In den vergangenen Jahren haben sich die Rahmenbedingungen der deutschen Innenstädte und ihrer Entwicklung grundlegend gewandelt.1 Die stetig offensichtlicher werdenden Probleme, wie z.B. die zunehmende Verödung, sind seit Mitte der 80er Jahre immer mehr in den Fokus der Diskussionen gerückt. Es fehlte lange an Zielen, Strategien und Instrumenten, um den neuen Ansprüchen und Herausforderungen gerecht zu werden. Vielerorts wird das im Mittelpunkt der folgenden Betrachtungen stehende City-Marketing als Allheilmittel für die Innenstadtentwicklung und Lösung der Probleme bezeichnet2. City-Marketing ist inzwischen jedoch längst mehr als nur ein Schlagwort. Es ist mit konkreten Inhalten, Anforderungen sowie Konsequenzen verbunden.3
Ziel der folgenden Arbeit ist es, diese im Rahmen einer kritischen Analyse und Beurteilung von City-Marketingkonzepten in Deutschland zu verdeutlichen. In einem weiteren Schritt soll anhand der untersuchten Fallbeispiele aufgezeigt werden, in wiefern City-Marketingkonzepte unter Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen tatsächlich in der Lage sind, neue Chancen für die Entwicklung der deutschen Innenstädte zu bieten, und wie sich die identifizierten Voraussetzungen und Problemfelder im Rahmen der praktischen Durchführung auf den Erfolg der Konzepte auswirken.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffliche Abgrenzungen
2.1 Stadtmarketing
2.2 City-Marketing
3. Entwicklungen in der Handelslandschaft Deutschlands – Motive für das City-Marketing
3.1 Überblick
3.2 Veränderungen auf der Angebotsseite
3.3 Veränderungen auf der Nachfrageseite
3.4 Auswirkungen auf das Standortverhalten und die Kommunalentwicklung
4. City-Marketingkonzepte in Deutschland – Eine kritische Analyse
4.1 Überblick
4.2 Status Quo in Deutschland
4.2.1 Überblick
4.2.2 Initiatoren des City-Marketing
4.2.3 Planungsprozess des City-Marketing
4.2.4 Organisation des City-Marketing
4.2.5 Zielfindung und relevante Zielgruppen von City-Marketingkonzepten
4.3 Beurteilung
4.3.1 Erfolgskriterien von City-Marketingkonzepten
4.3.2 Problemfelder des City-Marketing
5. City-Marketingkonzepte in Deutschland – Analyse ausgewählter Beispiele
5.1 Überblick
5.2 Sulzbach
5.3 St. Wendel
5.4 Augsburg
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Ziel dieser Arbeit ist eine kritische Analyse und Beurteilung von City-Marketingkonzepten in Deutschland, um deren Fähigkeit zur Stärkung der Innenstadtentwicklung unter Berücksichtigung theoretischer Grundlagen und praktischer Herausforderungen zu untersuchen.
- Grundlagen des City-Marketing und Abgrenzung zum Stadtmarketing.
- Analyse der Entwicklungen in der deutschen Handelslandschaft als Motive für City-Marketing.
- Kritische Untersuchung der Status-quo-Konzepte, insbesondere in Bezug auf Organisation, Zielgruppen und Finanzierung.
- Evaluierung von Erfolgsfaktoren und Problemfeldern in der praktischen Umsetzung.
- Analyse konkreter Fallbeispiele (Sulzbach, St. Wendel, Augsburg) zur Veranschaulichung der theoretischen Erkenntnisse.
Auszug aus dem Buch
4.2.4 Organisation des City-Marketing
Hat die Stadt ein Leitbild entwickelt, ist professionelles Management angezeigt, um Vision und entwickelte Ideen effektiv in die Tat umzusetzen. Grundsätzlicher Natur ist von Beginn an die Frage nach der Organisationsform und der Ebene, auf der eine Stadt City-Marketing betreiben möchte, also nach der Installation. Alternativen sind hierbei die Alleinzuständigkeit der Stadt, Public-Private-Partnerships, regionale Kooperationen oder auch eine vollständige Privatisierung.
