Die nachfolgende Arbeit befasst sich mit der Rolle von Auslassungszeichen und deren Rolle im alltäglichen Leben und im schulischen Kontext.
Auslassungszeichen sind nicht nur ein wesentlicher Bestandteil der Interpunktion, sondern auch ein häufiger Bestandteil unseres Alltags. Letzteres wird jedoch oft nicht bewusst wahrgenommen. Doch welche Bedeutung haben diese besonderen Satzzeichen? Welchen Zweck erfüllen sie? Und wieso ist es wichtig, diese bewusst zu einem Teil des Deutschunterrichts zu machen?
Diesen und weiteren Fragen wird die vorliegende Arbeit auf den Grund gehen. Dazu wird zunächst die Zeichensetzung näher erläutert, da Auslassungszeichen einen wesentlichen Teil der Interpunktion bilden, woraufhin diese auch im historischen Zusammenhang, besonders im Rahmen der Rechtschreibreform, erläutert werden. Anschließend werden Auslassungszeichen und ihre allgemeine Funktion beschrieben, woraufhin die verschiedenen Auslassungszeichen einzeln definiert werden.
Um die Bedeutung der Auslassungszeichen für den schulischen Kontext aufzuzeigen, wird abschließend, unter anderem anhand des aktuellen Bildungsplanes, analysiert, welche Rolle die Auslassungszeichen im schulischen Kontext bereits spielen und wieso die Vermittlung dieser im Deutschunterricht sehr wichtig ist.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Zeichensetzung
3. Interpunktion im historischen Zusammenhang
4. Auslassungszeichen
4.1. Ergänzungsstrich
4.2. Gedankenstrich
4.3. Apostroph
4.4. Auslassungspunkte
5. Auslassungszeichen im Schul- & Unterrichtskontext
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die Funktion, Bedeutung und den Einsatz von Auslassungszeichen innerhalb der deutschen Interpunktion und analysiert deren Stellenwert sowie Vermittlungsmöglichkeiten im schulischen Deutschunterricht.
- Systematik der Interpunktionszeichen und deren Einordnung
- Historische Entwicklung der Zeichensetzung und Auslassungszeichen
- Definition und spezifische Funktionen von Ergänzungsstrich, Gedankenstrich, Apostroph und Auslassungspunkten
- Analyse der Rolle von Auslassungszeichen als sprachliches Stilmittel
- Integration der Thematik in den schulischen Bildungsplan
Auszug aus dem Buch
4.4. Auslassungspunkte
Auslassungspunkte < ... > zeigen an, dass gewisse Teile in einem Text wie Wörter oder Sätze ausgelassen wurden oder drücken Redepausen aus (vgl. Duden-Grammatik4, S. 1082). Dadurch wird der Leser eines Textes zum Weiterdenken angeregt, sofern der Autor einen Satz unvollständig lässt (vgl. Duden-Grammatik4, S. 1082). Weiser (2005) sieht in Auslassungspunkten drei zentrale Funktionen. Zum einen machen diese es, wie bereits im Duden beschrieben, zur Aufgabe des Lesers, eine „inhaltliche Ergänzung zu suggerieren“ (erste Funktion) (Weiser 2005, S. 42). Ganz praktisch zählt sie einige Beispiele auf, für welche Auslassungspunkte in diesem Kontext verwendet werden können:
- Implizieren einer Drohung
- Vermeiden verbaler Tabubrüche
- Evozieren von unsagbar Schönem oder Schrecklichem
- Andeuten einer unendlichen Folge
- Ankündigen einer Fortsetzung
- Entwerfen einer Idee der Ewigkeit
(vgl. Weiser 2005, S. 42)
Durch das gezielte Zurückhalten wichtiger Informationen, wird durch Auslassungspunkte des Weiteren Spannung erzeugt (zweite Funktion) oder aber sie symbolisieren, wie bereits im Duden (vgl. Duden-Grammatik4, S. 1082) beschrieben, eine Sprechpause, die durch den Leser auf der inhaltlichen Ebene ergänzt werden muss und so die Kommunikationssituation verdeutlicht (dritte Funktion) (vgl. Weiser 2005, S. 42). Da die Leerstelle, welche durch die Auslassungspunkte erzeugt wird, zwar nicht rekonstruierbar ist, wird sich der Leser dennoch die Frage stellen, warum der Satz nicht vollständig ist (vgl. Weiser 2005, S. 42).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Alltäglichkeit von Auslassungszeichen ein und formuliert das Ziel der Arbeit, deren Funktion und Bedeutung im Unterricht zu beleuchten.
