Vor dem Hintergrund der Debatte um die Vereinbarkeitsproblematik der einzelnen Lebensbereiche sowie der Annahme, einer Summierung dieser Herausforderung innerhalb von Paarbeziehungen, werden drei Paare, mit Hilfe der Grounded Theory analysiert. Es sollen Strategien ermittelt werden, die es ermöglichen, in Anbetracht der Vereinbarkeitsansprüche, ausreichend Gemeinsamkeit herzustellen. Basierend auf den Daten narrativ geführter Paarinterviews, konnten theoretische Annahmen des Konstruktivismus sowie der klassischen Paarsoziologie bestätigt werden. Zudem wurde die Kategorie der Ähnlichkeit bezüglich Prioritäten und Vorlieben zwischen beiden Partnern, als zentrale Bewältigungsstrategie der Paare herausgearbeitet, mit deren Hilfe ein subjektiv ausgewogenes Verhältnis zwischen Arbeit-, Privat- und Beziehungsleben generiert wird. Die Ergebnisse können als Grundlage für einige weiterführende Forschungsprojekte betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Rahmen und Forschungsstand
2.1 Forschungsgegenstand: „paarweise“ Gemeinsamkeiten
2.2 Balanceakt der Lebensbereiche
2.3 Paarsoziologie und Konstruktivismus
3. Methodische Herangehensweise
3.1 Methodisches Vorgehen nach Barney G. Glaser und Anselm L. Strauss
3.2 Angewandte Analyseinstrumente der Grounded Theory
3.3 Forschungsethische Aspekte und Gütekriterien der qualitativen Forschung
3.4 Selbstreflexion im Forschungsprozess
4. Datenerhebung
4.1 Feldbestimmung: Suche nach Vielfalt
4.2 Feldzugang
4.3 Prozess der Datenerhebung
4.3.1 Leitfadenkonzept
4.3.2 Charakteristika der Interviews
4.4 Transkription
5. Ergebnisdarstellung
5.1 Analyse
5.1.1 Kommunizierte vs. durchgeführte Handlungsabläufe
5.1.2 Schlüsselkategorie: Die Ähnlichkeit
5.1.3 Lebensweisen: „In Etappenzielen“
5.1.4 Geld und Finanzen: „War(en) uns egal“
5.1.5 Der Haushalt: „Klappt schon irgendwie“
5.1.6 Partnerschaftsideale: „Man erwartet schon was bestimmtes“
5.2 Ergebniszusammenfassung: „Man (sollte) sich irgendwie ähnlich (sein)“
6. Ausblick
7. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Diese Bachelorarbeit untersucht, welche Strategien Paare im Alltag anwenden, um trotz konkurrierender Ansprüche aus verschiedenen Lebensbereichen (wie Arbeit, Privatleben und Beziehung) ausreichend Gemeinsamkeit herzustellen. Die Arbeit geht der Forschungsfrage nach, wie Paare diese Herausforderungen bewältigen und welche Rolle individuelle Aushandlungsprozesse sowie gemeinsame Identitätsarbeit dabei spielen.
- Analyse paarinterner Interaktions- und Aushandlungsprozesse im Alltag.
- Untersuchung der Bedeutung von „Ähnlichkeit“ als zentraler Bewältigungsstrategie.
- Anwendung der Grounded Theory zur qualitativen Datenauswertung.
- Exploration der Spannungsfelder zwischen Work-Life-Balance und partnerschaftlicher Gemeinsamkeit.
- Kontrastierung von kommunizierten Idealen und tatsächlich gelebten Alltagspraxen.
Auszug aus dem Buch
5.1.2 Schlüsselkategorie: Die Ähnlichkeit
Die in einer Paarbeziehung angestrebte, erfolgreiche Integration der einzelnen Lebensbereiche in einen gemeinsamen Alltag, soll im Idealfall zu einer ausgewogenen Balance der Sphären „Work“, „Life“ und „Love“ führen. Sowohl die Bereiche Arbeit und Freizeit als auch die Ebene der romantischen Zweierbeziehung („love“), müssen Platz im alltäglichen Tagesablauf finden, um eine ausreichende Gemeinsamkeit zu schaffen.
Im Zuge der analytisch beobachteten Strategien, die angewendet wurden um dieser Herausforderung gerecht zu werden, wurde ein Aspekt besonders deutlich.
