Der transatlantische Sklavenhandel und seine Konsequenzen für die Wirtschaft Afrikas


Bachelorarbeit, 2015

48 Seiten, Note: 2.3

Anonym


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Historischer Hintergrund

3. Zusammenhang zwischen Sklavenhandel und Einkommen
3.1 Historische Beweise
3.2 Methode der kleinsten Quadrate
3.3 Instrumentvariable Methode

4. Mögliche kausale Wirkungsmechanismen
4.1 Entstehung von Misstrauen
4.1.1 Empirische Untersuchung
4.1.2 Kausalitätsüberprüfung
4.2 Die Rolle der ethnischen Zersplitterung
4.3 Auswirkung auf die Rechtsstaatlichkeit

5. Spezifischer Effekt der geographischen Gegebenheiten in Afrika
5.1 Robustheitsanalysen
5.2 Rolle des Sklavenhandels in dem Schroffheitsparadox
5.3 Ökonomische Interpretation des Schroffheitseffekts

6. Fazit

Literaturverzeichnis

Grafiken

Tabellen

1. Einleitung

Die ökonomische Leistung Afrikas ist in den letzten 50 Jahren im Vergleich zu den anderen Teilen der Welt extrem schwach. Diese Tendenz lässt sich nicht nur mit der schlechten Politik, fehlenden Modernisierung und großen Korruption in den letzten Jahren erklären. Um die fundamentalen Gründe dieser Unterentwicklung zu verstehen, muss man in die Geschichte des Kontinets eingehen.

Diese Arbeit konzentriert sich auf die Konsequenzen des transatlantischen Sklavenhandels und untersucht die möglichen kausalen Wirkungsmechanismen, die die negativen Effekte dieses Prozesses auf die Wirtschaft des Kontinents erläutern können. Zwischen 1400 und 1900 haben vier verschiedene Sklavenhandelsprozesse in Afrika stattgefunden. In diesem Zeitraum wurden über 18 Millionen Afrikaner versklavt und viele andere wurden getötet. Zusammen mit den Kolonialzeiten, die von 1885 bis 1960 andauerten, haben diese Prozesse eine besonders wichtige Rolle für die weitere Entwicklung des Kontinents gespielt.

Engerman et al. (1997) haben gezeigt, dass die Sklaverei in der Neuen Welt ein Hindernis für die langfristige Entwicklung der Institutionen ist. Laut den Autoren ist die ungleichmäßige Verteilung des Wohlstands, Humankapitals und politischer Macht der Hauptfaktor für diese negative Korrelation. Nunn (2008) bestätigt die Hypothese, dass die Sklaverei mit einer Unterentwicklung verbunden ist. Seine Forschung widerspicht aber den kausalen Wirkungsmechanismen von Engerman und Sokoloff (1997). Gegensätzlich dazu zeigt er, dass keine Beziehung zwischen wirtschaftlicher Ungleichheit und ökonomischer Entwicklung besteht. Eine andere mögliche Erklärung ist, dass es wegen der fehlenden freien Arbeitsmärkte keinen Anreiz gab, öffentliche Güter und Institutionen zu entwickeln (Wright, 2006). In einer andereren wissenschaftlichen Forschung analysierten Acemoglu et al. die Folgen von Sklaverei in Kolumbien (Acemoglu et al., 2012). Aus ihren gemachten Berechnungen lässt sich schlussfolgern, dass die Sklaverei zu erhöhter Armut, beschränkter Erzeugung von gesellschaftlichen Gütern und größerer Staatsungleichheit geführt hat. In dem Buch „Why Nations Fail“ haben Acemoglu und Robinson die essenzielle Bedeutung der Institutionen für die langfristige Entwicklung eines Landes beschrieben (Acemoglu und Robinson, 2012, S.115-116, 341). Die Handelsmöglichkeit zwischen Europa und Afrika stellte am Anfang gute ökonomische Gelegenheiten für beide Seiten dar. Entscheidend war der Unterschied auf der institutionalen Ebene zwischen Europa und Afrika. In Afrika haben diese Handelsprozesse die ökonomische Ungleichheit verstärkt. Diese Arbeit beschäftigt sich nicht mit den Folgen von der Sklaverei selbst, sondern berücksichtigt die Konsequenzen des Sklavenhandels, welche hauptsächlich durch Kriege, Verrat und Entführungen hervorgerufen wurden. In Punkt zwei wird den historischen Hintergrund des Kontinents beleuchtet.

