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Arbeiterexistenzen im Vörmärz

Title: Arbeiterexistenzen im Vörmärz

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 30 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: David Schmidt (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization
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Summary Excerpt Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der industriellen Arbeiterschaft im deutschen Vormärz, speziell mit den Fabrikarbeitern. Die meisten Gesamtdarstellungen der industriellen Revolution befassen sich mit dem Prozess der Industrialisierung, mit wirtschaftlichen und politischen Vorrausetzungen. Behandeln sie die Arbeiterschaft des 19. Jahrhunderts, so setzten die meisten Publikationen in der Zeit der hochindustriellen Phase ab 1850 ein, in der erstmals von einer Arbeiterklasse ausgegangen werden kann. In dieser Arbeit wird weniger auf die Politisierung der sozialen Frage eingegangen, da diese erste Industriearbeitergeneration, so scheint es, kaum politisiert war. Jedoch sind im Vormärz die Wurzeln, die zur Politisierung und zu einer homogenen Arbeiterklasse führten, zu erkennen. Hauptaugenmerk dieser Arbeit liegt auf den Menschen, die in den Fabriken arbeiteten. Ein Schwerpunkt bildet, inwiefern sich ihr Leben gegenüber der vorindustriellen Zeit verändert. Es wird der Frage nachgegangen, wer diese erste Fabrikarbeitergeneration war, wie ihre Arbeitssituation war und welchen neuen Herausforderungen und Problemen sie sich stellen musste. Ebenso wird untersucht, inwiefern sich die Industrialisierung auf das Privat- und Familienleben auswirkte. Alltag muss unterteilt werden in die Erfahrungen, welche die Lohnarbeiter in den neuentstahndenen Fabriken machten und den Erfahrungen im privaten Leben. Beide Bereiche sind in der Zeit des Vormärz einem starken Wandel unterworfen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Arbeiterexistenzen im Vormärz

2. Die industrielle Arbeiterschaft im Vormärz

2.1. Soziale Herkunft und sozialer Status der Fabrikarbeiter

2.2. Trucksystem und Sozialprotest

2.3. Veränderungen im Arbeitsalltag

2.4. Veränderungen im privaten Alltag

2.5. Frauen- und Kinderarbeit

3. Bedeutung der Industrialisierung für den Alltag der Fabrikarbeiter

4. Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Hausarbeit untersucht die Lebens- und Arbeitsbedingungen der ersten Generation industrieller Fabrikarbeiter in Deutschland während des Vormärzes (1815–1848). Im Fokus steht dabei die Analyse der sozialen Herkunft, des Arbeitsalltags sowie der Auswirkungen der frühen Industrialisierung auf das Privat- und Familienleben, wobei die Differenzierung innerhalb der Arbeiterschaft und die Entstehung der Lohnarbeit als zentrale Transformationsprozesse beleuchtet werden.

  • Soziale Herkunft und Differenzierung der Industriearbeiterschaft
  • Arbeitsbedingungen und Disziplinierungsprozesse in der frühen Fabrik
  • Der Wandel der Zeitwahrnehmung und Trennung von Haushalt und Erwerbsarbeit
  • Einfluss der Industrialisierung auf Familienstrukturen und Lebensverhältnisse
  • Formen des sozialen Protests und das Trucksystem

Auszug aus dem Buch

2.3. Veränderungen im Arbeitsalltag

An dieser Stelle sei noch einmal an das Zitat Hans- Ulrich Wehlers erinnert, dass die Entstehung der industriellen Arbeiterschaft bezeichnend für den Übergang von der traditionellen zur modernen Welt sei. Besonders deutlich wird dieser Übergang an der Frage, was Zeit für das Leben der Menschen bedeutet. Die Fabrik habe laut Thomas Nipperdey „auf revolutionäre Weise das Verhältnis der Menschen zur Zeit geändert.“ In der vorindustriellen Welt galt die naturale Zeit, also die Tages- und Jahreszeit. Es wurde von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang gearbeitet. Die Jahreszeiten bestimmten in einer Agrargesellschaft z.B., wann gesät und geerntet werden musste. In Landwirtschaft, Handwerk und Heimarbeit konnte Zeit relativ individuell genutzt werden. In der Fabrik jedoch mussten sich die Arbeiter einer festen Arbeitszeit unterwerfen. Die Arbeit wurde an den Rhythmus der Maschine angepasst, Zeit wurde bezahlt, man musste sich an minimale Pausen gewöhnen.

