Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publish your texts - enjoy our full service for authors
Go to shop › Pedagogy - Job Education, Further Education

Jugendberufshilfe im aktivierenden Sozialstaat. Das Verhältnis von Hilfe und Kontrolle im Wandel

Title: Jugendberufshilfe im aktivierenden Sozialstaat. Das Verhältnis von Hilfe und Kontrolle im Wandel

Bachelor Thesis , 2018 , 35 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Arbnor Alija (Author)

Pedagogy - Job Education, Further Education
Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Das Hauptanliegen dieser Arbeit liegt darin, zu zeigen, dass durch den Wandel vom Wohlfahrtsstaat zum „aktivierenden Sozialstaat“ (Dahme/ Wohlfahrt 2003) sich das Verhältnis von Hilfe und Kontrolle, also die Binnenstruktur des „doppelten Mandats“, verschiebt. Von dieser Veränderung sind alle Altersgruppen der Bevölkerung betroffen, sowohl Erwachsene, als auch Jugendliche. Inwiefern sich das Verhältnis verändert und welche Mittel dazu verwendet werden, wird im Folgenden erläutert. Die Veränderung des Verhältnisses von Hilfe und Kontrolle soll am Beispiel eines Handlungsfeldes der Kinder- und Jugendhilfe verdeutlicht werden, nämlich der Jugendberufshilfe.
Dazu wird zuerst der „aktivierende Sozialstaat“ behandelt, dessen Prinzipien, Instrumente und Leitlinien verdeutlicht werden sollen. Daraufhin wird das bereits angesprochene „doppelte Mandat“ den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden. Danach wird die Jugendberufshilfe als Handlungsfeld behandelt. Dafür werden die rechtlichen Grundlagen und die Aufgaben und Ziele erläutert. Im wichtigsten Teil dieser Arbeit werden die drei behandelten Schwerpunkte zueinander in Bezug gesetzt. Es wird dargelegt, inwiefern sich das Verhältnis von Hilfe und Kontrolle am Beispiel der Jugendberufshilfe im aktivierenden Sozialstaat verändert. Abschließend werden in einem Fazit die aus den sozialpolitischen Veränderungen resultierenden Folgen und Konsequenzen für die Soziale Arbeit aufgezeigt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung in die Thematik

2 Aktivierender Sozialstaat

2.1 Aktivierende Sozialpolitik

2.2 Instrumente der Aktivierungspolitik

2.3 Das Bild des Menschen im aktivierenden Sozialstaat

3 Das doppelte Mandat

3.1 Definition des doppelten Mandats

3.2 Aktuelle Entwicklung

4 Die Jugendberufshilfe

4.1 Rechtliche Grundlagen

4.2 Aufgaben und Ziele

5 Jugendberufshilfe im aktivierenden Sozialstaat – das Verhältnis von Hilfe und Kontrolle im Wandel

6 Fazit

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Das Hauptanliegen dieser Arbeit besteht darin, aufzuzeigen, wie sich durch den Wandel vom Wohlfahrtsstaat zum aktivierenden Sozialstaat das Verhältnis von Hilfe und Kontrolle innerhalb des doppelten Mandats der Sozialen Arbeit verschiebt. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, welche Konsequenzen dieser sozialpolitische Paradigmenwechsel für die Praxis der Jugendberufshilfe hat und wie sich die Aufgaben sowie Methoden in diesem Handlungsfeld unter den neuen Rahmenbedingungen verändern.

  • Wandel vom wohlfahrtstaatlichen Modell zum aktivierenden Sozialstaat
  • Das konstitutive Spannungsfeld des doppelten Mandats
  • Strukturen und Prinzipien der Jugendberufshilfe gemäß § 13 SGB VIII
  • Die Auswirkungen von Arbeitsmarkt- und Aktivierungspolitik auf die Soziale Arbeit
  • Veränderung der Hilfeangebote hin zu Kontroll- und Sanktionsmechanismen

Auszug aus dem Buch

3.1 Definition

Früh wurde in der Sozialen Arbeit ein Widerspruch zwischen Hilfe und Kontrolle entdeckt, der sich als konstitutives Merkmal in diesem Arbeitsfeld verfestigte (vgl. Lutz 2013: 25). 1973, als Reaktion auf die Akademisierung der Sozialen Arbeit und der 68er-Bewegung, wurde das „doppelte Mandat“ von Böhnisch und Lösch wissenschaftlich entdeckt (vgl. ebd.). „In diese[m] ist der Sozialarbeiter angehalten, ein stets gefährdetes Gleichgewicht zwischen den Rechtsansprüchen, Bedürfnissen und Interessen des Klienten einerseits und den jeweils verfolgten sozialen Kontrollinteressen seitens öffentlicher Steuerungsagenturen andererseits aufrechtzuerhalten.“ (Böhnisch/ Lösch 1973: 28). Das Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle ist folgerichtig kein harmonisches, sondern ein von Konflikten geprägtes Verhältnis, welches immer wieder neu in der Praxis ausgehandelt werden muss. Es gilt als das „Berufsschicksal“ und „zentraler Rollenkonflikt“ eines Sozialarbeiters (vgl. Böhnsich/ Lösch 1973: 27). Somit bezieht sich die Hilfeseite des „doppelten Mandats“ auf die Bedürfnisse und Wünsche des Individuums, wohingegen die Kontrollseite durch Aufträge von staatlicher Seite dominiert wird (vgl. Dahme/ Wohlfahrt 2018: 219f.). „Die Tätigkeit der Jugendhilfe ist geprägt durch die Gleichzeitigkeit von Hilfe und Kontrolle. Je nach Handlungsfeld erhält dabei die Hilfe oder die Kontrolle größeres oder geringeres Gewicht.“ (Schone 2016: 1108). Die Jugendhilfe als Teil der Sozialpädagogik dient in diesem Fall als Beispiel, um zu zeigen, dass es in Bezug auf das „doppelte Mandat“ Unterschiede zwischen den einzelnen Handlungsfeldern gibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung in die Thematik: Die Einleitung erläutert den Wandel des deutschen Sozialstaatsmodells hin zur Aktivierung und führt in die Problematik des doppelten Mandats als Kern der Sozialen Arbeit ein.