Mit der Frage, wie ausgeprägt die langfristigen Effekte des Sklavenhandels in Afrika sind, hat sich umfassend Nathan Nunn befasst. In seiner Forschung „The Long-Term Effects Of Africa’s Slave Trades” zeigt er, dass die Länder, die am meisten an dem Handel von Menschen beteiligten waren, heute schwächer entwickelt sind (Nunn, 2008). In Punkt drei wird die empirische Strategie dieser Hypothese untersucht.

Der vierte Punkt der Arbeit verfolgt das Ziel, den negativen wirtschaftlichen Effekt des Sklavenhandels in Afrika zu erläutern. Dazu werden drei mögliche Erklärungsmechanismen überprüft. Der erste Wirkungskanal basiert auf der Untersuchung von Nunn und Wantchekon „The Slave Trade and the Origins of Mistrust in Africa“ und beschreibt den negativen Zusammenhang zwischen dem Sklavenhandel und dem menschlichen Vertrauen. Dieser Effekt tritt durch die langfristige Verschlechterung der Institutionen auf, hauptsächlich jedoch durch geänderte kulturelle Normen. Der nächste Wirkungskanal ist teilweise mit der Entstehung des Misstrauens verbunden. In dem Papier „The Impact of the Transatlantic Slave Trade on Ethic Stratification in Africa“ haben Whatley und Gillezeau die positive Beziehung zwischen der Sklavenhandelsintensität und der Anzahl der ethnischen Gruppen gezeigt. Zuletzt wird die Wirkung des Sklavenhandels auf die ökonomische Unterentwicklung des Kontinents durch die Beeinflussung der Rechtsstaatlichkeit diskutiert.

Basis der Überlegungen von Punkt fünf ist das wissenschaftliche Papier von Nunn und Puga „Ruggedness: The Blessing of Bad Geography in Africa“. Wie der Titel schon verrät, ergibt sich aus dem schroffen Gelände in Afrika ein außergewöhnlicher Effekt. Wegen der historischen Ereignisse bzw. der Sklavenhandelsprozesse lässt sich ein positiver ökonomischer Effekt von dem ungünstigen Terrain auf dem Kontinent erkennen. Für viele Afrikaner waren solche Landschaften die einzige Möglichkeit, sich vor Entführungen und Raubzüge zu schützen. Deswegen sind solche Regionen geringer von dem Sklavenhandel berührt.

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in der folgenden Struktur: Punkt zwei liefert eine Kurzfassung des historischen Hintergrunds in Afrika, in Punkt drei wird die Korrelation zwischen dem Sklavenhandel und dem Einkommen gezeigt. Weiterführend sind in Punkt vier die möglichen Wirkungsmechanismen zur Erklärung dieses Zusammenhangs beschrieben. Schließlich setzt sich Punkt fünr mit einem spezifischen Effekt der Geographie in Afrika auseinander und Punkt sechs fasst die Ergebnisse zusammen.

2. Historischer Hintergrund

Ab dem 15 Jahrhundert begann ein sehr profitabler Handelsprozess für Europa und gleichzeitig ein Verlust bringender Prozess für Afrika, nähmlich der sogenannte atlantische Dreieckshandel, der bis circa 1900 andauerte. In diesem Zeitraum wurden Waffen, Textillien und Alkohol aus Europa nach Afrika, Sklaven aus Afrika nach Amerika und landwirtschaftliche Produkte, wie Kartoffeln, Zucker und Kaffe aus Amerika nach Europa verschifft (siehe Grafik 1). Die Nachfrage nach afrikanischer Sklavenarbeitern entstand durch die Entwicklung der Plantagenwirtschaft und die Nachfrage nach Bergleuten in der neuen Welt. Die genaue Zahl der versklavten Menschen in dieser Zeit ist unbekannt. Die Statistik zeigt aber, dass über 11 Millionen Sklaven von West-, West-Zentral- und Ostafrika zu den europäischen Kolonien in der neuen Welt transportiert worden sind. Viele von denen starben auf der langen Fahrt nach Amerika. Wegen des transatlantischen, transsaharanischen und ostafrikanischen Sklavenhandels war die Bevölkerung in Afrika im Jahr 1850 nur halb so groß im Vergleich dazu, wenn der Sklavenhandel nicht stattgefunden hätte (Manning 1990, s. 171).

