Ethik und Moral im Umgang mit Mitlebewesen

Ethik in der Mensch-Tier-Beziehung


Hausarbeit, 2015

16 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Hof (Kurzfassung)

3. Leitbild

4. Gesetze - Richtlinien - Tierhaltung
4.1 Gesetze
4.2 Tierhaltung
4.3 Richtlinien zur Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere

5. Ethik in der Mensch Tierbeziehung
5.1 Die Mensch-Nutztier-Beziehung und der Fortschritt
5.2 Ethik und Moral gegenüber dem Tier

6. Umgang mit dem Klientel
6.1 Junge Erwachsene
6.2 Kinder und Jugendliche

7. Das Team und der Umgang untereinander

8. Fazit

9. Literaturverzeichnis
9.1 Bücher
9.2 Internet
9.3 Gesetzesauszüge

1. Einleitung

Auf Grund der bevorstehenden Abschlussarbeit mit dem Titel ״Leben und lernen am Bauernhof“ Einbindung einer sozialpädagogischen Wohngruppe für Jugendliche und junge Erwachsene in einen biologisch geführten landwirtschaftlichen Betrieb, befasst sich diese Seminararbeit, mit für die oben genannte Arbeit, relevanten Themenbereichen der Ethik. Den ethischen Gedanken für die gesamte Arbeit liegt das Zitat ״Der neue Mensch“ von Erich Fromm (1976) zu Grunde

״Sich eins zu fühlen mit allem Lebendigen und daher das Ziel aufzugeben, die Natur zu erobern, zu unterwerfen, sie auszubeuten, zu vergewaltigen und zu zerstören und statt dessen zu versuchen, sie zu verstehen und mit ihr zu kooperieren.“ (Fromm, E. 1976, S.208)

Da genau diese Aussage die Basis für das Leben im allgemeinen, und das Leben im speziellen für das Konzept, bilden soll, werden die Themen wie Menschenrecht, Menschenwürde, der Natur- und Tierschutz so wie die artgerechte Tierhaltung von Seiten der Ethik, und der Gesetzte und der Miteinbeziehung der Geschichte betrachtet.

Im laufe der Evolution entwickelt sich der Mensch vom Instinktgetrieben natürlichem Wesen zu einem Kulturwesen, in der die Kultur beinahe die Natur ersetzt, und somit eine Entfremdung der Natur geschieht (vgl Olbrich 2003, S.32).

Je nach Kultur, Religion und Zeit werden Natur vorzugsweise Tiere verehrt bzw. vergöttert, als Opfer den Göttern angeboten, oder sind des Menschen Untertan. Zwischen dem 6. und 5. Jh. V. Chr entstanden Religionen, in denen es strikt Verboten war lebende Wesen zu töten oder zu schädigen wie es Z.B. beim Buddhismus der Fall ist. Im Gegensatz dazu ein Zitat von Augustinus (354 - 430 n. Chr.) ״Der Mensch allein hat Vernunft, er allein ist mit einer unsterblichen Seele ausgestattet - steht in einer fast engelgleichen Position zwischen Gott und Tier (der Mann übrigens über der Frau).“ welcher zu seiner Zeit die christlichen Werte vertrat, die hie und da noch in diesem Sinne gelebt werden (vgl Otterstedt 2003, s. 16 ff).

2. Hof (Kurzfassung)

Der Hof ist ein Integrationshof, in der eine Wohngruppe für Jugendliche und Junge Erwachsene integriert ist. Des weiteren sind auch die Möglichkeiten von Mietwohnungen für Menschen ohne Beeinträchtigung vorhanden. Um der Inklusion gerecht zu werden, bestehen unter anderem auch Arbeitsplätze für Menschen aus der Umgebung, wie Z.B. landwirtschaftliche Facharbeiterinnen, Tischlerlnnen, Reinigungsfachkräfte usw. welche einen ״normalen“ sozialen Umgang mit den zu Betreuenden pflegen.

3. Leitbild

״Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.“ (UN 1948, S.1)

Am Hof werden Jugendliche und junge Erwachsene, egal welche Diagnose zur Zeit der Aufnahme vorhanden ist, aufgenommen und begleitet. Für das Team ist Inklusion, Partizipation und Empowerment eine Haltung dem Nächsten gegenüber.

״Denn Empowerment ist - im ursprünglichen Sinne gesehen - ein gesellschaftliches Korrektiv zur Gewinnung von mehr Menschlichkeit und sozialer Gerechtigkeit.“(Theunissen u. Schwalb 2012, S.33)

Der Hof ist so konzipiert, dass es für jeden Menschen mit welcher Beeinträchtigung auch immer, die Möglichkeit besteht alleine, oder auf Wunsch mit Hilfestellung an jeden Ort zu gelangen.

- Die Mitarbeiterinnen sind sich der Aufgabe als Begleiterin und Trainerin bewusst, sie sind keine Erzieherinnen, sonder viel mehr Partnerin für die Mitbewohnerinnen des Hofes.
- Viele Situationen sind neue Herausforderungen und bieten ein Lernfeld für Bewohnerinnen und Mitarbeiterinnen im gleichen Sinn.
- Auf Grund der Tatsache das die Bewohnerinnen unterschiedliche Bedürfnisse haben wird auf ein Multiprofessionelles Team wert gelegt, um diese Bedürfnisse zu befriedigen und die speziellen Aufgaben im Sinne der Bewohnerinnen erfüllt werden können.
- Durch die bunte Vielfalt der Bewohnerinnen und der Mitarbeiterinnen ist die Möglichkeit gegeben von einander zu lernen. Daher ist am Hof ein breites Spektrum an gegenseitigen Lernerfahrungen möglich und erwünscht.

