Die Untersuchung hat zunächst das Ziel, eine angemessene Definition für Social Business in Abgrenzung zu anderen Unternehmensformen und Herangehensweisen der gesellschaftlichen Problemlösung in Deutschland zu erarbeiten. Die Abgrenzung und Einordnung erfolgt im zweiten Kapitel.
Im darauffolgenden dritten Kapitel soll identifiziert werden, ob mit Hilfe von Social Businesses gesellschaftliche Probleme in Deutschland gelöst werden können. Dabei wird einerseits auf förderliche institutionelle Rahmenbedingungen des Sozialstaats und andererseits auf die generellen Stärken und Vorteile von Social Businesses eingegangen.
Im vierten Kapitel folgt die Identifizierung der Hürden, der sie sich hierzulande stellen müssen. Auch hier werden sowohl die Rahmenbedingungen des Umfelds, indem sie sich bewegen, als auch spezielle unternehmerische Herausforderungen aufgezeigt.
Zusammenfassend soll bewertet werden, ob Social Business ein funktionierendes Konzept im Sozialstaat sein kann.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen
2.1 Heterogenität des Begriffsverständnisses
2.2 Entwicklung der Arbeitsdefinition
2.3 Mögliche Geschäftsmodelle
2.4 Umfeld und Rahmenbedingungen
2.4.1 Sektor Staat
2.4.2 Sektor Markt
2.4.3 Dritter Sektor
2.4.4 Social Business als Hybrid
3 Chancen für Social Business in Deutschland
3.1 Fördernde Rahmenbedingungen
3.1.1 Gesellschaftliche Rahmenbedingungen
3.1.2 Institutionelle Rahmenbedingungen
3.2 Wettbewerbsvorteile
3.2.1 Innovationskraft
3.2.2 Finanzielle Tragfähigkeit
3.3 Transformationspotenzial
3.3.1 Institutionelle Transformation
3.3.2 Transformation des Wirtschaftssystems
4 Hürden für Social Business in Deutschland
4.1 Zielkonflikt
4.2 Steuer- und zivilrechtliche Rahmenbedingungen
4.2.1 Steuerrechtliche Rahmenbedingungen - Gemeinnützigkeit
4.2.2 Zivilrechtliche Rahmenbedingungen - Rechtsform
4.3 Institutionelle Rahmenbedingungen
4.4 Finanzierung
4.4.1 Innenfinanzierung
4.4.2 Außenfinanzierung
4.5 Wirkungsmessung
5 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, eine präzise Definition von "Social Business" im spezifischen Kontext des deutschen Sozialstaats zu erarbeiten und die damit verbundenen Chancen und Hürden für entsprechende Unternehmen zu identifizieren und zu bewerten. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und unter welchen Bedingungen das Social-Business-Konzept in einem ausdifferenzierten Sozialstaat wie Deutschland funktionieren kann.
- Definition von Social Business und Abgrenzung zu anderen Organisationsformen.
- Analyse der institutionellen Rahmenbedingungen des deutschen Sozialstaats.
- Identifikation von Wettbewerbsvorteilen und Transformationspotenzialen von Social Businesses.
- Untersuchung rechtlicher und finanzieller Hürden sowie Konfliktfelder (z.B. Gemeinnützigkeit).
- Bewertung der Wirkungsmessung als Instrument für das Finanzierungsmanagement.
Auszug aus dem Buch
2.1 Heterogenität des Begriffsverständnisses
Um der Heterogenität der Begriffe im Bereich des Social Business gerecht zu werden, wird in diesem Abschnitt auf die verschiedenen Sichtweisen auf soziales Unternehmertum eingegangen. Begonnen wird mit einer Darstellung der Termini seitens der akademischen Literatur. Im Anschluss werden die Vorstellungen politischer Akteure dargestellt und abschließend die Ideen Yunus‘ erläutert. Die akademische Literatur und Experten haben teilweise fundamental unterschiedliche Ansichten darüber, was ein Social Business ist (vgl. Mauksch, Engelke, Darkow et al. 2011, S. 29). So schreibt beispielsweise Jansen, dass Sozialunternehmen sowohl Gründungsorganisationen, als auch Neuausrichtungen bestehender Sozialorganisationen (Social Intrapreneurship) sein können. Sie arbeiten an unternehmerischer Entwicklung von innovativen und skalierbaren Blueprints zur Lösung selbst definierter sozialer Probleme (vgl. Jansen 2013, S. 75).