Freie Tage konnten nicht individuell gewählt werden, sondern Arbeitstage wurden festgelegt. Die Arbeiter standen folglich am Anfang im Konflikt zwischen naturaler Zeit und der Zeitnorm der Fabriken und Unternehmer. Dies wurde anfangs als widernatürlicher und harter Zwang empfunden. Die Unternehmer versuchten die Arbeiter mit Ansporn und Strafsystemen an die neue Zeit zu gewöhnen, also zu disziplinieren. (Prämien VS. Lohnkürzungen, Entlassung, Überstunden, Bezahlung nach Akkordleistung). Ein Beispiel für diese Disziplinierung ist das Verschwinden des „blauen Montags“, gegen den die staatliche Obrigkeit bereits während des 18. Jahrhunderts erfolglos vorgegangen war. Die Abhängigkeit vom Unternehmer erwies sich hier als erfolgreicher als alle staatlichen Disziplinierungsversuche.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Arbeiterexistenzen im Vormärz: Einleitung in die Thematik der industriellen Arbeiterschaft und Darlegung der forschungsleitenden Fragestellungen bezüglich Lebens- und Arbeitssituationen.

2. Die industrielle Arbeiterschaft im Vormärz: Untersuchung der sozialen Herkunft, des Trucksystems, der Arbeitsalltag-Veränderungen, des privaten Alltags sowie der Rolle von Frauen- und Kinderarbeit.

3. Bedeutung der Industrialisierung für den Alltag der Fabrikarbeiter: Reflexion über die unterschiedlichen historischen Bewertungen der Auswirkungen der Industrialisierung auf die Lebensqualität der Arbeiter.

4. Literatur: Verzeichnis der in der Hausarbeit verwendeten Quellensammlungen und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Vormärz, Industriearbeiterschaft, Fabrikarbeiter, Lohnarbeit, Industrialisierung, Frühindustrialisierung, Soziale Frage, Pauperismus, Arbeitsalltag, Trucksystem, Familienstruktur, Klassenbildung, Proletariat, Sozialprotest, Maschinisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit den Lebensbedingungen und der Arbeitssituation der ersten Fabrikarbeitergeneration in Deutschland während des Vormärzes.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die soziale Differenzierung der Arbeiter, die Einführung der Lohnarbeit, die Veränderung des Arbeitsalltags durch die Maschine sowie die Auswirkungen auf das Familienleben.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu untersuchen, wie sich das Leben der Menschen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit verändert hat und welche neuen Herausforderungen die Fabrikarbeit mit sich brachte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historisch-analytischen Auswertung zeitgenössischer Quellen und der fachwissenschaftlichen Sekundärliteratur zur Sozialgeschichte.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die soziale Herkunft, das Trucksystem, die Disziplinierung im Arbeitsalltag, die Veränderungen im privaten Umfeld sowie die spezifische Situation von Frauen und Kindern.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Vormärz, Lohnarbeit, Industrialisierung, soziale Frage, Fabrikarbeit und Klassenbildung.

Inwiefern hat die Fabrik das Zeitverständnis verändert?

Die Arbeit erläutert den Übergang von der "naturalen Zeit" der vorindustriellen Welt hin zur durch Maschinen und feste Fabrikordnungen diktierten Taktung und Disziplinierung der Arbeitszeit.

Warum war das Trucksystem für Arbeiter so problematisch?

Es zwang Arbeiter dazu, Waren zu überteuerten Preisen vom Arbeitgeber zu beziehen oder mit minderwertigen Waren entlohnt zu werden, was die finanzielle Notlage und Abhängigkeit massiv verschärfte.

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Details

Title
Arbeiterexistenzen im Vörmärz
College
http://www.uni-jena.de/  (Historisches Institut)
Course
Hauptseminar: 'Alltagsgeschichte des deutschen Vormärz'
Grade
1,0
Author
David Schmidt (Author)
Publication Year
2004
Pages
30
Catalog Number
V45348
ISBN (eBook)
9783638427661
Language
German
Tags
Arbeiterexistenzen Vörmärz Hauptseminar Vormärz“
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
David Schmidt (Author), 2004, Arbeiterexistenzen im Vörmärz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45348
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