Der Begriff des Mobbings wird heutzutage geradezu inflationär benutzt. Dabei geht es jedoch nicht um einzelne unhöfliche oder kritische Äußerungen, sondern um ein ernstzunehmendes soziales Problem. Besonders am Arbeitsplatz leiden viele Arbeitnehmer unter täglichen Schikanen, weshalb in dieser Arbeit die Ursachen und Folgen von Mobbing dargestellt werden, um entsprechende präventive Maßnahmen in Unternehmen treffen zu können.
Es ist davon auszugehen, dass dieses Phänomen genauso alt ist wie die Zusammenarbeit der Menschen. Die wissenschaftlichen Ursprünge gehen zurück auf Heinz Leymann, welcher als Pionier der Mobbingforschung gilt. Sein Buch "Mobbing – Psychoterror am Arbeitsplatz und wie man sich dagegen wehren kann" ist bis heute unumgänglich, wenn man sich mit diesem Thema eingehender beschäftigt.
Mittlerweile findet sich Mobbing in verschiedenen Lebensbereichen. Sowohl in der Schule, als auch in den sozialen Medien werden Einzelne systematisch und langfristig unterdrückt, schikaniert, isoliert und terrorisiert. Deshalb werde ich auch die Arten Cybermobbing und Mobbing in der Schule skizzieren, da sie häufig Parallelen aufweisen, um einen Vergleichsgegenstand für den Schwerpunkt dieser Arbeit aufzuweisen, welcher auf Mobbing am Arbeitsplatz liegt. Dabei möchte ich auf die Ursachen, Folgen und präventiven Möglichkeiten sowie Interventionsmaßnahmen eingehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition des Begriffs Mobbing
3. Mobbing am Arbeitsplatz
3.1 Ursachen
3.1.1 Normalität
3.1.2 Problem
3.1.3 Konflikt
3.1.4 Krise
3.2 Folgen von Mobbing
4. Prävention
5. Intervention
5.1 Psychosoziale Rehabilitation – Vorbereitungen
5.2 Psychosoziale Rehabilitation – Behandlung
5.2.1 Psychische Rehabilitation
5.2.2 Medizinische Rehabilitation
5.2.3 Berufliche Rehabilitation
5.2.4 Chefcoaching
6. Mobbing an Schulen
6.1 Ursachen
6.1.1 Die Explorationsphase
6.1.2 Die Konsolidierungsphase
6.1.3 Die Manifestationsphase
6.2 Prävention
6.3 Intervention
6.4 Cybermobbing
7. Schlusswort
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen Mobbing als gesellschaftlichen Prozess am Arbeitsplatz und in der Schule, um Ursachen, Folgen und Interventionsmöglichkeiten kritisch zu beleuchten.
- Wissenschaftliche Definition und historische Einordnung des Mobbing-Begriffs.
- Analyse der Entstehungsphasen von Mobbing in betrieblichen und schulischen Kontexten.
- Diskussion der gravierenden psychischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen für Betroffene und Unternehmen.
- Darstellung von Präventionsstrategien und Interventionsmaßnahmen zur psychosozialen Rehabilitation.
- Gegenüberstellung von klassischem Mobbing und moderner Cybermobbing-Formen.
Auszug aus dem Buch
3. Mobbing am Arbeitsplatz
Mobbing entwickelt sich stets aus einem Konflikt, ohne solche gäbe es dieses gesellschaftliche Phänomen erst gar nicht, doch Konflikte sind, wie allseits bekannt, Teil des menschlichen Seins. Die Umstände am Arbeitsplatz sind für Mobbingprozesse jedoch geradezu prädestiniert. Die unterschiedlichsten Menschen treffen hier aufeinander und müssen ihren Arbeitsalltag gemeinsam bewältigen. Trotz ständig erweiterter Arbeitsschutzgesetze gibt es jedoch kein Gesetz, das einem Arbeitnehmer garantiert an seinem Arbeitsplatz geliebt und verehrt zu werden. Konflikte sind demnach fast unvermeidbar. Per Definition festgelegt wurde im ersten Kapitel bereits, dass es nicht die Mobbinghandlung gibt, da es sich beim Mobbing immer um einen zeitlichen Prozess handelt. Laut Böhnisch sind die anfänglichen Ursachen des Mobbings exakt die gleichen, welche auch den Konflikt ausgelöst haben und weshalb man sich bei der Suche nach den Ursachen von Mobbingverläufen, die folgenden zwei Fragen stellen muss:(vgl. Lehmann 1993, S.127ff.)
