Diese Studienarbeit befasst sich mit der Frage, ob die Lebenswelt- und Sozialraumanalyse für die Schulsozialarbeit relevant ist und ob sie eine bedeutende Methode in diesem Handlungsfeld darstellt. Des Weiteren wird ein Schwerpunkt auf drei Forschungsmethoden der sozialräumlichen Lebensweltanalyse gelegt, um im Anschließenden ihre Eignung in der Schulsozialarbeit zu erörtern.
Aktuell ist in Deutschland ein zunehmender Ausbau von Ganztagsschulen zu beobachten. Somit entwickeln sich Bildungseinrichtungen vermehrt zu einem wesentlichen Lebensraum wie auch zentralen Ort sozialer Begegnungen für Kinder und Jugendliche. Im Zuge dieser Entwicklung wird ebenso die Relevanz der Schulsozialarbeit verstärkt thematisiert, die sich mit den individuellen Lebenswelten der Schülerinnen und Schülern grundlegend beschäftigt.
Die folgende Ausarbeitung ist in die drei großen Kapitel „Theoretische Grundlagen“, „Lebenswelt- und Sozialraumanalyse“ und „Forschungsmethoden einer Lebenswelt- und Sozialraumanalyse“ unterteilt.
Zunächst wird ein theoretisches Grundverständnis für die weiteren Ausführungen dieser Studienarbeit geschaffen. Zu Beginn wird die terminologische Entwicklung von Lebenswelt erläutert, um anschließend auf das Konzept der Lebensweltorientierung sowie ihre Struktur- und Handlungsmaxime in der Sozialen Arbeit einzugehen. Nachfolgend wird ein Definitionsversuch des Begriffs Sozialraum angestellt sowie die Konzeptentwicklung und grundlegende Prinzipien der sozialraumorientierten Sozialen Arbeit dargestellt.
Der folgende Abschnitt befasst sich mit der Lebenswelt- und Sozialraumanalyse. Zunächst werden ihre grundlegenden Ziele und konzeptionelle Ausrichtungen unter Anwendung in der Sozialen Arbeit betrachtet. Im Anschluss folgt eine Erläuterung der allgemeinen Haltung sowie Grundsätzen, welche für die Durchführung solch einer Analyse eingenommen und berücksichtigt werden müssen. Abschließend wird das Aufgabengebiet der Schulsozialarbeit skizziert, um die Eignung einer sozialräumlichen Lebensweltanalyse in diesem Handlungsfeld darzulegen.
Zuletzt werden die Forschungsmethoden subjektive Landkarte, Autofotografie und Zeitbudget vorgestellt. Hierbei werden die Ziele, Vorgehensweise sowie Hinweise zur Durchführung beleuchtet. Den Schluss dieser Arbeit bildet das Fazit, in dem abschließend die eingangs erwähnten Fragen auf Grundlage der vorangegangenen Theorie beantwortet werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretische Grundlagen
2.1 Lebenswelt
2.2 Lebensweltorientierung
2.3 Sozialraum
2.4 Sozialraumorientierung
3. Lebenswelt- und Sozialraumanalyse
3.1 Ziele und Konzeptgrundlage
3.2 Allgemeine Haltung und Grundsätze
3.3 Verknüpfung zur Schulsozialarbeit
4. Forschungsmethoden einer Lebenswelt- und Sozialraumanalyse
4.1 Subjektive Landkarte
4.2 Autofotografie
4.3 Zeitbudget
5. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Eignung der Lebenswelt- und Sozialraumanalyse als Methode innerhalb der Schulsozialarbeit. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, inwiefern dieses Analyseinstrument dazu beitragen kann, die individuellen Lebenswelten von Schülerinnen und Schülern besser zu verstehen, um darauf aufbauend passgenaue Unterstützungsangebote und pädagogische Maßnahmen zu entwickeln.
- Theoretische Fundierung von Lebenswelt, Lebensweltorientierung und Sozialraum
- Konzeptionelle Grundlagen der Lebenswelt- und Sozialraumanalyse in der Sozialen Arbeit
- Bedeutung und Anwendungsmöglichkeiten der Analyse in der Schulsozialarbeit
- Detaillierte Vorstellung der Forschungsmethoden: Subjektive Landkarte, Autofotografie und Zeitbudget
- Eignungsprüfung der vorgestellten Methoden für den Kontext von Bildungseinrichtungen
Auszug aus dem Buch
4.1 SUBJEKTIVE LANDKARTE
Diese Forschungsmethode zielt auf eine visuelle Darstellung jener Orte, die für die Schüler eine wesentliche Rolle in ihrem Alltag spielen. Sie werden gebeten eine Landkarte zu zeichnen, die rein auf subjektiven Wahrnehmungen und Bedeutungen basiert und nicht auf geografischen bzw. physikalischen Merkmalen. Ausgehend von einem Ausgangspunkt, wie bspw. die Schule oder ihr Zuhause, sollen die Schüler Wege einzeichnen, die zu anderen zentralen Plätzen in ihrem Umfeld führen (Deinet, 2009b, S. 75).