Der kooperative Grundgedanke des City-Marketing, der bereits im Rahmen der Begriffsabgrenzungen aufgezeigt wurde, schließt jedoch gewissermaßen die Organisationsformen, die unter alleiniger städtischer bzw. privater Führung stehen, aus. Dies erklärt, welche Bedeutung den Public-Private-Partnerships im Rahmen des City-Marketing beigemessen wird. Damit ist die Interaktion und kooperative Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und Akteuren aus dem privaten Sektor mit „Fokus auf die Verfolgung komplementärer Ziele“ gemeint, gekennzeichnet durch Synergiepotentiale, Prozessorientierung und durch das Intaktbleiben der Identität und Verantwortung der jeweiligen Partner.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik der deutschen Innenstadtentwicklung ein und definiert die Zielsetzung einer kritischen Analyse von City-Marketingkonzepten.
2. Begriffliche Abgrenzungen: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Begriffe Stadtmarketing und City-Marketing sowie deren Abgrenzung voneinander.
3. Entwicklungen in der Handelslandschaft Deutschlands – Motive für das City-Marketing: Es werden die wesentlichen Veränderungen auf Angebots- und Nachfrageseite im Handel sowie deren Auswirkungen auf die Innenstadtstandorte analysiert.
4. City-Marketingkonzepte in Deutschland – Eine kritische Analyse: Dieser Hauptteil beleuchtet den Status quo, die Planungsprozesse, die Organisation sowie die Erfolgskriterien und Problemfelder des City-Marketing.
5. City-Marketingkonzepte in Deutschland – Analyse ausgewählter Beispiele: Anhand der Städte Sulzbach, St. Wendel und Augsburg werden theoretische Ansätze praxisnah veranschaulicht und kritisch hinterfragt.
6. Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und diskutiert zukünftige Entwicklungsnotwendigkeiten sowie neue Ansätze wie Immobilien- und Standortgemeinschaften.
Schlüsselwörter
City-Marketing, Stadtmarketing, Innenstadtentwicklung, Handelslandschaft, Public-Private-Partnership, Standortwettbewerb, City-Management, Einzelhandel, Strategische Planung, Erfolgsfaktoren, Kooperation, Standortfaktoren, Leerstandsmanagement, Leitbild, Kommunalentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit einer kritischen Analyse und Beurteilung von City-Marketingkonzepten in Deutschland und deren Anwendung zur Stärkung der Innenstadtentwicklung.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des Marketings für Innenstädte, die Handelslandschaft in Deutschland, organisatorische Formen von Marketingprozessen sowie Faktoren, die den Erfolg oder Misserfolg dieser Konzepte bestimmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit City-Marketingkonzepte in der Lage sind, neue Chancen für die deutsche Innenstadtentwicklung zu bieten und wie sich theoretische Voraussetzungen in der Praxis auswirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur sowie eine empirische Analyse von Fallbeispielen in drei ausgewählten Städten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine kritische Analyse des Status quo (Planung, Organisation, Ziele) und eine anschließende Untersuchung ausgewählter Beispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere City-Marketing, Innenstadtentwicklung, Standortwettbewerb, Public-Private-Partnership sowie Erfolgsfaktoren und Problemfelder des kooperativen Handelns.
Warum wird Sulzbach als eher negatives Beispiel angeführt?
Sulzbach wird als negatives Beispiel genannt, weil dort die Erfolgsvoraussetzungen wie eine verbindliche Organisationsform und ausreichende Kooperationsbereitschaft fehlen, was zu einer unzureichenden Umsetzung des Konzepts führt.
Was zeichnet das Vorgehen in St. Wendel und Augsburg aus?
Beide Städte zeigen eine stärkere Professionalisierung und die Nutzung von kooperativen Ansätzen, wie etwa dem Einsatz von externen Fachleuten oder innovativen Systemen, was eine positivere Entwicklung der Innenstadt begünstigt.
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- Diplom-Kauffrau Sabine Herwig (Author), 2004, Kritische Analyse der City-Marketingkonzepte in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45454