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Einordnung der Finanzkrise in die Systemtheorie Talcott Parsons‘

Titel: Einordnung der Finanzkrise in die Systemtheorie Talcott Parsons‘

Hausarbeit , 2011 , 9 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Nadine Bliedung (Autor:in)

Soziologie - Wirtschaft und Industrie
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Bietet die Systemtheorie Parsons Anwendungsmöglichkeiten auf ökonomische Notsituationen? Dies soll im Folgenden diskutiert werden. Hierbei wird zunächst die Systemtheorie Parsons dargelegt. Weiterhin wird die Finanzkrise als System betrachtet. Abschließend findet eine Einordnung der Finanzkrise in die Systemtheorie statt, wobei genauer betrachtet werden soll, welche Ereignisse Parsons‘ Systemtheorie erklärt und welche keine Berücksichtigung finden. Das Fazit fasst die Ergebnisse dieser Betrachtung kurz zusammen und gibt darüber hinaus einen Ausblick für Ansatzpunkte künftiger Forschungsvorhaben auf diesem Gebiet.

Beginnend im Frühsommer 2007 mit der US-Immobilienkrise, verbreitete sich die Finanzkrise schnell über die Landesgrenzen der USA hinaus. Immer mehr Insolvenzen und ökonomische Einbußen waren zu erfassen. Ende 2008 erreichte die Krise weite Teile der Welt, nicht nur in den USA verringerte sich das Bruttoinlandsprodukt, sondern auch Industrieländer wie Deutschland, Frankreich und Japan hatten große wirtschaftliche Abstriche zu verzeichnen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Systemtheorie nach Talcott Parsons

Finanzkrise ab 2007

Einordnung der Finanzkrise in die Systemtheorie

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Anwendbarkeit der Systemtheorie von Talcott Parsons auf die globale Finanzkrise ab 2007. Dabei wird analysiert, inwiefern das AGIL-Schema dazu geeignet ist, die ökonomischen Verwerfungen, die Interaktion zwischen den gesellschaftlichen Teilsystemen und die Mechanismen der Strukturerhaltung in einer Krisensituation soziologisch zu erklären.

  • Grundlagen des AGIL-Schemas nach Talcott Parsons
  • Strukturelle Betrachtung des Subsystems Wirtschaft
  • Analyse der Finanzkrise ab 2007 als systemisches Ereignis
  • Kritische Einordnung und Grenzen der Systemtheorie im Kontext von Krisen

Auszug aus dem Buch

Systemtheorie nach Talcott Parsons

Der systemtheoretische Zugang kann durch das von Parsons entwickelte AGIL-Schema veranschaulicht werden. Hierbei wird von der Annahme ausgegangen, dass alle sozialen Erscheinungen - ob Institutionen oder Personen -, Teil des allgemeinen Handlungssystems sind. Die Elemente des Systems stehen in einer Art Wechselbeziehung zueinander, wobei alle Elemente zugleich Ursache wie auch Wirkung sind. (Abels 2009: 206ff.). Jede Form der Wechselbeziehung zwischen den Elementen wird von Parsons als Handlung definiert. Ebenso folgen diese Elemente den Mechanismen der Strukturerhaltung, wobei die Grundfunktion eines jeden Systems ist, funktionelle Leistungen auch ohne Individuen beizubehalten. Diese vier Grundfunktionen sind Adaption (Anpassung), Goal-Attainment (Zielerreichung), Integration (Eingliederung) und Latent pattern maintenance (Strukturerhaltung). Jedes System muss sich laut Parsons an die jeweilige äußere Situation anpassen (Adaption) als Voraussetzung um die für jedes System unterschiedliche Zielerreichung zu bewältigen (Goal-Attainment). Hierbei müssen andere Systeme integriert werden, um den Zusammenhalt zu bewahren (Integration). Die vierte Grundfunktion gilt dem Erhalt grundlegender Strukturen und Werten durch Beseitigung von Spannungen im System (Latent-pattern-maintenance).

Während die ersten beiden Funktionen zur Öffnung des Systems gegenüber der Außenwelt beitragen, sind die letzten beiden Grundfunktionen zum Erhalt der inneren Stabilität zuständig. (Abels 2009: 2011 f.)

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung skizziert den Ursprung der Finanzkrise ab 2007 und wirft die Forschungsfrage auf, ob die Systemtheorie von Parsons zur Analyse ökonomischer Notsituationen taugt.

Systemtheorie nach Talcott Parsons: Dieses Kapitel erläutert das AGIL-Schema und die Untergliederung der Gesellschaft in soziale Teilsysteme mit Fokus auf das Subsystem Wirtschaft.

Finanzkrise ab 2007: Es wird ein Überblick über den Verlauf und die Auswirkungen der Finanzmarktkrise gegeben, insbesondere hinsichtlich Rezession und Regulierungsdefiziten.

Einordnung der Finanzkrise in die Systemtheorie: Das Kapitel vergleicht die tatsächlichen Krisenereignisse mit den systemtheoretischen Annahmen Parsons' und arbeitet Grenzen bei der Erklärung individuellen Fehlverhaltens heraus.

Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Parsons' Theorie zwar die systemische Interaktion beleuchten kann, für die detaillierte Analyse von Systemausfällen jedoch an ihre Grenzen stößt.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Talcott Parsons, AGIL-Schema, Finanzkrise 2007, Subprimekrise, Wirtschaftssystem, Strukturerhaltung, Soziologie, Wirtschaftssoziologie, Rezession, soziale Systeme, Systemstabilität, Wertemuster, Handlungstheorie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Analyse der Finanzkrise ab 2007 unter Anwendung der Systemtheorie von Talcott Parsons.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den Schwerpunkten zählen das AGIL-Schema, die Funktionsweise des Wirtschaftssystems und die theoretische Einordnung von Krisenphänomenen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu prüfen, ob die Parsons'sche Systemtheorie ausreicht, um die Ursachen und Reaktionen auf die Finanzkrise innerhalb moderner Gesellschaften zu erklären.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse soziologischer Fachliteratur (insbesondere von Parsons und Smelser) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Theorie, die Beschreibung der historischen Finanzkrise und deren anschließende kritische theoretische Einordnung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind das AGIL-Schema, Strukturerhaltung, soziale Teilsysteme, Wirtschaftssystem und Systemstabilität.

Warum kann Parsons das Verhalten von Bankern in der Krise nur schwer erklären?

Parsons betrachtet Systeme als überindividuelle Einheiten; individuelles, potenziell schädigendes Verhalten der Akteure findet in seinem theoretischen Fokus kaum Berücksichtigung.

Inwieweit stößt das Modell bei der Krisenanalyse an seine Grenzen?

Die Theorie geht stark vom automatischen Erhalt der Systemstabilität aus, während die Finanzkrise eine konkrete Gefährdung darstellte, die so in dem Modell nicht vorgesehen schien.

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Details

Titel
Einordnung der Finanzkrise in die Systemtheorie Talcott Parsons‘
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Soziologie)
Note
2,0
Autor
Nadine Bliedung (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2011
Seiten
9
Katalognummer
V452958
ISBN (eBook)
9783668866782
ISBN (Buch)
9783668866799
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Parson Wirtschaftssoziologie Finanzkrise
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nadine Bliedung (Autor:in), 2011, Einordnung der Finanzkrise in die Systemtheorie Talcott Parsons‘, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/452958
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Leseprobe aus  9  Seiten
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