In den letzten Jahren haben automatische Identifizierungssysteme (Auto ID) einen enormen Zuwachs in der Beschaffungs- und Distributionslogistik im Handel und in vielen anderen Dienstleistungsbereichen gehabt.
Hier gilt es Daten und Informationen über Güter und Waren allen beteiligten Instanzen zur Verfügung zu stellen, welches die Hauptaufgabe der Auto ID Systeme ist.
Vor vielen Jahren revolutionierte der Barcode, gedruckt auf Verpackung oder Etiketten, den Markt und Handel. So ist der Barcode die bislang günstigste Variante, der Auto ID Systeme. Die jedoch geringe Speicherkapazität, so wie die unmögliche Umprogrammierung, stellt einen Engpass für das erhöhte Datenaufkommen in der Logistik da.
Weitaus flexibler und leistungsstärker ist ein Auto ID System, das als RFID - System (Radio Frequency Identification) bezeichnet wird, welches die gespeicherten Daten und benötigte Energie durch induktive Übertragung mit einem dazu gehörigem Lesegerät kontaktlos austauschen kann. Die Entwicklung solcher RFID - Systeme wurde von einer Vielzahl von Firmen sehr stark vorrangetrieben und entwickelt sich zu einem eigenständigem interdisziplinären Fachgebiet.
Jedoch die Technik als solche ist längst nicht neu, so wird diese Art der Transponder Technologie schon seid längerer Zeit in der KFZ Fertigung eingesetzt und dient in einfacher Bauform auch als Wegfahrsperre.
Die Software- und Hardwarehersteller arbeiten intensivst an einer einheitlichen Lösung für Logistik und Handel um RFID entlang der gesamten Logistikkette einsetzbar zu machen. Aufbauend auf den Systemen vorhandener Auto ID Systeme, sind die Probleme der Integration und des globalen Einsatzes, insbesondere die einheitliche informationstechnische Infrastruktur, immer noch zu lösen.
Dies ist insbesondere für den Einsatz von RFID in der Logistik sehr relevant, so gilt es eine Systemgestaltung zu entwickeln, um Produktdaten, via Internet, unter den vielen Akteuren, wie Lieferanten, Hersteller und Kunden, auszutauschen und nachvollziehbar zu machen.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 GRUNDLANGEN - AUTO ID SYSTEME
3 RFID
3.1 Grundlagen
3.2 Technik und Systeme
3.3 Vorteile und Probleme der RFID Technologie
4 KOMMUNIKATION UND STANDARDISIERUNG
4.1 EPC
4.2 EPC und Identifikationsnummern
4.3 EPC Netzwerk - Architektur
4.3.1 Object Name Service (ONS)
4.3.2 Physical Markup Language
5 EINSATZMÖGLICHKEITEN VON RFID UND EPC
5.1 Einsatzfelder in der Logistik
5.1.1 Identifikation und Sortierung:
5.1.2 Protokollierung und Verifizierung:
5.2 Der Metro Future Store
5.2.1 RFID Net
5.2.2 RFID Innovation Center
6 SICHERHEIT UND DATENSCHUTZ
7 FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einsatz der Radio Frequency Identification (RFID) als innovative Technologie zur Optimierung logistischer Prozesse. Das primäre Ziel ist es, den Nutzen und die Anwendungsfelder von RFID-Systemen innerhalb der gesamten Supply Chain aufzuzeigen sowie notwendige Standards und kritische Sicherheitsaspekte zu diskutieren.
- Grundlagen automatischer Identifikationssysteme (Auto ID)
- Technologische Funktionsweise von RFID und EPC-Netzwerk-Architektur
- Logistische Anwendungspotenziale wie Warenverfolgung und Bestandsmanagement
- Fallbeispiel: Der METRO Group Future Store
- Datenschutzrechtliche und sicherheitstechnische Herausforderungen der Technologie
Auszug aus dem Buch
3.1 Grundlagen
Radio Frequency Identification, kurz RFID genannt, ist eine, auch als Transpondertechnologie bezeichnete Technik zum kontaktlosen Austausch von Informationen. Dieses geschieht durch elektromagnetische Wechselfelder, die sowohl für die Übertragung der Daten, als auch der Stromversorgung der sogenannten Tags dienen. Die elektronischen Chips sind mit einer Sende- / Empfangsantenne verbunden und können je nach Geometrie und Größe in unterschiedlichen Bauarten eingesetzt werden. Man spricht in diesem Fall auch von Transpondern oder Tags. In Kombination mit einem Trägermaterial und in Verbindung mit einer Klebeschicht werden die Tags dann zu elektronischen Etiketten (Smart-Labels).
