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Was ist Natur wert? Gegenüberstellung des ökologischen und volkswirtschaftlichen Wertes der Region Neckar-Alb

Title: Was ist Natur wert? Gegenüberstellung des ökologischen und volkswirtschaftlichen Wertes der Region Neckar-Alb

Bachelor Thesis , 2014 , 76 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Daniel Häußler (Author)

Earth Science / Geography - General, Basics
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Wie lässt sich der Wert einer Region berechnen? Und weshalb ist das überhaupt notwendig? In dieser Arbeit wird gezeigt, inwiefern die Bewertung und Monetarisierung der Natur ein effektiver Weg ist, um die Bedeutung eines Ökosystems herauszustellen und die Berücksichtigung von Naturwerten voranzutreiben. Neben der ökonomischen Bewertung wird auch eine Inwertsetzung der Natur diskutiert. Schließlich wird der ökologische sowie volkswirtschaftliche Wert der Gemarkung der Region Neckar-Alb ermittelt.

Ohne die Existenz einer funktionierenden Natur könnten weder der Mensch noch irgendeine andere Tier- oder Pflanzenart überleben. Aus anthropozentrischer Sicht werden die Leistungen der Natur als Ökosystemdienstleistungen (ÖSD) bezeichnet, da die Natur für die Menschen Werte schafft. Jedoch greift der Mensch wie keine andere Art in die Natur ein, verbraucht Ressourcen und senkt damit in den meisten Fällen die lokalen, regionalen oder globalen Umweltwerte. Das daraus generierte Wachstum führt zum teilweise irreversiblen Verlust der Natur und damit zu indirekten Kosten, da die bereitgestellten Leistungen der Natur ersetzt werden müssen. Es ist also schon aus ökonomischer Sicht sinnvoll, die Natur als nicht-endliche Ressource zu betrachten, sie zu schützen und zu wahren, um sie möglichst lange nutzen zu können.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 Einführung in die Thematik

1.2 Relevanz und Aufbau der Thematik

1.3 Idee, Rahmen und Grenzen der Arbeit

2 Entwicklung einer theoretischen Grundlage

2.1 Eingrenzung des Begriffs ‚Natur‘

2.2 Vielfältigkeit des Wertebegriffs im Total Economic Value – Ansatz und ausgewählte Bewertungsmethoden

2.3 Weitere Wertbegriffe

2.4 Übertragung ökonomischer Werte: Der Benefit-Transfer

2.5 ‚Natur‘ als wohlfahrtsökonomisches Konstrukt im Utilitarismus

2.6 Mehr als Bewertung: Wertschätzung durch Inwertsetzung

3 Ökonomische Bewertung der Natur

3.1 Erstes Aufkommen und Entwicklung der Idee

3.2 Historischer Exkurs: Die Physiokratie als Gegenpol zum (Neo-) Merkantilismus in der Zeit des Absolutismus (und heute)

3.3 Millennium Ecosystem Assessment der Vereinten Nationen

3.4 TEEB-Studie

4 Legitimität und Machbarkeit einer Inwertsetzung der Natur

4.1 Bewertung einer Unbekannten – die Biodiversität

4.2 Bedeutung von Schlüsselarten

4.3 Tipping points

4.4 Skalenprobleme

4.4.1 Räumlich

4.4.2 Zeitlich

4.5 Kritik an einer Inwertsetzung der Natur

4.6 Zusammenfassende Meinung in der Literatur

5 Der ökologische und volkswirtschaftliche Wert der Fläche der Region Neckar-Alb

5.1 Kategorisierung der Flächennutzung

5.2 Hintergründe zur Anwendung der ÖKVO für die monetäre Bewertung von Biotoptypen

5.3 Die Berechnung des ökologischen Wertes der Region Neckar-Alb

5.4 Die Berechnung des volkswirtschaftlichen Wertes der Region Neckar-Alb

5.5 Gegenüberstellung des ökologischen und des volkswirtschaftlichen Wertes der Region Neckar-Alb und Interpretation

6 Fazit und Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit verfolgt das Ziel, den ökologischen und volkswirtschaftlichen Wert der Gemarkung der Region Neckar-Alb zu ermitteln und gegenüberzustellen, um Naturwerte für Entscheidungsprozesse sichtbar zu machen und eine nachhaltige Ressourcennutzung zu unterstützen.

