Die Flusslaufentwicklung von Donau, Rhein & Saale im Känozoikum


Hausarbeit (Hauptseminar), 2005

17 Seiten, Note: 1,5


Leseprobe

Inhalt

Abbildungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Flusslaufentwicklung im Überblick

3 Der Rhein
3.1 Flussverlauf heute
3.2 Flusslaufentwicklung

4 Die Donau
4.1 Flussverlauf heute
4.2 Flusslaufentwicklung

5 Die Saale
5.1 Flussverlauf heute
5.2 Flusslaufentwicklung

6 Fazit und Pespektive

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung1: Wagenbreth, O. & W. Steiner (1990): Geologische Streifzüge. Landschaft und Erdgeschichte zwischen Kap Arkona und Fichtelberg. 4. Aufl., Leipzig, S.20.

Abbildung 2: Villinger, E. (1998): Zur Flußgeschichte von Rhein und Donau in Südwestdeutschland. In: Rothe, P. [Hrsg.]: Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen Geologischen Vereines, Bd. 80, Stuttgart, S. 367.

Abbildung 3: <http:// www.wikipedia.org/wiki/Wasserscheide> 28.04.2005

1 Einleitung

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit den Flussverläufen von Rhein, Donau und Saale. Insbesondere wird dabei die Verlegung der einzelnen Flussverläufe während des Känozoikums thematisiert.

Wenn man vom Känozoikum spricht, bezieht man sich auf eine Zeitspanne, die vor knapp 70 Mio. Jahren mit dem Aussterben der Dinosaurier begann und bis heute andauert. Diese Zeitspanne bezeichnet man auch als Neozoikum oder Erdneuzeit. Gegliedert wird dieser Zeitraum in die Perioden bzw. Systeme: Tertiär und Quartär. Das Tertiär wird wiederum in die Serien bzw. Epochen Paleozän, Eozän, Oligozän, Miozän und Pliozän unterteilt. Im Quartär wird zwischen dem Pleistozän und dem Holozän unterschieden (vgl. Institut für Länderkunde, 2003, S.154). Innerhalb der Serien bzw. Epochen wird in den meisten Fällen weiter in oberer- (junger) und unterer (alter) Abschnitt unterteilt.

Bis ins Oligozän hinein war ein großer Teil des heutigen Deutschlands vom Meer bedeckt. Im Süden bedeckte das Meer die noch im Entstehen begriffenen Alpen und erstreckte sich im Alpenvorland bis nördlich von München. Nördlich der Linie Köln – Kassel – Dresden lagen ebenfalls weite Teile Deutschlands unter Wasser. Ein Meeresarm der im Gebiet des heutigen Oberrheingrabens verläuft, verbindet zu dieser Zeit Mittelmeer und Nordsee (vgl. Institut für Länderkunde, 2003, S.15).

Die Bildung des terrestrischen Flusssystems beginnt sich in den meisten Gebieten Deutschlands erst mit dem Zurückweichen des Meeres und der großflächigen tektonischen Hebung zu entwickeln.

2 Flusslaufentwicklung im Überblick

Die Flusslaufentwicklung im Tertiär und Quartär lässt sich heute anhand von Flussterrassen und ihren Schottern, d.h. dem Gestein aus dem sie bestehen, nachvollziehen. Die Terrassenbildung beruht auf dem Prinzip von Erosion und Akkumulation von Sedimenten durch Schwankungen der Wasserführung eines Flusses (Ehlers, 1996, S.112).

Früher wurde die Ansicht vertreten, dass ein Fluss während Kaltzeiten aufschottert und in Warmzeiten einschneidet. Büdel (1969) stellte dies erstmals in Frage, als er herausfand, dass sich innerhalb der Kaltzeiten mehrere Terrassen unterscheiden lassen. Er schlussfolgerte, dass die Tiefenerosion in Mitteleuropa während des feuchtkalten Frühglazials und die Aufschotterung im trockenkalten Hochglazial stattfand (Ehlers, 1994, S.112). Ähnlicher Auffassung ist auch Liedtke (1995) der die Aufschotterung den Kaltzeiten zuordnet, die Einschneidung hingegen einer relativ kurzen Phase in der Übergangszeit zwischen Kalt- und Warmzeit oder umgekehrt (Liedtke & Marcinek, 1995, S. 282).

