In der vorliegenden Arbeit soll der Versuch unternommen werden, das Kampfgeschehen der Verbände der Waffen-SS im Jahr 1944 in der Normandie näher zu beleuchten und folgender Leitfrage nachzugehen: Welchen militärischen Wert besaßen die Panzer-Divisionen der Waffen-SS im Sommer 1944 und wie lässt sich ihr Leistungsvermögen auf dem Schlachtfeld einordnen?
Die Waffen-SS kann ohne Umschweife als eine der bekanntesten militärischen Formationen bezeichnet werden, welche sowohl in der Öffentlichkeit als auch in der Wissenschaft auf breite Resonanz stößt. Dies resultiert einerseits daraus, dass sich um die Waffen-SS einige Mythen und Legenden fest verankert haben, welche teilweise als Nachwehen der nationalsozialistischen Propaganda eingestuft werden können und vermehrt in der apologetischen und populärwissenschaftlichen Literatur konserviert werden. Andererseits wird die Waffen-SS in der Wissenschaft sehr stark kontrovers diskutiert und fördert dadurch immer wieder neue Ergebnisse und Darstellungen in einem wissenschaftlich etablierten und erkenntnisorientierten Licht. Vor allem in den letzten Jahren und Jahrzehnten förderten viele verschiedene Historiker durch ihre Untersuchungen und Fallstudien einen zunehmend differenzierten und kritischen Blick auf das große Gebilde der Waffen-SS.
Neben den vielen gesicherten und wissenschaftlich belegten Fakten rund um das Thema Waffen-SS bleiben dennoch einige Forschungsfragen und -felder besonders zur Organisationsgeschichte leider unbeantwortet oder fristen ein eher untergeordnetes Dasein im Gesamtbild der Waffen-SS. So geriet besonders die Fokussierung des Kampfes, welcher gewissermaßen das »Ureigenste des Krieges« darstellt, allzu oft ins Hintertreffen der wissenschaftlichen Forschung, was einen zweifelsohne großen Missstand in der modernen Militärgeschichte aufzeigt, da dadurch zwangsläufig wichtige Erkenntnisse, weitreichende Zusammenhänge und weiterführende Fragestellungen für die Waffen-SS ohne Berücksichtigung bleiben müssen.
Um das Bild der Waffen-SS als militärische Formation weiter charakterisieren und nachzeichnen zu können, muss folglich ihre militärische Präsenz und Leistung auf dem Schlachtfeld weiterer Betrachtung unterliegen, um anschließend Ergebnisse bezüglich ihrer militärischen Legitimation und ihres militärischen Stellungswertes innerhalb der deutschen Armee des Zweiten Weltkrieges zu erhalten.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Thematik und Leitfrage
- Forschungsstand
- Methodik und Aufbau
- Teil I Analyse des militärischen Wertes für die Verbände der Waffen-SS
- Die SS-Panzer-Divisionen im Jahr 1944
- Stärke und Grundausstattung
- Personal
- Material
- Ausbildung und Versorgung
- Seelische Verfassung der Soldaten
- Der Schlüssel zum Erfolg - Die Persönlichkeit des militärischen Führers
- Der >>Geist<< der Truppe - Der Elitegedanke der Waffen-SS
- Zusammenfassung der Teilergebnisse
- Teil II Betrachtung der militärischen Effektivität
- Analyseraster zur Bewertung militärischer Effektivität
- Beispiele für Combat Performance
- Die 21. Panzer-Division und die 1. SS-Panzer-Division »Leibstandarte SS Adolf Hitler« während der Verteidigung der Operation »Goodwood«
- Die 21. Panzer-Division in der Verteidigung
- Die 1. SS-Panzer-Division »>Leibstandarte«< in der Verteidigung
- Die 2. Panzer-Division und die 2. SS-Panzer-Division »Das Reich« während der deutschen Gegenoffensive »Lüttich«
- Die 2. Panzer-Division im Angriff
- Die 2. SS-Panzer-Division »>Das Reich« im Angriff
- Auswertung
- Nach der Schlacht - Ein Vergleich der militärischen Effektivität mit den Panzerdivisionen der Wehrmacht
- Verluste
- Orden
- Urteile der Gegner
- Zusammenfassung der Teilergebnisse
- Teil III Schluss
- Zusammenführung der Teilergebnisse
- Fazit
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die vorliegende Masterarbeit befasst sich mit der militärischen Effektivität der Waffen-SS im Kontext der Schlacht um die Normandie im Jahr 1944. Sie analysiert die Panzerdivisionen der Waffen-SS im Hinblick auf ihre militärische Leistung im Kampfgeschehen und untersucht, ob sie den Ansprüchen einer militärischen »Elite« gerecht werden konnten.
- Analyse der Stärke und Ausstattung der SS-Panzer-Divisionen im Jahr 1944.
- Bewertung der Ausbildung, Versorgung und seelischen Verfassung der Soldaten der Waffen-SS.
- Untersuchung des Einflusses der Persönlichkeit des militärischen Führers auf den Erfolg der Truppen.
- Beurteilung der militärischen Effektivität der Waffen-SS anhand exemplarischer Kampfhandlungen in der Normandie.
- Vergleich der Waffen-SS mit den Panzerdivisionen der Wehrmacht, um die Ergebnisse im größeren militärischen Kontext einzuordnen.
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Thematik und Leitfrage der Arbeit vor und skizziert den Forschungsstand zum Thema Waffen-SS. Im ersten Teil der Arbeit werden die SS-Panzer-Divisionen im Jahr 1944 im Hinblick auf ihre Stärke, Ausstattung, Ausbildung, Versorgung und seelische Verfassung der Soldaten analysiert. Es wird zudem untersucht, welche Rolle die Persönlichkeit des militärischen Führers spielt und wie der Elitegedanke der Waffen-SS sich auf die Truppe auswirkt. Der zweite Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der militärischen Effektivität der Waffen-SS in der Schlacht um die Normandie. Anhand exemplarischer Kampfhandlungen werden die Leistungen der Waffen-SS analysiert und mit den Panzerdivisionen der Wehrmacht verglichen.
Schlüsselwörter
Waffen-SS, Panzerdivisionen, Normandie, Schlacht um die Normandie, militärische Effektivität, Elitegedanke, Combat Performance, Vergleich, Wehrmacht.
- Citation du texte
- Richard Kuhns (Auteur), 2016, Hitlers "Elite" am Feind? Eine Untersuchung der militärischen Effektivität für die Verbände der Waffen-SS in der Schlacht um die Normandie 1944, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/453919