Die Theorie der ethischen Führung und ihre Umsetzung in der Wirtschaftswelt


Hausarbeit, 2018

30 Seiten, Note: 1.7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Kurzfassung

Einleitung

1 Einführung in die ethische Führung
1.1 Ethik – Begriffserklärung und Verständnis
1.2 Führung – Definition
1.3 Ethische Führung
1.3.1 Entstehungsgeschichte
1.3.2 Erhebungsinstrumente
1.4 Theorie und Praxis
1.5 Kritische Aspekte

2 Analyse der Situationsbeschreibung
2.1 Mögliche Erklärungen für das Verhalten des neuen Geschäftsführers
2.2 Mögliche Auswirkungen des Handelns auf die Mitarbeiter
2.2.1 Transformationales Führungsverhalten
2.2.2 Mitarbeiterorientierte Führung
2.3 Mögliche Auswirkungen für die Organisation

3 Handlungsempfehlungen als Tranfer in die Praxis
3.1 Grundregeln, um Korruption keinen Boden zu gewähren
3.2 Was ist Transparency International
3.3 Corporate Identity und Compliance-Systeme – Identität und Nachhaltigkeit für das Unternehmen
3.4 Authentic leadership – verantwortungsvoll Führen
3.5 Führungs-Controlling
3.6 Leader-Member-Exchange – Ein Austausch, der Beziehung schafft
3.7 Konkrete Handlungsempfehlungen für das Unternehmen aus dem Fallbeispiel

4 Fazit

Literaturverzeichnis

Kurzfassung

Diese Hausarbeit hat zum Ziel, die Ansätze der ethischen Führung darzu- stellen und gewonnene Erkenntnisse anhand eines Fallbeispiels als Hand- lungsempfehlungen zum Transfer in die Praxis abzuleiten.

Zuerst werden die Begriffe Ethik und Führung analysiert, bevor dann auf die ethische Führung eingegangen wird. Hierbei werden die Entstehungs- geschichte und einige Erhebungsinstrumente dargestellt. Im Weiteren wird auf den Stellenwert der ethischen Führung in Theorie und Praxis eingegangen, wobei auch kritische Aspekte beleuchtet werden.

Im zweiten Teil findet eine Situationsanalyse an einem Fallbeispiel statt. Dabei werden mögliche Erklärungen für das Verhalten des neuen Ge- schäftsführers aufgezeigt und mögliche Auswirkungen auf die Mitarbei- ter und das Unternehmen benannt.

Im dritten Teil werden Handlungsempfehlungen als möglicher Transfer in die Praxis dargestellt und anhand der gewonnenen Erkenntnisse ausge- sprochen.

Die Hausarbeit schließt mit einer persönlichen Stellungnahme des Ver- fassers.

Aus Gründen der leichteren Lesbarkeit wird in dieser Arbeit auf die zu- sätzliche Formulierung der weiblichen Form verzichtet, Begriffe bezie- hen sich gleichermaßen auf Frauen und Männer.

Einleitung

„Korruption ist der Missbrauch anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil.“, definiert Transperancy International (2018) auf ihrer Website.

Außerdem ist Korruption (immer) sehr aktuell. Denkt man nur an die Medien, fallen jedem gleich mehrere Namen und vor allem Firmennamen ein, die mit Korruptions-Skandalen zu tun haben. Ob es soziale Medien, Technologiekonzerne oder Autohersteller sind; es gibt immer wieder Menschen, die sich bestechen lassen oder gerne bestechen.

Wie kann man solchen unethischen Handlungen entgegentreten und diese zur Zufriedenheit aller verändern? Was genau sind eigentlich ethische Handlungen? Und wer ist dafür verantwortlich diese vor allem in der Wirtschaftswelt umzusetzen?

Gute Führung bedarf neben Wertschätzung gegenüber der Mitarbeiter und fachlicher Kompetenz auch der Ethik, beschreibt Dietrich Bartelt in seiner Dissertation (2011, S. 225).

1 Einführung in die ethische Führung

Bezogen auf diese Hausarbeit ergeben sich hier zwei Grundbegriffe - Ethik und Führung - dessen Bedeutung zu erst aufgeriffen und erläutert wird, bevor auf die ethische Führung eingegangen werden kann.

1.1 Ethik – Begriffserklärung und Verständnis

Die Begriffe Ethik und Moral werden oft als Synonym verwendet (Holzmann, 2015, S. 3), jedoch gibt es Unterschiede, die im folgenden aufgeführt werden.

Moral wird von Holzmann (2015, S. 4) als existierendes Regelungssystem einer Gesellschaft, zur Regelung der zwischenmenschlichen Interaktion, im Sinne von guten und schlechten Handlungen beschrieben, welches von der Mehrzahl der Gesellschaftsmitglieder intrinsisch akzeptiert wird. Dieses Regelungssystem basiert auf moralische Vorstellungen, welche durch Erfahrungen in Bezug auf gutes und schlechtes Verhalten von Generation zu Generation weitergegeben werden und von Kultur zu Kultur unterschiedlich sind (vgl. Schütz, 2017, S. 22).

