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Zur Bedeutung des Realisationsprinzips für die steuerliche Gewinnermittlung - Darstellung und Beurteilung der geltenden Rechtslage im Vergleich mit IAS

Title: Zur Bedeutung des Realisationsprinzips für die steuerliche Gewinnermittlung - Darstellung und Beurteilung der geltenden Rechtslage im Vergleich mit IAS

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 22 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplomkaufmann Dominic Sinzger (Author)

Business economics - Accounting and Taxes
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Erstmals in der Geschichte der deutschen Rechnungslegung kam das Realisations-prinzip durch die Aktienrechtsnovelle von 1884 zum Vorschein. Ab diesem Zeit-punkt war es Aktiengesellschaften untersagt, Vermögensgegenstände höher als zu den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten anzusetzen, um dadurch zu verhindern, dass noch nicht durch den Umsatz realisierte Gewinne zur Ausschüttung gelangen konnten. Für die Steuerbilanz wurde das Realisationsprinzip mit der Gesetzesnovel-lierung von 1921 eingeführt und gilt seit dem Bilanzrichtliniengesetz von 1985 in Deutschland rechtsformunabhängig. Heute ist es als Ausfluss des Vorsichtsprinzips wesentlicher Bestandteil der Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung. Durch die in den letzten Jahren zunehmende Internationalisierung der Rechnungslegung und die dadurch vertretenen unterschiedlichen Auffassungen über die Realisation von Gewinnen, wurden auch in Deutschland die Diskussionen über das Realisationsprin-zips wieder neu entfacht. Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung des Realisations-prinzips für die steuerliche Gewinnermittlung zu erörtern und die geltende Rechtsla-ge mit den internationalen Vorschriften zu vergleichen. Im ersten Teil werden die Grundlagen der steuerlichen Gewinnermittlung sowie die Bedeutung des bilanzrecht-lichen Realisationsprinzips für das Steuerrecht erläutert. Im zweiten Teil werden die Auffassungen und Vorschriften der internationalen Rechnungslegung nach IAS/IFRS bezüglich des Realisationsprinzips im Rahmen der periodengerechten Erfolgsermitt-lung dargestellt, mit den handelsrechtlichen Vorschriften verglichen und kritisch gewürdigt. Dabei wird hauptsächlich auf die Unterschiede bei der Gewinnermittlung des umsatzorientierten Kerngeschäfts der Unternehmen eingegangen. Im Mittelpunkt der Arbeit steht hierbei die Behandlung mehrperiodischer Fertigungsaufträge bzw. Dienstleistungen. Auf die nach internationalen Standards zulässige Aktivierung selbst erstellter immaterieller Vermögenswerte sowie auf die international zulässige Neubewertung von Sach- und Finanzanlagen soll im Rahmen dieser Arbeit nicht eingegangen werden. Als Schlusspunkt der Arbeit werden noch mögliche Auswir-kungen der internationalen Rechnungslegung auf das deutsche Realisationsprinzip erörtert, sowie in einem abschließenden Fazit für die Beibehaltung des deutschen Realisationsprinzips plädiert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung: Das Realisationsprinzip 1884 und heute

2 Gewinnermittlung nach EStG

2.1 Methoden der steuerlichen Gewinnermittlung

2.2 Relevanz der handelsrechtlichen GoB für die Steuerbilanz

2.3 Inhalt und Bedeutung des Realisationsprinzips nach HGB

2.4 Zeitpunkt der Ertragserfassung im deutschen Bilanzrecht

2.4.1 Realisationszeitpunkt bei Liefer- und Veräußerungsgeschäften

2.4.2 Realisationszeitpunkt in anderen Fällen

3 Gewinnermittlung nach IAS im Vergleich zum HGB

3.1 „Accrual Principle“ und Realisationsprinzip nach IAS

3.2 Zeitpunkt der erfolgswirksamen Ertragserfassung nach IAS

3.2.1 Erträge nach IAS 18

3.2.2 Langfristige Fertigung und mehrperiodische Dienstleistungen

3.2.2.1 „Completed-Contract Method“

3.2.2.2 „Percentage-of-Completion Method“

3.2.2.3 Würdigung und Vergleich der beiden Modelle

3.2.3 Zeitlich nachgelagerte Ertragserfassung

3.3 Verknüpfung von Ertrags- und Aufwandserfassung

4 Zukünftige Bedeutung des handelsrechtlichen Realisationsprinzips im Kontext einer Ausrichtung der dt. Rechnungslegung an internationale Standards