Nach Anfertigen dieser Grundstrukturierung werden die subjektiven Landkarten gegenseitig vorgestellt und die jeweilige Bedeutung zu den einzelnen Orten kurz erläutert. Daraufhin erhalten sie von den anderen Teilnehmern sowie dem Forscherteam Rückfragen zu ihrer Karte. Auf Grundlage dieses Feedbacks und den eigenen Gedanken, die sich durch das Beschäftigen mit den Fragen bilden, werden die Bilder mit weiteren Details versehen (Deutsches Kinderhilfswerk e.V., o. J.a, online). Dies kann durch verschiedene Farben, zusätzliche Beschriftungen oder Zeichen geschehen, doch es können ebenso weitere relevante Räume oder auch Gegenstände ergänzt werden. In dieser zweiten Phase dürfen die Schüler ihre Karte mit all dem erweitern, was sie für bedeutungsvoll erachten. Das können die speziellen Gefühle zu den einzelnen Plätzen sein, weshalb diese für sie wichtig sind oder wie sie diese erreichen (Deinet, 2009b, S. 76f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert den zunehmenden Stellenwert der Schulsozialarbeit an Ganztagsschulen und leitet die Forschungsfrage zur Eignung der Lebenswelt- und Sozialraumanalyse ab.
2. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die zentralen Begriffe Lebenswelt, Lebensweltorientierung, Sozialraum und Sozialraumorientierung als Basis für das Verständnis sozialpädagogischen Handelns.
3. Lebenswelt- und Sozialraumanalyse: Hier werden Ziele und Grundsätze der Analyse dargelegt sowie deren spezifische Verknüpfung mit den Aufgaben der Schulsozialarbeit untersucht.
4. Forschungsmethoden einer Lebenswelt- und Sozialraumanalyse: Es erfolgt eine detaillierte methodische Beschreibung der subjektiven Landkarte, Autofotografie und Zeitbudget inklusive Hinweisen zur Durchführung mit Schülern.
5. Fazit: Das Fazit beantwortet die Forschungsfrage und bewertet die Lebenswelt- und Sozialraumanalyse als sinnvolle, jedoch nicht unverzichtbare Ergänzung für die Praxis der Schulsozialarbeit.
Schlüsselwörter
Schulsozialarbeit, Lebensweltorientierung, Sozialraumorientierung, Lebensweltanalyse, Sozialraumanalyse, Subjektive Landkarte, Autofotografie, Zeitbudget, Ganztagsschule, Jugendhilfe, Forschungsmethoden, Soziale Arbeit, Adressaten, Lebenswelt, Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Anwendung der Lebenswelt- und Sozialraumanalyse im Handlungsfeld der Schulsozialarbeit und prüft deren theoretische sowie praktische Relevanz.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf den theoretischen Grundlagen zur Lebenswelt- und Sozialraumorientierung sowie der detaillierten methodischen Vorstellung von Instrumenten zur Analyse sozialräumlicher Lebenswelten.
Was ist das primäre Ziel der Studie?
Das Hauptziel ist es, die Frage zu beantworten, ob die Lebenswelt- und Sozialraumanalyse eine bedeutende und geeignete Methode darstellt, um die Arbeit von Schulsozialarbeitern zu unterstützen und zu verbessern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden vorgestellt?
Es werden drei spezifische qualitative Forschungsmethoden analysiert: die subjektive Landkarte (visuelle Darstellung von Alltagsorten), die Autofotografie (fotografische Dokumentation) und das Zeitbudget (zeitliche Erfassung der Tagesstruktur).
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung, die Erläuterung der Analysekonzepte, deren Bezug zur Schulsozialarbeit sowie die detaillierte Darstellung und Eignungsprüfung der drei genannten Forschungsmethoden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Schulsozialarbeit, Lebensweltorientierung, Sozialraumorientierung, Lebensweltanalyse, Subjektive Landkarte, Autofotografie und Zeitbudget.
Warum ist die Unterscheidung zwischen objektiven und subjektiven Aspekten bei der Analyse wichtig?
Die Arbeit betont, dass rein objektive Daten (wie Statistiken) nicht ausreichen, um die individuelle Lebenswelt der Klienten zu erfassen. Erst durch die Einbeziehung subjektiver Wahrnehmungen lassen sich die für die Hilfeplanung essenziellen Bedürfnisse der Adressaten verstehen.
Welche Rolle spielt die Schulsozialarbeit bei der Durchführung der Methoden?
Der Schulsozialarbeiter agiert als Begleiter, der durch die Methoden Zugang zu benachteiligten oder introvertierten Schülern findet. Da die Durchführung jedoch meist eine zweite Fachkraft erfordert, betont die Arbeit die Notwendigkeit von Kooperationen.
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- Sarah Schreiber (Autor), 2017, Lebenswelt- und Sozialraumanalyse in der Schulsozialarbeit, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454493