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Der (mediale) Klimawandel in der Diskursanalyse. Der Einfluss des 4. und 5. IPCC-Berichtes auf die Berichterstattung in deutschen Tages- und Wochenzeitungen

Title: Der (mediale) Klimawandel in der Diskursanalyse. Der Einfluss des 4. und 5. IPCC-Berichtes auf die Berichterstattung in deutschen Tages- und Wochenzeitungen

Master's Thesis , 2016 , 96 Pages , Grade: 1,1

Autor:in: Daniel Häußler (Author)

Geography / Earth Science - Economic Geography
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Summary Excerpt Details

Ob der schier unüberblickbaren Anzahl an naturwissenschaftlichen Publikationen zum Klimawandel zeichnet sich diese empirische Auseinandersetzung durch den Mehrwert der diskursanalytischen Auswertung der printmedialen Berichterstattung über den Klimawandel aus, wobei der 4. und 5. IPCC-Bericht dabei als jeweilige wissenschaftliche Referenz gilt. Die Theorie-Kapitel 2 und 3 erörtern den wissenschaftlichen Hintergrund des Klimawandels, zum anderen behandeln sie das bestehende Vorwissen zur medialen Repräsentation dieser globalen Herausforderung. Vor allem die Demonstration des bestehenden Klimaskeptizismus‘, der vielfältigen Akteurslandschaft in der Klimawandeldebatte in Kombination mit den Phänomenen der individuellen Wahrnehmung im Sinne des Hermeneutischen Zirkels und der Nachrichtenwertlogik nach GALTUNG & RUGE führt zu einer wertvollen Grundlage für die durchgeführte Diskursanalyse.

Als Basis für die qualitative Empirie gilt dabei die quantitative Grundlage, die an Stelle der sonst häufig verwendeten aber auch scharf kritisierten Lexikometrie steht und primär die Intensität der Berichterstattung darstellen soll. In einem weiteren Auswertungsschritt dient diese Erhebung der Festlegung der Zeitabschnitte „vor“, „während“ und „nach“ dem jeweiligen IPCC-Bericht, wobei als inhaltliche Vergleichsbasis eine siebte vorgelagerte Periode ausgewählt wurde. Die Auswertung umfasst den Zeitraum von 2005 bis 2015 mit insgesamt 574 Datensätzen, liefert mit 70 Artikeln ein repräsentatives Abbild der Berichterstattung in deutschen Tages- und Wochenzeitungen und charakterisiert diese in einer Indikatorenmatrix mit 25 Spalten, was 1.750 Einordnungen zur Folge hat.

Als Resultat dieser empirischen Auswertung soll demonstriert werden, welcher quantitative Verlauf der Berichterstattung festzustellen ist und vor allem welchen Einfluss das Erscheinen des jeweiligen IPCC-Synthesis-Reports nach sich zieht. Das Beleuchten qualitativer Veränderungen in der Berichterstattung zeigt auf, welche Inhalte der Klimawandeldebatte und der IPCC-Berichte an den Rezipienten weitergegeben werden und ob eine Fehlinformation stattfindet. Denn, so lautet die Prämisse dieser Arbeit, der einzelne Bürger kann nur dann klimafreundlich handeln, wenn er eine entsprechend ausgewogene, stringente, logische und vor allem korrekte Wiedergabe der Klimawandeldebatte erfährt, sodass er dann in der Lage ist, sein individuelles Tun zu reflektieren und gegebenenfalls anzupassen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

