Die Bevölkerung in Deutschland wird immer älter. Das deutsche Pflegesystem ist dafür jedoch nicht gerüstet. Wie kann der Pflegesektor auf die demographischen Herausforderungen der kommenden Jahre reagieren?
Daniela Kaminski geht in ihrer Publikation einer hochaktuellen Thematik auf den Grund. Sie beurteilt die gegenwärtige Situation im Gesundheitswesen und identifiziert Ursachen für bereits bestehende Probleme. Der Schlüssel zur Lösung liegt vor allem in der Personalgewinnung sowie der Bindung von Mitarbeitern.
Ansätze wie das Employer Branding und die Digitalisierung der Pflege machen den körperlich anstrengenden Beruf für Arbeitnehmer attraktiver und modernisieren gleichzeitig viele Arbeitsschritte. Hilfs- und Monitoringsysteme, Robotik sowie Informations- und Kommunikationstechnologien sind einige Beispiele hierfür. Kaminski zeigt, wie diese Entwicklungen die deutsche Pflegeversorgung verbessern können.
Aus dem Inhalt:
- Überalterung;
- Pflegebedürftigkeit;
- Pflegeberufe;
- Mitarbeiterbindung;
- Gesundheitssystem
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung und Public Health Relevanz
1.1 Forschungsstand in der Literatur
1.2 Vorgehensweise und Zielsetzung der Arbeit
2 Methodik
3 Demographische Alterung
3.1 Pflegebedürftigkeit
3.2 Fachkräftemangel in stationären Einrichtungen
3.3 Zwischenresümee
4 Zunahme und Veränderung des Pflegebedarfs
4.1 Personalgewinnung und -bindung
4.2 Verminderung der Versorgungsqualität
5 Maßnahmen zur Optimierung der pflegerischen Versorgung
5.1 Employer Branding
5.2 Digitalisierung der Pflege
6 Diskussion der Ergebnisse
7 Handlungsempfehlungen
8 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Bachelorarbeit besteht darin, die aktuelle Situation der demographischen Alterung in Deutschland sowie die daraus resultierenden Herausforderungen für den Pflegesektor in Krankenhäusern und Pflegeheimen zu analysieren, um daraus Strategien zur Personalgewinnung und -bindung abzuleiten.
- Analyse des Fachkräftemangels in stationären Einrichtungen
- Auswirkungen der demographischen Alterung auf den Pflegebedarf
- Bedeutung von Employer Branding im Gesundheitswesen
- Potenziale und Grenzen der Digitalisierung in der Pflege
- Handlungsoptionen zur Steigerung der Arbeitgeberattraktivität
Auszug aus dem Buch
3.1.1 Steigende Anzahl altersassoziierter Erkrankungen
Im vorangehenden Kapitel wurde ausführlich auf die Pflegebedürftigkeit eingegangen. Diese ist nicht selten die Folge bestimmter Erkrankungen, die die Mobilität einschränken oder zu kognitiven Veränderungen führen (Böhm et al., 2009). Zu den häufigsten altersassoziierten Erkrankungen gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie der Herzinfarkt, Hypertonie oder der Schlaganfall, kognitive Erkrankungen wie Demenz und Morbus Parkinson, Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ II, Muskel- und Skeletterkrankungen wie Arthrose und Krebserkrankungen (Robert Koch-Institut, 2015a). Hinzu kommen im Alter vermehrt auftretende Gesundheitsprobleme wie eine eingeschränkte Seh- und Hörfähigkeit, Inkontinenz und Stürze (Robert Koch-Institut, 2015b). Nicht selten führen altersassoziierte Erkrankungen zu vermehrten Krankenhausaufenthalten und einer starken Einschränkung der Lebensqualität (van den Bussche et al., 2011).