Es ist wichtig zu wissen, dass die Sklaverei kein neues Konzept in Afrika war. In der Tat gab es interne Sklaverei in Afrika schon seit vielen Jahren. Versklavt wurden am meisten Kriminelle und Kriegsgefangene. Allerdings war die Zahl der Personen, die versklavt wurden, eher gering. Das neue System des atlantischen Sklavenhandels war ganz anders als die frühere afrikanische Sklaverei. Der Einfluss des atlantischen Sklavenhandels brachte radikale Veränderungen für die Wirtschaft Afrikas. Die ethnische Lücke zwischen den verschiedenen Völker vergrößerte sich. Die Gemeinschaften haben sich nicht weiter in größeren Gebieten entwickelt, weil sie gegeneinander gekämpft haben (Azevedo 1982; Inikori 2000; Hubbell 2001). Laut Easterly und Levine (1997) sind die Beziehungen zwischen den verschiedenen ethnischen Gruppen ein relevanter Faktor für die ökonomische Entwicklung.

Die Völker haben sich nicht nur untereinandern versklavt, sondern auch in sich selbst. Neben den Europäern waren auch die afrikanische Könige und die Justiz Teil dieses Prozesses. Die bisher genutzten Formen von gerichtlichen Strafen, wie Schläge und Entschädigungszahlungen, wurden mit der Sklaverei getauscht (Klein, 2001, s. 59). Die steigende Korruption, politische Instabilität und Unsicherheit bildeten eine schwache Basis für die ökonomische und soziale Entwicklung Afrikas.

Um sich gegen den gefährlichen Umgebung zu verteidigen, brauchten die Menschen Waffen. Diese Waffen wurden von den Europäern gegen andere Sklaven getauscht. Was noch zu größeren Unsicherheiten führte (Mahadi 1992; Hawthorne 1999, SS. 108-109).

Anfang des neunzehnten Jahrhundert begannen einige Länder, wie Dänemark und Großbritanien, den transatlantische Sklavenhandel zu verbieten. Jedoch gab es weiterhin illegalen Sklavenhandel. Obwohl diese Prozesse nicht mehr stattfinden, haben sie einen starken Einfluss auf die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung des Kontinents (Bockstette, Chanda, und Putterman 2002; Chanda und Putterman 2005). Wie genau der Sklavenhandel die Länder heute beeinflüsst,wird in den nächsten Punkten dieser Arbeit diskutiert.

3. Zusammenhang zwischen Sklavenhandel und Einkommen

In der Studie „The Long-Term Effects Of Africa’s Slave Trades” zeigt Nathan Nunn, dass ein negativer Zusammenhang zwischen dem Bruttoinlandsprodukt pro Kopf der afrikanischen Länder und der Zahl der exportierten Sklaven besteht. Die Länder, die am meisten Sklaven zwischen 1400 und 1900 exportiert haben, sind heutzutage am geringsten entwickelt. Die Forschung umfasst insgesamt vier große Sklavenhandel Prozesse: der transatlantische, der transsaharanische und der ostafrikanische durch den Indischen Ozean und durch das Rotes Meer. Der transatlantische Sklavenhandel umfasst circa 60% von der Stichprobengröße. Die Analyse wurde mittels der OLS- und Instrumentvariablen Methode durchgeführt. Beide Vorgehensweisen legen signifikante Werte vor.

Eine Verzerrung des Models ist durch den Verdacht, dass nur unentwickelte Länder in den Sklavenhandel eingetreten sind, möglich. Das ist als Messfehler anerkannt und der Beta-Koeffizient würde nach 0 verzerrt. Um diese Hypothese zu prüfen, untersuchte Nunn die historischen Daten und Beweise.

3.1 Historische Beweise

Für die Europäer war es unmöglich mit den kleineren und feindlichen afrikanischen Völkern zu handeln. Die Handelsprozesse waren mit den entwickelten afrikanischen Ländern erfüllbar. Das war der Fall mit dem Königreich von Kongo, in dem es schon eine staatliche Regierung, Währung und Handelsmärkte schon gab. Somit kann die Hypothese, dass nur die zurückgebliebenen Länder an dem Sklavenhandel teilgenommen haben, abgelehnt werden. Nunn nutzte die Bevölkerungsdichte als Indikator für den Wohlstand der verschiedenen Völker. Acemoglu, Johnson und Robinson (2002) haben auch gezeigt, dass die prosperierenden Regionen mehr bevölkert sind. Grafik 2 zeigt den positiven Zusammenhang zwischen dem natürlichen Logarithmus der Bevölkerungsdichte im Jahr 1400 und dem In Exporte/Landf läche.

