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Auf dem Prüfstein der Künstlerkritik. Zu Kapitel VII aus dem Werk "Der neue Geist des Kapitalismus" von Luc Boltanski und Ève Chiapello

Title: Auf dem Prüfstein der Künstlerkritik. Zu Kapitel VII aus dem Werk "Der neue Geist des Kapitalismus" von Luc Boltanski und Ève Chiapello

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 16 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Merle Rehberg (Author)

Sociology - Work, Education, Organisation
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In dieser Arbeit werden Inhalt und Bedeutung des Kapitels "Auf dem Prüfstein der Künstlerkritik" aus dem Werk "Der neue Geist des Kapitalismus" von Luc Boltanski und Éve Chiapello betrachtet. Dazu wird zunächst ein kurzer Überblick über das Gesamtkonzept des Werkes gegeben. Die Autoren konzipieren eine Dialektik zwischen dem Kapitalismus und der Kritik am Kapitalismus. Die Kritik tritt dem Kapitalismus zum einen in Form von Sozialkritik, geäußert zum Beispiel von Gewerkschaften, und zum andern in Form von Künstlerkritik gegenüber. Diese äußert sich in einer avantgardistischen Kritik an der industriekapitalistischen Unterdrückung von Freiheit, Kreativität und Autonomie einerseits und in der Kritik an Entzauberung und mangelnder Authentizität andererseits. Die Dialektik zwischen Kapitalismus und Kritik erweist sich als endlos: Der Kapitalismus braucht die Kritik zur Ausbildung eines "Geistes", welcher die notwendigen Rechtfertigungsmechanismen bereitstellt. Andererseits muss die Kritik immer wieder kanalisiert werden, um noch konstruktiv zu sein. Dies leistet der Kapitalismus, in dem er die Kritik in Rückgewinnungsschleifen einbindet. Die Autoren verstehen darunter kapitalistische Mechanismen, durch die die Forderungen der Kritik (zum Beispiel nach mehr Autonomie im Arbeitsprozess) erfüllt werden, die gerade dadurch aber zu neuen Unterdrückungen und neuen Ungerechtigkeiten führen. In dieser Arbeit wird zunächst die Entstehung der Künstlerkritik dargestellt. Im Anschluss werden ihre zentralen Themen, Emanzipation und Authentizität, erläutert. Zugleich wird jeweils dargestellt, wie der Kapitalismus die Kritik reintegriert, und gerade dadurch Anlass zu weiterer Kritik liefert.

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Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1.1 Einordnung in das Gesamtwerk

1.2 Einschränkung der Arbeitsabsichten

II. Anzeichen einer Beunruhigung

2.1 Die Künstlerkritik

2.2 Durkheims Anomiekonzept

III. Die Dialektik der Emanzipation

3.1 Kapitalismus und Kritik im ersten Geist des Kapitalismus

3.2 Kapitalismus und Kritik im zweiten Geist des Kapitalismus

3.3 Emanzipation und Unterdrückung im neuen Geist des Kapitalismus

IV. Die Dialektik der Authentizität

4.1 Authentizität im zweiten Geist des Kapitalismus

4.2 Die Rolle der projektbasierten Polis

V. Möglichkeiten der Künstlerkritik

5.1 Sicherheit als Emanzipationsfaktor

5.2 Beschränkung der Marktsphäre

VI. Zusammenfassung und Diskussion

6.1 Der Themenkomplex Emanzipation

6.2 Der Themenkomplex Authentizität

6.3 Die Kritik der Kritik an der Kritik der Kritik

Zielsetzung und Themenfelder

Die vorliegende Arbeit untersucht das Kapitel „Auf dem Prüfstein der Künstlerkritik“ aus dem Werk „Der neue Geist des Kapitalismus“ von Luc Boltanski und Ève Chiapello, mit dem Ziel, die von den Autoren postulierten Beunruhigungspotenziale sowie die Ansätze für eine neue Künstlerkritik kritisch zu analysieren und deren Stichhaltigkeit zu hinterfragen.

  • Analyse des Dialektik-Konzepts zwischen Kapitalismus und Kritik
  • Untersuchung der Kategorien Emanzipation und Authentizität
  • Kritische Würdigung der „projektbasierten Polis“ als neue Normstruktur
  • Hinterfragung der vorgeschlagenen Lösungsansätze für eine neue Künstlerkritik

Auszug aus dem Buch

4.2 Die Rolle der projektbasierten Polis

Die Demokratisierung der Kritik an der Inauthentizität bot dem Kapitalismus die Möglichkeit, sie zu vereinnahmen. Gleichzeitig geschah jedoch die Dekonstruktion des Authentizitätsbegriffs im Zusammenhang mit den Rechtfertigungsmechanismen der projektbasierten Polis.

Die projektbasierte Polis stellt einen Wertzuweisungsmechanismus bereit, der sich an Dynamik, Kontakten, Mobilität, Flexibilität und anderen ähnlichen verbalen Schlagstöcken orientiert. Er schafft eine konnexionistische Welt, in der Werte wie Selbstverwirklichung, sich selbst treu sein, treu sein überhaupt, Kontinuierliches, Beständiges, also Werte die allesamt auf die Authentizität eines Subjekts zielen, als statisch, unbeweglich, egozentrisch, ja reaktionär gebrandmarkt werden können.

