Das kooperative Erarbeiten und Präsentieren von Akrobatikelementen. Unterrichtsentwurf für den Sportunterricht in der 7. Klasse


Unterrichtsentwurf, 2018

10 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhalt

1. Bedingungsfelder
2.1 Didaktische Überlegungen und Unterrichtsrelevanz
2.2 Verlauf der Unterrichtsreihe
2.3 Sachanalyse
2.4 Didaktische Reduktion

3. Lernziele

4. Methodische Überlegungen

5. Geplanter Unterrichtsverlauf

6. Anhang
6.1 Materialien
6.2 Literaturverzeichnis

1. Bedingungsfelder

Seit Beginn des Schuljahres unterrichte ich im Sportunterricht der 7xxx. Es handelt sich dabei um einen reinen Jungenkurs, der insgesamt 23 Teilnehmer umfasst und sich aus den Klassen 7xxx und 7xxx zusammensetzt. Der Sportunterricht dieser Klasse findet an fünf Tagen in der Woche jeweils einstündig statt. Dies ist der Tatsache geschuldet, dass am XXX Gymnasium seit vielen Jahren am Konzept der täglichen Sportstunde festgehalten wird. Dabei ist der Sportunterricht dieser beiden Klassen in drei Unterrichtseinheiten allgemeinen Sportunterricht und nochmals zwei Unterrichtseinheiten Schwimmunterricht aufgeteilt. Ich selbst unterrichte seit den Herbstferien jeweils montags und dienstags in dieser Lerngruppe, die restlichen Stunden werden von Herrn StD XXX gehalten. An beiden Unterrichtstagen steht dabei die kleine Sporthalle zur Verfügung. Diese eignet sich aufgrund der Größe ideal für das Unterrichtsvorhaben der Akrobatik. In der Halle sind ausreichend Matten und drei Rollen Bodenmatten vorhanden. Durch die überschaubare Größe kann im Unterricht eine Soundbox zur musikalischen Untermalung eingesetzt werden.

Generell nehmen aktuell alle Schüler am Sportunterricht teil, es kann jedoch aufgrund der Jahreszeit und des zusätzlichen Sporttreibens der Schüler in der Freizeit davon ausgegangen werden, dass eventuell mit inaktiven Schülern aufgrund von Krankheit oder Verletzung zu rechnen ist. Diese sollen mit Hilfsaufgaben mit in den Unterricht eingebunden werden. Zur Lerngruppe ist zu sagen, dass die Schüler gerne und aktiv am Sportunterricht teilnehmen. Das sportliche Interesse fokussiert sich stark auf die Ballsportarten, hier sind vor allem Fußball und Handball zu nennen. Den sportlichen Leistungstand würde ich im leicht überdurchschnittlichen Bereich ansiedeln. Hier ist niemand dabei, der durch allgemeine Unsportlichkeit oder grobe motorische Defizite im Klassenverband auffällt. Kennzeichnend für diese Lerngruppe ist vor allem ein hoher Bewegungs- und Spieldrang. Hinsichtlich der motorischen Entwicklung und Reifung weist die Lerngruppe ein heterogenes Erscheinungsbild auf. Während einige Schüler sich bereits in der Pubeszenz und im Wachstum befinden, gibt es auch Lernende, die noch in der Phase des späten Schulkindalters einzustufen sind bzw. gerade erst in die Pubeszenz kommen. Diesen Umstand gilt es für das Unterrichtsvorhaben der Akrobatik besonders zu berücksichtigen. Zu Beginn der Unterrichtsreihe lagen bei einem Großteil der Lerngruppe Defizite im Bereich der Spannungs- und Stützkraft vor. Durch zahlreiche Übungs- und Kräftigungsphasen konnten sich die Schüler darin verbessern, wobei vereinzelte Schüler gerade durch die kürzlich eingetretenen Veränderungen am Körperbau und der damit einhergehenden Gewichtsveränderung noch als schwach hinsichtlich der Körperspannung einzustufen sind. Die Schüler sind aber in der Lage, dies für die akrobatischen Elemente selbst einzuschätzen und verteilen sich dementsprechend während der einzelnen Übungen. Darüberhinaus ist die 7xxx eine lebendige Sport-Klasse. Hier gilt es besonders darauf zu achten, dass fortwährend Spannung und Konzentration für die Übungsphasen eingefordert wird. Dies erfolgt nicht nur durch mich, sondern in den einzelnen Kleingruppen mittlerweile auch immer wieder von Schülern selbst, die ein Interesse an der Akrobatik entwickeln und sich mittlerweile gerne präsentieren. Hierbei ist zu erwähnen, dass die Schüler sich gegenseitig größtenteils respektieren und eine angenehme Lernatmosphäre herrscht.

