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Die rechtliche Situation der Muslime in Großbritannien

Título: Die rechtliche Situation der Muslime in Großbritannien

Trabajo de Seminario , 2018 , 20 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Winfried Kumpitsch (Autor)

Teología - Religión comparativa
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Die Immigration von Muslimen nach Europa ist seit 9/11, und erneut seit den vom Syrienkonflikt und dem Aufstieg des ISIS ausgelösten Fluchtbewegungen, ein wichtiges Thema in der Innenpolitik europäischer Länder. Dabei ist zu beachten, dass die Situation von muslimischen Immigranten in Europa von Land zu Land unterschiedlich ist.
Dies liegt primär an den unterschiedlichen historischen Entwicklungen. Diese Unterschiede sind nicht nur in den Herkunftsländern der Muslimen fassbar, sondern auch in Details der gesellschaftlichen und rechtlichen Umstände unter denen muslimische Immigranten zu leben haben. So war z.B. Österreich, aufgrund der Annexion Bosnien-Herzegowinas in der Monarchie, lange der einzige europäische Staat der über ein spezielles Islamgesetz verfügt hatte. Dieses schrieb unter anderem auch eine Interessensvertretung für die Muslime vor, wodurch dem Staat ein Ansprechpartner und der muslimischen Bevölkerung ein Vermittler gegeben wurde. Natürlich ist diese rechtliche Bestimmung eines Vertreters nicht problemfrei, aber in den meisten europäischen Ländern sucht man vergeblich nach einer ähnlichen Vertretung.
Großbritannien wiederum hatte, aufgrund der Umwandlung des Britisch Empire in das Commonwealth of Nations, bereits früh nach dem Zweiten Weltkrieg einen relativ hohen muslimischen Bevölkerungsanteil. Da diese zumeist aus den ehemaligen Kolonien stammten, besaßen diese das britische Bürger- und somit auch das aktive und passive Wahlrecht, wodurch sie zumindest auf Lokalebene einen politischen Fußabdruck hinterlassen konnten. Der Umstand der rechtlichen Gleichwertigkeit und der seit den 70ern von der britischen Politik propagierte Multikulturalismus führten dazu, dass Großbritannien oft als ein Vorbild für die muslimische Integration in Europa angeführt wurde.
Dass diese Annahme aber nicht von allen Muslimen und Briten geteilt wird zeigt sich immer wieder. Für die muslimische Seite sei hier nur auf die Proteste im Zuge der Salman-Rushdie-Affäre von 1989, die Jugendkrawalle von 2011 und die Terrorfahrten in London von 2017 erinnert. Für die Ängste der Briten sei hier stellvertretend auf den Schulskandal in Birmingham von 2014, und die ICM Studie “What Muslims really think” von 2015 verwiesen. Trotz, oder gerade wegen, dieser offenkundigen Probleme lohnt es sich die rechtliche Situation der Muslime in Großbritannien zu untersuchen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Muslime in Großbritannien

1.1. Historischer Abriss

1.2. Bürgerrechtsthematik

2. Integration und Rassismus

3. Schulbildung

4. Politik und Recht

4.1. Politische Beteiligung

4.2. Shari´a vs Zivilrecht

4.3. Eherecht und Ehescheidung

5. Multikulturalismus - Islamismus

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die komplexe rechtliche und gesellschaftliche Situation muslimischer Gemeinschaften in Großbritannien vor dem Hintergrund historischer Entwicklungen, staatlicher Integrationspolitik und des Spannungsfeldes zwischen zivilem Recht und religiösen Traditionen.

  • Historische Genese der muslimischen Präsenz in Großbritannien
  • Herausforderungen der Integration und Antidiskriminierungspolitik
  • Konfliktfelder im Bereich der staatlichen Schulbildung
  • Politische Repräsentation muslimischer Interessen
  • Rechtspluralismus, Shari’ah Councils und das britische Zivilrecht

Auszug aus dem Buch

4.2. Shari´a vs Zivilrecht

In Fragen der Shari´a gibt es verschiedene nationale und internationale Gremien die auf Basis des idschtihād versuchen die islamische Lehre mit der westlichen Moderne zu vereinbaren. So hat z.B.: Yusuf al-Quaradawi das European Council for Fatwa and Guidance als Anlaufstelle für Fragen bezüglich Shari´a und Leben in Europa gegründet. Daneben gibt es zahlreiche Versuche die Shari´a vom Staat für alle muslimischen Gemeinschaften anerkennen zu lassen, was laut säkularen Muslimen zu Diskriminierung, Unterdrückung der Frau und kulturellem Relativismus führen würde.

Diese Forderung einiger Muslime begründet sich aus einer traditionellen Ansicht, dass die Shari´a wortgewordenes göttliches Gesetz sei. Daher wird von Anhängern dieses Verständnisses der Shari´a bei Widersprüchen und Spannungen von staatlichem und göttlichem Recht, dem göttlichen Recht der Vorzug gegeben.