Die subjektive Betrachtungsweise einer ausreichenden „Ausbalanciertheit“ der Lebensbereiche, hängt wesentlich vom Maß der Ähnlichkeit zwischen den Partnern ab.
Es stellt sich heraus, dass eine (zumindest kommunizierte) ausgeprägte Ähnlichkeit der Paare bezüglich Ansichten, Prioritäten, Lebensentwürfe etc., die Herstellung der nötigen Gemeinsamkeit innerhalb ihrer Beziehung stark begünstigt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz der Vereinbarkeitsproblematik in Paarbeziehungen und führt in die Fragestellung nach Strategien zur Herstellung von Gemeinsamkeit ein.
2. Theoretischer Rahmen und Forschungsstand: Dieses Kapitel verortet das Thema theoretisch, indem es Begriffe wie Work-Life-Balance, Paaridentität und Paarsoziologie im Kontext des Konstruktivismus diskutiert.
3. Methodische Herangehensweise: Hier wird der methodische Prozess basierend auf der Grounded Theory nach Glaser und Strauss sowie die Forschungsethik und Selbstreflexion der Autorin dargelegt.
4. Datenerhebung: Dieses Kapitel beschreibt die Rekrutierung der drei untersuchten Paare sowie das Leitfadenkonzept und den Prozess der Datengewinnung und Transkription.
5. Ergebnisdarstellung: Der Hauptteil präsentiert die Analyseergebnisse, arbeitet die Schlüsselkategorie „Ähnlichkeit“ heraus und beleuchtet Themen wie Lebensweisen, Finanzen, Haushalt und Partnerschaftsideale.
6. Ausblick: Der Ausblick resümiert die Ergebnisse und gibt Anregungen für weiterführende, milieuspezifische oder vergleichende Forschungsprojekte.
Schlüsselwörter
Paarbeziehung, Gemeinsamkeit, Alltag, Grounded Theory, Ähnlichkeit, Work-Life-Balance, Paaridentität, Konstruktivismus, Aushandlungsprozesse, qualitative Studie, Lebensbereiche, Vereinbarkeit, Paarinterviews, Beziehungsalltag, Handlungsstrategien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht soziologisch, wie Paare im alltäglichen Zusammenleben Strategien entwickeln, um trotz individueller Anforderungen und Zeitkonkurrenz ein Gefühl von Gemeinsamkeit zu wahren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Analyse konzentriert sich auf die Bereiche Lebensweisen, finanzielle Organisation, Haushaltsführung und die grundlegenden Partnerschaftsideale der befragten Paare.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, zu ermitteln, welche spezifischen Strategien Paare einsetzen, um die verschiedenen Lebensbereiche (Work, Life, Love) erfolgreich in einen gemeinsamen Alltag zu integrieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine qualitative Studie durchgeführt, die methodisch auf der Grounded Theory nach Barney G. Glaser und Anselm L. Strauss basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Interviews, wobei die Diskrepanz zwischen kommunizierten Idealen und tatsächlich ausgeführten Praxen sowie die Schlüsselkategorie der „Ähnlichkeit“ im Fokus stehen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind neben der „Paarbeziehung“ und „Gemeinsamkeit“ insbesondere „Ähnlichkeit“, „Grounded Theory“ und „Paaridentität“.
Welche Rolle spielt das Alter der Paare für die Analyse?
Das Alter bzw. die Beziehungsdauer diente als Auswahlkriterium für das Sample, um Vielfalt in den Daten zu generieren und unterschiedliche Lebensphasen bei der Bewältigung des Alltags zu beleuchten.
Wie unterscheidet sich die "paarinterne Logik" der Paare?
Die Paare bewegen sich in ihren Strategien zwischen pragmatischen Entscheidungen (z.B. Wohnortwahl, Zeitmanagement) und romantischen Idealen, wobei die Gewichtung je nach Paar variiert.
Warum ist das Konzept der "Paaridentität" so wichtig für die Untersuchung?
Die Paaridentität fungiert als stabilisierendes Element, das den Partnern als Interpretationsfolie für ihr Handeln dient und ein Gefühl der Wir-Gemeinschaft erzeugt.
- Citation du texte
- Katja Schwarz (Auteur), 2014, Strategien zur Herstellung von Gemeinsamkeit in Paarbeziehungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454011