Das Thema dieser Fallstudie ist die Einführung eines agilen Softwareentwicklungsprozesses nach der Methodik von Scrum in einem Unternehmen, das bisher nach dem Wasserfallmodell gearbeitet hat.
Hierfür werden in dieser Arbeit die notwendigen Artefakte, Rollen, Meetings und Vorlagen erstellt und aus Sicht eines Scrum-Masters beschrieben, die benötigt werden um ein Projekt mit Scrum durchzuführen.
Des Weiteren werden die für diesen Prozess benötigte Teamstruktur entlang der Vorgaben für diese Fallstudie ausgearbeitet und erläutert.
Projektvorgaben:
1 - Das Team besteht aus drei Entwicklern, davon zwei mit 100% Auslastung (Arbeitszeit) und einer mit nur 80%
2 - Ein einzelner Sprint hat eine Dauer von 14 Kalendertagen.
3 - Jeder Release Candidate (RC) wird sofort nach Erstellung getestet.
4 - Jeder Sprint beinhaltet die üblichen (bereits automatisierten) Regressionstests, sowie Last- und Performance (LuP) Tests.
5 - Das Projekt ist laut Planung nach Beenden des zehnten Sprints abgeschlossen.
6 - Das Team sitzt nicht räumlich getrennt und es sind keine Urlaube geplant.
Es werden konkrete Beispiele und Berechnungen zur tatsächlichen Arbeitszeit (inklusive Pufferzeiten), sowie Vorlagen zu den diversen Managementartefakten (Scrum-Board, Burndown-Chart, etc.) gezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Aufgabenstellung, Zielsetzung, Rahmenbedingungen
2 Ressourcenplanung
2.1 Rollenplanung
2.2 Zeitplanung
2.3 Projektplan
3 Managementartefakte
3.1 Product Backlog
3.2 Sprint Backlog
3.3 Burn Down Chart
3.4 Scrum Board
4 Meetings
4.1 Sprint Planung
4.2 Daily Scrum
4.3 Sprint Review
4.4 Retrospektive
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Fallstudie ist die praxisnahe Konzeption und Beschreibung eines vollständigen Scrum-Prozesses für ein Entwicklungsteam, das bisher nach dem Wasserfallmodell gearbeitet hat. Dabei wird eine methodische Vorlage erstellt, die es ermöglicht, ein Softwareprojekt unter Berücksichtigung definierter Rahmenbedingungen, Teamstrukturen und spezifischer Managementartefakte agil und produktiv umzusetzen.
- Einführung und Adaption der agilen Scrum-Methodik in einem klassischen Umfeld
- Planung von Ressourcen, Zeitfenstern und Teamrollen für einen Scrum-Prozess
- Implementierung zentraler Managementartefakte (Product Backlog, Sprint Backlog, Burn Down Chart, Scrum Board)
- Strukturierung obligatorischer Scrum-Meetings zur Steuerung und Qualitätssicherung
- Kontinuierliche Prozessoptimierung durch Feedbackzyklen und Retrospektiven
Auszug aus dem Buch
3.1 Product Backlog
Das Product Backlog ist eine priorisierte Liste mit allen gegenwärtig bekannten Anforderungen, die für das zu erstellende Produkt benötigt werden. Es liegt in der Verantwortung des Product Owners und ist unter anderem dadurch gekennzeichnet, dass es niemals vollständig ist. Es ist dynamisch und entwickelt sich mit dem Produkt und der Umgebung, in der es sich befindet. (Schwaber und Sutherland 2018). Dabei ist zu beachten, dass ebenfalls Arbeiten die zur Verbesserung des Prozesses oder zur Vermeidung oder dem Abbau von technischen Schulden notwendig sind, als Product Backlog Elemente aufgenommen werden. Anhand von kontinuierlichem Feedback der Stakeholder im Rahmen der später erläuterten Sprint Reviews, können neue Elemente entstehen, oder verfeinert werden. Ebenso können bereits erfasste Elemente entfernt werden. Diese Tätigkeiten zur Pflege werden häufig auch als „grooming“ bezeichnet.
Für das umzusetzende Projekt sollen die Anforderungen in User-Storys formuliert werden und anhand einer Risiko-Wert-Matrix priorisiert werden. Die Vorlage zur Formulierung der User-Story gestaltet sich dabei wie folgt:
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung definiert den Rahmen der Fallstudie zur Einführung eines agilen Scrum-Prozesses in einem Unternehmen, das bisher dem Wasserfallmodell folgte.
1.1 Aufgabenstellung, Zielsetzung, Rahmenbedingungen: Hier werden die konkreten Vorgaben für das Team, die Projektdauer und die Rahmenbedingungen für den Entwicklungsprozess festgelegt.