Dies führt dazu, dass die von der Politik erwartete Assimilation der Muslime in der zweiten, der drei theoretischen Assimilierungsphasen stecken geblieben ist. Die drei angenommenen Phasen der rechtlichen Assimilation waren: Phase 1 die Unwissenheit um die lex loci und die Befolgung der bisherigen traditionellen Regeln, Phase 2 bringt die Kenntnis um das lex loci mit sich und die Befolgung gewisser Vorschriften bzw. eine bedingte Anpassung und Phase 3 beinhaltet die komplette Aufgabe der Shari´a zugunsten des englisches Gesetzes.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Muslime in Großbritannien: Beleuchtet die historischen Wurzeln der muslimischen Migration nach Großbritannien sowie die Entwicklung der damit verbundenen staatsbürgerlichen Rechte.

2. Integration und Rassismus: Analysiert die Herausforderungen bei der Integration und die Grenzen der britischen Antidiskriminierungsgesetze hinsichtlich religiöser Zugehörigkeit.

3. Schulbildung: Untersucht die Spannungen zwischen muslimischen Bedürfnissen und staatlichen Bildungsstandards, insbesondere an öffentlichen Schulen.

4. Politik und Recht: Erörtert die Bemühungen um politische Repräsentation sowie die Problematik des Rechtspluralismus, insbesondere bei Familien- und Scheidungsfragen.

5. Multikulturalismus - Islamismus: Kritisiert die Auswirkungen der Multikulturalismus-Politik und thematisiert die Herausforderungen im Umgang mit Islamismus innerhalb der Gemeinschaften.

Schlüsselwörter

Großbritannien, Muslime, Integration, Recht, Shari´a, Multikulturalismus, Diskriminierung, Schulbildung, Politik, Rechtspluralismus, Staatsbürgerschaft, Migration, Islamismus, Familienrecht, Schiedsgerichtsbarkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die rechtliche und gesellschaftliche Lage von Muslimen in Großbritannien und beleuchtet dabei die Schwierigkeiten, die sich aus dem Zusammenwirken von britischem Recht und religiösen Identitäten ergeben.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Zu den zentralen Themen gehören die Integrationspolitik, der Schulalltag, die politische Partizipation sowie das Spannungsfeld zwischen der Anwendung der Shari´a und dem englischen Zivilrecht.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die vielschichtigen Probleme der Integration und Rechtsanwendung zu durchleuchten und aufzuzeigen, warum eine zunehmende soziale Abkapselung die gesellschaftliche Harmonie gefährdet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich primär auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur, Studien zur muslimischen Minderheit in Großbritannien sowie auf die Analyse gesetzlicher Rahmenbedingungen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einleitung, eine Untersuchung zur sozialen Integration und Rassismus, eine Analyse des Schulwesens sowie eine detaillierte Auseinandersetzung mit politischen und rechtlichen Fragen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Multikulturalismus, Rechtspluralismus, Integration, Diskriminierungsschutz und die spezifische Situation der Schiedsgerichtsbarkeit (Shari´ah Councils).

Inwiefern beeinflusst das britische Wahlsystem die muslimische politische Partizipation?

Das single-member und simple-plurality Wahlsystem erschwert den politischen Aufstieg auf nationaler Ebene für muslimische Kandidaten, während sie auf lokaler Ebene aufgrund der Dichte muslimischer Bevölkerung erfolgreicher sein können.

Welche Rolle spielen die sogenannten Shari'ah Councils in Großbritannien?

Sie agieren als außergerichtliche Instanzen, die muslimische Gemeinschaften bei Eheschließungen und Scheidungen beraten, stehen jedoch aufgrund ihrer Intransparenz und potenziellen Benachteiligung von Frauen in der Kritik.

Was ist das Hauptproblem bei der Integration durch staatliche Finanzierung von religiösen Gruppen?

Die Finanzierung verstärkt oft die Rolle konservativer Religionsführer und führt zur Bildung homogener, nach außen hin abgeschotteter Gemeinschaften, während säkulare oder progressive muslimische Stimmen ignoriert werden.

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Detalles

Título
Die rechtliche Situation der Muslime in Großbritannien
Universidad
University of Graz  (Religionswissenschaft)
Calificación
1,0
Autor
Winfried Kumpitsch (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
20
No. de catálogo
V455131
ISBN (Ebook)
9783668860636
ISBN (Libro)
9783668860643
Idioma
Alemán
Etiqueta
Großbritannien Integration Muslime im Westen Muslime Islam im Westen Islam Muslime in Großbritannien Islam in Großbritannien Vereinigtes Königreich England Scharia Scharia im Westen Rassismus Multikulturalismus Islamismus Shari´a Shari´a im Westen
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Winfried Kumpitsch (Autor), 2018, Die rechtliche Situation der Muslime in Großbritannien, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455131
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