Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit zwei grundlegenden Themen: der Theorie des prosozialen Verhaltens und dem extraproduktiven Verhalten (OCB).
Um in der heutigen Zeit der Globalisierung als Unternehmen erfolgreich bestehen zu können, braucht es fähige und motivierte Mitarbeiter, die bereit sind, Leistungen zu erbringen, die über die in ihrem Arbeitsvertrag festgelegten Aufgabenbereich hinausgehen, und sich gegenseitig unterstützen.
Es wird der Frage nachgegangen, wie prosoziales Verhalten bzw. OCB im Unternehmen gefördert werden kann. Dabei werden besonders die Faktoren in den Vordergrund gestellt, welche prosoziales Verhalten erklären und fördern sowie Bedingungen, die erklären, warum ein Mensch extraproduktives Verhalten leistet und damit mehr tut als er leisten muss.
Der erste Teil der Arbeit widmet sich der Definition verschiedener Begriffe, die beim extraproduktiven und prosozialen Verhalten eine Rolle spielen, um einen Einstieg in die Thematik zu erleichtern. Danach folgt die Theorie des prosozialen Verhaltens, die erklärt, warum Menschen einander helfen und welche personen- und situationsbezogenen Determinanten dabei von Bedeutung sind. Der anschließende Teil widmet sich den theoretischen Grundlagen extraproduktiven Verhaltens (OCB).
Der dritte Teil der Arbeit behandelt die Transferierung der beiden Theorien in die Praxis. Dazu werden die Inhalte des prosozialen Verhaltens und von OCB mit Maßnahmen zur Förderung von Hilfsverhalten im Unternehmen verknüpft. Im vierten Teil findet eine Diskussion statt, die sich mit der kritischen Betrachtung der Vorgehensweise befasst. Im letzten Teil der Arbeit wird der Inhalt kurz zusammengefasst und weiterhin offen gebliebene Fragen aufgezeigt. Zuletzt wird noch ein Ausblick gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffsdefinitionen
3 Ansätze prosozialen Verhaltens
3.1 Evolutionäre Psychologie
3.2 Sozialer Austausch
3.3 Empathie
4 Personen- und situationsbezogene Determinanten
4.1 Personenbezogene Determinanten
4.2 Situationsbezogene Determinanten
5 Organizational Citizenship Behavior (OCB)
5.1 Begriffsdefinition von OCB
5.2 Dimensionen und Bedingungen extraproduktiven Verhaltens
6 Förderung von prosozialem Verhalten und OCB im Unternehmen
6.1 Möglichkeiten zur Förderung von prosozialem Verhalten im Unternehmen
6.1.1 Arbeitszufriedenheit
6.1.2 Unterstützung durch den Vorgesetzten
7 Diskussion
8 Fazit und Ausblick
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit den theoretischen Grundlagen prosozialen Verhaltens sowie des extraproduktiven Verhaltens (OCB) und zielt darauf ab, ein Konzept für deren Förderung im unternehmerischen Kontext zu entwickeln, um fähige und motivierte Mitarbeiter zu unterstützen.
- Theorie des prosozialen Verhaltens
- Organizational Citizenship Behavior (OCB)
- Einflussfaktoren und Determinanten von Hilfsbereitschaft
- Maßnahmen zur Förderung im Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.1 Evolutionäre Psychologie
Die Basis des Ansatzes der evolutionären Psychologie bildet die Tatsache, dass es angeborene bzw. genetische Tendenzen dafür gibt, dass Menschen prosoziales Verhalten entwickeln. Dieser Ansatz basiert auf der Evolutionstheorie von Charles Darwin. Darwin geht in seiner Theorie davon aus, dass die natürliche Selektion dafür Sorge trägt, dass sich die Gene erhalten und fortpflanzen, die ein Überleben sichern.
Die Theorie der Verwandtenselektion geht davon aus, „dass Verhaltensweisen die einem Blutsverwandten zugute kommen die von der natürlichen Selektion bevorzugt werden“. Das bedeutet, dass die Chance Gene weiter zu vererben dadurch vergrößert werden kann, dass der Mensch eigene Kinder hat und sichergeht, dass die Blutsverwandten Kinder zeugen. Da die Blutsverwandten einige der gleichen Gene in sich tragen, wird so die Wahrscheinlichkeit, dass diese Gene an zukünftige Generationen weitergegeben werden, größer, umso mehr der Mensch dafür sorgt, dass seine Blutsverwandten überleben. Menschen helfen also eher jemandem, der mit ihm nah verwandt ist, wenn sich dadurch die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass diejenigen Kinder zeugen. So berichten Teilnehmer einer Studie, dass sie z.B. bei einem Brand im Wohnhaus eher einem Blutsverwandten helfen würden als einer Person, mit der sie nicht verwandt sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz von prosozialem Verhalten und OCB für erfolgreiche Unternehmen ein und skizziert den Aufbau der Untersuchung.
