Ohne moderne Waffensystem sind „moderne“ Kriege überhaupt nicht mehr denkbar, so enthält mittlerweile selbst der Helm eines US-Soldaten mehr Computertechnik als beispielsweise die komplette Steuerung eines Autos. In allen Bereichen der Kriegsführung werden Computer eingesetzt, sei es zu Simulationszwecken, in Angriffs- und Abwehrsystemen oder auch im Kommunikationswesen. So ist es also nicht weiter verwunderlich, dass das Militär ein gesteigertes Interesse an der Fortentwicklung eben dieser Technologien haben könnte und auch tatsächlich hat. Man muss hier sogar weiter gehen und klar sagen, dass die heutige Entwicklung auf dem Sektor Informatik und Technologie ohne Subvention und Drängen des Militärs bei weitem nicht so fortgeschritten wäre.
Das Militär erkannte schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt, welche Vorteile man nutzen könne, wenn man nur über das entsprechende Equipment - und das „Knowhow“ dieses zu bedienen - verfüge.
Als „Paradebeispiele“ für die Integration der „Informations- und Kommunikationstechnologie“ (im folgenden mit IKT bezeichnet) gilt unter Experten beispielsweise der Golfkrieg oder – ganz aktuell – der Krieg gegen das Talibanregime (von den Amerikanern gerne als Schlag gegen den gesamten Terrorismus bezeichnet) als Antwort auf die Terroranschläge in den USA vom 11. September 2001 in Afghanistan.
Inhaltsverzeichnis
Die Zusammenhänge
Historie
Computergestützte Militärische Systeme
Die Bedeutung
Einsatzzwecke
Fallbeispiele
ARPANET
GPS
Die Zukunft der Entwicklung
Anhang A
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die enge historische und strategische Verflechtung zwischen militärischer Interessenvertretung und der Entwicklung moderner Informationstechnologien, um aufzuzeigen, wie militärische Subventionen und Anforderungen den technologischen Fortschritt maßgeblich geprägt haben.
- Historische Entwicklung computergestützter Militärsysteme
- Die Rolle des Militärs bei der Entstehung des Internets (ARPANET)
- Militärische Ursprünge und zivile Adaption von GPS
- Ethische Implikationen und gesellschaftliche Konsequenzen der Militärinformatik
Auszug aus dem Buch
Die Zusammenhänge
Ohne moderne Waffensystem sind „moderne“ Kriege überhaupt nicht mehr denkbar, so enthält mittlerweile selbst der Helm eines US-Soldaten mehr Computertechnik als beispielsweise die komplette Steuerung eines Autos. In allen Bereichen der Kriegsführung werden Computer eingesetzt, sei es zu Simulationszwecken, in Angriffs- und Abwehrsystemen oder auch im Kommunikationswesen. So ist es also nicht weiter verwunderlich, dass das Militär ein gesteigertes Interesse an der Fortentwicklung eben dieser Technologien haben könnte und auch tatsächlich hat. Man muss hier sogar weiter gehen und klar sagen, dass die heutige Entwicklung auf dem Sektor Informatik und Technologie ohne Subvention und Drängen des Militärs bei weitem nicht so fortgeschritten wäre.
Das Militär erkannte schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt, welche Vorteile man nutzen könne, wenn man nur über das entsprechende Equipment - und das „Knowhow“ dieses zu bedienen - verfüge.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Zusammenhänge: Erläutert die Abhängigkeit moderner Kriegsführung von Computertechnik und die treibende Rolle des Militärs bei der technologischen Entwicklung.
Historie: Skizziert die Entwicklung der Computerpioniere, von Babbage und Zuse bis hin zu den elektronischen Rechenmaschinen des Zweiten Weltkriegs unter militärischer Förderung.
Computergestützte Militärische Systeme: Behandelt die Notwendigkeit von C³I-Systemen zur Kontrolle globaler militärischer Aktionen und der nuklearen Abschreckung.
Fallbeispiele: Analysiert anhand des ARPANET und des GPS die Transformation ursprünglich militärischer Technologien in zivile Anwendungen.
Die Zukunft der Entwicklung: Beschreibt, wie durch Budgetkürzungen und Abrüstung der Fokus verstärkt auf die Dual-Use-Technologie und Rationalisierungsinstrumente wie das CALS-System gelegt wird.
Anhang A: Enthält das Bild- und Quellenverzeichnis der Arbeit.
Schlüsselwörter
Informatik, Militär, Computertechnik, ARPANET, GPS, C3I, Waffensysteme, technologische Entwicklung, Dual-Use, Abrüstung, Internet, Kryptodebatte, Kriegsführung, Kommunikation, Informationstechnologie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Militärs auf die Entwicklung der Informationstechnologie und wie militärische Anforderungen die Informatik maßgeblich vorangetrieben haben.
Welche Themenfelder stehen im Zentrum?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Computertechnik, militärischen Steuerungssystemen, der Geschichte des Internets und GPS sowie den ethischen Folgen dieser Technologien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Symbiose zwischen militärischem Forschungsinteresse und zivilem technologischen Fortschritt aufzuzeigen und kritisch zu hinterfragen.
Welche Methode wird verwendet?
Der Autor wählt eine historisch-analytische Methode, um die Entwicklung anhand von Meilensteinen und Fallbeispielen systematisch darzustellen.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse, die Untersuchung konkreter militärischer Systemarchitekturen und zwei Fallstudien zu ARPANET und GPS.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Dual-Use-Technologie, C³I-Systeme, technologische Vormachtsstellung und die ethische Verantwortung von Informatikern.
Inwiefern hat das Militär das Internet maßgeblich beeinflusst?
Das Internet entstand aus dem ARPANET-Projekt der ARPA, das entwickelt wurde, um eine dezentralisierte, ausfallsichere Kommunikation im Falle eines Atomschlags zu gewährleisten.
Wie bewertet der Autor die zivile Nutzung militärischer Technologien?
Der Autor sieht darin ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ermöglichte sie rasante technische Fortschritte, andererseits schafft sie Instrumente zur Überwachung und Kontrolle, die ethische Grundrechte gefährden können.
- Citation du texte
- Oliver Neumann (Auteur), 2002, Informatik und Militär, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4525