Informatik und Militär


Hausarbeit, 2002

17 Seiten, Note: 2.0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Die Zusammenhänge

Historie

Computergestützte Militärische Systeme
Die Bedeutung
Einsatzzwecke

Fallbeispiele
ARPANET
GPS :

Die Zukunft der Entwicklung

Anhang A
Bildverzeichnis
Quellenverzeichnis

Die Zusammenhänge

Ohne moderne Waffensystem sind „moderne“ Kriege überhaupt nicht mehr denkbar, so enthält mittlerweile selbst der Helm eines US-Soldaten mehr Computertechnik als beispielsweise die komplette Steuerung eines Autos. In allen Bereichen der Kriegsführung werden Computer eingesetzt, sei es zu Simulationszwecken, in Angriffs- und Abwehrsystemen oder auch im Kommunikationswesen. So ist es also nicht weiter verwunderlich, dass das Militär ein gesteigertes Interesse an der Fortentwicklung eben dieser Technologien haben könnte und auch tatsächlich hat. Man muss hier sogar weiter gehen und klar sagen, dass die heutige Entwicklung auf dem Sektor Informatik und Technologie ohne Subvention und Drängen des Militärs bei weitem nicht so fortgeschritten wäre.

Das Militär erkannte schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt, welche Vorteile man nutzen könne, wenn man nur über das entsprechende Equipment - und das „Knowhow“ dieses zu bedienen - verfüge.

Das folgende Schaubild soll die Zusammenhänge zwischen Politik, Militär und Wissenschaft verdeutlichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1: Entstehungsbedingungen militärisch-wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung

Als „Paradebeispiele“ für die Integration der „Informations- und Kommunikationstechnologie“ (im folgenden mit IKT bezeichnet) gilt unter Experten beispielsweise der Golfkrieg oder – ganz aktuell – der Krieg gegen das Talibanregime (von den Amerikanern gerne als Schlag gegen den gesamten Terrorismus bezeichnet) als Antwort auf die Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001 in Afghanistan.

Im ersten Beispiel gelang es, dem Zuschauer die traurige Realität und Wahrheit als computergestützes Spektakel zu präsentieren, sowie durch gezielte Desinformation, Zensur und millionenschwere PR-Veranstaltungen den globalen Medienapparat für militärische Zwecke einzuspannen und zu kontrollieren.

Im zweiten Beispiel spielt mit Sicherheit dieser Punkt auch eine große Rolle, noch viel mehr aber wurde hier der immense technologische Vorsprung der amerikanischen Waffentechnologie in den Vordergrund gerückt. Berichte über Soldantenhelme mit integrierten Nachtsicht-, Fernspäh- und Zielerfassungssystemen sowie vielen weiteren hochtechnisierten und computerisierten „Gimmicks“ lenken von der grausamen Realität ab – man mag fast denken man wäre in einem Computerspiel, so verharmlost erscheinen die Berichte.

Zusammenfassend kann man also sagen, dass die IKT nicht nur destruktiv (z.B. bessere Waffensysteme durch höhere, computergestützte Präzision) im Sinne des Militärs eingesetzt wird, sondern auch im hohen Masse manipulierend (z.B. durch Desinformation, Zensur und geschickte PR-Aktionen).

Historie

Die (Weiter)Entwicklung des Nachrichtenwesens begann schon in der frühen Antike und hat in allen Epochen unserer Geschichte mehr oder minder große Schritte vollzogen. Wir setzen hier aber erst in der Neuzeit und somit in der Ära der Computerentwicklung ein.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Als erster Pionier mit militärischer Unterstützung (hier: Fördergelder) sei Charles Babbage (1792 – 1871) genannt, der als erster das Konzept eines universellen Digitalrechners entwarf. Seine als „Difference Engine“ bekannte Entwicklung (der sich später die „Analytical Engine“ anschloss) wurde vom der britischen Kriegsministerium gesponsert und kostete dieses die damals beträchtliche Summe von 17.000 Pfund. Die Maschine sollte der Marine dazu dienen, schnell und exakt astronomische Tafeln und Tabellen zu berechnen. Ebenso wie die schon erwähnte „Analytical Engine“, scheiterte auch dieses Projekt an der technischen Umsetzung, die zur damaligen Zeit hochpräzisionsgefertigte Teile voraussetze, die zu diesem Zeitpunkt nicht hergestellt werden konnten. 1833 stoppte man die finanzielle Unterstützung des Projekts, als ganz vergeblich darf man diese Entwicklung aber nicht bezeichnen, muss man doch wissen, dass sich in heutigen Computerarchitekturen im Großen und Ganzen genau die Bausteine wiederfinden, die schon im konzeptionellen Entwurf von Babbage vorhanden waren.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Konrad Zuse (1910 – 1995), der wohl bekannteste Vertreter in der „Entwicklerriege“, entwickelte auf Seiten der Deutschen Wissenschaft (relativ zeitgleich zu britischen und amerikanischen Wissenschaftlern) 1941 mit seinem Z3 einen Rechner, der als erster programmierbarer Relaisrechner (zu diesem Zeitpunkt waren elektromechanische „Feinteile“ wie Relais und Röhren mittlerweile entwickelt) gilt. Dieser (im Gegensatz zu den Vorgängern Z1 und Z2, die hauptsächlich der Berechnung von Baustatik dienten) ein halbes Jahr nach Ausbruch des 2. Weltkrieges von den „Henschel-Flugzeugwerken“ und der „Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt“ durch den vom Kriegdienst freigestellten Wissenschaftler entwickelte Rechner, sollte der Fernsteuerung der V1 und V2 Bombe dienen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Auf britischer Seite entwickelte man an „Collossus“, einem elektronischen Rechner, der die mit „Enigma“ chiffrierten Nachrichten der Deutschen in einem sinnvollen Zeitrahmen entschlüsseln sollte. Diese Entwicklung schien so bedeutend zu sein, dass nicht nur finanzielle Mittel in Anspruch genommen wurden, sondern auch jede erdenkliche Arbeitskraft aus der zivilen Bevölkerung zugezogen wurde, so dass insgesamt 10.000 Frauen und Männer zeitgleich an der Entschlüsselung des deutschen Codes arbeiteten. Dem Mathematiker Alan Turing ist es mitunter „zu verdanken“, dass im Dezember 1943 in Bletchy-Park „Collosus“ in Betrieb genommen werden konnte.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Informatik und Militär
Hochschule
Hochschule Darmstadt  (Informatik)
Veranstaltung
Gesellschaftliche Aspekte der Informatik
Note
2.0
Autor
Jahr
2002
Seiten
17
Katalognummer
V4525
ISBN (eBook)
9783638127905
Dateigröße
791 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
informatik gesellschaft soziologie militär waffen systeme GPS ARPANET
Arbeit zitieren
Oliver Neumann (Autor), 2002, Informatik und Militär, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4525

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