im Rahmen des Hauptseminars „Von den Anfängen bis zur frühen Neuzeit“ wird in dieser Arbeit untersucht, inwieweit sich das Arabische in die spanische Sprache festgesetzt hat und welche Arabismen wir heute vorfinden.
Zu Beginn wird die Eroberung Spaniens kurz zusammengefasst um den Einfluss der arabischen Sprache in den nächsten Kapiteln verstehen zu können. Während der Zusammenfassung der historischen Ereignisse wird das damalige Al-Andalus präsentiert, in der die damalige Bevölkerungs- und Sprachsituation geschildert wird. Nach der geschichtlichen Exkursion befasst sich diese Arbeit mit den Arabismen, die den Hauptteil entsprechen. Es werden zahlreiche Beispiele vorgestellt und beschrieben. Abschließend wird die heutige Arabismus-Situation betrachtet.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die islamische Welt in Spanien
2.1. Muslime erobern Spanien
3. Der Sprachkontakt zwischen Arabern und Spaniern
3.1 AL-Andalus
3.2 Das Mozarabisch
4. Arabismen in der spanischen Sprache
4.1 Definition: Arabismus
4.2 Morphologie & Syntax
4.3 Phonetik
4.4 Beispiele von Arabismen im Spanischen
5. Fazit & Ausblick
6. Literatur
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht den linguistischen Einfluss der arabischen Sprache auf das Spanische unter Berücksichtigung der historischen Rahmenbedingungen der muslimischen Herrschaft auf der iberischen Halbinsel. Dabei liegt der Fokus auf der Identifizierung und Analyse von Arabismen, um aufzuzeigen, wie tiefgreifend sich das Arabische in den spanischen Wortschatz integriert hat.
- Historische Eroberung und muslimische Präsenz in Al-Andalus
- Sprachkontaktphänomene zwischen dem Arabischen und den romanischen Mundarten
- Linguistische Analyse von Arabismen (Morphologie, Syntax und Phonetik)
- Kategorisierung von Lehnwörtern in verschiedenen Lebensbereichen
- Wandel und aktuelle Relevanz von Arabismen in der modernen spanischen Sprache
Auszug aus dem Buch
4.2 Morphologie & Syntax
Die Arabismen unterliegen der spanischen Morphologie. Auch ihre Ableitungen richten sich alle nach den Regeln der spanischen Wortbildung. Betrachten wir das Beispiel azúcar ‚Zucker‘: Durch Anhängen eines spanischen Suffixes lässt sich das Verb azucarar ‚zuckern‘ ableiten (Dietrich/Geckeler 1993: 150).
Auffallend ist auch, dass das jeweilige arabische Substantiv zusammen mit dem arabischen Artikel al- (in assimilierten Formen auch as-, ar-, az-, ac-) entlehnt und in den spanischen Arabismus integriert wird. Als Beispiele zu nennen sind alcaide, arroba, aceite und azúcar. Als zusätzliche Information zu betrachten ist, dass diese Entlehnung nicht im italienischen oder französischen existiert (Lapesa 1980: 146).
Ein weiterer Einfluss ist die Suffixendung –í. Beispiele wie yemení (dt. aus Jemen) oder marroquí (aus Marokko) entstanden aus dem arabischen Einfluss. Zudem zeigt die Endung auch substantivierte Adjektive, wie z.B. „la era alfonsí“ (dt. die alfonsinische Ära). So wurde die Zeit von Alfonso X auch von Wissenschaftlern seiner Zeit genannt (ebd.: 148).
Neben diesen Formen ist auch sehr wahrscheinlich die Pluralbildung von verschiedengeschlechtlichen Personen auf den arabischen Einfluss zurückzuführen. So gibt es im spanischen keinen eigenen Begriff für Eltern, sondern dafür wird aus Vater „el padre“ der Plural gebildet „los padres“. Genauso wird aus „el hijo“ der Sohn und „la hija“ die Tochter „los hijos“ die Kinder gebildet (ebd.: 149).
Abschließend ist die Satzstellung zu betrachten. Im Hebräischen und Arabischen steht im Satz als erste Stelle das Verb, gefolgt vom Subjekt und dem Objekt. In keiner anderen romanischen Sprache, außer dem Spanischen und Portugiesischen, tritt dieser Satzbau mit der gleichen Häufigkeit auf. Lapesa führt dies auf einen semitischen Einfluss zurück (ebd.: 151).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt den historischen Kontext der muslimischen Herrschaft in Spanien dar und definiert den Fokus der Arbeit auf die linguistische Untersuchung von Arabismen im Spanischen.
2. Die islamische Welt in Spanien: Dieses Kapitel erläutert die historische Eroberung der iberischen Halbinsel ab dem Jahr 711 und die Entstehung von Al-Andalus als multikulturellen Raum.
3. Der Sprachkontakt zwischen Arabern und Spaniern: Der Abschnitt analysiert die Wechselbeziehung zwischen den Sprachen durch das Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und führt den Begriff des Adstrats ein.
4. Arabismen in der spanischen Sprache: Dies ist der Hauptteil der Arbeit, der Definitionen, morphologische Anpassungen, phonetische Integration sowie konkrete Wortbeispiele aus verschiedenen Sachbereichen behandelt.
5. Fazit & Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über den Bedeutungswandel und die heutige Verwendung der untersuchten Lehnwörter.
6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen.
Schlüsselwörter
Arabismen, Al-Andalus, Spanische Sprache, Sprachkontakt, Linguistik, Lehnwörter, Morphologie, Syntax, Phonetik, Arabische Sprache, Romanische Sprachen, Reconquista, Kulturtransfer, Historische Sprachwissenschaft, Wortbildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem linguistischen Einfluss des Arabischen auf das Spanische, insbesondere mit der Untersuchung von Wörtern arabischen Ursprungs (Arabismen).
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die historische Geschichte von Al-Andalus, die Art des Sprachkontakts zwischen Arabern und Spaniern sowie die morphologische und phonetische Integration arabischer Begriffe in das spanische Sprachsystem.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit sich das Arabische im Spanischen festgesetzt hat und welche spezifischen Arabismen bis heute im Sprachgebrauch existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historische und linguistische Analyse, gestützt auf Fachliteratur zu romanischer Sprachgeschichte und etymologische Wörterbücher.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Arabismen definiert, ihre grammatikalische Integration in die spanische Sprache (Morphologie, Syntax, Phonetik) analysiert und zahlreiche Beispiele aus Fachgebieten wie Architektur, Wissenschaft und Landwirtschaft vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Arabismen, Al-Andalus, Sprachkontakt, Lehnwörter und die spanische Sprachgeschichte.
Warum gibt es im Spanischen so viele Arabismen im Vergleich zu anderen romanischen Sprachen?
Dies ist auf die jahrhundertelange muslimische Herrschaft in Al-Andalus zurückzuführen, die eine dauerhafte und intensive Durchdringung der Sprache durch arabische Einflüsse begünstigte.
Was passierte mit den Arabismen während des technischen Fortschritts?
Viele der ursprünglich technologisch geprägten arabischen Fachbegriffe verloren im Laufe der Zeit durch gesellschaftliche Neuerungen und technologischen Wandel ihre Relevanz und wurden teilweise durch moderne Begriffe ersetzt.
Welche Rolle spielte das Mozarabische für den Sprachkontakt?
Das Mozarabische fungierte als vermittelnde romanische Mundart, die unter arabischer Herrschaft entstand und den direkten linguistischen Austausch zwischen arabischen und spanischen Sprechern ermöglichte.
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- Anonym (Author), 2017, Arabismen in der spanischen Sprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453324