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Der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess als Offenbarung der Beziehung zwischen den deutschen Staaten. Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Schatten des Kalten Krieges

Título: Der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess als Offenbarung der Beziehung zwischen den deutschen Staaten. Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Schatten des Kalten Krieges

Tesis (Bachelor) , 2018 , 38 Páginas , Calificación: 1,3

Autor:in: Stefan Schmiedel (Autor)

Historia de Alemania - Posguerra, Guerra Fría
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Inwiefern wurden die ideologischen Gegensätze des Kalten Krieges, und damit das Verhältnis zwischen den beiden deutschen Staaten, im ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess deutlich? In dieser Arbeit soll bei der Prozessvorbereitung vordergründig das Handeln der Strafverfolgungsbehörden kritisch diskutiert werden. Bei der Analyse des unmittelbaren Gerichtsgeschehens wird vor allem das Zusammenwirken des DDR-Nebenklagevertreters Friedrich Karl Kaul und des Strafverteidigers Hans Laternser (1908-1969) berücksichtigt. Dadurch soll die vorgelegte Ausarbeitung einen Beitrag zum geschichtswissenschaftlichen Diskurs leisten.

Um zu einer möglichst aussagekräftigen Einschätzung über die etwaigen Ausdrucksformen der gegensätzlichen Positionen sowie ihrer Zielstellungen im Auschwitz-Prozess zu kommen, gilt es im ersten Teil der Arbeit, die Terminologie und den Kontext des Kalten Krieges zu klären. Dies erscheint notwendig, da dieser den übergeordneten gesellschaftlichen Rahmen für das Verfahren bildete. In diesem Zusammenhang ist zu erörtern, welche grundlegenden und vergangenheitsbezogenen Vorstellungen sich in den beiden deutschen Staaten gegenüberstanden und wie diese das Beziehungsklima zwischen ihnen beeinflussten.

Im Anschluss daran wird ein Überblick über den Auschwitz-Prozess gegeben. In ihrer Gesamtheit sollen diese Schritte eine Ausgangsbasis dafür schaffen, die ideologischen Positionen in den einzelnen Phasen der Prozessvorbereitung sowie des Hauptverfahrens näher zu untersuchen.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Der Kalte Krieg und der Umgang mit der NS-Vergangenheit in BRD und DDR (1949-1965)

2.1 Vorbetrachtung und Kontextualisierung

2.2 Die BRD und ihre Sicht auf den Osten und die NS-Vergangenheit

2.3 Die DDR und ihre Sicht auf den Westen und die NS-Vergangenheit

3. Der Frankfurter Auschwitz-Prozess – Schauplatz des Kalten Krieges?

3.1 Überblick: Der Prozess gegen die Verbrechen von Auschwitz

3.2 Vorbehalte bei der Prozessvorbereitung

3.3 Die DDR als Teilnehmer im Prozess?: Die Nebenklagevertretung von Friedrich Karl Kaul

3.4 Das Agieren des Prozessverteidigers Hans Laternser

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-1965) als Schauplatz und Instrument der ideologischen Auseinandersetzungen des Kalten Krieges zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik fungierte.

  • Ideologische Instrumentalisierung der NS-Vergangenheit durch die DDR zur politischen Abwertung der BRD.
  • Die Rolle der Nebenklagevertretung von Friedrich Karl Kaul als politische Bühne für ostdeutsche Interessen.
  • Die Verteidigungsstrategie von Hans Laternser im Kontext des antikommunistischen Klimas der Bundesrepublik.
  • Spannungsfelder zwischen juristischer Wahrheitsfindung und machtpolitischen Interessen in einem geteilten Deutschland.

Auszug aus dem Buch

3.4 Das Agieren des Prozessverteidigers Hans Laternser

Der Frankfurter Anwalt Hans Laternser zählte zu jenen Juristen, die in den rechtsstaatlichen NS-Strafprozessen vor den Gerichten der BRD als Verteidiger auftraten. Dabei wurde die von ihnen ausgeübte anwaltliche Tätigkeit allerdings nicht selten als Sympathie für die Beschuldigten und die ihnen zur Last gelegten Gewaltverbrechen missverstanden. Wohl auch aus diesem Grund schien es dem Rechtsanwalt ein Bedürfnis gewesen zu sein, sich in seinem nach Prozessende erschienenen Werk in aller Deutlichkeit persönlich von den nationalsozialistischen Gewaltverbrechen zu distanzieren.

