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Kulturelle Globalisierung und der Islam in Südostasien

Titel: Kulturelle Globalisierung und der Islam in Südostasien

Hausarbeit , 2018 , 23 Seiten , Note: 3,0

Autor:in: Lidia Tyurina (Autor:in)

Asienkunde, Asienwissenschaften
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Der Islam wird als ein westliches, insbesondere amerikanisches Projekt aufgefasst, um die Welt zu homogenisieren und zu dominieren. Aber ist dieses Konzept überhaupt mit dem Islam vereinbar und wie nehmen Muslime diesen Prozess war? Wie lautet ihre Antwort darauf und welche Alternativen bieten sie an? Dürfen westliche Werte, Institutionen und Kultur als universell und somit für alle geltend propagiert beziehungsweise aufgezwungen werden oder stellt dies doch eher eine moderne Form des Imperialismus dar? Ist Globalisierung also untrennbar von Verwestlichung beziehungsweise Amerikanisierung?

Außerdem benutzt der Westen den Begriff des islamistischen Fundamentalismus, um Muslime als irrationale, tatsächliche oder potentielle Terroristen darzustellen. Ist die Zunahme islamistischer Tendenzen eine Art der Antwort auf die Globalisierung mit ihren westlichen Werten? Um diese Fragen zu beantworten wird in dieser Arbeit ein genereller Überblick über das Verhältnis der Globalisierung zum Islam gegeben. Danach wird insbesondere auf Indonesien, das größte muslimische Land der Welt und zugleich ein säkularer Staat, sowie auf Malaysia eingegangen, einen Staat, in dem der Islam die offizielle Religion darstellt. Der Begriff der kulturellen Globalisierung wird dabei eng mit der Globalisierung an sich, der Modernisierung und der Moderne verknüpft.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Globalisierung und der Islam

2.1 Kolonialzeit und Globalisierungsprozesse

2.2 Globalisierung, Modernisierung und die wirtschaftlichen Folgen

2.3 Die islamische Antwort auf Globalisierung

2.4 Globalisierung und Wirtschaft in Malaysia

3 Indonesien: „Werteverfall“ und Reaktionen

3.1 Das Anti-Pornographie Gesetz

3.2 Traditionalismus, Modernismus und radikaler Islam

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Verhältnis zwischen kultureller Globalisierung und dem Islam in Südostasien, wobei ein besonderer Fokus auf den unterschiedlichen Reaktionen und Entwicklungen in Indonesien und Malaysia liegt. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, ob Globalisierung zwingend mit Verwestlichung gleichzusetzen ist und wie muslimische Gesellschaften auf diesen Modernisierungsdruck mit Identitätsbewahrung oder Anpassung reagieren.

  • Wirkungsweise der Globalisierung und Modernisierung in muslimischen Ländern
  • Vergleich der staatlichen Integration und Islamisierung in Indonesien und Malaysia
  • Analyse von Gegenbewegungen zur kulturellen Globalisierung (z. B. Anti-Pornographie-Gesetz in Indonesien)
  • Spannungsfeld zwischen Tradition, Religion und notwendiger wirtschaftlicher Entwicklung
  • Rolle von islamischen Organisationen und politischen Strömungen in der Moderne

Auszug aus dem Buch

2.1 Kolonialzeit und Globalisierungsprozesse

Die Kolonialzeit kann berechtigterweise als der Wegbereiter der westlichen Hegemonie gesehen werden. Der Prozess der Globalisierung begann unter anderem mit der Kolonialisierung der Länder Afrikas und Asiens. Bereits während der Kolonialzeit gab es zahlreiche Proteste gegen eine westliche Kulturhegemonie, doch dabei überwog der Drang nach politischer Unabhängigkeit. Die Bevölkerung dachte, dass wenn ihr Land erstmal befreit wäre, auch die Kolonialstrukturen verschwinden würden und die einheimische Kultur wieder an deren Stelle treten würde. Doch die koloniale Kultur beherrschte weiterhin die einheimische Kultur, da die herrschende Elite in der Kolonialkultur aufgegangen war und die Regierungsinstitutionen dementsprechend aufgebaut waren. Heutzutage ist beinahe jedes Entwicklungsland durch den Prozess der Globalisierung mit der Bedrohung einer damit verbundenen kulturellen Gleichschaltung konfrontiert (ENGINEER 2001: 123).

Nach der Unabhängigkeit umfassten die geographischen Grenzen der befreiten Länder oft verschiedene linguistische und kulturelle Gruppen, da ungleiche Gebiete früher aus verwaltungstechnischen Gründen zusammengefasst wurden. Die herrschenden Eliten der unabhängig gewordenen Länder übernahmen diese Einheiten, wollten diese beibehalten und versuchten daraus Nationalstaaten zu schaffen. Daraus entstanden die zahlreichen neuen Nationalstaaten des 20. Jahrhunderts. Dies bietet sowohl Herausforderungen als auch Chancen. Dagegen sind westliche Länder trotz wachsender Migration hingegen oft kulturell und sprachlich homogen. Der Prozess einer westlichen Akkulturation begann also schon mit der Kolonialisierung, aber der Begriff der Globalisierung ist dabei erst kürzlich in Gebrauch.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Geschichte des Islams als frühe Form der Globalisierung ein und skizziert die heutigen Spannungen durch Modernisierungsprozesse, die von der islamischen Welt oft als westliches Projekt wahrgenommen werden.

