Gegenstand dieser Arbeit soll es sein, die Funktion der List in den Mären des Strickers herauszuarbeiten durch Vergleich mehrerer Mären.
In den Mären des Strickers werden soziale Beziehungen betrachtet, in denen Konfliktsituationen vorgeführt werden, die meistens auf einem Verstoß gegen die gottesgewollte Ordnung beruhen. Die Konflikte werden dann durch das Wiederherstellen der Ordo geklärt, was entweder durch das Eingreifen Gottes geschieht, oder durch Klugheit einer oder mehrerer handelnder Personen. Wenn der Konflikt nicht geklärt wird und die Ordo nicht wiederhergestellt wird, endet die Märe in einer Katastrophe, manchmal sogar im Tod des Unterlegenen.
In vielen der Mären wird von einer oder mehreren der handelnden Figuren eine List verwendet, um an ihr Ziel zu kommen. Ziel der Arbeit ist es, diese Listen genauer zu betrachten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die List in den Mären des Strickers
2.1 Ehestandsmären
2.1.1 Der kluge Knecht
2.1.2 Das heiße Eisen
2.1.3 Der begrabene Ehemann
2.1.4 Der Gevatterin Rat
2.2 Andere Märentypen
2.2.1 Der arme und der reiche König
3 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Funktion der List in den Mären des Strickers. Dabei wird analysiert, wie handelnde Figuren durch kluges Taktieren versuchen, soziale Konflikte zu lösen, eine gestörte Ordnung wiederherzustellen oder ihre eigene Position als Überlegene zu behaupten, und welche Auswirkungen diese Handlungen auf den Ausgang der jeweiligen Erzählung haben.
- Die Rolle der List als Mittel zur Wiederherstellung der "Ordo".
- Die Darstellung von Ehekonflikten und sozialen Machtverhältnissen.
- Der Zusammenhang zwischen Klugheit (kündikeit) und moralischer Handlungsabsicht.
- Typisierung der Figuren und ihre Funktion innerhalb der didaktischen Erzählstruktur.
- Differenzierung zwischen erfolgreicher Konfliktlösung und katastrophalem Ausgang.
Auszug aus dem Buch
2 Die List in den Mären des Strickers
Um die Funktion der List zu untersuchen, sollten die beiden Begriffe zunächst definiert werden. Ich verwende eine Definition nach dem Duden, laut dem eine List ein Mittel ist, mit dessen Hilfe jemand (andere täuschend) etwas zu erreichen sucht, was er auf normalem Wege nicht erreichen könnte7. Eine Funktion ist nach dem Duden eine Tätigkeit oder eine Aufgabe innerhalb eines größeren Zusammenhangs8.
2.1 Ehestandsmären
Die meisten Mären des Strickers behandeln Themen zwischen Mann und Frau, wobei wir bei ihm nicht den erotischen Schwank finden. Ihm geht es um die „Ehe als soziale Ordnung […], die durch Torheit gestört, durch Klugheit gewahrt oder wiederhergestellt werden kann“9.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die literarische Welt des Strickers ein, definiert das Märe und erläutert die zentrale Bedeutung von Ordnung und List in seinem Werk.
2 Die List in den Mären des Strickers: Dieses Hauptkapitel analysiert die Funktion der List anhand verschiedener Ehestandsmären sowie weiterer Märentypen, um aufzuzeigen, wie Klugheit soziale Konflikte beeinflusst.
3 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die List stets von der überlegenen Person eingesetzt wird und entweder zur Wiederherstellung einer Ordnung oder, bei böser Absicht, zum Untergang führt.
Schlüsselwörter
Der Stricker, Märe, List, kündikeit, Ordo, Mittelalter, Ehestandsmären, soziale Ordnung, Klugheit, Literaturwissenschaft, didaktische Dichtung, Märendichtung, Konfliktlösung, Typisierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die narrative und funktionale Bedeutung der List in ausgewählten Mären des Dichters Der Stricker.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die soziale Ordnung (Ordo), Ehekonflikte, Machtverhältnisse und die moralische Bewertung von List und Klugheit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die handelnden Figuren durch den Einsatz von List ihre Ziele erreichen und welche Auswirkungen dieses Handeln auf die soziale Stabilität innerhalb der Geschichten hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse von Primärtexten durchgeführt, gestützt durch Definitionen (z.B. Duden) und fachwissenschaftliche Sekundärliteratur zur mittelalterlichen Märendichtung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert spezifische Mären wie „Der kluge Knecht“, „Das heiße Eisen“, „Der begrabene Ehemann“, „Der Gevatterin Rat“ und „Der arme und der reiche König“.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Der Stricker, List, Ordo, kündikeit, Ehestandsmären und didaktische Dichtung.
Warum endet das Märe "Der begrabene Ehemann" in einer Katastrophe?
Im Gegensatz zu anderen Mären wird die List hier nicht zur Wiederherstellung der Ordnung genutzt, sondern dient der bösen Absicht der Ehefrau, ihren Mann loszuwerden, was in dessen Tod mündet.
Welche Funktion hat die List der Gevatterin?
Die List dient dazu, den Ehemann durch eine Täuschung über den Tod der Frau zu heilen, sein Verhalten zu korrigieren und die Ehe schließlich auf eine neue, verbesserte Basis zu stellen.
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- Lena Hans (Autor), 2017, Die Funktion der List in den Mären des Strickers, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454626