Die Vereinnahmung der Forderung nach Authentizität durch den Kapitalismus und die praktische Abschaffung der Notwendigkeit von Authentizität durch die projektbasierte Polis stellen sich als ein Widerspruch dar, den das Subjekt nach Ansicht von Boltanski und Chiapello als permanente Spannung zwischen Individualität und Anpassung erlebt. Diese Spannung entsteht durch die oben bereits beschriebene Aufwertung authentischer persönlicher Beziehungen und den Zwang zu Kreativität und Selbstverwirklichung und ihren Gegensatz zu einer Anpassungs- und Mobilitätsnorm, welche die projektbasierte Polis implementiert. Das Neomanagement braucht beides; es kann den Widerspruch nicht auflösen, es kann ihn aber manipulativ einsetzen. Ergebnis sind neue Unterdrückungsformen und die Spannung zwischen Individualität und Anpassung an sich, in denen die Autoren einen Grund zur Beunruhigung und damit eine mögliche Empörungsquelle sehen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Einführung in das Gesamtwerk der Autoren und die Fragestellung der Arbeit.

II. Anzeichen einer Beunruhigung: Spezifizierung der Künstlerkritik und Anwendung von Durkheims Anomiekonzept auf aktuelle Entwicklungen.

III. Die Dialektik der Emanzipation: Analyse der historischen Entwicklung der Kritik am Kapitalismus hinsichtlich emanzipatorischer Bestrebungen.

IV. Die Dialektik der Authentizität: Untersuchung der Inauthentizitätskritik und der projektbasierten Polis als neuen Rechtfertigungsraum.

V. Möglichkeiten der Künstlerkritik: Diskussion der von den Autoren vorgeschlagenen Lösungsansätze wie Sicherheit und Beschränkung der Marktsphäre.

VI. Zusammenfassung und Diskussion: Kritische Reflexion der Analyseergebnisse und der Konsistenz der Lösungsvorschläge von Boltanski und Chiapello.

Schlüsselwörter

Künstlerkritik, Kapitalismus, Emanzipation, Authentizität, projektbasierte Polis, Sozialkritik, Neomanagement, Entfremdung, Entzauberung, Arbeitswelt, Rechtfertigung, Beunruhigung, Empörungsquelle, Dialektik, Marktsphäre.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert kritisch das Kapitel „Auf dem Prüfstein der Künstlerkritik“ aus dem einflussreichen soziologischen Werk „Der neue Geist des Kapitalismus“ von Luc Boltanski und Ève Chiapello.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Text?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Dialektik zwischen Kapitalismus und Kritik, insbesondere auf die Problemkomplexe der Emanzipation und der Authentizität im Kontext moderner Arbeitsformen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, nachzuvollziehen, ob die Autoren erfolgreich neue Empörungsquellen für eine Künstlerkritik identifizieren können und ob ihre gezogenen Schlussfolgerungen methodisch stichhaltig sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?

Es handelt sich um eine theoretisch-kritische Auseinandersetzung, die das Werk der Autoren durch eine kritische Rekonstruktion und Diskussion ihrer Argumentationsstrukturen prüft.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Emanzipation und Authentizität, die Rolle der projektbasierten Polis sowie die Bewertung der von den Autoren vorgeschlagenen Gegenmaßnahmen für eine neue Künstlerkritik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Künstlerkritik, projektbasierte Polis, Emanzipation, Authentizität, Kapitalismus-Kritik und soziale Beunruhigung charakterisieren.

Was verstehen die Autoren unter der projektbasierten Polis?

Die projektbasierte Polis ist ein moderner Wertzuweisungsmechanismus, der auf Dynamik, Vernetzung, Mobilität und Flexibilität basiert und in dem klassische Werte wie Stabilität oft als reaktionär gelten.

Wie bewertet der Verfasser die Lösungsvorschläge der Autoren?

Der Verfasser kommt zu einem zwiespältigen Ergebnis: Während die Analyse der Autoren als brillant gelobt wird, werden die konkreten Lösungsvorschläge als wenig stichhaltig und teils inkonsequent in Bezug auf ihre eigene theoretische Ausgangslage kritisiert.

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Details

Title
Auf dem Prüfstein der Künstlerkritik. Zu Kapitel VII aus dem Werk "Der neue Geist des Kapitalismus" von Luc Boltanski und Ève Chiapello
College
University of Frankfurt (Main)
Grade
1,0
Author
Merle Rehberg (Author)
Publication Year
2005
Pages
16
Catalog Number
V45507
ISBN (eBook)
9783638428996
ISBN (Book)
9783638772884
Language
German
Tags
Prüfstein Künstlerkritik Kapitel Werk Geist Kapitalismus Boltanski Chiapello
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Merle Rehberg (Author), 2005, Auf dem Prüfstein der Künstlerkritik. Zu Kapitel VII aus dem Werk "Der neue Geist des Kapitalismus" von Luc Boltanski und Ève Chiapello, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/45507
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