Das Newsboy-Problem ist eine feste Größe in der Logistik. Es beschreibt das Vorgehen eines Händlers, der über die einmalige Bestellmenge der nächsten Periode bei unsicherer Nachfrage entscheiden muss. Bei gegebenem Preis liefert der Newsboy-Ansatz eine Lösung, wie viel bestellt werden sollte, um den Gewinn zu maximieren. Dieser Lösungsweg kann zu vielen Problemen der Logistik eine Lösung bieten. Auf dieser Grundlage sind zahlreiche Erweiterungen vorgenommen worden, um es auch bei geringen Veränderungen der Voraussetzungen anwenden zu können.
Eine dieser Entwicklungen ist der Fall der endogenen Nachfrage. Das bedeutet, dass der Verkäufer selbst den Verkaufspreis festlegen kann, und somit die Absatzmenge beeinflusst. Je höher der Preis, desto geringer ist die nachgefragte Menge und umgekehrt. Dieser Zusammenhang wird im Folgenden durch y(p), eine fallende Funktion, dargestellt. Die Entscheidung des Verkäufers erweitert sich, da er nun neben der Bestellmenge auch den Verkaufspreis bestimmen muss und diese beiden Entscheidungsparameter abhängig voneinander sind. Mit der Bestimmung des optimalen Preises und der optimalen Bestellmenge, die den Gewinn des Verkäufers maximieren, befasst sich diese Seminararbeit. Sie basiert auf dem Arbeitspapier von Petruzzi und Dada.
Zu Beginn der Arbeit soll das klassische Newsboy-Problem, seine Annahmen und der Lösungsansatz, kurz skizziert werden. Im weiteren Verlauf wird auf die Modellierung der endogenen Nachfrage genauer eingegangen und zwei verschiedene Modellierungsarten vorgestellt, das additive und das multiplikative Modell. Eine Beispielrechnung mit konkreten Zahlen überprüft und erläutert die theoretischen Ergebnisse. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung der Ergebnisse.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Der Newsboy- Ansatz
3 Die endogene Nachfrage
3.1 Das additive Modell
3.1.1 Formale Darstellung
3.1.2 Zahlenbeispiel
3.2 Das multiplikative Modell
3.2.1 Formale Darstellung
3.2.2 Zahlenbeispiel
4 Gegenüberstellung
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das klassische Newsboy-Problem unter der erweiterten Annahme einer endogenen Nachfrage, bei der der Verkäufer den Preis als Entscheidungsvariable zur Gewinnmaximierung nutzen kann. Das primäre Ziel ist die Herleitung und der Vergleich von zwei Modellierungsarten – dem additiven und dem multiplikativen Modell – sowie deren Auswirkungen auf die optimale Preis- und Bestellmengenstrategie unter Unsicherheit.
- Grundlagen des klassischen Newsboy-Ansatzes
- Modellierung der endogenen Nachfrage (additiv vs. multiplikativ)
- Einfluss von Kostenparametern auf den optimalen Preis
- Vergleichende Analyse der Gewinn- und Verlustfunktionen
- Einfluss von Unsicherheit auf die Preisstrategie
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
Das Newsboy- Problem ist eine feste Größe in der Logistik. Es beschreibt das Vorgehen eines Händlers, der über die einmalige Bestellmenge der nächsten Periode bei unsicherer Nachfrage entscheiden muss. Bei gegebenem Preis liefert der Newsboy- Ansatz eine Lösung, wie viel bestellt werden sollte, um den Gewinn zu maximieren. Dieser Lösungsweg kann zu vielen Problemen der Logistik eine Lösung bieten. Auf dieser Grundlage sind zahlreiche Erweiterungen vorgenommen worden, um es auch bei geringen Veränderungen der Voraussetzungen anwenden zu können.