2 Globalisierung und der Islam: Dieses Kapitel erörtert die Auswirkungen westlicher Hegemonie seit der Kolonialzeit und beleuchtet die ökonomischen sowie kulturellen Folgen der Modernisierung für muslimische Länder.

2.1 Kolonialzeit und Globalisierungsprozesse: Hier wird der historische Ursprung der westlichen Vorherrschaft analysiert und wie koloniale Strukturen trotz politischer Unabhängigkeit die weitere kulturelle Entwicklung prägten.

2.2 Globalisierung, Modernisierung und die wirtschaftlichen Folgen: Dieses Unterkapitel beschreibt die Beschleunigung der wirtschaftlichen Globalisierung durch internationale Institutionen und zeigt auf, dass muslimische Länder zwar unter Druck stehen, aber nur schwach in die Weltwirtschaft integriert sind.

2.3 Die islamische Antwort auf Globalisierung: Der Abschnitt untersucht die religiösen und politischen Reaktionen auf die westliche Dominanz sowie die Suche nach einem Weg zur Integration von Moderne, ohne dabei die religiöse Identität zu opfern.

2.4 Globalisierung und Wirtschaft in Malaysia: Es wird die Strategie Malaysias aufgezeigt, Islam und Moderne durch ein gezieltes staatliches „Cultural Engineering“ und wirtschaftliche Offenheit zu vereinen.

3 Indonesien: „Werteverfall“ und Reaktionen: Dieses Kapitel behandelt das pluralistische Selbstverständnis Indonesiens und die zunehmende Spannung zwischen säkularen Werten und dem Ruf nach islamischer Reinheit.

3.1 Das Anti-Pornographie Gesetz: Diese Analyse fokussiert sich auf ein konkretes politisches Instrument in Indonesien, das als Abwehrreaktion gegen wahrgenommenen kulturellen Werteverfall und westliche Einflüsse verstanden wird.

3.2 Traditionalismus, Modernismus und radikaler Islam: Hier werden die internen Strömungen im indonesischen Islam (Traditionalisten vs. Modernisten) sowie die Entstehung radikaler Gruppen nach dem Sturz Suhartos dargestellt.

4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Globalisierung kein rein negatives Phänomen ist, sondern eine Herausforderung, bei der die Lösung in der Entwicklung eigenständiger, lokaler Systeme liegt, die Moderne und Tradition versöhnen.

Schlüsselwörter

Globalisierung, Islam, Südostasien, Indonesien, Malaysia, Modernisierung, Verwestlichung, Identität, Werteverfall, Anti-Pornographie Gesetz, Traditionalismus, Modernismus, religiöser Fundamentalismus, kulturelle Hegemonie, Islamisierung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit untersucht die Auswirkungen der kulturellen Globalisierung auf islamische Gesellschaften am Beispiel von Indonesien und Malaysia und analysiert, wie diese Länder auf den Modernisierungsdruck reagieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Zu den zentralen Themen gehören die historische Entwicklung der westlichen Hegemonie, die ökonomischen Folgen der Globalisierung für muslimische Länder sowie religiös motivierte gesellschaftliche Reaktionen.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen islamischer Identität und der als westlich wahrgenommenen Moderne zu beleuchten und aufzuzeigen, ob diese Konzepte vereinbar sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse, bei der politikwissenschaftliche und soziologische Konzepte zur Globalisierung und Religionssoziologie auf die Region Südostasien angewendet werden.

Welche Schwerpunkte werden im Hauptteil gesetzt?

Der Hauptteil gliedert sich in die globale theoretische Einordnung, die spezifische wirtschaftliche Strategie Malaysias sowie die Analyse sozialer und religiöser Gegenbewegungen in Indonesien.

Was charakterisiert die Globalisierung laut der Arbeit?

Globalisierung wird als ein durch den Westen (insbesondere die USA) dominierter Prozess beschrieben, der ökonomische Integration mit kultureller Homogenisierung verbindet und in nicht-westlichen Kulturen oft Abwehrreaktionen auslöst.

Warum spielt das Anti-Pornographie Gesetz in Indonesien eine solch große Rolle?

Es dient als Fallbeispiel für den Versuch, sich durch staatliche Regulierung gegen einen als bedrohlich empfundenen kulturellen Werteverfall und westlichen Liberalismus zu verteidigen.

Wie unterscheiden sich die Ansätze in Indonesien und Malaysia?

Während Malaysia versucht, Islam und Moderne durch staatliche Visionen (wie „Vision 2020“) gezielt zu verbinden, ist die indonesische Gesellschaft stärker durch einen Prozess der „Islamisierung von unten“ und ein Ringen verschiedener religiöser Strömungen um die nationale Identität geprägt.

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Details

Titel
Kulturelle Globalisierung und der Islam in Südostasien
Hochschule
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn  (Orient- und Asienwissenschaften)
Note
3,0
Autor
Lidia Tyurina (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2018
Seiten
23
Katalognummer
V454936
ISBN (eBook)
9783668872240
ISBN (Buch)
9783668872257
Sprache
Deutsch
Schlagworte
kulturelle globalisierung islam südostasien
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Lidia Tyurina (Autor:in), 2018, Kulturelle Globalisierung und der Islam in Südostasien, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/454936
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Leseprobe aus  23  Seiten
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