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Das Heilige Land im Vergleich zwischen jüdisch-orthodoxer Imagination und zionistischem Verständnis

Title: Das Heilige Land im Vergleich zwischen jüdisch-orthodoxer Imagination und zionistischem Verständnis

Seminar Paper , 2015 , 18 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Matthias Messerle (Author)

Theology - Miscellaneous
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Diese Abhandlung will anhand der beiden Kriterien Territorium und Volk einen Vergleich anstellen zwischen den normativen Quellen des Judentums auf der einen und der Propaganda der deutschsprachigen zionistischen Bewegung auf der anderen Seite. Dabei dient die digitale Sammlung Compact Memory, eine Online-Bibliothek deutsch-jüdischer Periodika aus den Jahren 1768–1938, als Grundlage für die zu betrachtenden Quellen.

Wenn landläufig vom Zionismus geredet wird, wird oft nicht beachtet, dass diese nationalistische Bewegung wie jede andere politische oder religiöse Ideologie viele Gesichter hat, dabei aber zu einem Großteil von säkularen Juden begründet und vorangetrieben wurde. Nichtsdestotrotz hat der Zionismus seine Wurzeln in der Hebräischen Bibel und den weiteren normativen Quellen des rabbinischen Judentums mit dem Talmud als Hauptwerk. Doch während aus jüdisch-orthodoxer Sicht nur der Messias selbst die Rückführung des jüdischen Volkes in das Gelobte Land bewirken kann, ergriffen die Zionisten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts selbst die politische Initiative.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Kriterium Territorium

2.1 Jüdische Tradition

2.2 „Palästina-Handbuch“

2.3 „Volk und Land“

3. Kriterium Volk

3.1 Jüdische Tradition

3.2 „Herzl-Bund-Blätter“

3.3 „Palästina“

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Vergleich zwischen traditionellen jüdischen Vorstellungen und der Propaganda des deutschsprachigen Zionismus des frühen 20. Jahrhunderts anhand der zentralen Kriterien „Territorium“ und „Volk“. Die Forschungsfrage widmet sich dabei der Analyse, inwieweit zionistische Schriften auf normative Quellen des Judentums zurückgreifen und an welchen Stellen sie sich davon unterscheiden oder neue, säkulare Konzepte etablieren.

  • Vergleichende Analyse von religiösen Traditionen und zionistischer Ideologie
  • Untersuchung der Definition von „Territorium“ im Kontext von Eretz Israel
  • Betrachtung der Konzeption des jüdischen Volkes als Nation
  • Evaluierung von Konzepten wie der „Eroberung der Arbeit“ und der „Erlösung des Bodens“
  • Auswertung deutsch-jüdischer Periodika der Jahre 1910 bis 1920

Auszug aus dem Buch

2.1 Jüdische Tradition

Zunächst gilt es also, den Blick auf die jüdische Tradition bezüglich des Heiligen Landes zu lenken. Dabei ist in der Analyse zwischen dem Alten Israel und dem nachbiblischen rabbinischen Judentum zu differenzieren. Wohl beginnt das Narrativ des jüdischen Geschicks im Alten Testament. Vom hebräischen Verb ʿaḇar – übersetzt: hinübergehen, überqueren – und der biblischen Erzählung vom israelitischen Auszug aus Ägypten samt der wundersamen Überquerung des Roten Meeres stammt der „Gründungsmythos“ und der Name des Volkes der Hebräer (ʿiḇri). Der biblische Befund bezüglich der Verheißung des Landes Kanaan (so der biblische Name für Palästina) an die Israeliten ist reichhaltig und beginnt in dem Bundesschluss Gottes mit dem Patriarchen Abraham.