Eine dieser Entwicklungen ist der Fall der endogenen Nachfrage. Das bedeutet, dass der Verkäufer selbst den Verkaufspreis festlegen kann, und somit die Absatzmenge beeinflusst. Je höher der Preis, desto geringer ist die nachgefragte Menge und umgekehrt. Dieser Zusammenhang wird im Folgenden durch y(p), eine fallende Funktion, dargestellt. Die Entscheidung des Verkäufers erweitert sich, da er nun neben der Bestellmenge auch den Verkaufspreis bestimmen muss und diese beiden Entscheidungsparameter abhängig voneinander sind. Mit der Bestimmung des optimalen Preises und der optimalen Bestellmenge, die den Gewinn des Verkäufers maximieren, befasst sich diese Seminararbeit. Sie basiert auf dem Arbeitspapier von Petruzzi und Dada.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das klassische Newsboy-Problem ein und erläutert die Notwendigkeit der Erweiterung auf eine endogene Nachfragemodellierung durch den Verkäufer.
2 Der Newsboy- Ansatz: Hier wird das klassische Problem bei exogener Nachfrage und der Lösungsansatz mittels Quantilen der Nachfrageverteilung vorgestellt.
3 Die endogene Nachfrage: Dieses Kapitel widmet sich der formalen Herleitung des additiven und multiplikativen Modells sowie deren mathematischer Optimierung.
4 Gegenüberstellung: In diesem Teil werden beide Modelle anhand von Simulationen und Tabellen hinsichtlich ihrer Gewinnstrukturen und Reaktionen auf Parameteränderungen direkt verglichen.
5 Zusammenfassung: Die Ergebnisse werden resümiert und die modellabhängigen Handlungsstrategien für die Preissetzung unter Unsicherheit bewertet.
Schlüsselwörter
Newsboy-Problem, Newsvendor-Problem, Endogene Nachfrage, Additives Modell, Multiplikatives Modell, Preisoptimierung, Bestellmengenentscheidung, Stochastische Nachfrage, Gewinnmaximierung, Fehlmengenkosten, Restmengenkosten, Unsicherheit, Lagerfaktor, Preisstrategie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Erweiterung des klassischen Newsboy-Problems um eine endogene Nachfrage, bei der der Verkäufer den Preis aktiv zur Gewinnmaximierung steuern kann.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Zentrale Themen sind die mathematische Modellierung von Nachfragefunktionen, die Bestimmung optimaler Preis-Mengen-Kombinationen unter Unsicherheit und die vergleichende Analyse zweier Modellierungsansätze.
Was ist das primäre Ziel der Forschung?
Das Ziel ist die Identifikation und der Vergleich von Lösungsstrategien für die Preis- und Bestellmengenwahl in logistischen Systemen mit stochastischer Nachfrage.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt mathematische Modellierungen, die Herleitung von Gewinnfunktionen sowie die Simulation an konkreten Zahlenbeispielen mit Excel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die formale Herleitung des additiven und multiplikativen Modells sowie eine detaillierte Gegenüberstellung deren Ergebnisse bei Kostenveränderungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?
Die Analyse ist durch Begriffe wie stochastische Nachfrage, Lagerfaktor, Fehl- und Restmengenkosten sowie die Unterscheidung zwischen additivem und multiplikativem Modell geprägt.
Warum unterscheidet sich das Preisverhalten bei Sicherheit und Unsicherheit?
Bei Unsicherheit treten Rest- oder Fehlmengen auf, die den erwarteten Gewinn mindern; daher wird der Preis als Instrument genutzt, um das Risiko dieser Unsicherheit zu minimieren.
Welchen Einfluss haben Änderungen der Beschaffungskosten auf das Ergebnis?
Erhöhte Beschaffungskosten führen generell zu einem sinkenden Deckungsbeitrag und zwingen den Entscheider zur Anpassung von Preis und Menge, um den Gewinnverlust zu begrenzen.
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- Johanna Bieneck (Author), 2005, Pricing and the Newsvendor Problem. A Review with Extensions, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45476