Diese Hausarbeit ist ein Versuch, die unterschiedlichen Funktionen des Wächters herauszuarbeiten und diese, anhand von Forschungsliteratur und Belegen in verschiedenen Tageliedern verschiedener Autoren, zu bestätigen. Die zu untersuchende Forschungsfrage bezieht sich dabei explizit auf die Frage nach der Funktion des Wächters in verschiedenen Tageliedern. Diese werden im Hauptteil der Arbeit definiert und durch Beispiele aus unterschiedlichen Tageliedern weiter erläutert.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Funktion des Wächters
- Fazit und Ausblick
- Literaturhinweise
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit befasst sich mit der Funktion des Wächters im mittelhochdeutschen Tagelied. Ziel ist es, die verschiedenen Rollen des Wächters in Tageliedern verschiedener Autoren zu analysieren und zu beleuchten, welche Funktion er in der „dualen Konstellation“ der Liebenden einnimmt.
- Etablierung der Wächterfigur im Tagelied
- Funktion des Wächters als Wecker und Bote
- Die militärische Funktion des Wächters
- Der Wächter als Sänger und Vermittler
- Der Wächter als Störung im privaten Handlungsraum
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung
Die Einleitung stellt die Situation der Liebenden im Tagelied dar und führt die Figur des Wächters als „dritte Person“ ein. Sie beleuchtet die strittige Frage nach der ersten Etablierung des Wächters, wobei Wolfram von Eschenbach als möglicher „Erfinder“ genannt wird. Außerdem wird die Bedeutung des Wächters als „Medium der Trennung“ und die Rolle des Weckrufs als „Hinderungsgründe für die Erfüllung der Liebe“ erörtert.
Funktion des Wächters
Dieses Kapitel beleuchtet die vielfältigen Funktionen des Wächters, die von der Weckfunktion bis hin zur Rolle als Sänger und Vermittler reichen. Es werden Beispiele aus verschiedenen Tageliedern, darunter „Von der zinnen“ von Wolfram von Eschenbach, „Ich bin der der lieben liebiu maere singet“ von Kristan von Hamle und „Sîne klâwen“ von Wolfram von Eschenbach, analysiert, um die verschiedenen Facetten der Wächterfigur zu veranschaulichen.
Schlüsselwörter
Tagelied, Wächter, Wolfram von Eschenbach, Kristan von Hamle, Funktion, Trennung, Bote, Vermittler, Sänger, Militär, höfische Etikette, soziale Norm, Liebe, Gesang.
Häufig gestellte Fragen
Welche Hauptfunktion hat der Wächter im mittelhochdeutschen Tagelied?
Der Wächter fungiert primär als Wecker, der die Liebenden vor dem anbrechenden Tag warnt, sowie als Bote und Beschützer der geheimen Liebesbeziehung.
Wer gilt als möglicher Erfinder der Wächterfigur?
In der Forschung wird oft Wolfram von Eschenbach als derjenige genannt, der die Figur des Wächters im Tagelied etabliert oder maßgeblich geprägt hat.
Was wird unter der „dualen Konstellation“ im Tagelied verstanden?
Damit ist die Beziehung zwischen den beiden Liebenden gemeint, in die der Wächter als „dritte Person“ und Medium der Trennung eingreift.
Welche militärische Rolle nimmt der Wächter ein?
Der Wächter hat eine Schutzfunktion auf der Zinne, beobachtet die Umgebung und sichert den privaten Handlungsraum der Liebenden gegen die höfische Öffentlichkeit ab.
Welche Werke werden in der Arbeit als Beispiele herangezogen?
Es werden unter anderem „Von der zinnen“ und „Sîne klâwen“ von Wolfram von Eschenbach sowie Texte von Kristan von Hamle analysiert.
Inwiefern stellt der Wächter eine Störung dar?
Obwohl er die Liebenden schützt, markiert sein Weckruf das unvermeidliche Ende der gemeinsamen Zeit und erzwingt die Trennung gemäß der sozialen Normen.
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- Melanie Pongratz (Author), 2017, Welche Funktion erfüllt der Wächter im mittelhochdeutschen Tagelied?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454904