Laut Fage (1962) und Rodney (1970) gab es vor dem transatlantischen Sklavenhandel keine häusliche Sklaverei. Diese Praxis könnte zur potenziellen Verzerrung der Ergebnisse führen. Das kann passieren einerseits durch die größere Wahrscheinlichkeit für diese Gruppen in dem Sklavenhandel zu beteiligen und andererseits, wie Engerman und Sokoloff (1997, 2002) für Amerika gezeigt haben, durch die negative Korrelation zwischen ökonomischer Entwicklung und häuslicher Sklaverei.

3.2 Methode der kleinsten Quadrate

Auf der dritten Grafik ist der Zusammenhang zwischen dem logarithmierten Einkommen und den logarithmierten Sklavenexporten/Landfläche gezeigt. Um das Verhältnis genauer zu betrachten, wurden zusätzlich wichtige für die ökonomische Entwicklung Kontrollvariablen hinzugefügt. Die Grundlinie dieser Methode ist durch die Gleichung gegeben. Die erklärende Variable wird durch den natürlichen Logarithmus dargestellt. zeigt das reale Pro-Kopf-BIP im Land i im Jahr 2000 und ist die abhängige Variable in dem Modell. ist ein Vektor von Dummy-Variablen, der die Herkunft der Kolonisator prüft. ist ein Vektor von Kotrollvariablen, der geographische und klimatische Unterschiede zwischen den Ländern erfassen muss. ist der Störterm in der Gleichung.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Wie in Tabelle 1 ersichtlich wird, ergibt sich aus den Daten ein negativer und statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen Export/Landfläche und Einkommen. In jeder weiteren Spalte in der Tabelle wird es für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes relevante Faktoren kontrolliert. Nämlich geographische Eigenschaften, natürliche Ressourcen, kleine Inseln und nordafrikanische Länder, die mit höherem muslimischen Anteil und französische Beeinflussung verbunden sind. Die hohen Werte des Bestimmtheitsmaßes R[[2]] sind ein Zeichen für eine gute Regression. R[[2]] steigt aber auch wegen der Hinzufügung von unabhängigen Variablen. In solchen Fällen ist es besser die angepasste R[[2]] für die Interpretation der Ergebnisse zu nutzen. Die sechste Spalte umfasst alle Kontrollvariablen und hat 10 Einheiten weniger in der Stichprobengröße, weil die nordafrikanischen Länder und die Inseln, die die tatsächliche Ausreißer sind, ausgelassen wurden. Der β Koeffizient hier ist wieder signifikant und zeigt, dass eine einprozentige Erhöhung in dem Export/Landfläche mit 12,8 Prozent weniger Einkommen in Jahr 2000 verbunden ist.

Durch die schwierige Herkunftsanalyse, ist es möglich ein Problem mit der Messgröße aufzutreten. Nunn verwendete Schiffsdaten und das Verhältnis zwischen den ethnischen Völkern in den verschiedenen Ländern, um die Herkunft der Sklaven richtig zu bestimmen. Trotzdem werden nur die Überlebenden von der langen Fahrt nach Amerika in den ethnischen Daten betrachtet. Die Sterblichkeitsrate war sehr hoch, deswegen ist es möglich, dass der Messfehler signifikant ist. Die Lösung dieses Endogenitätsproblem wird mit der Instrumentvariable Methode gerechnet.

3.3 Instrumentvariable Methode

Der nächste Schritt zur Überprüfung der Robustheit des Zusammenhanges zwischen Einkommen und Sklaverei wird mit der Hilfe der Instrumentvariable Methode durchgeführt. Als Instrument für den Sklavenhandel ist die Distanz zwischen jedem afrikanischen Land und der Ort, an dem die Sklaven benötigt wurden angewendet. Konkret ist für den transatlantischen Sklavenhandel die Distanz zwischen den größten Sklavenmärkte im Nord- und Südamerika und dem Punkt an der Küste in Afrika, der am nahesten zu dem Mittelpunkt des Landes liegt.