Nach Holzmann umfasst der Begriff Ethik das kritische und methodisch- systematische Nachdenken über die gelebte Praxis sowie die etablierten Moralvorstellungen. (2015, S. 6)

Der Begriff Ethik stammt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie Sitte bzw. Brauch. Die Ethik beschäftigt sich im Rahmen der Philosophie mit dem richtigen Handeln (vgl. Schneck, 2011, S. 375), welches sich auf moralische Werte bezieht.

1.2 Führung – Definition

Bei dem Begriff Führung geht es in der Wirtschaft um die zielorientierte Verhaltensbeeinflussung von Mitarbeitern (vgl. Schneck, 2011, S. 373 f.) innerhalb eines Betriebes; quasi um eine soziale Beziehung im unternehmerischen Umfeld, welche auf die gemeinsame Erreichung der Unternehmensziele aufbaut.

1.3 Ethische Führung

Bei der ethischen Führung handelt es sich also um den grundlegenden Gedanken, dass Führung, weil sie Menschen in ihrem Handeln beeinflusst, vor allem auch ethisch, also moralisch richtig, sein sollte.

1.3.1 Entstehungsgeschichte

Schon Aristoteles beschreibt mit dem Begriff Ethik, in seinem Werk Nikomachische Ethik , eine wissenschaftliche Beschäftigung mit Sitten und Bräuchen mit Bezug auf gutes oder schlechtes Handeln. (vgl. Holzmann, 2015, S. 6)

Dieser Grundgedanke wurde auch von Barbara Kellerman (2004) aufgegriffen. Sie beschreibt schlechte Führung als ineffektiv und unethisch und gute Führung als effektiv und ehtisch (2004, S. 32 ff.).

Im Jahre 2009 entwickelte die Abschlussklasse der Harvard Business School den MBA-Oath; einen Eid, welcher das Pendant zum Eid des Hippokrates der Medizin in der Wirtschaftswelt darstellen soll. Dieser Eid beschreibt wie sich eine Führungskraft moralisch richtig in der Gesellschaft zu verhalten hat (Harvard Business School, 2010)

1.3.2 Erhebungsinstrumente

Um den Wert der ethischen Führung erfassen und ausdrücken zu können wurde 2011 ein Fragebogen entwickelt; der Ethical Leadership at Work Questionnaire (Kalshoven, Den Hartog und De Hoogh, 2011). In der technischen Universität Dortmund wurde eine Studie, basierend auf den in die deutsche Sprache übersetzten Ethical Leadership at Work Questionnaire durchgeführt, in welcher ethische Führung in sieben Facetten unterteilt wurde (Block, Bormann und Rowold, 2015):

1. Mitarbeiterorientierung
Eine Führungskraft respektiert, unterstützt und umsorgt die Mitarbeiter. Mitarbeiterorientierung ist der aussagekräftigste Faktor für ethische Führung.
2. Fairness
Mitarbeiter werden gleich, fair und prinzipientreu behandelt.
3. Rollenklärung
Verantwortlichkeiten, Erwartungen und Leistungsziele werden vom Vorgesetzten klar mitgeteilt.
4. Integrität
Der Chef hält, was er verspricht, und ist glaubwürdig.
5. Machtteilung
Mitarbeiter können mitbestimmen, ihre Ideen und Ängste werden berücksichtigt.
6. ethische Anleitung
Der Manager nennt ethische Regeln, belohnt bei Einhaltung und bestraft bei Missachtung.
7. Interesse an Nachhaltigkeit

Der Chef interessiert sich für Umwelt, Recycling und die Folgen seines Handelns(Wirtschaftspsychologie aktuell, 2018)

Ein weiteres Instrument, die Ethical Leadership Scale von Brown, Trevino und Harrison (2005) wurde von Rowold, Borgmann und Heinitz (2009) in die deutsche Sprache als ELS-D umgewandelt.

1.4 Theorie und Praxis

Obwohl Ethik und ethische Führung schon seit der Antike beschrieben werden, ist ethische Führung aktuell nicht immer zu sehen. Um moralisch zu handeln bedarf es nach Holzmann (2015, S. 109) sechs Prozessphasen:

1. Die Wahrnehmnung eines moralischen Problems,
2. Die Beurteilung moralischer Handlungsalternativen,
3. Die Bildung einer moralischen Absicht,
4. Das Treffen einer moralischen Entscheidung,
5. Die Ausführung einer moralischen Handlung und
6. Die Reflektion und Bewertung der ausgeführten Handlung.

