Mediendidaktik. Medien als Kulturerzieher


Hausarbeit, 2010

13 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Medium als Informationsüberträger

3. Vermittlung von Kultur durch die Medien.

4. Mediennutzung in der Fremdsprachendidaktik.

5. Der Computer: Verbindung zwischen Kulturen.
5.1 Rollenveränderungen der Lehrer und Lerner
5.2 Betrachtung des Mediums Internet

6. Schlussbetrachtung

7. Literaturverzeichnis

„Übersetzungen vermitteln Kultur“

(Motto des deutsch-italienischen Übersetzerpreises, der jedes Jahr durch die Bundesregierung verliehen wird)

1. Einleitung

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Medien und der Frage nach ihren Nutzungsmöglichkeiten als Kulturerzieher. Es wird der Versuch unternommen, auf das Medium als Informationsträger näher einzugehen. Der Zusammenhang zwischen Lehrer, Lerner und Kommunikationsmedium wird geklärt. Darauf aufbauend wird gezeigt wie das Medium als Überträger von Kulturgut funktioniert. Ein wichtiger Anhaltspunkt hierbei kommt durch den Begriff der Enkulturation zum Vorschein. In diesem Zusammenhang wird auch auf die kulturell-verschiedenen Sprachsysteme und deren Betrachtungsweisen eingegangen. Danach geht es um den Einsatz der Medien im fremdsprachlichen Unterricht. Hierin zeigt sich der Computer als überaus brauchbar. Vor- sowie Nachteile der visuell und auditiv übertragbaren Medien werden betrachtet, und es wird eine These für die primäre Stellung des visuellen Mediums aufgestellt. Die Abschlussbetrachtung dieses Punktes hebt wiederum die untrennbare Verkettung zwischen Medien und kulturellem Umfeld hervor. Nun wird stärker auf den Computer als multimedialer Informationsträger eingegangen, wobei die verschiedensten Möglichkeiten seiner Nutzung angeschnitten werden. Dabei wird der Gebrauch des Computers in naher Beziehung zum Landeskundeunterricht verdeutlicht. Die immer stärkere Entfaltung des Computers als Lehr- und Lernmedium wirkt sich zunehmend auf das Rollenverhalten von Lehrer und Lerner aus. Im folgenden Teil beschäftige ich mich daher mit den Veränderungen, die auf das Lehrer-Lernerverhältnis einwirken. Abschließend wird der Versuch unternommen, diese Rollenveränderung am Medium des Computers zu zeigen. Hierbei werden speziell die Möglichkeiten und Fallen der Internetnutzung für den Unterricht herausgestellt. Kulturelle Unterschiede, die besonders im Fremdsprachenunterricht offensichtlich werden, weisen hierbei wieder auf die Subjektivität aller Medien hin. Sie zeigen aber auch, dass diese Subjektivität nicht als durchweg negativ betrachtet werden muss.

2.Das Medium als Informationsüberträger

Im Sinne des Fremdsprachenunterrichts ist es üblich – ja sogar unumgänglich – Medien, beziehungsweise ein Medium als Informationsüberträger zu nutzen. Dabei wird das Lehrgut vom Lehrer ausgehend an den Schüler weitergeleitet. Dieser Vorgang wird in dem Modell des Didaktischen Dreiecks verdeutlicht. Das Dreieck besteht aus drei Komponenten und bildet den Rahmen für den Prozess der Übertragung eines bestimmten Lehrstoffs auf den Lerner (vgl. Decke-Cornill, 3). Jede der drei Komponenten (Lehrer, Lerner und Medium) ist unersetzbar für den aus ihnen entstandenen metaphorischen Rahmen in Dreiecksform. Sobald eine der drei Komponenten fehlen sollte, kann keine Wissensübertragung mehr stattfinden. Ein fehlender Lehrer käme einem fehlenden Initiator gleich, wodurch ein Medium gar nicht erst kreiert würde. Gäbe es keinen Lerner, wäre die Kreation eines Mediums zur Übertragung unsinnig, da es keinen Empfänger gibt. Und gäbe es kein Medium, so könnte keine Kommunikation zwischen Lehrer und Lerner stattfinden. Damit ist festzustellen, dass das Medium als unersätzliche Instanz die Verbindung zwischen Lehrer und Lerner herstellt. Alles Wissen, sei es abstrakt oder direkt, wird durch das Medium weitergegeben. Grundsätzlich wird hier davon ausgegangen, dass alles, was als Überträgerinstanz dienen kann als Medium gezählt wird. Darunter fallen unter anderem das gesprochene Wort, Zeichensprache, Schrift und Videoformate. Da die Wahl des Mediums zur Informationsvermittlung so vielfältige Möglichkeiten bietet, kann im Folgenden nur schwerpunktmäßig darauf eingegangen werden.

3.Vermittlung von Kultur durch die Medien

Die Didaktik an sich gilt seit Werner Loch gleichzeitig auch als „Enkulturationswissenschaft“ (Decke-Cornill, 5). Daher verhilft zugleich auch die Fremdsprachendidaktik, als Teil der Didaktik, zur Enkulturation. Was genau ist damit gemeint? Der Begriff der Enkulturation soll das Bewusstsein über die eigene, unterbewusste Kultur erwecken. Dies geschieht durch

„Befremdungen und irritierende Begegnungen mit Anderem und Fremdem, die die Selbstverständlichkeit unserer Wahrnehmung und unseres Handelns in Frage stellen und die Bedingtheit und Begrenztheit unseres Wahrnehmungshorizonts zum Vorschein bringt“ (Decke-Cornill, 6).

