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Europa und der deutsch-französische Krieg von 1870/1871

Title: Europa und der deutsch-französische Krieg von 1870/1871

Examination Thesis , 2005 , 130 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Jan Hendrik Schmidt (Author)

History of Germany - 1848, Empire, Imperialism
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Obwohl der Krieg von 1870/71 nur zwischen zwei Mächten ausgetragen wurde und seine Dauer verglichen mit anderen Kriegen recht kurz war, hatte er für ganz Europa Folgen, die auf kurze wie lange Sicht ungewöhnlich weit reichend waren. Von 1870 bis heute hat er die Historiker nicht nur in Europa, sondern weltweit immer wieder beschäftigt und dabei immer wieder Anlass zu neuen Interpretationen und Deutungen gegeben.

Durch den deutsch-französischen Krieg wurden die Dinge in Europa völlig neu geordnet: Deutschland löste Frankreich als führende Nation, zumindest auf dem Kontinent, ab. Die Gründung des Deutschen Reiches wurde ermöglicht. Zwischen Frankreich und Deutschland entstand ein tiefer Bruch, der erst über 90 Jahre später durch die Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags am 22. Januar 1963 aus der politischen Welt geschafft werden sollte und noch einige Jahre länger brauchte, um aus den Köpfen der beiden Völker zu verschwinden.

Das Kaisertum in Frankreich war am Ende und wurde durch die dritte Republik abgelöst. Die Grundlagen des komplizierten Bismarckschen Bündnissystems, das noch für den Ersten Weltkrieg von großer Bedeutung sein sollte, wurden gelegt. Nachdem die französischen Truppen abziehen mussten, wurden Rom und das bis dahin zum Kirchenstaat gehörende Umland zu italienischem Gebiet und Rom zur Hauptstadt Italiens. Die spätere Annäherung zwischen Deutschland und Österreich-Ungarn, die 1879 zum Zweibund führen sollte, wurde ermöglicht, da für die Monarchie das besiegte Frankreich als Bündnispartner uninteressanter als das Deutsche Reich wurde.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Europa und die Ursachen des Krieges

2.1 Spanien und die Kandidatur der Hohenzollern für den spanischen Thron

2.2 Frankreichs Garantieforderung und die „Emser Depesche“

2.3 Englands Neutralität

2.4 Der casus foederis der süddeutschen Staaten

2.5 Russische Rückendeckung für Preußen

2.6 Die Sackgasse Österreich-Ungarns

2.7 Italiens Neutralität

3. Die „Kriegsschuldfrage“

4. Europa während des Krieges

4.1 Von der Kriegserklärung bis Sedan

4.2 Das Problem der Annexion von Elsass und Lothringen

4.3 Von Sedan bis zum Waffenstillstand

4.4 Die Londoner Konferenz zur Klärung der Pontusfrage

4.5 Die Gründung des Deutschen Reiches

4.6 Vom Waffenstillstand bis zum Frankfurter Frieden

5. Schluss – Europa nach dem Krieg

6. Anhang

6.1 Dokument 1: Die „Emser Depesche“

6.2 Dokument 2: Die französische Kriegserklärung an Preußen

6.3 Dokument 3: Der Kaiserbrief Ludwigs II. an Wilhelm I.

7. Personenverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 nicht als isoliertes nationales Ereignis, sondern als ein gesamteuropäisches Phänomen mit weitreichenden politischen Konsequenzen für den Kontinent. Das primäre Ziel ist es, die Entstehungsgeschichte, den Verlauf und die Folgen des Konflikts im Kontext der europäischen Mächtebeziehungen darzustellen und dabei insbesondere das Zusammenspiel der europäischen Großmächte sowie die Rolle Bismarcks kritisch zu analysieren.

  • Analyse der Ursachen des Krieges unter besonderer Berücksichtigung der spanischen Thronkandidatur.
  • Untersuchung der diplomatischen Haltungen und Neutralitätsbemühungen von England, Russland, Österreich-Ungarn und Italien.
  • Beleuchtung der „Kriegsschuldfrage“ und der Rolle Bismarcks sowie der französischen Regierung.
  • Analyse der europäischen Auswirkungen des Kriegsverlaufs, einschließlich der deutschen Reichsgründung und der Annexionsfrage von Elsass-Lothringen.

Auszug aus dem Buch

2.1 Spanien und die Kandidatur der Hohenzollern für den spanischen Thron

Im September 1868 wurde Königin Isabella II. von Spanien durch einen Militärputsch gestürzt und musste aus Spanien fliehen. Bald darauf begann unter Führung des Präsidenten des Ministerrats, General Juan Prim, die Suche nach einem geeigneten Thronnachfolger. Auch die Möglichkeit, Spanien könnte in eine Republik umgeformt werden, wurde in Europa erwogen, doch diese Lösung kam für Prim selbst nicht in Frage und wäre auch unter keinen Umständen von Napoleon III. gebilligt worden, von dessen Gunst Spanien zu dieser Zeit abhängig war. Doch wollte Spanien sich auch von eben dieser französischen Übermacht lösen, die nicht nur die Außenpolitik, sondern auch die Innen- und Wirtschaftspolitik Spaniens bestimmte.