Dass die Grenzen des Landes, das den Israeliten geschenkt wird, schon in der Hebräischen Bibel nicht einheitlich daherkommen, zeigt der Judaist Moshe Weinfeld. So ist das Ostjordanland südlich des Sees Genezareth in den der priesterlichen Tradition zugeordneten Schriften vom Land ausgenommen, während die heutigen Gebiete des Libanon und Syriens größtenteils eingeschlossen sind. Diese Grenzziehung wird beispielsweise in 4. Mose 34,1-12 geboten und ist auch für die rabbinische Tradition relevant, die Transjordanien nicht als Teil des von Gott verheißenen Landes versteht. Die bekannte Formel „Von Dan bis Beersheva“, die selbst von den Briten Anfang des 20. Jahrhunderts noch bemüht wurde, gibt wohlgemerkt nur die Nord-Süd-Ausdehnung des Landes an. In einem anderen, später entstandenen „Grenzsystem“, das zum Beispiel in 1. Mose 15,18-21 formuliert wird, gehört das Ostjordanland zu dem von Gott verheißenen Land, das gemäß der Aussage hier „von dem Strom Ägyptens (hebr. nahar/nahal mitzrayim) an bis an den […] Euphrat“ reichen soll.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die thematische Eingrenzung auf den deutschsprachigen Zionismus und stellt die methodische Herangehensweise anhand der Vergleichskriterien Territorium und Volk vor.

2. Kriterium Territorium: Dieses Kapitel untersucht, wie sich zionistische Konzepte zum Land Israel von traditionellen biblischen und rabbinischen Vorstellungen abgrenzen und durch einen pragmatischen, säkularen Ansatz ersetzt werden.

3. Kriterium Volk: Der Abschnitt beleuchtet die zionistische Umdeutung des Judentums zur Nation im Vergleich zur religiösen Selbstdefinition und analysiert die Rolle von Arbeit und Sprache als nationale Identitätsmerkmale.

4. Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass der untersuchte Zionismus primär national-geschichtliche statt religiöse Ansprüche formuliert und sich in der Praxis von der jüdisch-orthodoxen Wartehaltung distanziert.

Schlüsselwörter

Zionismus, Palästina, Territorium, Volk, Judentum, rabbinische Tradition, Eretz Israel, Nationalismus, Diaspora, praktische Zionismus, Eroberung der Arbeit, Erlösung des Bodens, deutschsprachige zionistische Presse, Identität, Zion-Sehnsucht

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die ideologischen Unterschiede zwischen dem traditionellen, religiös geprägten Judentum und der zionistischen Bewegung im Hinblick auf die beiden Kernelemente Territorium und Volk.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentral sind die biblischen und rabbinischen Definitionen von Land und Volk sowie deren säkularisierte Transformation in der deutschsprachigen zionistischen Presse des frühen 20. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es zu klären, welche normativen jüdischen Quellen der Zionismus aufgreift und an welchen Stellen er sich davon entfernt, um eine nationale, politische Agenda zu verfolgen.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine quellenkritische und vergleichende Analyse anhand digitaler Sammlungen deutsch-jüdischer Periodika durch, unterstützt durch Sekundärliteratur zu jüdischer Geschichte und Zionismus.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden exemplarische Artikel aus Publikationen wie dem „Palästina-Handbuch“, der Zeitschrift „Volk und Land“, den „Herzl-Bund-Blättern“ und der Zeitschrift „Palästina“ in Bezug auf ihre territorialen und völkischen Definitionen untersucht.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Zionismus, Palästina, Territorium, Volk, Nation, Eretz Israel und jüdische Tradition geprägt.

Wie bewertet der Autor die Rolle des „Palästina-Handbuchs“ von Davis Trietsch?

Trietsch wird als praktischer Zionist dargestellt, der das Territorium eher nach ökonomischen und pragmatischen Gegebenheiten definiert als nach religiöser Heiligkeit.

Warum ist die Unterscheidung zwischen religiöser Tradition und Zionismus für den Autor wesentlich?

Der Autor arbeitet heraus, dass der Zionismus das Exil als Schwäche deutete, während die Tradition die Rückkehr ins Land als messianisches Ereignis betrachtete, was eine fundamentale ideologische Differenz darstellt.

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Details

Title
Das Heilige Land im Vergleich zwischen jüdisch-orthodoxer Imagination und zionistischem Verständnis
College
University of Tubingen
Course
Sozialgeschichte Palästinas (1517–1948)
Grade
1,3
Author
Matthias Messerle (Author)
Publication Year
2015
Pages
18
Catalog Number
V454067
ISBN (eBook)
9783668862395
ISBN (Book)
9783668862401
Language
German
Tags
Palästina Israel Judentum Zionismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Matthias Messerle (Author), 2015, Das Heilige Land im Vergleich zwischen jüdisch-orthodoxer Imagination und zionistischem Verständnis, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454067
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