1) Aus welchen Gründen kann sich Mobbing aus einem Konflikt entwickeln?
2) Aus welchen Gründen kann sich eine Mobbingsituation festsetzen und immer schlimmere Formen annehmen?
Die zweite Frage beantwortet Böhnisch mit Hilfe vorangegangener Studien wie folgt:
„(1) Bricht Mobbing aus, und es kümmert sich niemand darum, dann greift das Feuer leicht um sich. (2) Hat ein Mobbingverlauf erst einmal Fuß gefaßt, dann ist er nicht mehr leicht zu handhaben. Das Opfer wird nun stigmatisiert. (3) Ist dem Opfer durch die Stigmatisierung seine Menschenwürde genommen worden, dann scheint jedes Mittel recht zu sein, sich des Opfers, aber nicht der Täter zu entledigen (Lehmann 1993, S.129f.).“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz des Themas Mobbing als ernstes soziales Problem ein und erläutert die wissenschaftliche Grundlage sowie die Zielsetzung der Arbeit.
2. Definition des Begriffs Mobbing: Dieses Kapitel definiert Mobbing nach Heinz Leymann und reflektiert kritisch über die begriffliche Abgrenzung zu bloßen Unhöflichkeiten.
3. Mobbing am Arbeitsplatz: Das Kapitel analysiert die Entstehung von Mobbing aus Konflikten heraus, unterteilt in verschiedene Phasen, und beleuchtet die schwerwiegenden negativen Folgen für Opfer und Arbeitgeber.
4. Prävention: Es werden verschiedene Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen vorgestellt, die darauf abzielen, Mobbing durch Sensibilisierung und Unterstützungssysteme bereits im Vorfeld zu verhindern.
5. Intervention: Das Kapitel beschreibt professionelle Wege der psychosozialen Rehabilitation und Interventionsschritte, um Betroffenen in kritischen Stadien des Mobbings Hilfe anzubieten.
6. Mobbing an Schulen: Hier werden spezifische Entstehungsphasen von Mobbing unter Schülern analysiert, Präventionsansätze diskutiert und die Besonderheiten des Cybermobbings hervorgehoben.
7. Schlusswort: Das Schlusswort resümiert die Arbeit aus der persönlichen Perspektive des Verfassers und betont die anhaltende Aktualität und Dringlichkeit des Themas.
Schlüsselwörter
Mobbing, Arbeitsplatz, Schule, Cybermobbing, Konfliktmanagement, Psychosoziale Rehabilitation, Prävention, Stigmatisierung, Sozialarbeit, Heinz Leymann, Arbeitsrecht, Intervention, Psychische Gesundheit, Unternehmenskultur, Leistungsgesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit Mobbing als einem destruktiven, zeitlich andauernden sozialen Prozess, der sowohl am Arbeitsplatz als auch im schulischen Umfeld auftritt.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachenmodellen, den schwerwiegenden Auswirkungen auf die Opfer und die Organisationen sowie auf wirksamen Strategien zur Prävention und Intervention.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Entstehung von Mobbing zu verstehen, dessen Folgen aufzuzeigen und Ansätze für eine gelingende Rehabilitation und Prävention sowohl im betrieblichen als auch im schulischen Kontext zu erörtern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit der Fachliteratur, insbesondere dem Pionierwerk von Heinz Leymann, sowie auf aktuelle Studien zu Interventionskonzepten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Stadien der Mobbingentstehung (vom Konflikt bis zur Krise), die Auswirkungen auf die Gesundheit, verschiedene Rehabilitationswege sowie schulspezifische Besonderheiten und Cybermobbing detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Mobbing, Prävention, Intervention, psychosoziale Rehabilitation, Konfliktmanagement und Stigmatisierung.
Warum ist laut der Arbeit eine medizinische Untersuchung bei Mobbingopfern sinnvoll?
Da langanhaltender Stress zu somatischen Beschwerden und chronischen Erkrankungen führen kann, ist eine ärztliche Untersuchung essenziell, um physische Komplikationen frühzeitig zu erkennen oder auszuschließen.
Welchen Zweck verfolgt das "Chefcoaching" laut der Arbeit?
Chefcoaching soll Vorgesetzten helfen, Stress abzubauen, eigene Führungskompetenzen zu reflektieren und frühzeitig auf Mobbing-Signale innerhalb der Belegschaft zu reagieren, ohne dass das Thema sofort stigmatisierend besetzt wird.
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- Henry Kromer (Author), 2018, Ursachen, Folgen und Gegenmaßnahmen für Mobbing am Arbeitsplatz, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454216