Innerhalb der Terrassen wird zwischen Terrassentreppen, Reihenterrassen und Terrassenstapeln unterschieden. Terrassentreppen bilden sich, wenn sich ein Fluss in ein sich unregelmäßig oder regelmäßig hebendes Gebiet sukzessiv einschneidet, wobei vorher akkumulierte Ablagerungen teilweise abgetragen werden. Dabei liegt die ältere Terrasse oberhalb der Jüngeren. Reihenterrassen stellen eine Folge von Terrassen, deren Oberfläche sich etwa im selben Höheniveau befindet und die ausschließlich horizontal differenziert werden können, dar. Werden mehrere Terrassen übereinander geschüttet, bezeichnet man dies als Terrassenstapel. Diese bilden sich, wenn sich ein Gebiet innerhalb bestimmter Zeitabschnitte senkt, z.B. in der Niederrheinischen Bucht. Im Gegensatz zu den Terrassentreppen liegen bei Terrassenstapeln die jüngsten Terrassen an der Oberfläche (vgl. Ehlers, 1994, S.270). Um festzustellen wo bzw. vor wie langer Zeit ein Fluss in einem bestimmten Gebiet geflossen ist, überprüft man die Terrassenschotter auf ihre Zusammensetzung. Bei dieser Analyse werden petrographisch-sedimentologische Parameter herangezogen, „wie z.B. Korngröße, Gefüge, lithologische Zusammensetzung und Verwitterungsgrad der Kies- oder Sandfraktion, oder Schwermineralanalysen“( Ehlers, 1994, S.113).

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb.1: Schematische Darstellung der Terrassenbildung durch Einschneidung und Aufschotterung.

Quelle: Wagenbreth, O. & W. Steiner, 1990, S.20.

3 Der Rhein

3.1 Flussverlauf heute

„Mit einer Länge von rund 1320 km stellt der heutige Rhein nach Wolga, Donau, Dnjepr und Don, aber noch vor der Elbe, der Weichsel, der Rhone und dem Po den fünftgrößten Strom Europas dar“ (Franzen, 2002, S.408). Aus einem Fluss wird dann ein Strom, wenn sein Abfluss mehr als 2000 m3/s Wasser im Jahresdurchschnitt beträgt (Leser, 2001, S.844). Das Einzugsgebiet des Rheins erstreckt sich über 189.707 km2 . Dies entspricht etwa der Hälfte der Fläche Deutschlands. Den größten Anteil am Rheineinzugsgebiet hat Deutschland mit 55,6 Prozent. Das restliche Gebiet verteilt sich auf acht weitere Staaten, von denen die Schweiz und die Niederlande, mit 14,7 bzw. 12,9 Prozent, die bedeutendsten darstellen (Liedtke & Marcinek, 1995, S. 136).

Am Rhein differenziert man fünf Flussabschnitte. Der Alpenrhein, ein Hochgebirgsfluss der aus Hinter- und Vorderrhein in Reichenau in der Schweiz gebildet wird und nach einer Strecke von 142 km in den Bodensee mündet. Auf der Strecke vom Bodensee bis Basel, wo der Rhein den Grenzfluss zwischen Deutschland und der Schweiz bildet, spricht man vom Hochrhein. Bei Basel ändert der Rhein seine Flussrichtung am sogenannten Reinknie und wird als Oberrhein zum deutsch - französischen Grenzfluss. Zwischen Bingen und Bonn durchfließt er als Mittelrhein das Rheinische Schiefergebirge. Flussabwärts, an der Grenze zwischen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, wird er zum Niederrhein und fließt durch die Städte Köln, Düsseldorf und Duisburg Städten bis er schließlich südlich von Rotterdam im Rheindelta in die Nordsee mündet. Die größten Zuflüsse des Rheins sind Mosel, Main, Neckar und Ruhr (www.wikipedia.org/wiki/Rhein).