Auffällig ist hierbei schon die erste Phase, denn es kommt darauf an, wie die wahrnehmende Person Moral definiert und wie intensiv die Situation auf den Betrachter wirkt. Da diese beiden Kriterien subjektiv und situativ zu betrachten sind gibt es keine allgemeingültige Aussage darüber was moralisch ist und wie sich Situationen erfassen lassen. Es kommt vielmehr auf die Entwicklung des einzelnen und auf den kulturellen Hintergrund der Person an.

Ulrich (2005, S. 54) teilt die Entwicklungsstufen des Moralbewusstseins in drei Ebenen mit jeweils zwei Stufen ein (vgl. Nietsch-Hach, 2014, S. 216):

1. Präkonventionelle Ebene
a. Heteronome Orientierung an Strafe und Gehorsam
b. Instrumentelle Orientierung an gegenseitlich nützlichem
Austausch

2. Konventionelle Ebene> a. Interpersonelle Orientierung an moralischen Erwartungen anderer, insbesondere von Autoritätspersonen b. Gesellschaftliche Orientierung an der Aufrechterhaltung der sozialen Ordnung

3. Postkonventionelle Ebene
a. Liberale Orientierung am Sozial- bzw Gesellschaftsvertrag gleichberechtigter Individuen
b. Autonome Orientierung an universalen ethischen Prinzipien

Holzmann beschreibt die drei Ebenen mit einfachen Worten (2015, S. 112) wie folgt:

1. Präkonventionelle Ebene (einfachste ethische Begründung, z.B. bei Kindern)
2. Konventionelle Ebene (mittelkomplexe ethische Begründung, von der Mehrheit angewendet)
3. Postkonventionelle Ebene (komplexe ethische Begründung, nur von wenigen Menschen angewendet)

Somit wird klar, dass es theoretisch eindeutig ist was ethische Führung bedeutet, jedoch praktisch immer komplexer wird wirklich ethisch zu führen. Deswegen schreiben sich moderne Unternemen immer mehr die Governanceethik auf die Fahne; als Beispiel ist hier der deutsche Corporate Governance Kodex anzumerken (Deutscher Corporate Governance Kodex, 2018). Governance stammt aus der lateinischen Sprache und kann mit Steuerung oder Führung übersetzt werden (Holzmann, 2015, S. 84). Holzmann (2015) beschreibt hierbei vier grundlegende Steuerungsmechanismen, welche zur Verfügung stehen:

1. individuelle Selbstüberwachung (das eigene Gewissen)
2. informelle Regelungen (z.B. gesellschaftliche Grundüberzeugungen)
3. formelle Regelungen (z.B. Verträge, Gesetze)
4. organisatorische Steuerungsmaßnahmen (z.B. Hierarchien und Anreizsysteme

Große und international agierende Unternehmen bedienen sich bereits solcher Steuerungsmechanismen und haben positive Ergebnisse vorzuweisen; hierzu zählen Unternehmen wie Siemens, Motorola, L’OREAL, Texas Instruments und Fujitsu (Nietsch-Hach, 2014, S. 173 ff.).

1.5 Kritische Aspekte

Kellerman (2004, S. 15 ff.) untersucht die Frage nach Gründen für schlechte Führung und sucht diese Gründe vor allem in schlechten Eigenschaften wie Gier oder schlechten Charaktereigenschaften wie Narzissmus (vgl. Weibler, 2012, S. 632). Aber auch die Geführten können schlechte Führung oft aufrecht erhalten, wenn die Führungskraft bestimmte Bedürfnisse der Geführten wie z.B. Sicherheit und Orientierung aufrecht erhält oder die Geführten Angst haben vor negativen Folgen bei Widerstand gegen den Führenden (vgl. Weibler, 2012, S. 632).

Frey (2015, S. 22) ist der Meinung, Führung ist schwierig… Insbesondere,… wenn diese [geführten] Menschen unterschiedlich „ticken“… Bei aller Unterschiedlichkeit von Mitarbeitern gilt aber die Maxime des anständigen und wertschätzenden Umgangs, ein Umgang ohne persönliche Verletzungen.

Philipp Lahm (2015) hat in einem Interview gesagt, dass das zentrale Thema moderner Führung Kommunikation sei.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Charaktereigenschaften der Führenden und der Geführten, Diversität bei allen Beteiligten aber auch Kommunikation nur einige Aspekte kritischer Betrachtung darstellen

[...]

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten

Details

Titel
Die Theorie der ethischen Führung und ihre Umsetzung in der Wirtschaftswelt
Hochschule
Europäische Fernhochschule Hamburg
Note
1.7
Autor
Jahr
2018
Seiten
30
Katalognummer
V455042
ISBN (eBook)
9783668877597
ISBN (Buch)
9783668877603
Sprache
Deutsch
Schlagworte
theorie, führung, umsetzung, wirtschaftswelt
Arbeit zitieren
Anastasios Maskanakis (Autor), 2018, Die Theorie der ethischen Führung und ihre Umsetzung in der Wirtschaftswelt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455042

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