Chlorhühner in Europa, Gefährdung des Umweltschutzes und der Souveränität der EU-Staaten befürchtet die eine Seite – Wirtschaftswachstum, Schaffung von Arbeitsplätzen und Preissenkungen für die Konsumenten erhofft sich die andere Seite. Die Skepsis und Unsicherheit der Bevölkerung innerhalb des EU-Raumes, besonders in Deutschland und Österreich, über das seit 2013 verhandelte Abkommen ist groß. Dieser Artikel möchte einige dieser Kritikpunkte erläutern und die derzeitige Stimmungslage in Österreich aufzeigen.
Inhaltsverzeichnis
1. TTIP – oder wie ein Abkommen ganz Österreich bewegt
2. Was ist TTIP?
3. TTIP für Österreich
4. Kritik an TTIP
4.1 Chlorhühner?
5. Derzeitiger Stand
6. Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem kontrovers diskutierten Freihandelsabkommen TTIP zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten auseinander. Ziel ist es, die zentralen Argumente der Befürworter und Kritiker gegenüberzustellen, die spezifische Situation und Debatte in Österreich zu beleuchten sowie den aktuellen Verhandlungsstand unter Berücksichtigung jüngster Entwicklungen kritisch zu analysieren.
- Wirtschaftliche Potenziale und Chancen von TTIP
- Kritikpunkte am Investitionsschutz und an Schiedsgerichten
- Lebensmittelsicherheit und die Debatte um Chlorhühner
- Einfluss der öffentlichen Meinung und politischer Widerstand
- Status der Verhandlungen und Einflussnahme globaler politischer Ereignisse
Auszug aus dem Buch
Kritik an TTIP
Der Waren- und Dienstleistungsaustausch zwischen der EU und den USA erfolgt auch ohne TTIP bereits, 2013 war die USA für die EU der größte Exportpartner (vgl. o.N. EU Memo, 2015: online). Derzeit exportieren derzeit etwa 3000 österreichische Unternehmen in die USA, 11% der Arbeitsplätze in Österreich sind durch den EU-Warenexport mit den Vereinigten Staaten besetzt (vgl. o.N. EU-TTIP in Österreich, 2015: online). Eine überzeugende Statistik könnte angenommen werden, dennoch entstand schon bald nach Kundmachung dieses Vorhabens Skepsis und Misstrauen in der EU-Bevölkerung.
In Österreich, und auch in Deutschland, wurde diese Kritik immer lauter und bewegte Menschmassen dazu, sich durch Proteste und Demonstrationen gegen Abschluss dieses Abkommens zu positionieren. Die Zölle für den Warenaustausch seien bereits weitgehend sehr gering, weshalb KritikerInnen vermuten, dass es in diesen Verhandlungen hauptsächlich um Handelsbeschränkungen gehe, die durch Standards und Regelungen auszumachen sind. Die Bereiche des Konsumentenschutzes, die Lebensmittelsicherheit oder die Klimapolitik könnten betroffen sein und eine Regulierung nach unten erfahren, da die EU hier strengeren Richtlinien nachgeht als die USA es derzeit handhabt (vgl. Kampl, Der Standard, 2014: online).
Zusammenfassung der Kapitel
1. TTIP – oder wie ein Abkommen ganz Österreich bewegt: Einführung in die Thematik der starken Polarisierung und der unterschiedlichen Erwartungshaltungen bezüglich des Freihandelsabkommens.
2. Was ist TTIP?: Definition und Zielsetzung des Abkommens zur Erleichterung des Handels durch den Abbau von Zöllen und bürokratischen Hürden zwischen der EU und den USA.
3. TTIP für Österreich: Analyse der potenziellen Vorteile für die österreichische Exportwirtschaft und die Rolle des Abkommens für Europas Wettbewerbsfähigkeit.
4. Kritik an TTIP: Darstellung der Bedenken hinsichtlich Standards, Konsumentenschutz und der Befürchtung einer Regulierung nach unten.
4.1 Chlorhühner?: Untersuchung der emotionalen und faktischen Debatte rund um die Behandlung von Geflügel und den Investitionsschutz durch private Schiedsgerichte.
5. Derzeitiger Stand: Einblick in den Verhandlungsstatus nach der Veröffentlichung geheimer Dokumente durch Greenpeace.
6. Resümee: Abschließende Betrachtung über die Zukunft des Abkommens angesichts politischen Drucks und öffentlicher Ablehnung.
Schlüsselwörter
TTIP, Freihandelsabkommen, Europäische Union, USA, Export, Wirtschaftswachstum, Konsumentenschutz, Schiedsgerichte, Investitionsschutz, Chlorhuhn, Lebensmittelsicherheit, Handelsstandards, Politische Stimmung, Österreich, Handelsbarrieren
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit dem TTIP-Abkommen zwischen der EU und den USA, den damit verbundenen wirtschaftlichen Hoffnungen sowie den gesellschaftlichen Ängsten und der Kritik.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Im Zentrum stehen die Handelsbeziehungen, der Abbau von Handelshemmnissen, der Investitionsschutz, Umwelt- und Konsumentenstandards sowie die öffentliche Wahrnehmung in Österreich.
Was ist das primäre Ziel der Analyse?
Ziel ist es, die komplexe Debatte um TTIP objektiv darzustellen und zu untersuchen, warum das Abkommen trotz wirtschaftlicher Prognosen auf so starken Widerstand stößt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, dem Vergleich von offiziellen EU-Positionspapieren mit medialen Berichten und der kritischen Auswertung von Verhandlungsdetails.
Was deckt der Hauptteil ab?
Der Hauptteil analysiert die Pro-Argumente der Politik, die Kritikpunkte der Bevölkerung (z.B. Chlorhühner, Schiedsgerichte) und den aktuellen Stand der Verhandlungen nach den "Geheimdokumenten"-Enthüllungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Freihandel, Investitionsschutz, EU-Handelspolitik und zivilgesellschaftlicher Widerstand definiert.
Wie bewertet der Autor die Debatte um das "Chlorhuhn"?
Der Autor weist darauf hin, dass die Debatte teilweise emotional geführt wird, da auch in Europa ähnliche Methoden (wie der Einsatz von Chlordioxid) existieren, ohne dass diese explizit gekennzeichnet sind.
Welchen Einfluss haben die geleakten Greenpeace-Dokumente?
Sie haben das Vertrauen in die Transparenz der Verhandlungen erschüttert und belegt, dass die USA in zentralen Punkten wie der Produktsicherheit kaum Kompromisse bei ihren Standards eingehen.
Wie steht es um die Zukunft des TTIP-Abkommens?
Zum Zeitpunkt des Schreibens ist der Erfolg der Verhandlungen aufgrund des massiven öffentlichen Widerstands und sich ändernder politischer Rahmenbedingungen in den USA sehr ungewiss.
- Arbeit zitieren
- Emilie Rechberger (Autor:in), 2016, TTIP (Transatlantic Trade Investment Partnership). Oder wie ein Abkommen ganz Österreich bewegt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452769