2. Didaktische Analyse

2.1 Didaktische Überlegungen und Unterrichtsrelevanz

Die Akrobatik ist der Individualsportart Gerätturnen untergeordnet und damit im rheinland-pfälzischen Lehrplan für das Fach Sport im Bereich A anzufinden. 1 Um ein vielfältiges Bewegungsangebot im Turnen zu erreichen, gibt dieser vor, dass normfreie und normierte Bewegungsformen in einem ausgewogenen Verhältnis miteinander verknüpft werden sollen. 2 Die ausgewählte Sportart Akrobatik wurde exemplarisch aus dem Bereich des normierten Turnens ausgewählt, da in dieser nahezu alle wichtigen Anforderungen des normfreien Turnens erfüllt werden: Die Lernenden erfahren ihren eigenen Körper nicht nur in turntypischen Bewegungen (statisch wie dynamisch), ebenso können turnspezifische aber auch sportallgemeine Voraussetzungen wie Kraft (vor allem Halte- und Stützkraft), Körperspannung und -Koordination entwickelt und kreative Prozesse angeregt werden. 3 Somit erweitern die Lernenden ihr Repertoire an Bewegungserfahrungen und sind in der Lage eigenständig Bewegungsgestaltungen durchzuführen. Die Akrobatik bietet sich an, um im Sportunterricht der Sekundarstufe spielerisch und ohne turnerische Hilfsmittel in die Sportart Gerätturnen einzusteigen. Aufbauend auf der Entwicklung der Spannungs- und Stützkraft soll im Anschluss an das Unterrichtsvorhaben der Einstieg in das normierte Gerätturnen erfolgen.

Im Unterrichtsvorhaben der Einführung in die Gruppenakrobatik lassen sich verschiedene Sinnperspektiven nahezu gleichzeitig umsetzen, wodurch dieses im besonderen Maße als multiperspektivisch nach Kurz einzustufen ist, da sich hier mehrere Sinnperspektiven abwechseln und ergänzen und somit nicht nur eine Sinnperspektive – wie es im Sportalltag häufig hinsichtlich der Perspektive Leistung der Fall ist – zum Thema wird. 4 Konkret handelt es sich dabei um die Perspektiven Miteinander, Ausdruck und Eindruck. Aber auch die Perspektiven Wagnis und Gesundheit werden im Unterrichtsvorhaben angesprochen, während die Perspektive Leistung bei diesem Unterrichtsvorhaben stark in den Hintergrund rücken soll. Vielmehr steht vor allem das kooperative Miteinander, die Kommunikation und die Sicherheit der Teilnehmer im Vordergrund, was im Sinne des kompetenzorientierten Sportunterrichts die Sozialkompetenz der Lernenden aufbauen und erweitern soll. Kuhn und Ganselmeier benennen zusätzlich eine weitere pädagogische Perspektive der Akrobatik als Bewegungskünste: Aufgrund der Subjekt-Fähigkeits-Orientierung finden die Lernenden interessante Herausforderungen, wodurch jeder Erfolgserlebnisse haben kann. 5

Neben den Bewegungsfertigkeiten der Akrobatik geht es in dem Unterrichtsvorhaben auch darum, bestimmte sportartübergreifende Kenntnisse zu erwerben. Hierzu zählen Maßnahmen zum Helfen und Sichern und anatomische Grundkenntnisse über korrekte Körperhaltungen (gerader Rücken) beim Turnen und Heben aber auch sensible Bereiche des Körpers (Wirbelsäule).