1.1 HINFÜHRUNG

1.2 PROBLEMSTELLUNG UND RELEVANZ DER THEMATIK

1.3 HAUPTTHESEN

1.4 AUFBAU, RAHMEN UND GRENZEN DER ARBEIT

2 Der Klimawandel in der naturwissenschaftlichen und der politischen Debatte

2.1 AUFKOMMEN UND VERBALE ENTWICKLUNG DER BEGRIFFLICHKEIT

2.2 NATÜRLICHE EINFLUSSFAKTOREN DES GLOBALEN KLIMAS

2.3 DER ANTHROPOGENE KLIMAWANDEL: KONSENS UND SKEPTIZISMUS

2.4 AKTEURE IN DER KLIMAWANDELDEBATTE

2.4.1 Die UN-Klimakonferenzen

2.4.2 IPCC - Der Weltklimarat

2.4.2.1 Der 4. IPCC-Sachstandsbericht aus dem Jahr 2007

2.4.2.2 Der 5. IPCC-Sachstandsbericht aus dem Jahr 2013

2.4.3 NGOs

2.4.4 Wirtschaftliche Akteure

2.5 EIN ÜBERBLICK ÜBER DIE MEDIALE REPRÄSENTATION DER DEBATTE

3 Der Klimawandel als medial projiziertes Phänomen

3.1 PHÄNOMENE DER (PRINT-) MEDIALEN NACHRICHTENÜBERMITTLUNG IN DER KLIMAWANDELDEBATTE

3.2 EXKURS: DER HERMENEUTISCHE ZIRKEL ALS WIDERSPRÜCHLICHE INTERPRETATIONSSITUATION ZWISCHEN AUTOR UND REZIPIENT

3.3 AKTEURS- UND INTERESSENSGESTEUERTE MASSENMEDIEN

3.4 EXKURS: NACHRICHTENWERTLOGIK NACH GALTUNG & RUGE

3.5 TRANSFERLEISTUNG – WAS LERNEN WIR AUS DEM INTERDISZIPLINÄREN ANSATZ?

4 Methodenüberblick

4.1 EINE QUANTITATIVE GRUNDLAGE – ENTWICKLUNG DES KLIMAWANDEL-BEGRIFFS

4.2 DIE DISKURSANALYSE

4.3 METHODENKRITIK

5 Auswahl und Vorbereitung der Daten

5.1 DATENGRUNDLAGE

5.2 BEI WISO-NET.DE ANGEWANDTE SELEKTIONSPARAMETER DER BEIDEN METHODEN

5.3 KODIERUNGSSYSTEMATIK UND ÜBERSICHT ÜBER DIE TEXTKORPORA

6 Die Ergebnisse

6.1 QUANTITATIVER ANSATZ: ENTWICKLUNG DES KLIMABEGRIFFS SEIT DEM JAHR 2005

6.2 QUALITATIVER ANSATZ

6.2.1 Die Indikatorenmatrix als Teilergebnis

6.2.2 Versuch einer Charakterisierung der Berichterstattung des Zeitraums 26.09. bis 10.10.2005

6.2.3 Versuch einer Charakterisierung der Berichterstattung „vor dem Erscheinen des 4. IPCC-Berichts“

6.2.4 Versuch einer Charakterisierung der Berichterstattung „während dem Erscheinen des 4. IPCC-Berichts“

6.2.5 Versuch einer Charakterisierung der Berichterstattung „nach dem Erscheinen des 4. IPCC-Berichts“

6.2.6 Versuch einer Charakterisierung der Berichterstattung „vor dem Erscheinen des 5. IPCC-Berichts“

6.2.7 Versuch einer Charakterisierung der Berichterstattung „während dem Erscheinen des 5. IPCC-Berichts“

6.2.8 Versuch einer Charakterisierung der Berichterstattung „nach dem Erscheinen des 5. IPCC-Berichts“

6.2.9 Kondensierte Darstellung der 70 Textkorpora mit Fokus auf die IPCC-Berichte

6.3 ERGEBNISSE IM SPIEGEL DER THESEN

7 Fazit

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht den Einfluss der 4. und 5. IPCC-Sachstandsberichte auf die printmediale Berichterstattung in deutschen Tages- und Wochenzeitungen im Zeitraum von 2005 bis 2015, um zu analysieren, ob und wie wissenschaftliche Erkenntnisse zum Klimawandel in der Medienlandschaft repräsentiert und interpretiert werden.

  • Wissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels und die Rolle des IPCC
  • Diskursanalyse als Methode zur Untersuchung medialer Repräsentation
  • Quantitative Entwicklung der Begrifflichkeiten und Berichterstattung
  • Einfluss politischer und wirtschaftlicher Akteure auf den Klimadiskurs
  • Qualitative Analyse der Berichterstattung im Kontext der IPCC-Berichtszyklen

Auszug aus dem Buch

2.2 NATÜRLICHE EINFLUSSFAKTOREN DES GLOBALEN KLIMAS

Als grundlegende Voraussetzung für die Interpretation der Berichterstattung ist es unumgänglich, die natürlichen Einflussfaktoren des globalen Klimas kurz darzustellen und anschließend den Vergleich mit anthropogenen Faktoren zu ziehen (siehe Kapitel 2.3).

Wie eingangs erwähnt, existiert eine derartige Menge an publizierter Literatur zur Thematik des Klimawandels, dass sich ganze Bibliotheken damit füllen lassen würden. In vielerlei Hinsicht überlappen sich der Großteil der Werke, und doch muss sich der Autor gegen eine subjektive Auswahl der Grundlagenliteratur wehren. Mit den nachfolgend genannten Werken sollte jedoch eine theoretische Basis geschaffen sein, die wissenschaftlich korrekt und in der Summe repräsentativ ist.