So betonte er schon im Vorwort die Brutalität gegenüber den Juden, welche „auf das grausamste [sic!] behandelt und zum weit überwiegenden Teil ermordet wurden“. Zugleich ging er allerdings in das zeittypische Erklärungsmuster über, indem er die Schuld dafür auf die Weisungen von Adolf Hitler und Heinrich Himmler (1900-1945) zurückführte. In Bezug auf das Agieren im Verfahren verwies Laternser zudem besonders auf die Verantwortung und die Herausforderungen, vor denen die Juristen, die in unterschiedlichen Funktionen am Frankfurter Auschwitz-Prozess teilnahmen, gestanden hätten. Bevor das Agieren des Verteidigers während des NS-Prozesses näher beleuchtet wird, sollen seine Vergangenheit und das Zustandekommen seines Mandates kurz darstellt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Frankfurter Auschwitz-Prozesses ein und formuliert die Forschungsfrage, inwieweit die ideologischen Gegensätze des Kalten Krieges das Verfahren beeinflussten.

2. Der Kalte Krieg und der Umgang mit der NS-Vergangenheit in BRD und DDR (1949-1965): Dieses Kapitel beleuchtet die ideologischen Rahmenbedingungen und die unterschiedlichen Strategien beider deutscher Staaten zur Aufarbeitung bzw. Instrumentalisierung der nationalsozialistischen Vergangenheit.

3. Der Frankfurter Auschwitz-Prozess – Schauplatz des Kalten Krieges?: Das Hauptkapitel analysiert das konkrete Prozessgeschehen, die Rolle der Nebenklage durch Friedrich Karl Kaul sowie die Verteidigungsstrategie von Hans Laternser unter dem Einfluss der Systemkonfrontation.

4. Fazit: Das Fazit fasst die zentralen Untersuchungsergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Ideologie des Kalten Krieges die juristische Aufarbeitung an verschiedenen Punkten überlagerte und politisch beeinflusste.

Schlüsselwörter

Auschwitz-Prozess, Kalter Krieg, DDR, BRD, Friedrich Karl Kaul, Hans Laternser, NS-Vergangenheit, Nebenklage, Systemkonflikt, Antifaschismus, Antikommunismus, Strafverfolgung, Fritz Bauer, Instrumentalisierung, Geschichtspolitik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert den ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess im Kontext der Systemkonfrontation zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der Einfluss des Kalten Krieges auf die juristische Aufarbeitung, die Rolle von Anwälten als politische Akteure sowie die erinnerungspolitischen Diskurse beider deutscher Staaten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, inwiefern die ideologischen Gegensätze des Kalten Krieges das Verhältnis der beiden deutschen Staaten im Auschwitz-Prozess widerspiegelten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine zeithistorische Fallanalyse, die auf der Auswertung von Primärquellen (Prozessunterlagen) und einschlägiger Fachliteratur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die Prozessvorbereitungen, die Rolle des DDR-Nebenklagevertreters Friedrich Karl Kaul sowie das agierende Verteidigungsstrategie des Anwalts Hans Laternser.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Auschwitz-Prozess, Systemkonflikt, Instrumentalisierung, Nebenklagevertretung und Vergangenheitsbewältigung.

Welche spezifische Rolle spielte Friedrich Karl Kaul?

Kaul nutzte die Nebenklagevertretung gezielt als politische Bühne, um die DDR staatlich aufzuwerten und die Bundesrepublik als kapitalistisch-revanchistischen Nachfolgestaat zu diffamieren.

Wie positionierte sich Hans Laternser im Prozess?

Laternser agierte als Verteidiger der Angeklagten und nutzte dabei seinerseits politische Argumente, um die Glaubwürdigkeit ostdeutscher Zeugen und Institutionen systematisch in Zweifel zu ziehen.

Wurde das Ziel der Aufarbeitung durch die politischen Konflikte behindert?

Ja, die Arbeit zeigt auf, dass das politische Agieren beider Seiten, insbesondere die propagandistischen Kampagnen, die für eine objektive Wahrheitsfindung notwendige Atmosphäre belastete.

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Detalles

Título
Der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess als Offenbarung der Beziehung zwischen den deutschen Staaten. Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Schatten des Kalten Krieges
Universidad
University of Potsdam  (Historisches Institut)
Calificación
1,3
Autor
Stefan Schmiedel (Autor)
Año de publicación
2018
Páginas
38
No. de catálogo
V455146
ISBN (Ebook)
9783668872325
ISBN (Libro)
9783668872332
Idioma
Alemán
Etiqueta
Auschwitz-Prozess Nachkriegszeit NS-Vergangenheit Vergangenheitsbewältigung Geschichtsaufarbeitung Hoocaust Auschwitz Kalter Krieg Fritz Bauer NS-Prozess Systemkonflikt Bundesrepublik Aufarbeitung Umgang mit der NS-Vergangenheit Gerichtsverfahren Prozessgeschichte Nachkriegsgeschichte
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Stefan Schmiedel (Autor), 2018, Der erste Frankfurter Auschwitz-Prozess als Offenbarung der Beziehung zwischen den deutschen Staaten. Aufarbeitung der NS-Vergangenheit im Schatten des Kalten Krieges, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455146
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