Das Ziel dieser Seminararbeit ist es, die Erfolgsfaktoren der Unternehmen zu verdeutlichen, die sich "Mass Customization" als Ziel gesetzt haben, um auf dem internationalen Markt wettbewerbsfähig bleiben zu können. Aber auch Risiken und bestehende Grenzen und Herausforderungen, die mit dieser Strategie einhergehen, sollen aufgezeigt werden.
Um die Risiken und Chancen in einem Mass Customization deutlicher machen zu können, werden Praxisbeispiele der Porsche AG und der Firma Mymuesli, sowie diverse weitere Firmen herangezogen. Es wird die Frage geklärt, ob durch Mass Customization schwerwiegende Folgen für die Wirtschaft entstehen und ob der Risikofaktor der Kundenunsicherheit, ein individuelles Produkt zu erwerben, von Unternehmen gezielt verringert werden kann. Haben Unternehmen durch die Chancen von Mass Customization einen Wettbewerbsvorteil erlangt?
Diejenigen, die eine klare Abgrenzung von Mass Production und Customization sehen, ähnelt die Verschmelzung durch Mass Customization einem paradoxes Wortspiel. Ist das Wort "Mass Customization", oder im Deutschen "kundenindividuelle Massenfertigung", nicht ein Widerspruch in sich? Wie ist es möglich, etwas in Masse zu produzieren und gleichzeitig ein Unikat zu sein? Weshalb brauchen wir überhaupt Mass Customization?
Die ersten ausführlichen Konzepte, die auf Mass Customization beruhen, wurden in Deutschland erst Mitte der neunziger Jahre durchgeführt, wohingegen andere Länder dieses Konzept schon deutlich früher betrachteten. Mittlerweile hat sich das Blatt gewendet, so dass Deutschland die führende Kraft ist. In der heutigen Zeit wird immer häufiger von den individuellen Kundenwünschen gesprochen. Der weltweit wachsende wirtschaftliche Druck und der Trend hin zu Individualisierung, durch den Kunden, zwingt die Unternehmen sich dem wirtschaftlichen Wandel anzupassen, zu antizipieren und zu reagieren.
Bis vor einigen Jahren kam die Industrie noch damit aus, sich entweder über ein besonderes Produkt zu differenzieren, die Strategie des Kostenführers oder die Schwerpunktkonzentration zu verfolgen. Denken Sie an den Fordismus entwickelt von Herrn H. Ford. Ausschlaggebend für die enorme Veränderung ist der Konsument, der immer stärker auf das Preis-Nutzen-Verhältnis. Bei der Verfolgung der Kundenbedürfnisse und den stetig veränderten Marktbedingungen, kommt es nicht selten zu Problematiken bzw. falschen Entscheidungen, die zu Risiken führen
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Problemstellung & Zielsetzung
1.2. Gang der Untersuchung
2. Individualisierungstrend
2.1. Eine ganz besondere Strategiekombination & seine Prinzipien
2.2. Herausforderungen
2.3. Abgrenzung zur klassischen Wertschöpfungskette
2.4. Abgrenzung von der Varianten- und Einzelfertigung
2.5. Arten der Umsetzungsmöglichkeiten
3. Chancen & Risiken
3.1. Chancen aus der Unternehmenssicht
3.2. Risiken aus der Unternehmenssicht
3.3. Kostenverlauf eines Unternehmens bei Umstellung auf MC
3.4. Chancen aus der Kundensicht
3.5. Risiken aus der Kundensicht
4. Wertschöpfungskette - Ergänzungen und seine Risiken
5. Zusammenfassung & Zukunftsausblick
6. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Seminararbeit besteht darin, die Erfolgsfaktoren für Unternehmen zu analysieren, die Mass Customization nutzen, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Gleichzeitig werden die damit verbundenen Risiken, Grenzen und Herausforderungen kritisch beleuchtet, um die Frage zu klären, ob Unternehmen durch diese Strategie einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil erlangen.
- Analyse des Individualisierungstrends und dessen Einfluss auf Produktionsprozesse
- Gegenüberstellung von Chancen und Risiken aus Unternehmens- und Kundensicht
- Untersuchung der Kostenstrukturen bei der Umstellung auf kundenindividuelle Massenproduktion
- Bewertung der Rolle von Informations- und Kommunikationstechnologien innerhalb der Wertschöpfungskette
- Praxisbezogene Einblicke anhand der Firmen Mymuesli und der Porsche AG
Auszug aus dem Buch
3.1. Chancen aus der Unternehmenssicht
Mass Customization kann sich für viele Unternehmen lohnen, unabhängig vom Produkt. Dabei kann Mass Customization nicht wie eine Schablone 1:1 auf alle Unternehmen übertragen werden, sondern ist auf jeweils anzupassen, da jedes Unternehmen individuell und damit anders. Um sich überhaupt von den Chancen ein Stück vom Kuchen abschneiden zu können, sollte das Unternehmen drei wichtige Fähigkeiten mit sich bringen. Die Fähigkeit Wünsche und Bedürfnisse der Kunden zu erkennen, Produktionsketten flexibel und möglichst störungsfrei anzupassen und die Fähigkeit, dem Kunden seine Kaufentscheidung möglichst einfach machen zu können. Es ist auch nicht gesagt, dass größere Firmen bessere Möglichkeiten und Chancen im Vergleich zu kleineren Unternehmen haben. Wurde einst von den Profiten des MC erfolgreich genutzt, so geht man davon aus, dass diese Strategie nachhaltig bestehen bleibt.
