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Bildungsbenachteiligung der Schüler mit Migrationshintergrund

Titel: Bildungsbenachteiligung der Schüler mit Migrationshintergrund

Hausarbeit , 2018 , 20 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Daniela Mioc (Autor:in)

Pädagogik - Schulwesen, Bildungs- u. Schulpolitik
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Seitdem sich die Bundesrepublik Deutschland in den letzten fünfzig Jahren zu einem Einwanderungsland entwickelt hat, sind Begriffe wie Heterogenität und Multikulturalität (das Vorhandensein kultureller Vielfalt) heute gesellschaftliche Realität geworden. Mit dieser Veränderung haben sich vor allem Herausforderungen für das Schulsystem ergeben, die sich seit der PISA-Studie im Jahr 2000 zeigten und damit in das Zentrum der Bildungspolitik rückten: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund sind an den deutschen Schulen weitaus weniger erfolgreich, als einheimische Schülerinnen und Schüler. Der internationale Vergleich zeigte zudem, dass diese Disparitäten in der Bundesrepublik sehr viel größer sind, als in den meisten anderen PISA-Teilnehmerstaaten, in denen die Leistungsergebnisse der Migrationskinder von den SuS, die nicht aus Zuwandererfamilien stammen, sehr ähnlich ausfielen. So wurde auf die institutionelle Bildungsbenachteiligung der ausländischen Heranwachsenden im deutschen Bildungssystem und seine Chancenungleichheit aufmerksam gemacht und in das öffentliche Bewusstsein gehoben. Zwar steht diese schwerwiegende Problematik unter den obersten Prioritäten auf der politischen Agenda der Bundesregierung, jedoch wurde diese bis heute nicht erfolgreich bewältigt und bedarf somit fortlaufend einer präzisen wissenschaftlichen Untersuchung.
Die vorliegende Ausarbeitung wird die genannte Thematik mit einer Definition rund um das Begriffsfeld Migration einführen und einen kurzen Einblick in die gesetzliche Regelung des Schulsystems hinsichtlich Migration/Integration geben. Danach wird die Institution Schule und ihre Diskriminierung durchleuchtet, indem empirische Studien herangezogen werden, die zeigen, inwiefern und in welchem Ausmaß Bildungsungleichheit stattfindet. Anschließend werden ihre Ursachen und Folgen analysiert, sowie Förderungsmaßnahmen zur Eliminierung dieses Defizits in Erwägung gezogen, die sich an den skandinavischen Bildungssystemen beispielhaft orientieren. Das Fazit schließt die Hausarbeit mit einer kurzen Stellungnahme und einem Ausblick ab.
Alle Abkürzungen und vollständige Literaturangaben sind im Abkürzungs- und Literaturverzeichnis aufgeführt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition: Rund um das Begriffsfeld „Migration“

3. Verpflichtung des Schulsystems hinsichtlich Migration und seine mangelhafte Leistungsmessung

4. Die Institution Schule und ihre Bildungsungleichheit

4.1. Institutionelle Diskriminierung

4.1.1. Der Bildungserfolg von deutschen und ausländischen SuS im Vergleich

5. Ursachen und Folgen der Bildungsbenachteiligung

6. Förderungsmaßnahmen für Chancengleichheit in der Schule

6.1. Skandinavische Bildungssysteme im Vergleich

7. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen Disparitäten und Bildungsungleichheiten im deutschen Schulsystem, die Schüler mit Migrationshintergrund systematisch benachteiligen, und analysiert auf Basis empirischer Studien sowohl Ursachen als auch mögliche Lösungsansätze für mehr Chancengleichheit.

  • Institutionelle Diskriminierung und ihre Auswirkungen auf den Bildungserfolg
  • Kritische Analyse des deutschen Schulnoten- und Selektionssystems
  • Bedeutung der Sprachförderung für Migrationskinder
  • Rolle des familiären Kapitals bei der Bildungsbiografie
  • Vergleich mit integrativen skandinavischen Bildungsmodellen