4.1 Anwendung von IAS/IFRS in Deutschland – Abschied vom handelsrechtlichen Realisationsprinzip?

4.2 „Revenue Recognition“ - Mögliche Änderungen bei der Ertragsermittlung nach IFRS im Hinblick auf eine Relevanz für die steuerliche Gewinnermittlung

5 Plädoyer für das deutsche Realisationsprinzip

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des Realisationsprinzips für die steuerliche Gewinnermittlung in Deutschland. Dabei wird analysiert, wie sich das bewährte deutsche, vorsichtsorientierte Realisationsprinzip im Vergleich zu den internationalen Rechnungslegungsvorschriften (IAS/IFRS) verhält und ob eine Harmonisierung beider Systeme im Hinblick auf den Gläubigerschutz und eine gleichmäßige Besteuerung sinnvoll oder möglich ist.

  • Grundlagen der steuerlichen Gewinnermittlung nach EStG und HGB.
  • Vergleich der zeitlichen Ertragserfassung zwischen deutschem Bilanzrecht und IAS/IFRS.
  • Analyse der Bilanzierung von langfristigen Fertigungsaufträgen und mehrperiodischen Dienstleistungen.
  • Diskussion über die zukünftige Ausrichtung der deutschen Rechnungslegung im Kontext internationaler Standards.
  • Bewertung der Relevanz von IAS/IFRS-Konzepten wie "Revenue Recognition" für die Steuerbilanz.

Auszug aus dem Buch

3.2.2.1 „Completed-Contract Method“

Wie bereits erörtert erfolgt steuerlich die zeitliche Ertragserfassung aus dem Realisationsprinzip im Sinne des § 252 Abs. 1 Nr. 4 Satz 2 HGB i.V.m § 5 Abs. 1 EStG. Eine explizite Regelung für die Behandlung von Erträgen aus langfristiger Auftragsfertigung fehlt im HGB jedoch. Hinsichtlich dieser Regelungslücke dominiert in der Literatur weiterhin die traditionelle und konservative Sichtweise und somit eine strenge Auslegung des Realisationsprinzips. Demnach ist der Gewinn erst dann auszuweisen, wenn das Gesamtwerk endgültig übergeben und abgenommen, eine Endrechnung gestellt und die Preisgefahr auf den Käufer übergegangen ist. Dies hat zur Folge, dass die laufenden Kosten des Fertigungsauftrages bei Anwendung des Gesamtkostenverfahrens als Herstellungskosten aktiviert werden und somit zu Bestandserhöhungen führen, sofern mit der Realisierung der Erträge zu rechnen ist.

Jedoch kommt es hierbei durch das Aktivierungsverbot für Selbstkostenbestandteile wie z.B. Vertriebskosten regelmäßig zu unerwünschten aufwandswirksamen Auftragszwischenverlusten, die dann aufgrund der noch nicht eingetretenen Gewinnrealisierung das Unternehmensergebnis belasten. Diese Methode wird international auch als „Completed Contract Method“ bezeichnet und orientiert sich an einer sehr strengen Auslegung des Realisationsprinzips. Wie bereits angedeutet, ist dies die im Handels- und Steuerrecht einzig zugelassene Methode. Eine Ausnahme, die auch im Handels- und Steuerrecht zulässig ist, stellt die „echte“ Teilgewinnrealisierung dar. Dabei wird der gesamte Fertigungsauftrag in mehrere selbstständig abnehmbare Teilgewerke zerlegt und für diese einzelne Preise vereinbart. Diese Teilgewerke werden dann einzeln im Sinne der „Completed Contract Method“ abgenommen und die vereinbarten Preise als Erträge realisiert.

Zusammenfassung der Kapitel

Einführung: Das Realisationsprinzip 1884 und heute: Historischer Überblick über die Entstehung des Prinzips und Definition des Forschungsziels dieser Arbeit.

