der Ersatz durch künstlich geschaffene Plätze zum Spielen ist ein typisches Merkmal unserer Zeit.

Oft grenzen diese Plätze an eine verkehrsreiche Strasse an, die für das Kind eine mögliche Gefährdung durch Abgase, oder durch den Verkehr selbst, darstellt. Deshalb entscheiden viele Eltern ihre Kinder lieber zuhause Spielen zu lassen. Dies ist jedoch nur ein Grund für die zunehmende „Verhäuslichung“. Durch den Konsum der Medien werden viele für die Entwicklung des Kindes wichtige Aktivitäten verdrängt. Betrachtet man die Alltagsgestaltung von Kindern, so fällt auf, dass diese meist im Sitzen vorm Fernseher oder PC verbracht wird. Ihre Sinnestätigkeit wird auf die akustische und visuelle Wahrnehmung beschränkt. Die körpernahen Sinne, die für die Erkenntnisgewinnung wichtig sind, werden nicht beansprucht.

Ein weiteres Charakteristikum für die heutige Kindheit ist die „Verinselung“ kindlicher Lebensräume, indem Kinder von einem Freizeitangebot zum nächsten chauffiert werden. Sie können keinen Zusammenhang zwischen den einzelnen Inseln erkennen und erleben ihren Alltag nicht als selbstbestimmbaren Freiraum, sondern als „Termingeschäft“. Auch die Monofunktionalität des Spielmaterials, das meist nur für einen bestimmten Zweck vorgesehen ist, lässt den Kindern wenige Möglichkeiten selbst etwas zu verändern und eigene Spielideen zu entwickeln.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die veränderte Lebenswelt heutiger Kinder und die daraus resultierenden negativen Auswirkungen auf deren Entwicklung und Gesundheit.

2. Entwicklungstheoretische Grundlagen: Stellt mit Piaget und der Gestaltkreistheorie die theoretischen Ansätze zur Erklärung der menschlichen Entwicklung vor.

3. Die Bedeutung von Wahrnehmung und Bewegung für die Persönlichkeitsentwicklung: Beleuchtet den Einfluss von Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen auf kognitive, soziale und körperliche Entwicklungsprozesse.

4. Psychomotorische Grundlagen: Definiert den Begriff Psychomotorik, zeichnet die historische Entwicklung nach und erläutert Wahrnehmung und Bewegung als zentrale Kategorien.

5. Konzeptionelle Ansätze in der Psychomotorik: Vergleicht ausführlich die sensorische Integrationsbehandlung nach Ayres mit der kindzentrierten psychomotorischen Entwicklungsförderung nach Zimmer und Volkamer.

6. Wahrnehmungs- und Bewegungsförderung im Sportunterricht in der Grundschule: Überträgt die theoretischen Erkenntnisse in die Praxis des Sportunterrichts und gibt konkrete Beispiele für die Umsetzung.

7. Schluss: Fasst die Bedeutung der Bewegungsförderung zusammen und appelliert an die Notwendigkeit von Aufklärung und praktischer Umsetzung für das Kindeswohl.

Schlüsselwörter

Psychomotorik, Wahrnehmung, Bewegung, Persönlichkeitsentwicklung, Grundschule, Sportunterricht, sensorische Integration, Kindheit, Selbstkonzept, Selbstwirksamkeit, Bewegungsförderung, Psychomotorische Übungsbehandlung, Spiel, Körpererfahrung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die Auswirkungen veränderter Lebensbedingungen auf die körperliche und psychosomatische Entwicklung von Kindern und zeigt Möglichkeiten auf, wie psychomotorische Ansätze diese Entwicklung positiv unterstützen können.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen der Entwicklung, die verschiedenen Konzepte der Psychomotorik, die Bedeutung von Wahrnehmung und Bewegung für die Persönlichkeitsentwicklung sowie deren praktische Anwendung im Sportunterricht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Stellenwert von Wahrnehmungs- und Bewegungserfahrungen für eine gesunde Persönlichkeitsentwicklung herauszuarbeiten und aufzuzeigen, wie diese gezielt in den schulischen Alltag integriert werden können.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Erarbeitung genutzt?

Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, in der aktuelle sportwissenschaftliche, entwicklungspsychologische und pädagogische Beiträge sowie verschiedene psychomotorische Therapieansätze theoretisch aufgearbeitet und vergleichend ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Entwicklungstheorien dargestellt, die Bedeutung von Bewegung für die kindliche Persönlichkeit analysiert, psychomotorische Grundlagen und Konzepte (wie die sensorische Integrationstherapie und kindzentrierte Förderung) erläutert und schließlich in einen pädagogischen Kontext für die Grundschule übertragen.

Durch welche Begriffe wird die Arbeit charakterisiert?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Psychomotorik, ganzheitliche Förderung, Bewegungsarmut, sensorische Integration, Selbstkonzept und kindzentrierte Entwicklungsförderung geprägt.

Was ist der Kernunterschied zwischen den Ansätzen von Ayres und Zimmer/Volkamer?

Während Ayres' Ansatz stärker neurophysiologisch orientiert ist und als sensorische Integrationsbehandlung bei Störungen fungiert, legt der kindzentrierte Ansatz nach Zimmer und Volkamer den Fokus auf das humanistische Menschenbild, die Selbstverwirklichung des Kindes und die Stärkung eines positiven Selbstkonzepts durch das Spiel.

Wie lässt sich die Psychomotorik in den Sportunterricht der Grundschule integrieren?

Durch den bewussten Einsatz von Übungen zur Sinnesschulung, explorativem Umgang mit Materialien und der Gestaltung von Bewegungssituationen, die über das reine Training sportlicher Techniken hinausgehen, kann der Sportunterricht die ganzheitliche Entwicklung fördern.

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Details

Title
"Alle Sinne in Bewegung" - Bewegung und Wahrnehmung im Sportunterricht in der Grundschule
College
Karlsruhe University of Education
Grade
2
Author
Janine Krebs (Author)
Publication Year
2005
Pages
66
Catalog Number
V45240
ISBN (eBook)
9783638426749
Language
German
Tags
Alle Sinne Bewegung Wahrnehmung Sportunterricht Grundschule
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janine Krebs (Author), 2005, "Alle Sinne in Bewegung" - Bewegung und Wahrnehmung im Sportunterricht in der Grundschule, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45240
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