Das Unternehmerische an Sozialunternehmen sei „[...] die vorrangig operativ-produktive Rekombination von Ressourcen [...]“ (Jansen 2013, S. 74). Klare Abgrenzungen bezüglich Rechtsformen, Organisationsstrukturen oder Governance gibt es nicht. „[...] Social entrepreneurship is not defined by legal form [...]“ (Austin, Stevenson & Wei-Skillern 2006, S. 2). Deshalb bieten sich primär zwei Herangehensweisen an, das breite Feld abzustecken. Zum einen ist es die „intentionsorientierte Definition“ des Sozialunternehmertums. Diese konzentriert sich auf die Zielstellung des Unternehmens und wird von den meisten Autoren als Ausgangsbasis verwendet. Sie stellt heraus, dass die unternehmerische Tätigkeit von Social Businesses bzw. Social Entrepreneurs zum Ziel hat, direkt zur gesellschaftlichen Problemlösung beizutragen bzw. mit geringer Bedeutung einer Gewinnerzielungsabsicht (vgl. Beckmann 2011, S. 69; vgl. Dees 2001, S. 1). Damit wird gleichzeitig jegliche Corporate Social Responsibility (CSR) Aktivität profitorientierter Unternehmen vom Begriff des Social Business ausgeschlossen, denn bei der herkömmlichen unternehmerischen Tätigkeit steht die Gewinnmaximierung weiterhin im Vordergrund und die sozialen Ziele sind eher Mittel zum Zweck zu verstehen. „The social responsibility of business is to increase its profits“ (Friedmann 1970, S. 122).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik des Social Business ein, begründet die Relevanz der Untersuchung und erläutert die methodische Vorgehensweise.
2 Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel arbeitet ein Begriffsverständnis für Social Business heraus, entwickelt eine Arbeitsdefinition und ordnet das Konzept in den Kontext des Drei-Sektoren-Modells ein.
3 Chancen für Social Business in Deutschland: Hier werden fördernde Rahmenbedingungen, Wettbewerbsvorteile durch Innovationskraft sowie das Transformationspotenzial für den Sozialstaat und das Wirtschaftssystem analysiert.
4 Hürden für Social Business in Deutschland: Dieses Kapitel identifiziert zentrale Hürden, darunter Zielkonflikte, steuer- und zivilrechtliche Rahmenbedingungen, institutionelle Gegebenheiten, Finanzierungsfragen sowie Herausforderungen der Wirkungsmessung.
5 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Analyse zusammen und gibt einen Ausblick auf den zukünftigen Forschungsbedarf im Bereich des Social Business.
Schlüsselwörter
Social Business, Sozialunternehmertum, Deutschland, Sozialstaat, Rahmenbedingungen, Geschäftsmodelle, Finanzierung, Gemeinnützigkeit, Wirkungsmessung, Drei-Sektoren-Modell, Social Entrepreneurship, Rechtsformen, Innovationskraft, Transformation, Mission Drift.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Konzept des "Social Business" im Kontext des deutschen Sozialstaats, um dessen Potenzial als unternehmerische Lösung für soziale Probleme zu bewerten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Felder sind die begriffliche Einordnung, die institutionellen Rahmenbedingungen in Deutschland, die Chancen (wie Innovation) und die Hürden (rechtlich, finanziell) für Social Businesses.
Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erarbeitung einer angemessenen Definition für Social Business in Abgrenzung zu anderen Formen und die Beantwortung der Frage, ob das Konzept in Deutschland erfolgreich praktiziert werden kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt einen Methodenmix, basierend auf der Auswertung vorhandener akademischer Literatur sowie der Einbeziehung aktueller Online-Quellen (Interviews, Blogbeiträge), um die theoretischen Erkenntnisse zu validieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die theoretischen Grundlagen gelegt, Chancen und Wettbewerbsvorteile von Social Businesses aufgezeigt sowie Hürden, wie etwa rechtliche Anforderungen und Finanzierungsprobleme, detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Die wichtigsten Begriffe sind Social Business, Sozialstaat, Deutschland, Finanzierung, Gemeinnützigkeit, Wirkungsmessung und Transformationspotenzial.
Warum spielt das Steuerrecht eine so große Rolle für Social Businesses?
Der Gemeinnützigkeitsstatus bietet steuerliche Vorteile und Privilegien, die für viele Social Businesses entscheidend sein können, aber gleichzeitig mit strengen Auflagen und Zielvorgaben verbunden sind.
Welche Rolle spielt die Wirkungsmessung bei der Finanzierung?
Da Social Businesses soziale Wirkung erzielen wollen, dient eine systematische Wirkungsmessung als Beleg für Investoren und Geldgeber, um Transparenz über den "Social Impact" zu schaffen.
Inwieweit stellt die Rechtsform eine Hürde dar?
Es existiert in Deutschland keine spezifische Rechtsform für Social Businesses, weshalb Gründer oft zwischen klassischen, teils unpassenden Formen (wie gGmbH oder Verein) wählen müssen, was mit administrativer Komplexität verbunden ist.
Was bedeutet "Mission Drift" im Kontext dieser Arbeit?
Mission Drift beschreibt das Risiko, dass ein Social Business bei der Suche nach finanzieller Stabilität oder Renditeerwartungen von Investoren sein primäres soziales Ziel vernachlässigt.
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- Vivien Eichler (Author), 2018, Social Business. Untersuchung der Chancen und Hürden in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455195