Diese Tags haben einen internen Speicher als Kernstück, der als Informationsträger dient. Ein stationäres oder mobiles Lese- / Schreibgerät sendet bzw. empfängt Informationen vom Transponder. Diese können anschließend in der, an das Lesegerät angeschossene, Applikation, beispielsweise ein Warenwirtschaftssystem, ausgewertet und weiter verarbeitet werden. Durch die wiederbeschreibbaren Transponder können die Daten auf den elektronischen Etiketten modifiziert werden, und die Etiketten selbst – etwa in Produktionskreisläufen – immer wieder verwendet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Einführung in die Bedeutung automatischer Identifizierungssysteme und die Notwendigkeit flexiblerer Lösungen als der Barcode für moderne Logistikketten.
2 GRUNDLANGEN - AUTO ID SYSTEME: Überblick über verschiedene Identifikationstechniken wie OCR, Barcode und RFID sowie deren spezifische Einsatzbereiche.
3 RFID: Detaillierte Betrachtung der Funktionsweise von RFID-Transpondern sowie der technischen Differenzierung und Vorteile gegenüber herkömmlichen Systemen.
4 KOMMUNIKATION UND STANDARDISIERUNG: Erläuterung der Bedeutung einheitlicher Standards wie dem Electronic Product Code (EPC) zur globalen Warenidentifikation.
5 EINSATZMÖGLICHKEITEN VON RFID UND EPC: Darstellung konkreter Anwendungsbeispiele in der Logistik und im Handel, inklusive des Fallbeispiels METRO Future Store.
6 SICHERHEIT UND DATENSCHUTZ: Kritische Reflexion über potenzielle Gefahren durch RFID, insbesondere bezüglich Datenschutz, Manipulation und Anonymität.
7 FAZIT: Zusammenfassende Bewertung von RFID als zukunftsweisende Technologie bei gleichzeitiger Notwendigkeit gesetzlicher Rahmenbedingungen.
Schlüsselwörter
RFID, Radio Frequency Identification, Logistik, Auto ID, Transponder, EPC, Electronic Product Code, Supply Chain, Warenverfolgung, Datensicherheit, Datenschutz, METRO Future Store, Barcode, Standardisierung, Informationsmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert den Einsatz und die Vorteile der Radio Frequency Identification (RFID) als leistungsstarke Ergänzung oder Alternative zu bestehenden Auto ID Systemen innerhalb der Logistik.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Themen umfassen technologische RFID-Grundlagen, Standardisierungsbemühungen durch den Electronic Product Code (EPC), logistische Anwendungsbereiche sowie Sicherheitsbedenken.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Nutzen von RFID entlang der gesamten Wertschöpfungskette darzulegen und kritisch zu prüfen, wie die Technologie logistische Prozesse effizienter gestalten kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine Seminararbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung von Fallbeispielen, wie dem METRO Future Store, basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in technische Grundlagen, die Erläuterung der EPC-Netzwerk-Architektur, praktische Einsatzfelder in der Logistik und eine sicherheitstechnische Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird primär durch Begriffe wie RFID, Logistik, Supply Chain, Electronic Product Code (EPC) und Datenschutz charakterisiert.
Wie unterscheidet sich RFID technisch vom Barcode?
Im Gegensatz zum Barcode ermöglicht RFID den kontaktlosen Datenaustausch ohne Sichtverbindung und bietet die Möglichkeit, Daten mehrfach zu schreiben und mehrere Tags gleichzeitig im Pulk zu erfassen.
Welche Rolle spielt der METRO Future Store in der Arbeit?
Der METRO Future Store dient als konkretes Praxisbeispiel, um zu demonstrieren, wie RFID-Technologien im realen Handelsumfeld zur Optimierung des Lager- und Informationsmanagements eingesetzt werden.
Warum ist eine Standardisierung für RFID so wichtig?
Eine einheitliche Standardisierung, wie durch EPCglobal, ist essenziell, um einen reibungslosen, internationalen Datenaustausch über Unternehmensgrenzen hinweg zu ermöglichen.
- Quote paper
- Daniel Dreher (Author), 2005, Der Einsatz der Radio Frequency Identification in der Logistik, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45398