Die im Unterrichtsbesuch ausgewählte Thematik der dynamischen Akrobatik soll den Lernenden im Sinne der Unterrichtsprogression noch einmal neue Bewegungserfahrungen in der Akrobatik näherbringen und diese vertiefen. In den vorherigen Stunden wurden von der Partnerakrobatik ausgehend bis zum Gruppenpyramidenbau bereits verschiedene statische akrobatische Grundelemente eingeführt und vertieft, aber auch präsentiert. In den nachfolgenden Unterrichtseinheiten sollen die Lernenden ihre Fertigkeiten bündeln und anhand ausgewählter Kriterien eigenständig eine Gruppenkür erstellen, welche am Ende des Unterrichtsvorhabens auch präsentiert und benotet wird. Durch die Struktur des Sportangebots mit der täglichen Sportstunde am Gymnasium ist es ohne Probleme möglich ein derartiges ausführliches Unterrichtsvorhaben zum Thema Akrobatik durchzuführen. Die Unterrichtsreihe ist mit 16 Unterrichtseinheiten recht lang, dadurch dass aber alle Elemente vertieft geübt werden können, erweist sich das Unterrichtsvorhaben bis jetzt als sehr ertragreich und der Lerngruppe angemessen.

2.2 Verlauf der Unterrichtsreihe

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Tab. 1: Verlauf der Unterrichtsreihe Akrobatik.

2.3 Sachanalyse

In der vorliegenden Stunde sollen die zwei dynamischen Akrobatikelemente „Raupe“ und „Hängebrücke“ vertieft und präsentiert werden. Die dynamische Akrobatik ist ein Teilbereich der Akrobatik und damit auch der Bewegungskünste. Während es bei der statischen Akrobatik – dem anderen Teilbereich – darum geht, ein statisches Gleichgewicht in relativer Ruhestellung aufrecht zu erhalten, geht es bei der dynamischen Akrobatik darum, die Balance und das Gleichgewicht nach Bewegungen des Körpers wiederherzustellen. Die Wahrnehmung und Verarbeitung der Informationen während des Turnens erfolgt durch kinästhetische, taktile und optische Analysatoren, bei den für die dynamische Akrobatik typischen größeren Lageveränderungen und Drehungen des Körpers in Folge der Bewegungen werden zusätzlich die vestibularen Rezeptoren benötigt. 6 Hinsichtlich der motorischen Fähigkeit der Kraft benötigen die Turnenden in der dynamischen Akrobatik dynamische Kraft, Schnellkraft und Kraftausdauer, was durch die Übungsphasen trainiert wird und durch zusätzliche Kräftigungsphasen verstärkt werden kann. 7 Mit zunehmender Dauer können die Turnenden die Kraft auch durch Technik ersetzen. 8 Essentiell ist nach Blume jedoch die Haltekraft des Rumpfes, welche in der dynamischen Akrobatik eine ebenso große Bedeutung zukommt. Zusätzlich erfordern die dynamischen Elemente ein höheres Maß an Beweglichkeit, aber nach Blume auch alle weiteren Anforderungen wie Körpergefühl, Haltung (hier ist vor allem auf das korrekte Heben zu achten), Körperspannung aber auch Vertrauen.

[...]


1 Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Weiterbildung (Hrsg.). Lehrplan Sport. Sekundarstufe I. (Klassen 5-9/10). Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien, Regionale Schulen, Gesamtschulen. Grünstadt 1998, S. 23.

2 Ebd., S. 24.

3 Ebd.

4 Peter Neumann & Eckart Balz (Hrsg.). Mehrperspektivischer Sportunterricht. Didaktische Anregungen und praktische Beispiele, Band 2. Schorndorf 2011, S. 18.

5 Peter Kuhn & Karin Ganselmeier. Bewegungskünste. Ein Handbuch für Schule, Studium und Verein. Schorndorf 2003, S. 6.

6 Michael Blume. Akrobatik. Training. Technik. Inszenierung. Aachen 2012, S. 22.

7 Ebd, S. 24.

8 Ebd.

Ende der Leseprobe aus 10 Seiten

Details

Titel
Das kooperative Erarbeiten und Präsentieren von Akrobatikelementen. Unterrichtsentwurf für den Sportunterricht in der 7. Klasse
Hochschule
Studienseminar für Gymnasien Wiesbaden
Veranstaltung
Fachseminar Sport
Note
2,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
10
Katalognummer
V452500
ISBN (eBook)
9783668866225
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kompetenzerweiterung, Reihenplanung, Synopse, Unterrichtsmaterial in Form von Arbeitskarten
Schlagworte
Akrobatik, Körperspannung, Raupe, Hängebrücke, Teamgeist, Gruppenchoreographie
Arbeit zitieren
Andreas Bonß (Autor), 2018, Das kooperative Erarbeiten und Präsentieren von Akrobatikelementen. Unterrichtsentwurf für den Sportunterricht in der 7. Klasse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452500

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