Somit kann nur durch den Kontakt zu fremder Kultur das eigene unterbewusste Kulturgut zum Vorschein gebracht und verarbeitet werden. Die Medien die hierbei genutzt werden, um die Didaktik zu vermitteln, bilden dabei den Überträger der Kultur. Folglich findet gleichzeitig mit der konkreten Übertragung eines fremdsprachlichen Stoffes, beispielsweise Vokabeln, ein unterschwelliger Austausch von Kulturgütern statt. Im Falle der Vokabeln ist dies daran zu erkennen, dass viele Ausdrücke und Redewendungen, die aus anderen Sprachsystemen stammen, durch deren bestimmten Kulturkreis beeinflusst sind und nur in ihm Sinn ergeben können, was das Übersetzen merklich erschwert. Eine direkte Übersetzung ist oft nicht möglich, da sie in dem Empfänger-Kulturkreis sinnlos wird. So kann ' es schüttet aus Eimern' nur einer ähnlichen Redewendung im Englischen gegenübergestellt werden ' it's raining cats and dogs', jedoch keinesfalls direkt übersetzt werden. Die Kultur und Lebensumstände wirken sich in hohem Maße auf das Sprachsystem aus. Großkopf erklärt die Beziehung zwischen Kultur und Sprache folgendermaßen: „Sprache ist [...] den Mitgliedern einer Kultur durch Erziehung und Spracherwerb in der Sozialisation vermittelt“ (Großkopf, 143). Sie geht noch weiter: „Sie ist also die Vermittlerin zwischen Gesellschaft und Kultur auf der einen und individuellem, schöpferischem Denken auf der anderen Seite“, wodurch sie wieder den Bogen schlägt von einer ganz klaren kulturellen Abhängigkeit des Sprachsystems hin zu einer gemeinsamen geistigen Basis, dem „schöpferischen Denken“, die allen Menschen, egal welcher Kultur angehörig, inhärent ist (Großkopf, 143). So ist es dem Fremdsprachenlerner möglich, die Aussage der Redewendung zu verstehen, sobald er seinen Blickwinkel der neuen Kultur anpasst. Neuner bezeichnet dies als „Perspektivenübernahme“ und bestätigt damit den engen Zusammenhang von kulturellen Unterschieden mit „verschiedene[n] Perspektiven“, auf die im Fremdsprachenunterricht besonders geachtet werden soll (Neuner, 46). Mithilfe der Perspektivenübernahme wird der Kultur-Kontrast durch das Vergleichen offensichtlich gemacht und kann somit konfliktreduzierend auf den Lerner einwirken.

4. Mediennutzung in der Fremdsprachendidaktik

Die Möglichkeiten, Medien zum Erlernen einer Fremdsprache zu nutzen, sind vielfältig. So können die Medien auf visuelle, auditive oder audiovisuelle Wahrnehmung zugeschnitten werden. Hier soll der Computer beziehungsweise das Internet als Lehr-, Lernmedium begutachtet werden. Der Vorteil, den der Computer als Medium mit sich bringt, besteht in der Möglichkeit, visuelle und auditive Lernstrategien kombinieren zu können (vgl. Erdmenger, 4). Je mehr Sinne beim Lerner angesprochen werden, desto intensiver gestaltet sich der Prozess der Aufnahme. Dies wirkt sich besonders beim Erlernen neuer Sachverhalte gewinnbringend aus.

Ungemein wichtig in der Fremdsprachendidaktik sind die visuellen Medien, besonders für Anfängergruppen und Gruppen mit unterschiedlichen Muttersprachlern, da sie „anfangs die einzigen Instrumente für die Bedeutungsvermittlung“ sind (Erdmenger, 5). Daher wird der Computer zum geeigneten Medium, selbst für Anfänger. Er bietet uns, auch mithilfe des Internets, die Möglichkeit, viele Formen von Medienarten komprimiert auf einer Plattform in beliebig schneller Reihen- und Rangfolge abzurufen. So ermöglicht das World Wide Web dem Benutzer auf visuelle Medien, wie Online-Landkarten oder Online-Wörterbücher, zuzugreifen. Auf auditiver Ebene sind beispielsweise Wetterberichte, Nachrichten und Vorträge abrufbar.

[...]

Ende der Leseprobe aus 13 Seiten

Details

Titel
Mediendidaktik. Medien als Kulturerzieher
Hochschule
Universität Trier
Veranstaltung
Proseminar Mediendidaktik
Note
1,7
Autor
Jahr
2010
Seiten
13
Katalognummer
V455203
ISBN (eBook)
9783668880238
ISBN (Buch)
9783668880245
Sprache
Deutsch
Schlagworte
DaF, Medien, Kultur, Erzieher, Didaktik, Computer, visuell, Internet, Fremdsprachendidaktik, Rollen, Lehrer, Lerner, Rollenveränderung, Mediennutzung, Kommunikation, auditiv, Smartphone, Laptop, Text, Vokabeln, Sprachsystem, Konfliktreduktion
Arbeit zitieren
Lukas Szpeth (Autor), 2010, Mediendidaktik. Medien als Kulturerzieher, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455203

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