Gewinnermittlung nach EStG: Erläuterung der steuerrechtlichen Methoden zur Gewinnermittlung und der Bedeutung der handelsrechtlichen Grundsätze für die Steuerbilanz.

Gewinnermittlung nach IAS im Vergleich zum HGB: Analyse der grundlegenden konzeptionellen Unterschiede zwischen dem deutschen Vorsichtsprinzip und dem periodengerechten Erfolgsermittlungsansatz der IAS.

Zukünftige Bedeutung des handelsrechtlichen Realisationsprinzips im Kontext einer Ausrichtung der dt. Rechnungslegung an internationale Standards: Kritische Auseinandersetzung mit der möglichen Einführung von IAS/IFRS-Prinzipien und deren Auswirkungen auf die deutsche Steuerpraxis.

Plädoyer für das deutsche Realisationsprinzip: Abschließende Begründung für die Beibehaltung des deutschen Realisationsprinzips zum Schutz von Gläubigern und zur Vermeidung vorzeitiger Gewinnausschüttungen.

Schlüsselwörter

Realisationsprinzip, Steuerbilanz, Gewinnermittlung, EStG, HGB, IAS, IFRS, Vorsichtsprinzip, Periodenabgrenzung, Fertigungsaufträge, Completed-Contract Method, Percentage-of-Completion Method, Revenue Recognition, Gläubigerschutz, Maßgeblichkeitsprinzip

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Relevanz und Anwendung des Realisationsprinzips bei der steuerlichen Gewinnermittlung unter Berücksichtigung sowohl deutscher Vorschriften als auch internationaler IAS/IFRS-Standards.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Vergleich zwischen dem HGB-basierten Vorsichtsprinzip und der periodengerechten Erfolgsermittlung nach IAS sowie deren Auswirkungen auf die steuerliche Gewinnermittlung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu erörtern, ob das deutsche Realisationsprinzip trotz zunehmender Internationalisierung der Rechnungslegung für steuerliche Zwecke beibehalten werden sollte, um Gläubiger vor verfälschten Bilanzausweisen zu schützen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine rechtsvergleichende und analytische Untersuchung der bestehenden Gesetzeslage sowie der internationalen Standards unter Einbeziehung aktueller Literatur und Rechtsprechung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Unterschiede bei der Ertragserfassung, insbesondere bei langfristigen Fertigungsaufträgen, und analysiert die Vor- und Nachteile verschiedener Rechnungslegungskonzeptionen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Realisationsprinzip, Gewinnermittlung, HGB, IAS/IFRS, Vorsichtsprinzip und Gläubigerschutz.

Warum wird die „Completed-Contract Method“ kritisiert?

Sie wird kritisiert, weil das Aktivierungsverbot für bestimmte Selbstkostenbestandteile zu aufwandswirksamen Auftragszwischenverlusten führen kann, die das Unternehmensergebnis belasten, bevor der Gewinn realisiert ist.

Inwiefern beeinflusst das „Revenue Recognition“-Projekt die künftige Rechnungslegung?

Es soll Unklarheiten bei der Gewinnermittlung beseitigen und die Ertragsrealisation stärker an vertragliche Komponenten binden, was jedoch zu einer weiteren Vorverlagerung der Ertragsrealisierung führen könnte.

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Details

Title
Zur Bedeutung des Realisationsprinzips für die steuerliche Gewinnermittlung - Darstellung und Beurteilung der geltenden Rechtslage im Vergleich mit IAS
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Course
Steuerlehre
Grade
1,3
Author
Diplomkaufmann Dominic Sinzger (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V45393
ISBN (eBook)
9783638428088
ISBN (Book)
9783638637336
Language
German
Tags
Bedeutung Realisationsprinzips Gewinnermittlung Darstellung Beurteilung Rechtslage Vergleich Steuerlehre
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplomkaufmann Dominic Sinzger (Author), 2005, Zur Bedeutung des Realisationsprinzips für die steuerliche Gewinnermittlung - Darstellung und Beurteilung der geltenden Rechtslage im Vergleich mit IAS, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45393
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