Diese Arbeit beschäftigt sich mit einer etymologischen Fragestellung, nämlich der Entlehnung lateinischer Wörter, vom Altenglischen bis ins Frühneuenglische, und den Folgen dieser Entlehnungsprozesse für den englischen Wortschatz, wie er sich heute im Neuenglischen darstellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der Lehneinfluss des Lateinischen in der Geschichte des Englischen
a. Grundsätzliches zu Entlehnungsprozessen
b. Der Einfluss des Lateinischen auf das Altenglische
c. Der Lehneinfluss des Lateinischen auf das Mittelenglische
d. Der Einfluss des Lateinischen auf das Frühneuenglische
3. Die Folgen des lateinischen Lehneinflusses für den neuenglischen Wortschatz
a. Sprachvielfalt, Dissoziation und ‚hard words‘
b. Differenzierung der Dissoziationstheorie nach Ernst Leisi
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht den etymologischen Einfluss lateinischer Entlehnungen auf das Englische vom Altenglischen bis ins Frühneuenglische sowie deren nachhaltige Auswirkungen auf die Struktur und Komplexität des modernen neuenglischen Wortschatzes.
- Grundlagen der historischen Etymologie und Entlehnungsprozesse
- Chronologische Analyse des lateinischen Einflusses in drei Sprachperioden
- Quantitative und qualitative Analyse der neuenglischen Lexik
- Diskussion der Dissoziationstheorie nach Ernst Leisi
- Phänomenologie der sogenannten „hard words“ im Sprachgebrauch
Auszug aus dem Buch
3. Die Folgen des lateinischen Lehneinflusses für den neuenglischen Wortschatz
Der neuenglische Wortschatz weist „einen hohen Grad an ‚lexikalischer Internationalität‘“ (Scheler 1977: 90) auf und gilt durch seine einzigartige Mischung von germanischen und romanischen Elementen als Sonderfall unter den europäischen Sprachen (Leisi 1999: 41). Wie erwähnt entzog das Französische in mittelenglischer Zeit dem Englischen zu weiten Teilen seinen germanischen Charakter und minderte damit die Ähnlichkeit zu den übrigen germanischen Sprachen. Es war auch von hoher Relevanz „für die folgenschwere Invasion von gelehrten Wörtern lateinischen [...] Ursprungs“, der es den Weg ebnete, indem sehr viele französische Wörter die einheimischen verdrängten bzw. lateinische und französische Affixe ‚produktiv‘ wurden und zur Wortbildung dienten (Scheler 1977: 103). So wurde nach und nach die Fähigkeit des Erbwortschatzes geschwächt, aus heimischen Elementen neue Wörter zu bilden (Leisi 1999: 43)11. Dieser „ungehemmte[]“ Einstrom (ebd.) führte schließlich dazu, dass der heutige englische Wortschatz einen besonders großen Sprachreichtum aufweist, in hohem Maße dissoziiert ist und viele sogenannte hard words beinhaltet. Folge dieser Komplexität ist in der gesprochenen Sprache häufig sprachliche Reduktion (Leisi 1999: 70).
Bedeutungsnuancen, die für reiche Sprachvielfalt sorgen, lassen sich nach Scheler in zwei Kategorien unterteilen – die denotative (begriffliche) Bedeutung und die konnotative Bedeutung, die schwerer fassbar ist und sich subjektiv in „Gefühlswert, Stimmungsgehalt, Wortethos“ ausdrückt (Scheler 1977: 99). Zur Illustrierung eines konnotativen Bedeutungsunterschieds mögen „loneliness (germ.) ‚Einsamkeit im wehmütigen‘, solitude (rom.) eher ‚im erbaulichen Sinn‘“ dienen (Scheler 1977: 98). Folgendes Beispiel nach Scheler soll die Möglichkeiten im Englischen zu differenzierter denotativer Bedeutung greifbar machen:
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die etymologische Fragestellung sowie Definition der für die Arbeit zentralen Begriffe wie Entlehnung, Lehnwort und Fremdwort.
2. Der Lehneinfluss des Lateinischen in der Geschichte des Englischen: Historischer Abriss über die Aufnahme lateinischer Wörter vom Altenglischen über das Mittelenglische bis hin zur frühneuenglischen Periode unter Berücksichtigung soziokultureller Faktoren.
3. Die Folgen des lateinischen Lehneinflusses für den neuenglischen Wortschatz: Untersuchung der qualitativen Auswirkungen, insbesondere der Sprachvielfalt, des Phänomens der „hard words“ sowie eine kritische Auseinandersetzung mit der Dissoziationstheorie.
4. Fazit: Zusammenfassende Darstellung der etymologischen Entwicklung und Bestätigung, dass die Dissoziation des Englischen kritisch und nicht pauschal betrachtet werden sollte.
Schlüsselwörter
Etymologie, Lehneinfluss, Latein, Englisch, Sprachgeschichte, Entlehnung, Lehnwort, Dissoziation, hard words, Wortschatz, Lexik, Sprachkontakt, Sprachwandel, Konsoziation, historisch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie sich lateinische Entlehnungen über verschiedene Epochen der englischen Sprachgeschichte hinweg in den Wortschatz integriert haben und welche Folgen dies für die moderne englische Sprache hat.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit deckt die etymologische Terminologie, die historischen Entlehnungsprozesse vom Alt- bis zum Frühneuenglischen sowie die strukturellen und qualitativen Auswirkungen auf den neuenglischen Wortschatz ab.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, den Lehneinfluss des Lateinischen chronologisch nachzuzeichnen und zu untersuchen, inwiefern dieser den heutigen englischen Wortschatz in Bezug auf Vielfalt und Komplexität geprägt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine methodische Herangehensweise der historischen Linguistik, indem sie etymologische Analysen, Wortgeschichten und den Vergleich quantitativer Daten aus renommierten Nachschlagewerken kombiniert.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Skizzierung der Entlehnungseinflüsse sowie eine qualitative Analyse der resultierenden „hard words“ und der Dissoziationstheorie nach Ernst Leisi.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Entlehnung, lateinischer Lehneinfluss, Dissoziation, hard words, etymologische Sprachforschung und Wortschatzentwicklung.
Wie unterscheidet sich die Auffassung von „hard words“ in dieser Arbeit?
Die Arbeit verdeutlicht, dass „hard words“ kein wissenschaftlich starrer Begriff sind, sondern eine subjektive Schwierigkeit bei der Erlernung oder Verwendung komplexer, unmotivierter Fremdwörter darstellen.
Wie bewertet die Arbeit die Dissoziationstheorie nach Ernst Leisi?
Die Autorin reflektiert diese Theorie kritisch und führt an, dass die Annahme einer rein dissoziierten englischen Sprache durch neuere empirische Untersuchungen, etwa von Christina Sanchez, relativiert wird.
- Citation du texte
- Marie Annette Laufer (Auteur), 2017, Der Lehneinfluss des Lateinischen in der Geschichte des Englischen und seine Folgen für die Lexik des Neuenglischen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455184