Prim wollte sein Land in eine konstitutionelle Monarchie umwandeln und für diese bedurfte es nun eines Thronkandidaten, der allerdings hohen Ansprüchen genügen musste: Er durfte die Septemberrevolution nicht ad absurdum führen, wie es Isabellas Sohn getan hätte, sondern sollte vielmehr deren krönender Abschluss sein; er sollte innenpolitisch einen Kompromiss zwischen den Parteien ermöglichen, die die Revolution trugen; er sollte einer europäischen Dynastie entstammen, die der stolzen Geschichte Spaniens würdig war; er musste national wie international eine starke Position haben, um zum einen die Mehrheit in den Cortes zu erreichen und zum anderen die Rückendeckung der großen internationalen Politik zu haben.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert die weitreichende Bedeutung des Krieges von 1870/71 für Europa und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die Auswahl der Quellen und Literatur.

2. Europa und die Ursachen des Krieges: Dieses Kapitel arbeitet die komplexen Hintergründe des Konflikts auf, angefangen bei der spanischen Thronkandidatur bis hin zu den Interessen und Reaktionen der europäischen Großmächte.

3. Die „Kriegsschuldfrage“: Hier wird untersucht, wie die Schuld am Kriegsausbruch zeitgenössisch und in der späteren Forschung wahrgenommen wurde und welche historischen Akte für die Eskalation entscheidend waren.

4. Europa während des Krieges: Dieser Teil betrachtet den Kriegsverlauf von der Kriegserklärung bis zum Frankfurter Frieden unter Einbeziehung zentraler Themen wie der Annexionsproblematik und der Gründung des Deutschen Reiches.

5. Schluss – Europa nach dem Krieg: Das Kapitel bewertet die Ereignisse und Vorgänge des Krieges im Hinblick auf ihre Bedeutung für die europäische Nachkriegszeit und den Aufstieg des neuen Deutschen Reiches.

Schlüsselwörter

Deutsch-französischer Krieg, 1870, 1871, Bismarck, Napoleon III., Emser Depesche, Hohenzollern, Thronkandidatur, Reichsgründung, Elsass-Lothringen, Kriegsschuldfrage, Neutralität, europäisches Mächtekonzert, Diplomatie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt den deutsch-französischen Krieg von 1870/71 als ein Ereignis von europäischer Tragweite und untersucht dessen Ursachen, den Kriegsverlauf sowie die politischen Folgen für das europäische Mächtesystem.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die spanische Thronkandidatur, die diplomatischen Aktionen Bismarcks und Napoleons III., die Reaktionen anderer europäischer Mächte sowie die Annexionspolitik und Reichsgründung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, ein umfassendes Bild der oft unterschätzten europäischen Bedeutung dieses Krieges zu zeichnen und die komplexen Entscheidungsprozesse der beteiligten Akteure kritisch aufzuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit folgt einer chronologisch-thematischen Struktur und stützt sich methodisch primär auf eine fundierte Analyse zeitgenössischer Dokumente sowie die intensive Auswertung der historischen Forschungsliteratur.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Ursachen, die Analyse der Kriegsschuldfrage, die Darstellung des Kriegsverlaufs einschließlich diplomatischer Krisen wie der Pontusfrage sowie die Bewertung der Reichsgründung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Deutsch-französischer Krieg, Bismarck, Emser Depesche, Thronkandidatur, Reichsgründung und Mächtekonzert.

Warum spielt die spanische Thronkandidatur eine so zentrale Rolle im Konflikt?

Die Kandidatur diente als Auslöser, da sie Frankreich in seiner Vormachtstellung bedrohte und von Bismarck geschickt genutzt wurde, um Frankreich unter Druck zu setzen, was schließlich zur Zuspitzung der Krise führte.

Welche Rolle spielte Österreich-Ungarn in dieser Krise?

Österreich-Ungarn befand sich in einer Zwangslage, da es zwar mit Frankreich sympathisierte, militärisch und innenpolitisch jedoch zu geschwächt war, um aktiv einzugreifen, was schließlich in einer abwartenden Neutralitätspolitik mündete.

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Details

Title
Europa und der deutsch-französische Krieg von 1870/1871
College
University of Würzburg  (Neueste Geschichte)
Grade
sehr gut
Author
Jan Hendrik Schmidt (Author)
Publication Year
2005
Pages
130
Catalog Number
V45458
ISBN (eBook)
9783638428590
ISBN (Book)
9783638779098
Language
German
Tags
Europa Krieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Jan Hendrik Schmidt (Author), 2005, Europa und der deutsch-französische Krieg von 1870/1871, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45458
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