Der Rhein entspringt als einziger Strom Mitteleuropas im Hochgebirge, von wo er – einzigartig in den Alpen – seinen Weg zu einer Norddeutschen Küste nimmt (vgl. Liedtke & Marcinek, 1995, S. 136).

3.2 Flusslaufentwicklung

An der Wende des Oligozän zum Eozän, also vor ca. 33 Mio. Jahren, entwässerte das erste Flusssystem vom Süden des Rheinischen Schiefergebirges (Vogesen, Saar) in Richtung Niederrhein. Nachgewiesen wurde diese Entwässerungsrichtung durch die Vallendar-Schotter, die zur Zeit der Absenkung von Neuwieder-, Limburger und Westerwälder Becken entstanden sind. Das damalige Flusssystem ist jedoch eher ein Vorläufer der Mosel als des Rheins (Ehlers, 1994, S. 255 & 263).

Während des Oligozän und dem frühen Miozän kommt es immer wieder zur Transgression des Meeres im Alpenvorland. Ein Ausläufer des Helvetischen Binnenmeeres breitet sich von der Nordschweiß bis nach Bayern aus (Rutte,1987, S. 16). Im Zusammenhang mit diesem Meer steht die Bildung der Molasse, einer z.T. mehrere Kilometer mächtigen Schicht aus dem Abtragungsschutt der aufsteigenden Alpen. Je nach Zustand des Meeres wird im Alpenvorland zwischen Meeres-, Brackwasser- oder Süßwasser-Molasse differenziert ( Rothe, 2000, S. 213).

Im Mittelmiozän weicht das Meer allmählich aus dem Alpenvorland zurück. Am Niederrhein bildeten sich bis zu 10 m tiefe Flussrinnen, die mit Sedimenten verfüllt sind, welche ein Schwermetallspektrum aufweisen, das auf die Herkunft des mittleren Oberrhein hinweist. Der entstandene Ur-Rhein hatte seine Quelle wahrscheinlich im Bereich des Kaiserstuhls, da weiter im Süden liegende Gebiete in die Rhone entwässerten (Ehlers, 1994, S.255).

Gegen Ende des Obermiozän bildete sich der Alpenrhein heraus. Im Zusammenhang mit der letzten alpinen Deformationsphase und dem Ende der Oberen-Süßwasser-Molasse-Sedimentation im Alpenvorland entstanden Strukturen, denen die Entwässerung folgte. Nach Villinger (1998, S.376) verließ der Alpenrhein die Alpen bei Bregenz und mündete bei Ehningen-Blaubeuren in die Ur-Donau. Hofmann und Habbe gehen allerdings davon aus, dass der Alpenrhein weiter südlich über die heutige Walensee-Furche geflossen ist und die Aare-Donau über dem derzeitigen Wutachtal erreichte (Liedtke & Marcinek, 2002, S. 599).

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Die Flusslaufentwicklung von Donau, Rhein & Saale im Känozoikum
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Veranstaltung
Seminar physische Geographie
Note
1,5
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V45456
ISBN (eBook)
9783638428576
Dateigröße
723 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Flusslaufentwicklung, Donau, Rhein, Saale, Känozoikum, Seminar, Geographie
Arbeit zitieren
Karl Krauss (Autor), 2005, Die Flusslaufentwicklung von Donau, Rhein & Saale im Känozoikum, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45456

Kommentare

  • Gast am 19.4.2013

    Ausreichend zitiert und mit guten Quellen unterlegt schafft es die Hausarbeit meiner Meinung trotzdem weder einen guten Überblick, noch eine detaillierte Zusammenstellung der Flusslaufentwicklungen vorzulegen. Auch der Vergleich fällt meiner Meinung nach eher spärlich aus. Rechtschreibfehler sind ebenfalls zu finden. Ich empfehle die Information durch Fachliteratur und dem sehr gelungenen WebGeo Modul zur Flusslaufentwicklung in Süddeutschland und rate vom Kauf dieses Ebooks ab.

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