Die primäre Energiequelle für unsere Erde stellt die Sonne dar, weshalb Schwankungen der von ihr abgegebenen und auf der Erde ankommenden Strahlung direkte Auswirkung auf unser globales Klima haben (vgl. KUTTLER 2013, S. 69). Die Milanković-Zyklen beschreiben die Muster, nach welchen die Erdbahnparameter und damit die Sonnenstrahlungsintensität variieren und entsprechend unser Klima beeinflussen (KAPPAS 2013, S. 77, siehe auch LATIF 2009, S. 71-74). Abbildung 1 (S. 7) demonstriert die Einflussstärke der nachfolgend vorgestellten Faktoren im Verlauf der letzten 1 Mio. Jahre.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema Klimawandel als globale Herausforderung ein und definiert das Ziel, die mediale Berichterstattung dazu zu untersuchen.

2 Der Klimawandel in der naturwissenschaftlichen und der politischen Debatte: Dieses Kapitel erläutert die wissenschaftlichen Grundlagen und Akteure, die in der Klimadebatte eine Rolle spielen.

3 Der Klimawandel als medial projiziertes Phänomen: Hier werden medienwissenschaftliche Aspekte beleuchtet, um das Verständnis für die Berichterstattung zu schärfen.

4 Methodenüberblick: Dieses Kapitel beschreibt das methodische Vorgehen, bestehend aus quantitativer Grundlage und qualitativer Diskursanalyse.

5 Auswahl und Vorbereitung der Daten: Hier wird die Datengrundlage (Plattform Wiso-net.de) und das Auswahlverfahren der Textkorpora erläutert.

6 Die Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die Resultate der quantitativen und qualitativen Analysen der Berichterstattung über den Klimawandel.

7 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert über die Qualität der medialen Klimawandel-Berichterstattung.

Schlüsselwörter

Klimawandel, IPCC, Diskursanalyse, Medien, Berichterstattung, Treibhauseffekt, Anthropogener Einfluss, Klimaskeptizismus, Printmedien, Nachrichtenwertlogik, Klimaschutz, CO2, Weltklimarat, Klimadebatte, Kommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, wie deutsche Tages- und Wochenzeitungen über den Klimawandel berichten und welchen Einfluss wissenschaftliche Berichte des IPCC darauf haben.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentral sind der anthropogene Klimawandel, die Rolle von Medien bei der gesellschaftlichen Konstruktion von Wirklichkeit sowie die Analyse von Akteuren wie NGOs, Politik und Wirtschaft.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, wie maßgebliche wissenschaftliche Publikationen wie die IPCC-Berichte medial repräsentiert, "verwertet" und transportiert werden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es wird ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt, der eine quantitative Datenanalyse mit einer qualitativen Diskursanalyse kombiniert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die mediale Berichterstattung in Zeiträumen vor, während und nach den Veröffentlichungen des 4. und 5. IPCC-Sachstandsberichts.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Schlüsselwörter sind unter anderem Klimawandel, IPCC, Diskursanalyse, Medienberichterstattung und Klimadebatte.

Wie beeinflussen IPCC-Berichte die Berichterstattung laut der Studie?

Die Studie zeigt, dass die Veröffentlichung eines IPCC-Berichts kurzzeitig zu einem Anstieg der Artikelanzahl führt, aber keine nachhaltige Verbesserung der qualitativen Berichterstattung bewirkt.

Warum spielt der "Hermeneutische Zirkel" eine Rolle?

Er dient als theoretisches Modell, um zu erklären, wie Leser Informationen interpretieren und in bestehendes Vorwissen einbetten, was die mediale Wirkung beeinflusst.

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Details

Title
Der (mediale) Klimawandel in der Diskursanalyse. Der Einfluss des 4. und 5. IPCC-Berichtes auf die Berichterstattung in deutschen Tages- und Wochenzeitungen
College
University of Tubingen
Grade
1,1
Author
Daniel Häußler (Author)
Publication Year
2016
Pages
96
Catalog Number
V454879
ISBN (eBook)
9783668884168
ISBN (Book)
9783668884175
Language
German
Tags
Anthropogener Klimawandel UN-Klimakonferenzen 4. IPCC-Bericht 5- IPCC-Bericht Hermeneutischer Zirkel Akteurs- und Interessengesteuerte Massenmedien Nachrichtenwerlogik nach Galtung & Ruge Diskursanalyse wiso-net.de
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniel Häußler (Author), 2016, Der (mediale) Klimawandel in der Diskursanalyse. Der Einfluss des 4. und 5. IPCC-Berichtes auf die Berichterstattung in deutschen Tages- und Wochenzeitungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454879
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