2. Zeichensetzung: Dieses Kapitel definiert den Begriff Zeichensetzung als Synonym für Interpunktion und erläutert deren Rolle bei der Textgliederung und Lesbarkeit.
3. Interpunktion im historischen Zusammenhang: Hier wird die Entwicklung der Interpunktion von den Anfängen bis zur Institutionalisierung durch die Rechtschreibreform dargestellt.
4. Auslassungszeichen: Dieser Abschnitt behandelt die spezifische Gruppe der Auslassungszeichen und definiert deren Charakteristika und textuelle Funktionen.
4.1. Ergänzungsstrich: Erläuterung des Ergänzungsstrichs als Mittel zur Kennzeichnung von Wort- oder Bestandteil-Einsparungen in Aufzählungen.
4.2. Gedankenstrich: Beschreibung des Gedankenstrichs als Zeichen für Einschnitte, Pausen oder unerwartete Wendungen in Texten.
4.3. Apostroph: Analyse der Verwendung des Apostrophs zur Kennzeichnung von Buchstabenweglassungen und seiner obligatorischen Setzung bei bestimmten Eigennamen.
4.4. Auslassungspunkte: Darstellung der Auslassungspunkte als Mittel zur Erzeugung von Leerstellen, Spannung und Pausen.
5. Auslassungszeichen im Schul- & Unterrichtskontext: Untersuchung der Relevanz von Auslassungszeichen im Bildungsplan und deren bisheriger Stellung im Grammatikunterricht.
6. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Auslassungszeichen als bedeutungsvolle Satzzeichen und Ausblick auf künftige fachdidaktische Fragestellungen.
Schlüsselwörter
Auslassungszeichen, Interpunktion, Zeichensetzung, Rechtschreibreform, Ergänzungsstrich, Gedankenstrich, Apostroph, Auslassungspunkte, Grammatikunterricht, Bildungsplan, Textgestaltung, Sprachdidaktik, Orthographie, Satzzeichen, Leerstellen
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Rolle, Funktion und Bedeutung von Auslassungszeichen innerhalb der deutschen Interpunktion und deren Relevanz im schulischen Lehrkontext.
Welches sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit thematisiert die allgemeine Zeichensetzung, historische Hintergründe der Interpunktion, eine detaillierte Definition einzelner Auslassungszeichen sowie deren praktische Bedeutung im Deutschunterricht.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass Auslassungszeichen weit mehr als nur ein Randbereich der Orthographie sind und durch ihre Funktion als Stilmittel eine bewusste Vermittlung im Unterricht verdienen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse, unter anderem auf Basis von Standardwerken wie der Duden-Grammatik, dem Amtlichen Regelwerk sowie fachdidaktischer Publikationen.
Was wird im inhaltlichen Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einbettung der Zeichensetzung, eine detaillierte Definition und Abgrenzung der verschiedenen Auslassungszeichen sowie eine Analyse ihrer schulischen Relevanz anhand von Bildungsplänen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Interpunktion, Auslassungszeichen, Orthographie, Bildungsplan und Grammatikunterricht maßgeblich charakterisiert.
Warum ist der Apostroph in manchen Fällen zwingend zu setzen?
Der Apostroph ist laut Regelwerk zwingend erforderlich bei bestimmten Eigennamen im Genitiv, bei Wörtern, die ohne Kennzeichnung schwer lesbar sind, sowie bei speziellen Auslassungen im Wortinneren.
Inwiefern beeinflussen Auslassungspunkte die Arbeit des Lesers?
Auslassungspunkte erzeugen bewusste Leerstellen, die der Leser füllen muss, wodurch eine zweite Informationsebene entsteht, die Spannung aufbaut und den Leser zum aktiven Weiterdenken anregt.
- Arbeit zitieren
- Melanie Pongratz (Autor:in), 2017, Warum sollten Auslassungszeichen Teil des Deutschunterrichtes sein? Funktion und Bedeutung unterschiedlicher Auslassungszeichen im schulischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454907