Auszug aus dem Buch

4.1. Institutionelle Diskriminierung

Institutionelle Diskriminierung übersetzt Fereidooni (2011, 23) mit der Ungleichbehandlung von Personen durch das „organisatorische Handeln zentraler gesellschaftlicher Institutionen wie z.B. des Bildungs- und Ausbildungssektors“. Denner beschreibt noch etwas präziser: „Wenn regelmäßig von der Organisation Schule vorgenommene (Selektions-) Entscheidungen, die in ihrer eigenen Logik und Pragmatik getroffen werden, ungleiche Wirkungen auf die Schüler haben, wenn die selbst hergestellten Unterschiede durch Merkmale/ Eigenschaften, die der benachteiligten Gruppe zugeschrieben werden, ausgestattet werden und wenn es sich dabei um das Kollektivmerkmal der ‚nationalen Herkunft/Kultur‘ handelt, so handelt es sich um institutionelle Diskriminierung (vgl. Denner, 2007, 28). Zudem sind Unterrichtskonzepte auf homogene Gruppen ausgerichtet und verweigern das reale multiethische Segment im Klassenzimmer, auf das es sich zu konzipieren gilt. Wie schon erwähnt und von der OECD bestätigt, werden Leistungsunterschiede nicht anhand individuellen Leistungen der SuS festgestellt, sondern basieren auf der Funktionsweise des Schulsystems und seinen „rechtlichen Rahmenbedingungen, in den organisatorischen Handlungszwängen sowie etablierten Routinen und Deutungsmustern, die zur Begründung von Entscheidungen zur Verfügung stehen“ (Fereidooni, 2011, 24f.). Bereits in den institutionellen Rahmenbedingungen von Grundschulen wird sprachliche Heterogenität als unterrichtsstörender Hintergrund gesehen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Herausforderungen eines Einwanderungslandes für das Schulsystem und führt in die Fragestellung nach der Bildungsbenachteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund ein.

2. Definition: Rund um das Begriffsfeld „Migration“: Dieses Kapitel definiert den Begriff Migration und hinterfragt die stigmatisierende Kategorisierung von Schülern in „einheimische“ und „Migrationskinder“.

3. Verpflichtung des Schulsystems hinsichtlich Migration und seine mangelhafte Leistungsmessung: Hier wird die Diskrepanz zwischen dem staatlichen Bildungsauftrag zur Inklusion und der realen Praxis der Aussonderung sowie subjektiver Notengebung analysiert.

4. Die Institution Schule und ihre Bildungsungleichheit: Das Kapitel untersucht durch empirische Studien, wie strukturelle Diskriminierung und das Selektionssystem den Bildungsweg von Migranten behindern.

5. Ursachen und Folgen der Bildungsbenachteiligung: Die Analyse konzentriert sich auf die institutionelle Organisation, die Selektion in Schulformen und sozioökonomische Faktoren wie das fehlende Kapital der Zuwandererfamilien.

6. Förderungsmaßnahmen für Chancengleichheit in der Schule: Es werden Reformvorschläge diskutiert, darunter die Abkehr von früher Selektion und der Vergleich mit skandinavischen Modellen.

7. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert einen Wandel vom Homogenitätsdenken hin zur Anerkennung von Heterogenität als Bereicherung.

Schlüsselwörter

Bildungsbenachteiligung, Migration, Schule, institutionelle Diskriminierung, Chancengleichheit, PISA-Studie, Bildungsungleichheit, Integration, Sprachförderung, Selektion, Schulerfolg, Humankapital, Diversität, Heterogenität, Bildungspolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, warum Schüler mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem systematisch schlechtere Chancen haben als ihre einheimischen Mitschüler.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Aspekte sind die institutionelle Diskriminierung, die Rolle der Notengebung, das dreigliedrige Schulsystem sowie die Bedeutung von Sprachförderung und familiärem Kapital.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Ursachen für die Disparitäten aufzuzeigen, die Auswirkungen auf die Schullaufbahn zu beleuchten und Reformansätze für ein gerechteres Schulwesen zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wurde angewandt?

Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse empirischer Studien, darunter PISA und IGLU, um die Hypothesen zur Bildungsungleichheit zu untermauern.

Was wird im Hauptteil analysiert?

Der Hauptteil befasst sich mit den Strukturen der Schule, die Selektion begünstigen, der Subjektivität bei der Leistungsbewertung sowie dem Einfluss soziokultureller Hintergründe auf den Bildungserfolg.

Welche Keywords prägen die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Migration, institutionelle Diskriminierung, Chancengleichheit, Bildungsbenachteiligung und integrative Bildungssysteme.

Warum wird das deutsche Notensystem kritisiert?

Es wird kritisiert, dass Noten oft subjektiv vergeben werden, den sogenannten „Halo-Effekt“ verstärken und für Kinder ohne Deutschkenntnisse eine enorme zusätzliche Barriere darstellen.

Inwiefern dienen skandinavische Länder als Vorbild?

Länder wie Finnland und Schweden zeigen durch ihre integrative Gesamtschule und das spätere Einsetzen von Noten, dass Bildungsgleichheit und Qualität ohne soziale Aussonderung möglich sind.

Ende der Leseprobe aus 20 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Bildungsbenachteiligung der Schüler mit Migrationshintergrund
Hochschule
Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Note
1,0
Autor
Daniela Mioc (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
20
Katalognummer
V452470
ISBN (eBook)
9783668851993
ISBN (Buch)
9783668852006
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Bildungsbenachteiligung Chancenungleichheit Diskriminierung Migrationshintergrund Schule Institution Ungerechtigkeit Bildung Abschlüsse Noten Leistungsbewertung Leistungsmessung Bildungserfolg Schullaufbahn Ausländer Migration Schulsystem Bildungssystem Deutschland
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Daniela Mioc (Autor:in), 2018, Bildungsbenachteiligung der Schüler mit Migrationshintergrund, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452470
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  20  Seiten
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