  • Theoretische Grundlagen der Naturbewertung und Monetarisierung
  • Analyse ökonomischer Konzepte wie des "Total Economic Value"
  • Methodische Ansätze zur ökonomischen Bewertung von Ökosystemdienstleistungen
  • Praktische Berechnung des ökologischen und volkswirtschaftlichen Wertes der Region Neckar-Alb
  • Diskussion von Legitimität, Machbarkeit und Kritik an der Inwertsetzung von Natur

Auszug aus dem Buch

2.1 EINGRENZUNG DES BEGRIFFS ‚NATUR‘

Doch auch der Begriff „Natur“ kann erstaunlich differenziert betrachtet werden: Folgende Aufzählung ausgewählter Naturdefinitionen orientiert sich an der Dissertation von RAFFELSIEFER (1999, S. 81-84) und wird punktuell durch weitere Quellen ergänzt:

Alles was uns umgibt, also die Gesamtheit der Dinge, unabhängig davon ob durch Menschenhand verändert oder nicht, ist Natur, wenn man sie als Ganzheit definiert. Demzufolge sind neben Wäldern und Wiesen auch Industriegebiete, Straßen und Autos der Natur zuzuordnen (vgl. PICHT 1989, S. 37ff). Enger gefasst ist der Naturbegriff, der sich auf das beschränkt, was selbstständig wächst und folglich nicht das Zutun des Menschen benötigt. Die griechische Übersetzung von „Natur“ lautet physis und steht dort wörtlich für „Wuchs“. BAIER (2001, S. 17) setzt fort, dass Natur hier für ein selbstständiges Größerwerden steht.

Im gleichen Atemzug kann die Natur als Gegenstück zur Zivilisation, Gesellschaft und Technik gesehen werden. Natur wird außerdem meist mit der Farbe Grün in Verbindung gebracht, welche aber auch in Form von Parks, Zimmerpflanzen oder Alleen in die Gesellschaft integriert werden kann (RAFFELSIEFER 1999, S. 82). Sehr streng hingegen ist die Definition von Natur im Sinne der Urnatur, also dem wirklich vom Menschen Unberührten, während die Betrachtung der Natur als Ressource ein Einbinden ebendieser in wirtschaftliche Aktivitäten als Grundlage des menschlichen Daseins sieht.

Im angewandten Teil meiner Arbeit in Kapitel 5 beziehe ich mich auf die Natur als Ganzheit. Eine engmaschigere Definition von Natur würde dem Anspruch, den Wert einer abgesteckten Region in etwa beziffern zu können, nicht gerecht werden, da sie von vorneherein zu sehr selektiert, was Natur ist und was nicht. Folglich wird die komplette Gemarkung der Region Neckar-Alb in unterschiedliche Naturkategorien unterteilt und jeweils mit einem ökologischen und volkswirtschaftlichen Wert belegt. Auch eine versiegelte Straße hat gemäß der Ökokontoverordnung (ÖKVO) einen Biotopwert, der natürlich sehr gering, aber eben nicht „0“ ist (LUBW 2010, S. 71). Bewegliche Komponenten, wie Automobile, die PICHT (1989, S. 37ff) ebenso zur Natur hinzuzählt, werde ich allerdings nicht berücksichtigen, da sie nicht Bestandteil einer Gemarkung sind.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Naturbewertung, Relevanz der Monetarisierung für Entscheidungsträger sowie Erläuterung des Aufbaus und der Grenzen der Arbeit.

2 Entwicklung einer theoretischen Grundlage: Erörterung der Begriffe „Natur“ und „Wert“, Einführung des TEV-Ansatzes sowie ethische und wohlfahrtsökonomische Einordnung.