2 Begriffsdefinitionen: In diesem Kapitel werden grundlegende Termini wie Helfen, prosoziales Verhalten und Altruismus anhand von Beispielen voneinander abgegrenzt.
3 Ansätze prosozialen Verhaltens: Hier werden theoretische Erklärungsmodelle vorgestellt, darunter die evolutionäre Psychologie, der soziale Austausch und Empathie.
4 Personen- und situationsbezogene Determinanten: Dieses Kapitel analysiert, welche individuellen Merkmale und äußeren Rahmenbedingungen prosoziales Verhalten beeinflussen.
5 Organizational Citizenship Behavior (OCB): Das Kapitel definiert OCB als extraproduktives Verhalten und beleuchtet dessen Dimensionen sowie zentrale Einflussfaktoren.
6 Förderung von prosozialem Verhalten und OCB im Unternehmen: Hier wird ein praktisches Konzept entwickelt, das insbesondere auf Arbeitszufriedenheit und die Unterstützung durch Vorgesetzte setzt.
7 Diskussion: Dieses Kapitel reflektiert die Stärken und Herausforderungen des erarbeiteten Förderkonzepts und bewertet dessen praktische Umsetzbarkeit.
8 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und betont die gemeinsame Verantwortung von Organisation, Führungskraft und Mitarbeitern.
Schlüsselwörter
Prosoziales Verhalten, OCB, extraproduktives Verhalten, Altruismus, Empathie, Arbeitszufriedenheit, Führungskraft, Mitarbeiter, Reziprozitätsnorm, Unternehmenskultur, Hilfsbereitschaft, Personalentwicklung, Teamwork, Motivation, Kooperationsbereitschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Hintergründe von prosozialem Verhalten und Organizational Citizenship Behavior (OCB) und leitet daraus Ansätze zur Förderung dieser Verhaltensweisen in Unternehmen ab.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des Helfens, die Bedingungen für extraproduktives Verhalten und die praktische Anwendung von Förderkonzepten im Arbeitsumfeld.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Entwicklung eines Konzepts, das Unternehmen dabei unterstützt, durch die Förderung von Hilfsbereitschaft und OCB ein leistungsfähigeres und kooperativeres Arbeitsumfeld zu schaffen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse psychologischer Theorien und deren Transferierung in betriebswirtschaftliche Handlungsempfehlungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil behandelt die psychologischen Erklärungsansätze für Hilfsverhalten, die Einflussfaktoren auf OCB sowie konkrete Maßnahmen wie Mentorenprogramme, Teambuilding und die Rolle der Führungskräfte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind prosoziales Verhalten, OCB, Empathie, Altruismus, Arbeitszufriedenheit und Führungskräfte-Unterstützung.
Warum ist das "reizarme Umfeld" für die Förderung von prosozialem Verhalten relevant?
Das Konzept des reizarmen Umfelds basiert auf der "Urban-overload-Hypothese", die besagt, dass Menschen bei zu vielen Reizen ihr Hilfsverhalten reduzieren. Ein ruhiger Arbeitsplatz soll die Wahrnehmungsfähigkeit für die Bedürfnisse von Kollegen erhöhen.
Welche Rolle spielt die Führungskraft bei der Förderung von OCB?
Die Führungskraft hat eine zentrale Rolle als Vorbild, als Initiator für Anerkennungsprogramme und als Gestalter des Arbeitsumfelds, das Zeit und Raum für gegenseitiges Unterstützen bietet.
Warum ist "Altruismus" im unternehmerischen Kontext schwer zu erzwingen?
Altruistische Tendenzen sind laut der Arbeit tief in der Persönlichkeit verankert. Ein Unternehmen kann zwar Rahmenbedingungen schaffen, aber die individuelle Bereitschaft zur Hilfe hängt letztlich vom Mitarbeiter selbst ab.
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- Mathias Baade (Author), 2015, Prosoziales Verhalten und extraproduktives Verhalten (OCB), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453837