Damit der Instrumentvariablenschätzer konsistent ist, darf es keine Korrelation mit dem Störterm bestehen. Die zweite Annahme, die erfüllt sein muss, ist die robuste Korrelation zwischen dem IV und dem exogenen Teil der abhängigen Variable. Die Relevanz des Instruments wird in der ersten Stufe getestet (siehe Tabelle 2). Nunn kontrollierte nacheinander für kolonisatorische Herkunft, geographische Eigenschaften, wie Entfernung vom Äquator, Niederschläge, Feuchtigkeit und in der vierten Spalte wurden die Inseln und nordafrikanischen Ländern ausgeschlossen. Die erste Stufe von der Regression zeigt, dass je größer der Abstand zwischen dem Sklavenmarkt und dem afrikanischen Land war, desto weniger Menschen wurden exportiert. Für den transatlantischen Sklavenhandel vermittelt die Tabelle signifikante Koeffizienten in alle vier Spalten. Die Höhe der F-Statistik bleibt aber unter 10, was ein Indikator für ein schwaches Instrument ist. In diesem Fall erklärt das Instrument nur wenig von der Variation der endogenen Variable. In der zweiten Stufe wurde Nunn zusätzlich Wahrscheinlichkeitsquotient Intervallen hinzufügen. Die IV-Regression bestätigt die OLS-Ergabnissen und zeigt einen negativen signifikanten Zusammenhang zwischen Einkommen und Exporte/Landfläche.

Eine weitere wichtige Annahme für die Gültigkeit des Instrumentes ist die einseitige Beziehung zwischen den versklavten afrikanischen Regionen und der Nachfrage Regionen. In anderen Worten beeinflusst das Angebot nicht die Nachfrage. Wegen der Existenz von Minen und Zuckerplantagen in Amerika, sind viele Sklaven aus West- und Zentralafrika verschiftet und nicht anders herum.

Wenn die Nachfragezentren mit anderen wirtschaftlichen relevanten Punkten verbunden sind, wird das Instrument mit ausgelassenen Variablen korreliert und damit ungültig. Um diese Hypothese zu prüfen, testete Nunn dasselbe Instrument außerhalb von Afrika. Die Ergebnisse zeigen, dass es außerhalb von Afrika keine Beziehung zwischen den Instrumenten und dem Einkommen gibt.

4. Mögliche kausale Wirkungsmechanismen

Im 20. Jahrhundert hat der Abzug der europäischen Kolonialmächte aus Afrika begonnen. Die ökonomische Entwicklung der afrikanischen Länder ist aber nach der Unabhängigkeit schwach geblieben. Manche Staaten sind bis heute noch nicht in der Lage das Mindestniveau an öffentlichen Gütern und Dienstleistungen ihrer Bürger zu leisten. Es steht außer Zweifel, dass ein Teil dieser Unterentwicklung durch die ehemaligen Sklavenhandelsprozesse und die Kolonialgeschichte des Kontinets erklärt werden kann. Nunn (2008) benutzt die vorkolonialen Entwicklungsniveaus der Länder, um den Zusammenhang zwischen den Sklavenexporte/Landfläche und der staatlichen Entwicklung in Afrika im neunzehnten Jahrhundert zu zeigen. Auf Grafik 4 wurde die negative Beziehung zwischen den beiden Variablen dargestellt. Die nächste Grafik vergleicht das Bruttoinlandsprodukt von 1950 bis 2000 zwischen zwei Gruppen von Länder (siehe Grafik 5). Die erste Gruppe umfasst die Staaten, die am wenigsten Sklaven exportiert haben und die zweite, die am meisten exportiert haben. Es lässt sich davon ein großer Unterschied zwischen den beiden Gruppen erkennen, mit der Tendenz sich zu vergrößern. Durch welche Mechanismen beeinflusst der Sklavenhandel die ökonomische Entwicklung des Kontinents? Um diese Frage beantworten zu können, werden in den nächsten Absätzen weitere Untersuchungen analysiert.

[...]

Ende der Leseprobe aus 48 Seiten

Details

Titel
Der transatlantische Sklavenhandel und seine Konsequenzen für die Wirtschaft Afrikas
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München
Note
2.3
Jahr
2015
Seiten
48
Katalognummer
V454842
ISBN (eBook)
9783668869073
ISBN (Buch)
9783668869080
Sprache
Deutsch
Schlagworte
sklavenhandel, konsequenzen, wirtschaft, afrikas
Arbeit zitieren
Anonym, 2015, Der transatlantische Sklavenhandel und seine Konsequenzen für die Wirtschaft Afrikas, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454842

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