Die Lebensjahre, die in Gesundheit verbracht werden nehmen zu und trotzdem steigt mit dem Älterwerden das Risiko, gesundheitlich beeinträchtigt zu sein. Die steigende Zahl älterer Menschen hat auch Einfluss auf die Häufigkeit chronischer und altersassoziierten Erkrankungen (Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung, 2016). In fortgeschrittenem Alter ist somit ein Anstieg der Gesundheitsprobleme zu erkennen, sowohl in der Anzahl als auch in der Komplexität der Erkrankungen. Die Erkrankungen älterer Menschen sind häufig irreversibel und erhöhen das Risiko, nicht mehr selbständig für die Lebensführung sorgen zu können sowie an Mobilität zu verlieren (Böhm et al., 2009). In dessen Folge kommt es zu einer gesteigerten Pflegebedürftigkeit, zu einem zunehmendem Pflegebedarf und einer veränderten Bedarf an Gesundheitsleistungen (SVR, 2009). Das Risiko pflegebedürftig zu werden, ist bei einigen Erkrankungen besonders hoch. Hierzu zählen Demenz erkrankte mit einem 10-fach erhöhten, Schlaganfallpatienten mit einem 4,5-fach erhöhten und Personen mit Herzinsuffizienz mit einem 1,7-fach erhöhten Risiko (van den Bussche et al., 2014). Nachfolgend werden nun zum genaueren Verständnis die wichtigsten, häufig zur Pflegebedürftigkeit führenden, altersassoziierten Erkrankungen näher erläutert.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung und Public Health Relevanz: Einführung in die demographische Alterung und deren Auswirkungen auf den wachsenden Pflegebedarf in Deutschland.
2 Methodik: Beschreibung der gewählten Literaturarbeit zur Identifikation von Herausforderungen und Lösungsansätzen in der Pflege.
3 Demographische Alterung: Theoretische Grundlagen zu Bevölkerungsstrukturen, Altersgruppen und den Auswirkungen auf die Pflegebedürftigkeit.
4 Zunahme und Veränderung des Pflegebedarfs: Untersuchung der steigenden Anforderungen in Krankenhäusern und Heimen sowie deren Folgen für die Versorgungsqualität.
5 Maßnahmen zur Optimierung der pflegerischen Versorgung: Darstellung von Strategien wie Employer Branding und Digitalisierung zur Bewältigung des Personalmangels.
6 Diskussion der Ergebnisse: Synthese der Erkenntnisse hinsichtlich des Versorgungsdefizits und der Notwendigkeit institutioneller Umstrukturierungen.
7 Handlungsempfehlungen: Konkrete Ansätze für altersgemischte Teams, Arbeitszeitmodelle und Kompetenzentwicklung zur Stärkung der Mitarbeiterbindung.
8 Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Bewertung der Herausforderungen und der Notwendigkeit weiterführender Forschung.
Schlüsselwörter
Demographische Alterung, Pflegebedürftigkeit, Fachkräftemangel, Pflegewissenschaft, stationäre Pflege, Employer Branding, Digitalisierung der Pflege, Arbeitsbelastung, Gesundheitsförderung, Multimorbidität, Demenz, Morbus Parkinson, Versorgungsqualität, Personalbindung, Personalakquise.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den massiven Herausforderungen, denen sich stationäre Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeheime aufgrund der demographischen Alterung gegenübersehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Pflegebedürftigkeit, der Analyse des Fachkräftemangels sowie der Erarbeitung von Lösungsansätzen durch moderne Personalstrategien und technologische Innovationen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Auswirkungen der alternden Gesellschaft darzustellen und konkrete Maßnahmen zu identifizieren, die stationären Einrichtungen helfen, wettbewerbsfähig zu bleiben und die pflegerische Versorgung langfristig zu sichern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturarbeit, bei der Daten und aktuelle Studien von Instituten wie dem Robert Koch-Institut und dem Statistischen Bundesamt ausgewertet wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die demographische Entwicklung, die Zunahme pflegebedürftiger Menschen sowie spezifische Belastungsfaktoren des Personals und mögliche Lösungsansätze wie Employer Branding und Digitalisierung detailliert beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe umfassen Demographische Alterung, Fachkräftemangel, Pflegewissenschaft, Employer Branding und Digitalisierung der Pflege.
Warum ist die Digitalisierung in der Pflege derzeit ein umstrittenes Thema?
Obwohl die Digitalisierung Entlastungspotenzial bietet, gibt es Sorgen bezüglich der Depersonalisierung der Pflege und der technischen Hürden für Mitarbeiter, die im Alltag wenig Zeit für Schulungen haben.
Welche Rolle spielt das Employer Branding in dieser Arbeit?
Employer Branding wird als strategischer Ansatz vorgestellt, um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, die Mitarbeiterbindung zu erhöhen und sich im Wettbewerb um qualifiziertes Personal abzuheben.
- Citar trabajo
- Daniela Kaminski (Autor), 2019, Pflegerische Versorgung in stationären Einrichtungen. Wie lässt sich die demographische Alterung meistern?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453185