In „Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa“ versucht Ther die Geschehnisse rund um die Zeit des Berliner Mauerfalls und dem Zerfall der Sowjetunion zu rekonstruieren und die darauf folgenden wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen nach dem Einzug des Neoliberalismus in den einzelnen Ländern Europas (mit verstärktem Fokus auf die osteuropäischen Staaten), aufzuzeigen. Die Lektüre ist in zehn Kapiteln unterteilt, welche einleitend den Niedergang des Staatssozialismus in den achtziger Jahren behandelt und übergeht in die Beschreibung der Revolutionen in den 1989er bis 1991er Jahre. Im Hauptteil widmet sich der Autor den Erscheinungsformen und Umsetzung des Neoliberalismus in den einzelnen Ländern des ehemaligen Ostblocks. Zentral ist hier der Begriff der Transformation. Vergleichend stellt er die jeweiligen Entwicklungen gegenüber und liefert Erklärungsansätze dafür, warum etwa Berlin wirtschaftlich von Städten wie Warschau oder Prag überholt worden sei. Abschließend nimmt er auch Bezug auf neuere Entwicklungen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Niedergang des Staatssozialismus
3. Die Revolutionen 1989 bis 1991
4. Neoliberalismus und Transformation
4.1 Ansätze der Schocktherapie
4.2 Transformationskrisen
4.3 Demokratiedefizite bei Reformen
5. Ungleiche Entwicklung im Raum
5.1 Reiche Städte, armes Land
5.2 Transformation von unten
5.3 Armes Berlin
6. Der Süden als neuer Osten
7. Kotransformation und Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert das Werk „Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa“ von Philipp Ther und untersucht die wirtschaftlichen sowie sozialen Transformationsprozesse in den ehemaligen Ostblockstaaten nach 1989 unter dem Einfluss neoliberaler Reformen.
- Historische Aufarbeitung des Systemwechsels nach dem Fall des Eisernen Vorhangs.
- Analyse der unterschiedlichen Implementierung neoliberaler Wirtschaftsmodelle (Schocktherapie vs. alternative Ansätze).
- Untersuchung regionaler Disparitäten und der räumlichen Entwicklung (Stadt-Land-Gefälle).
- Reflektion über die Rolle von Demokratiedefiziten bei der Durchsetzung wirtschaftspolitischer Reformen.
Auszug aus dem Buch
Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa
In „Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent. Eine Geschichte des neoliberalen Europa“ versucht Ther die Geschehnisse rund um die Zeit des Berliner Mauerfalls und dem Zerfall der Sowjetunion zu rekonstruieren und die darauf folgenden wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen nach dem Einzug des Neoliberalismus in den einzelnen Ländern Europas (mit verstärktem Fokus auf die osteuropäischen Staaten), aufzuzeigen. Die Lektüre ist in zehn Kapiteln unterteilt, welche einleitend den Niedergang des Staatssozialismus in den achtziger Jahren behandelt und übergeht in die Beschreibung der Revolutionen in den 1989er bis 1991er Jahre. Im Hauptteil widmet sich der Autor den Erscheinungsformen und Umsetzung des Neoliberalismus in den einzelnen Ländern des ehemaligen Ostblocks. Zentral ist hier der Begriff der Transformation. Vergleichend stellt er die jeweiligen Entwicklungen gegenüber und liefert Erklärungsansätze dafür, warum etwa Berlin wirtschaftlich von Städten wie Warschau oder Prag überholt worden sei. Abschließend nimmt er auch Bezug auf neuere Entwicklungen (Finanzkrise 2008, Ukraine-Konflikt).
Ther bezeichnet den Neoliberalismus als „moving target“. Darunter versteht er die Wandlungs- und Anpassungsfähigkeit des Neoliberalismus und sieht darin dessen Wirkmächtigkeit, wenngleich er auch betont, dass der Neoliberalismus alles andere als ein homogenes, also von allen Vertretern gleichermaßen verstandenes Konzept, darstelle. Den Einzug des Neoliberalismus in die ehemaligen Länder der UdSSR bezeichnet Ther als Transformation. Die Transformation ist in den jeweiligen Ländern mit unterschiedlichen Reformen einhergegangen. Während Länder wie Bulgarien, Rumänien oder die Ukraine zuerst auf Deregulierung verzichteten und dann Reformmaßnahmen staatlich nicht abgefedert wurden, wurden in Polen und Tschechien radikalere Reformen vorgenommen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Transformation osteuropäischer Staaten nach dem Fall des Staatssozialismus.
2. Niedergang des Staatssozialismus: Analyse der politischen und ökonomischen Erosion der sozialistischen Systeme in den 1980er Jahren.
3. Die Revolutionen 1989 bis 1991: Untersuchung der politischen Umbrüche und der gesellschaftlichen Dynamiken während der Wendejahre.
4. Neoliberalismus und Transformation: Erörterung der Implementierung marktwirtschaftlicher Reformen und der damit verbundenen sozialen Transformationskrisen.
5. Ungleiche Entwicklung im Raum: Vergleich der wirtschaftlichen Disparitäten zwischen urbanen Zentren und ländlichen Regionen in den Transformationsländern.
6. Der Süden als neuer Osten: Darstellung der sozioökonomischen Unterschiede zwischen Süd- und Osteuropa im Kontext des neoliberalen Wandels.
7. Kotransformation und Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Analyse der gegenseitigen Beeinflussung von Reformprozessen in europäischen Staaten und Fazit zum Gesamtwerk.
Schlüsselwörter
Neoliberalismus, Transformation, Osteuropa, Marktwirtschaft, Schocktherapie, Wirtschaftsgeschichte, Systemwechsel, Transformation von unten, regionale Ungleichheit, Privatisierung, Sozialpolitik, Berliner Mauerfall, postkommunistische Staaten, Demokratiedefizit, ökonomischer Wandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine Rezension und Analyse des Werks von Philipp Ther über die Geschichte des neoliberalen Europas nach dem Ende des Staatssozialismus.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der politische Systemwechsel, die Transformation der Wirtschaftssysteme, soziale Ungleichheit und die Rolle der EU bei der Integration osteuropäischer Märkte.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Werk von Philipp Ther wissenschaftlich einzuordnen und die zentralen Thesen des Autors über die Auswirkungen des Neoliberalismus verständlich zusammenzufassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Literaturanalyse des rezensierten Fachbuchs sowie die Einordnung der darin präsentierten Thesen in den zeitgeschichtlichen Kontext.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der detaillierten Betrachtung der Transformationsprozesse, regionalen Entwicklungsunterschieden und der Rolle des Neoliberalismus als „moving target“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichen Begriffe sind Transformation, Neoliberalismus, Osteuropa, Schocktherapie und Systemwechsel.
Warum bewertet der Autor den Begriff „Europa“ im Titel als irreführend?
Die Rezension kritisiert, dass der Fokus stark auf Osteuropa liegt und wesentliche westliche Vorreiterländer des Neoliberalismus wie England in der Analyse vernachlässigt werden.
Was versteht Philipp Ther unter „Kotransformation“?
Darunter versteht er die wechselseitige Beeinflussung von Reformen, bei der Veränderungen in östlichen Staaten direkt oder indirekt Reformdruck in westlichen Ländern auslösen.
- Quote paper
- Emilie Rechberger (Author), 2018, Eine Rezension über Philipp Thers "Die neue Ordnung auf dem alten Kontinent", Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452767