Wie das ehemalige sowjetische Staatsoberhaupt in seinem aktuellen Buch, beschäftigt sich diese Seminararbeit mit den Fragen nach der Person Gorbatschow sowie den von ihm eingeleiteten Reformen der Perestroika und Glasnost in der UdSSR. Dies stellt den Hauptschwerpunkt der Arbeit dar. Anschließend wird der Zerfall der Sowjetunion beschrieben. Als zweites Thema wird die Rolle Gorbatschows im Wiedervereinigungsprozess und die Sichtweisen auf die Ereignisse und auf Michail Gorbatschow selbst seitens Deutschlands und Russlands präsentiert. Worin besteht die Kontroverse?
Die zeitliche Eingrenzung der Seminararbeit wird ungefähr auf die Amtszeit Gorbatschows als sowjetischer Staatspräsident (1990-1991) festgelegt. Der Einstieg wird jedoch Mitte der Achtzigerjahre gemacht, um die Entwicklung in der Sowjetunion und in Deutschland aufzuzeigen.
Das Ziel dieser Seminararbeit ist es, durch den methodischen Umgang mit Literatur und Quellen, die gestellten Fragen ausreichend beantworten zu können. Dies gestaltet sich angesichts der Fülle an vorhandenen Informationen als schwierig. Der Umfang an der zur Verfügung stehenden Literatur ist enorm, sodass das Selektieren sowie das Eingrenzen des Themas von größter Wichtigkeit sind. Resümierend betrachtet ist also die größte Herausforderung beim Erstellen dieser Seminararbeit die richtige Fokussierung.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Aktuelles
1.2 Thema und Vorgehensweise
1.3 Quellenlage, Forschungsstand und Literatur
2. Michail Gorbatschow
2.1. Hintergrund
2.2. Perestroika: die Anfänge
2.3. Der Weg zum Zerfall
2.4. Kontroverse
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Seminararbeit untersucht die Person Michail Gorbatschow und analysiert die von ihm eingeleiteten Reformen (Perestroika und Glasnost) sowie deren Auswirkungen auf den Zerfall der Sowjetunion. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der differenzierten Wahrnehmung seiner Rolle im Wiedervereinigungsprozess zwischen der westlichen Sichtweise und der russischen Kontroverse.
- Biografische Einordnung von Michail Gorbatschow
- Analyse der Reformpolitik (Perestroika und Glasnost)
- Der Zerfall der Sowjetunion
- Deutsch-russische Perspektiven und Kontroversen zur Person Gorbatschows
- Bedeutung Gorbatschows für die deutsche Wiedervereinigung
Auszug aus dem Buch
2.4. Kontroverse
„Mir tut es noch heute leid, […], dass es nicht gelungen ist, die Reformierung des Landes zu Ende zu führen und die Perestroika im Rahmen meiner Absichten zu halten. Das betrübt mich, denn meine Verantwortung für die Sowjetunion wie für die Weltpolitik war groß.“
Während Gorbatschow im Westen, dank der Verklärung durch westliche Medien, vor allem als Held und „Wegbereiter der deutschen Einheit“ gesehen wird, herrscht in Russland, sowohl bei Historikern, Medien als auch der einfachen Bevölkerung, ein anderes, kritischeres, ja geradezu negatives Bild von ihm vor, nämlich das des Versagers und Verräters.
Unmittelbar nach der Auflösung der Sowjetunion äußerte sich der Botschafter des nicht mehr existenten Landes Walentin Falin zu Gorbatschow, er habe Russland und den anderen Sowjetrepubliken den größten Schaden zugefügt, den sie je erlitten hätten.
Warum ist das so? Dieser Frage wird nun im Folgenden nachgegangen. Schaut man sich zuerst die russische Sichtweise an, wird vieles klarer: In Russland ist Gorbatschows Ruf weit schlechter als im Westen, weil er nach verbreiteter Meinung als Verursacher des Zusammenbruchs der Sowjetunion und der darauffolgenden Zeit der wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit gilt. Der Grund für die Schuldzuweisung liegt darin, dass „die Sowjetbürger den Gewinn an Freiheit mit noch mehr Armut und noch mehr Korruption bezahlen mussten; an die Gefängnisordnung hatte man sich ja gewöhnt – das Chaos fanden sie schlimmer.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in das Thema ein, skizziert die Aktualität der Person Gorbatschows und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die Quellenlage der Arbeit.
2. Michail Gorbatschow: Das Hauptkapitel analysiert den politischen Aufstieg, die Reformprogramme (Perestroika und Glasnost), den Zerfall der Sowjetunion und die ambivalente öffentliche Wahrnehmung seiner Person.
3. Fazit: Das Fazit zieht eine zusammenfassende Bilanz, die Gorbatschow als historische Figur zwischen der Heldenrolle im Westen und der Verräterrolle in seiner russischen Heimat einordnet.
Schlüsselwörter
Michail Gorbatschow, Sowjetunion, Perestroika, Glasnost, Wiedervereinigung, Kalter Krieg, Russische Geschichte, Reformpolitik, Zerfall, Kontroverse, Ost-West-Dichotomie, Helmut Kohl, Politische Transformation, Zeitgeschichte, UdSSR.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die politische Ära von Michail Gorbatschow und seine Rolle bei der Transformation der Sowjetunion sowie deren Einfluss auf die Weltpolitik.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die Perestroika- und Glasnost-Reformen, der Zusammenbruch der Sowjetunion und die unterschiedliche Wahrnehmung Gorbatschows in Deutschland und Russland.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Gorbatschows Person und seine Politik historisch einzuordnen und die Kontroverse um sein Handeln wissenschaftlich fundiert darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literatur- und quellenbasierte historische Analyse angewendet, um die Ereignisse chronologisch und inhaltlich zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in den Hintergrund seines Aufstiegs, die Anfänge und das Scheitern der Reformen sowie eine detaillierte Analyse der gegensätzlichen Sichtweisen auf seine Person.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Gorbatschow, Reformpolitik, Zerfall, Wiedervereinigung und Ost-West-Dichotomie charakterisiert.
Warum wird Gorbatschow in Russland häufig als Verräter bezeichnet?
Die Kritik speist sich aus dem wirtschaftlichen Zusammenbruch, der Korruption und der Perspektivlosigkeit, die viele Bürger der Sowjetunion nach den Reformen erlebten.
Wie unterscheidet sich die westliche von der russischen Sichtweise?
Während der Westen ihn primär als Wegbereiter der deutschen Einheit und des friedlichen Endes des Kalten Krieges feiert, wird er in Russland oft als derjenige gesehen, der den Zerfall der Supermacht und nationalen Abstieg verursacht hat.
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- Katharina Kogan (Author), 2018, Michail Gorbatschow. Die Dichotomie zwischen Ost und West, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454034