4. Gesetze - Richtlinien - Tierhaltung

ln diesem Kapitel wird versucht, Gesetze und Richtlinien in der Nutztierhaltung, so wie die ethischen Aspekte zu veranschaulichen und transparent darzulegen.

״Wenn wir Tiere nutzen, müssen wir ihre arteigenen Bedürfnisse respektieren und so gut wie möglich erfüllen. Voraussetzung ist, dass wir das natürliche Verhalten der Tiere kennen. “(Lerch-Leemann 2000, S.46)

4.1 Gesetze

Es gibt Gesetze und Richtlinien für die Haltung von Tieren, wobei hier schon unterschieden wird ob es sich um Haustiere, landwirtschaftliche Nutztiere, Wildtiere oder Exotische Tiere handelt. Die Frage die sich hier stellt ist jener weshalb ein Unterschied gemacht wird. Der erste § des TschG (Tierschutzgesetze) sagt folgendes aus:

״Ziel dieses Bundesgesetzes ist der Schutz des Lebens und des Wohlbefindens der Tiere aus der besonderen Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf.“ (TSchG 2004, S.2)

Wenn der Schutz des Lebens das Ziel des Gesetzes ist, ist es auf Grund der Tatsache das Tiere rein zum Zweck der Produktion von Fell, Leder, Fleisch, Milch, Eier usw. dienen nur allzu gut verständlich, dass es diesbezüglich eine Ausnahmeregelung geben muss. Es ist zum Beispiel verboten, Tiere ohne Grund zu töten. Hunde und Katzen dürfen aber zur Gewinnung von Nahrung oder anderen Produkten nicht getötet werden. Das Töten von Hunden und Katzen ist nur den Jagdschutzorganen unter besonderen Voraussetzungen erlaubt.

״Die Jagdschutzorgane sind in Ausübung ihres Dienstes ferner befugt, im Jagdgebiet... Hunde, die wildernd angetroffen werden, und Katzen, die in einer Entfernung von mehr als 300 Meter vom nächsten bewohnten Haus angetroffen werden, zu töten, und zwar auch dann, wenn sich die Tiere in Fallen gefangen haben.

Jagd-, Blinden-, Polizei-, Hirten- und sonstige Diensthunde dürfen nicht getötet werden, wenn sie als solche erkennbar sind, in dem ihnen zukommenden Dienst verwendet werden und sich nur vorübergehend der Einwirkung ihres Herrn entzogen haben...“(Oö Jagdgesetz 1964, s. 19)

Des weiteren noch einige Gesetzesauszüge aus denn verschiedensten Gesetzen die in OÖ bezüglich Tierschutz Anwendung finden, und dem ersten Paragraphen des Tierschutzgesetzes widersprechen, wenn es eben die Ausnahmen nicht geben würde.

In Wohn- und Wirtschaftsgebäuden und in den umfriedeten Hausgärten kann der Besitzer Füchse, Marder, Iltisse und Wiesel fangen oder töten und sich aneignen, wenn es zur Verhütung ernster Schäden, insbesondere an Kulturen, in der Tierhaltung und an sonstigen Formen von Eigentum erforderlich ist.(OÖ Jagdgesetz 1964, S.25)

״Die Tötung von Tieren zum Zweck der Aus-, Fort- und Weiterbildung ist nur an wissenschaftlichen Einrichtungen und nur insoweit zulässig, als sie für den angestrebten Zweck unerlässlich ist und nicht durch alternative Methoden ersetzt werden kann.

Unbeschadet der Verbote nach Abs. 1 und 2 darf das wissentliche Töten von Wirbeltieren nur durch Tierärzte erfolgen. Dies gilt nicht

1. für die fachgerechte Tötung von landwirtschaftlichen Nutztieren und von Futtertieren (§ 32),
2. für die fachgerechte Tötung von Tieren im Rahmen der Aus-,
Fort- und Weiterbildung gemäß Abs. 3,
3. für die fachgerechte Schädlingsbekämpfung,
4. in Fällen, in denen die rasche Tötung unbedingt erforderlich ist, um dem Tier nicht behebbare Qualen zu ersparen.(TSchG 2004, S.5)

Im Folgenden Teil wird näher auf die Tierhaltung im allgemeinen und auf die Nutztierhaltung im speziellen eingegangen.

4.2 Tierhaltung

[...]

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Ethik und Moral im Umgang mit Mitlebewesen
Untertitel
Ethik in der Mensch-Tier-Beziehung
Hochschule
Fachhochschule OberÖsterreich Standort Linz
Note
1,5
Autor
Jahr
2015
Seiten
16
Katalognummer
V453060
ISBN (eBook)
9783668851955
ISBN (Buch)
9783668851962
Sprache
Deutsch
Schlagworte
ethik, moral, umgang, mitlebewesen, mensch-tier-beziehung
Arbeit zitieren
Christian Haas (Autor), 2015, Ethik und Moral im Umgang mit Mitlebewesen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453060

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