3 Ökonomische Bewertung der Natur: Darstellung der historischen Entwicklung des Bewertungsgedankens, des MEA-Reports und der TEEB-Studie.

4 Legitimität und Machbarkeit einer Inwertsetzung der Natur: Analyse der methodischen Herausforderungen, wie Biodiversität, Schlüsselarten, Tipping Points und Skalenprobleme sowie kritische Reflexion.

5 Der ökologische und volkswirtschaftliche Wert der Fläche der Region Neckar-Alb: Anwendung der ÖKVO und ökonomischer Ansätze zur konkreten monetären Wertberechnung der Flächen in der Region.

6 Fazit und Schlussfolgerungen: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse, kritische Würdigung des monetären Ansatzes und Ausblick auf die Bedeutung der Inwertsetzung.

Schlüsselwörter

Naturbewertung, Monetarisierung, Ökosystemdienstleistungen, Region Neckar-Alb, Total Economic Value, Biodiversität, Ökokontoverordnung, Volkswirtschaftlicher Wert, Ökologischer Wert, Benefit-Transfer, Nachhaltigkeit, Naturschutz, Bodenrichtwert, Skalenprobleme, Schlüsselarten

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Möglichkeit und Grenzen einer ökonomischen Monetarisierung von Natur und wendet diese Methodik auf die Fläche der Region Neckar-Alb an.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die Umweltökonomie, die Definition von Natur- und Wertbegriffen, das Konzept der Ökosystemdienstleistungen sowie die praktische Umsetzung von Bodenwertanalysen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist die Gegenüberstellung des ökologischen und volkswirtschaftlichen Wertes einer konkreten Region, um eine Basis für eine transparentere, faktenbasierte Naturschutzentscheidung zu schaffen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es werden methodische Ansätze wie der Benefit-Transfer und die Ökokontoverordnung (ÖKVO) genutzt, kombiniert mit Bodenrichtwerten und ökonomischen Schätzverfahren für verschiedene Flächennutzungsarten.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen, eine kritische Diskussion zur Legitimität der Inwertsetzung und den praktischen Teil der Wertkalkulation für die Region Neckar-Alb.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Ökosystemdienstleistungen, Monetarisierung, Nachhaltigkeit, Region Neckar-Alb und Naturschutz geprägt.

Warum ist die Region Neckar-Alb als Untersuchungsgebiet gewählt worden?

Die Region dient als beispielhaftes Modellgebiet, um die Übertragbarkeit theoretischer Monetarisierungsansätze auf eine konkrete, 2.500 Quadratkilometer umfassende geographische Fläche zu demonstrieren.

Ist eine Monetarisierung der Natur ethisch vertretbar?

Der Autor diskutiert dies ausführlich und kommt zu dem Schluss, dass die Inwertsetzung zwar methodisch anspruchsvoll und ethisch umstritten ist, aber als pragmatisches Instrument dienen kann, um Naturschutz in ökonomischen Entscheidungsprozessen zu verankern.

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Details

Title
Was ist Natur wert? Gegenüberstellung des ökologischen und volkswirtschaftlichen Wertes der Region Neckar-Alb
College
University of Tubingen
Grade
1,0
Author
Daniel Häußler (Author)
Publication Year
2014
Pages
76
Catalog Number
V454876
ISBN (eBook)
9783668891982
ISBN (Book)
9783668891999
Language
German
Tags
Total Economic Value Benefit-Transfer Utilitarismus Merkantilismus TEEB-Studie Inwertsetzung Ökosystemdienstleistung ÖKVO Ökokonto-Verordnung Bodenrichtwert nicht-endliche Ressourcen Nachhaltigkeit Monetarisierung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Häußler (Author), 2014, Was ist Natur wert? Gegenüberstellung des ökologischen und volkswirtschaftlichen Wertes der Region Neckar-Alb, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454876
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