2 Ressourcenplanung: In diesem Kapitel werden die verfügbaren Kapazitäten der Entwickler für die Dauer des Projekts analysiert.
2.1 Rollenplanung: Die Rollenverteilung von Scrum Master, Product Owner und dem Scrum Team wird erläutert und den beteiligten Personen zugeordnet.
2.2 Zeitplanung: Hier werden die 14-tägigen Entwicklungszyklen definiert und Kapazitäten inklusive Pufferzeiten für das Gesamtprojekt berechnet.
2.3 Projektplan: Dieses Kapitel erläutert den Verzicht auf klassische Meilensteinplanungen zugunsten der agilen Managementartefakte.
3 Managementartefakte: Dieser Abschnitt widmet sich der Implementierung der von Scrum vorgesehenen Hilfsmittel zur Verfolgung des Projektstatus.
3.1 Product Backlog: Es wird die Struktur der priorisierten Anforderungsliste sowie deren Pflege und die Erstellung von User Storys beschrieben.
3.2 Sprint Backlog: Hier wird erläutert, wie Anforderungen für den jeweiligen Sprint ausgewählt und durch das Entwicklungsteam verwaltet werden.
3.3 Burn Down Chart: Das Kapitel beschreibt das Diagramm zur Visualisierung des Arbeitsfortschritts und des Abbaus von Story Points über die Zeit.
3.4 Scrum Board: Hier wird die Nutzung eines Boards zur transparenten Darstellung des Bearbeitungsstatus der Arbeitsaufträge in drei Spalten erläutert.
4 Meetings: Dieses Kapitel definiert die obligatorischen Scrum-Meetings für einen reibungslosen und steuerbaren Projektablauf.
4.1 Sprint Planung: Hier werden Rhythmus, Dauer und Inhalt der Planungsphase für die Übernahme von Anforderungen in den Sprint beschrieben.
4.2 Daily Scrum: Es wird der Ablauf des täglichen, kurzen Statusberichts zwischen Team und Scrum Master dargelegt.
4.3 Sprint Review: Hier wird das Meeting am Ende des Sprints zur Überprüfung der fertiggestellten Funktionen und zur Einholung von Feedback beschrieben.
4.4 Retrospektive: Dieses Kapitel beschreibt das Meeting zur internen Prozessverbesserung und zur Besprechung vergangener Sprints.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Einsatzmöglichkeiten der erarbeiteten Vorlagen zusammen und unterstreicht die Wichtigkeit der agilen Ideologie.
Schlüsselwörter
Scrum, Agiles Projektmanagement, Software Engineering, Product Backlog, Sprint, User Story, Ressourcenplanung, Prozessoptimierung, Scrum Master, Product Owner, Sprint Planung, Daily Scrum, Retrospektive, Velocity, Zeitplanung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der praktischen Anwendung des Scrum-Frameworks in einem Softwareentwicklungsprojekt als Alternative zum klassischen Wasserfallmodell.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Felder sind die Rollenverteilung, die Planung von Sprints, der Einsatz von Managementartefakten sowie die Durchführung und Strukturierung agiler Meetings.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erstellung einer vollständigen, sofort einsetzbaren Prozessbeschreibung und Vorlagensammlung für ein agiles Projektteam.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Fallstudie, die konkrete Rahmenbedingungen vorgibt und diese systematisch in Scrum-Prozesse übersetzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Ressourcenplanung, der Aufbau von Artefakten wie Product- und Sprint Backlogs, die Visualisierung mittels Burn Down Charts sowie die Durchführung der Scrum-Zeremonien detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Scrum, Agile Vorgehensweise, Sprint, User Story und Prozessverbesserung.
Wie wird mit der Abwesenheit einzelner Teammitglieder umgegangen?
Die Arbeit sieht vor, dass trotz der Abwesenheit von Frau Maier an Freitagen das Daily Scrum täglich stattfindet, um den Informationsfluss aufrechtzuerhalten.
Warum wird ein Pufferfaktor von 0,7 für die Planung eingeführt?
Der Faktor dient dazu, ungeplante Tätigkeiten wie Verwaltung, Support oder Krankheitsfälle in der Zeitplanung realistisch abzubilden.
Welche Rolle spielt die Risiko-Wert-Matrix?
Sie dient als Entscheidungsgrundlage, um Anforderungen im Product Backlog basierend auf Kundennutzen und Projektrisiko zu priorisieren.
- Citar trabajo
- Bachelor of Science Wirtschaftsinformatik Andreas Nimmerfall (Autor), 2018, Agiles Software Engineering. Durchführung eines Projektes mit der agilen Methode Scrum, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452621