Wie wir uns schon zu Beginn dieser Seminararbeit gefragt hatten, wird durch die Individualisierung in der Regel Mehrkosten verursacht, die aber wiederum durch Mehrerlöse dieser Individualisierung gedeckt werden müssen. Neben dieser Kostendeckung sollte das Unternehmen jedoch auch fähig sein, Gewinne zu erwirtschaften, die, wie schon oftmals erwähnt, durch Kostensenkungspotentiale ermöglicht werden. Um diese Potentiale erst möglich machen zu können, gebraucht es an einem guten Komplexitätsmanagement, welches maßgebend für den Erfolg der Individualisierungsstrategie bzw. hybride Wettbewerbsstrategie ist. Komplexität ist durchaus auch als Risiko des MC anzusehen, jedoch beinhaltet es auch Lerneffekt, welches dem Unternehmen Knowhow und im allgemeinen Erfolg verschafft. Das Komplexitätsmanagement wird in drei Komponenten zerlegt: Komplexitätsvermeidung, Komplexitätsreduzierung und Komplexitätsbeherrschung. Die Vermeidung der Komplexität wird gestützt durch die Benutzung von Modulen eines Baukastensystems.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Paradoxon der Mass Customization, beschreibt den Wandel vom Fordismus zur Kundenindividualität und legt das Ziel sowie den Gang der Untersuchung fest.
2. Individualisierungstrend: Dieses Kapitel erläutert die Entwicklung vom Standardprodukt zur Individualisierung, definiert zentrale Prinzipien und grenzt Mass Customization von klassischen Fertigungsarten ab.
3. Chancen & Risiken: Das Hauptkapitel analysiert die Potentiale, Herausforderungen und Kostenstrukturen der Strategie, differenziert zwischen Unternehmens- und Kundensicht anhand von Praxisbeispielen.
4. Wertschöpfungskette - Ergänzungen und seine Risiken: Hier wird die notwendige Anpassung der Wertschöpfungskette durch IuK-Technologien und die Bedeutung des Vertrauens zwischen den Akteuren untersucht.
5. Zusammenfassung & Zukunftsausblick: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen, beantwortet die Forschungsfragen zur Unsicherheit der Kunden und zur Wirtschaftlichkeit und wagt einen Ausblick auf die Weiterentwicklung des Konzepts.
6. Literaturverzeichnis: Auflistung der in der Arbeit verwendeten wissenschaftlichen Quellen und Internetpublikationen.
Schlüsselwörter
Mass Customization, Individualisierung, kundenindividuelle Massenfertigung, Wettbewerbsstrategie, Komplexitätsmanagement, Wertschöpfungskette, Kundenintegration, Kostensenkung, Kundensicht, Unternehmenssicht, Modularisierung, Fordismus, Postfordismus, Wettbewerbsvorteil, Produktdifferenzierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Strategie der "Mass Customization" (kundenindividuelle Massenfertigung) und untersucht, wie Unternehmen diese nutzen können, um trotz Individualisierung wettbewerbsfähig zu bleiben.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind der Trend zur Individualisierung, die betriebswirtschaftliche Analyse von Chancen und Risiken sowie die notwendige Transformation der Wertschöpfungskette.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, die Erfolgsfaktoren für Mass Customization aufzuzeigen und zu prüfen, ob die Strategie für Unternehmen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil bietet, ohne dabei unkalkulierbare Risiken einzugehen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Untersuchung von Praxisbeispielen wie der Porsche AG und Mymuesli, um theoretische Konzepte mit der Realität abzugleichen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Chancen und Risiken getrennt nach Unternehmens- und Kundensicht analysiert sowie der spezifische Kostenverlauf bei der Umstellung von Massenproduktion auf Mass Customization erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Individualisierung, Wettbewerbsstrategie, Komplexitätsmanagement, Kundenintegration und Wertschöpfungskette.
Welche Rolle spielt die Modularisierung bei Mass Customization?
Die Modularisierung dient als Schlüsselwerkzeug, um durch Baukastensysteme Komplexität zu beherrschen und trotz hoher Produktvielfalt effiziente, kostengünstige Prozesse zu ermöglichen.
Wie gehen Firmen mit dem Risiko der Kundenunsicherheit um?
Die Arbeit zeigt, dass die Unsicherheit schwer gänzlich zu eliminieren ist, jedoch durch benutzerfreundliche Konfiguratoren und eine klare Preisgestaltung der Einstieg für Kunden erleichtert werden kann.
- Quote paper
- Omid Asgari (Author), 2018, Mass Customization. Welche Chancen und Risiken gibt es für Unternehmen und Kunden?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455082