2 Aktivierender Sozialstaat: Dieses Kapitel analysiert die theoretischen Grundlagen und die Entstehung des aktivierenden Sozialstaats, inklusive der Prinzipien von "Fördern und Fordern".

3 Das doppelte Mandat: Hier wird das Spannungsfeld zwischen Hilfe und Kontrolle definiert und die historische sowie aktuelle Bedeutung für die Soziale Arbeit herausgearbeitet.

4 Die Jugendberufshilfe: Dieses Kapitel behandelt die rechtlichen Grundlagen (§ 13 SGB VIII) sowie die ursprünglichen Aufgaben und Ziele der Jugendberufshilfe.

5 Jugendberufshilfe im aktivierenden Sozialstaat – das Verhältnis von Hilfe und Kontrolle im Wandel: Das Kapitel verknüpft die zuvor analysierten Schwerpunkte und zeigt die Verschiebung der Jugendberufshilfe hin zu einer stärkeren Kontrollorientierung auf.

6 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die Gefahren der Instrumentalisierung sozialer Arbeit für rein arbeitsmarktpolitische Ziele.

Schlüsselwörter

Jugendberufshilfe, Aktivierender Sozialstaat, Doppeltes Mandat, Hilfe und Kontrolle, SGB VIII, Arbeitsmarktintegration, Employability, Fördern und Fordern, Sozialisationshilfe, Prekarität, Soziale Arbeit, Hartz-Reformen, Disziplinierung, Aktivierungspolitik, Sozialpolitik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den sozialpolitischen Wandel in Deutschland und dessen Auswirkungen auf das Handlungsfeld der Jugendberufshilfe, insbesondere hinsichtlich des beruflichen Selbstverständnisses von Sozialarbeitern.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind der Wandel vom Wohlfahrtsstaat zum aktivierenden Sozialstaat, das doppelte Mandat der Sozialen Arbeit und die gesetzlichen sowie strukturellen Rahmenbedingungen der Jugendberufshilfe.

Welches primäre Ziel verfolgt die Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich durch den Druck zur Arbeitsmarktintegration das Verhältnis zwischen der Hilfeleistung und der Kontrollausübung in der Jugendberufshilfe zu Ungunsten der Hilfe verschiebt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine theoretische Analyse, die auf Fachliteratur, sozialwissenschaftlichen Diskursen und gesetzlichen Grundlagen basiert, um die Veränderungen im Handlungsfeld Jugendberufshilfe systematisch zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des aktivierenden Staates, die Erläuterung des doppelten Mandats, die rechtliche Verortung der Jugendberufshilfe und die abschließende Zusammenführung dieser Aspekte in der Analyse des Wandels.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit maßgeblich?

Neben der Jugendberufshilfe sind Begriffe wie "aktivierender Sozialstaat", "doppeltes Mandat", "Fördern und Fordern" sowie "Employability" für das Verständnis der Arbeit essentiell.

Wie verändert sich das Verhältnis von Hilfe und Kontrolle laut Autor?

Der Autor stellt fest, dass sich das Verhältnis deutlich in Richtung der Kontrollseite verschiebt, da staatliche Vorgaben und Sanktionsmechanismen zunehmend die pädagogische Arbeit überlagern.

Warum wird die Jugendberufshilfe heute oft als "Qualifizierungsagentur" kritisiert?

Weil die Fokussierung auf die schnelle Integration in den Arbeitsmarkt dazu führt, dass breitere soziale Probleme der Jugendlichen ignoriert werden und die ursprüngliche Funktion als ganzheitliche "Sozialisationshilfe" verloren geht.

Excerpt out of 35 pages  - scroll top

Details

Title
Jugendberufshilfe im aktivierenden Sozialstaat. Das Verhältnis von Hilfe und Kontrolle im Wandel
College
University of Wuppertal
Grade
1,3
Author
Arbnor Alija (Author)
Publication Year
2018
Pages
35
Catalog Number
V453100
ISBN (eBook)
9783668851931
ISBN (Book)
9783668851948
Language
German
Tags
Jugendberufshilfe aktivierender Sozialstaat doppeltes Mandat Wohlfahrtsstaat aktivierende Sozialpolitik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Arbnor Alija (Author), 2018, Jugendberufshilfe im aktivierenden Sozialstaat. Das Verhältnis von Hilfe und Kontrolle im Wandel, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453100
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  35  pages
Grin logo
  • Grin.com
  • Shipping
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint