Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema der Medien und der Frage nach ihren Nutzungsmöglichkeiten als Kulturerzieher. Es wird der Versuch unternommen, auf das Medium als Informationsträger näher einzugehen. Der Zusammenhang zwischen Lehrer, Lerner und Kommunikationsmedium wird geklärt.
Darauf aufbauend wird gezeigt wie das Medium als Überträger von Kulturgut funktioniert. Ein wichtiger Anhaltspunkt hierbei kommt durch den Begriff der Enkulturation zum Vorschein. In diesem Zusammenhang wird auch auf die kulturell-verschiedenen Sprachsysteme und deren Betrachtungsweisen eingegangen. Danach geht es um den Einsatz der Medien im fremdsprachlichen Unterricht. Hierin zeigt sich der Computer als überaus brauchbar. Vor- sowie Nachteile der visuell und auditiv übertragbaren Medien werden betrachtet, und es wird eine These für die primäre Stellung des visuellen Mediums aufgestellt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das Medium als Informationsüberträger
3. Vermittlung von Kultur durch die Medien
4. Mediennutzung in der Fremdsprachendidaktik
5. Der Computer: Verbindung zwischen Kulturen
5.1 Rollenveränderungen der Lehrer und Lerner
5.2 Betrachtung des Mediums Internet
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Medien im Fremdsprachenunterricht und analysiert, inwiefern diese als Kulturerzieher fungieren können, wobei insbesondere der Einfluss von digitalen Medien und Computern auf das Lehrer-Lerner-Verhältnis beleuchtet wird.
- Medien als Informationsträger und ihre didaktische Funktion.
- Die Vermittlung von kulturellen Werten durch mediale Angebote.
- Der Computer als multimediale Schnittstelle im Sprachunterricht.
- Veränderung des Rollenverständnisses von Lehrenden und Lernenden.
- Umgang mit Subjektivität und Informationsflut im Internet.
Auszug aus dem Buch
5.1 Rollenveränderungen der Lehrer und Lerner
Gerade die spielerische Herangehensweise und der Anwendungsbezug sind gut geeignet, den Lerner aus der Reserve zu locken und ihn aktiv in das Lerngeschehen einzubinden. Overmann zufolge hat „[d]ie kognitive Wissenschaft [...] deutlich gemacht, daß Lernen ein in hohem Maße aktiver, konstruktiver und selbstbestimmter Prozeß ist“ (Overmann). Wenn das Lernen ein in hohem Maße aktiver Prozess des Fremdsprachenlerners ist, nimmt der Lehrbeauftragte darin eher eine Hilfestellung ein, derer er sich bewusst werden muss. Der Lehrer kann somit nicht als Zentrum des Lernens angesehen werden, sondern als beratende und fördernde Instanz, die den Lernprozess anregen und zur aktiven Beschäftigung mit der Materie hinleiten muss. Er unterstützt sozusagen den „selbständige[n] Lerner“ in dessen Fortschritten (Overmann). Die Rolle des Lehrers als Instanz faktischen Wissens wird durch das Internet nach und nach abgelöst. Er wird immer mehr zu einem „Vermittler von Information, Fähigkeiten und Fertigkeiten“, besonders im Bezug auf eine effiziente Nutzung des Internets (Overmann). Die Rolle des Lehrers als Leiter, Lenker und Ratgeber bleibt dennoch besonders wichtig. Weniger in seiner Eigenschaft, bloßes Wissen zu übertragen, sondern mehr in seiner Eigenschaft, eine Methodik der Wissensbeschaffung zu vermitteln. So gewährleistet er, dass der Lerner sich das Web-Wissen möglichst effektiv erschließen kann. Er legt somit den Grundstock für eine effektive selbstständige Wissenserarbeitung des Lerners.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung umreißt die Fragestellung nach der Funktion von Medien als Kulturerzieher und erläutert den Aufbau der Untersuchung von der theoretischen Basis bis hin zur Rolle des Computers.
2. Das Medium als Informationsüberträger: Dieses Kapitel erläutert das Didaktische Dreieck und definiert Medien als unersetzbare Instanzen für die Wissensvermittlung zwischen Lehrenden und Lernenden.
3. Vermittlung von Kultur durch die Medien: Hier wird die Didaktik als Enkulturationswissenschaft betrachtet und der Zusammenhang zwischen Sprache, kultureller Prägung und der Perspektivenübernahme durch den Lerner dargelegt.
4. Mediennutzung in der Fremdsprachendidaktik: Dieser Abschnitt thematisiert die Vor- und Nachteile visueller und auditiver Medien und begründet die Vormachtstellung des visuellen Mediums im modernen Unterricht.
5. Der Computer: Verbindung zwischen Kulturen: Es wird die Multifunktionalität des Computers als multimedialer Informationsspeicher und seine Bedeutung für die landeskundliche Vermittlung im Unterricht analysiert.
5.1 Rollenveränderungen der Lehrer und Lerner: Der Fokus liegt hier auf dem Wandel des Lehrers von der Wissensinstanz hin zum Lernbegleiter und Methodikvermittler im digitalen Zeitalter.
5.2 Betrachtung des Mediums Internet: Dieses Kapitel beleuchtet kritisch die unzensierte Informationsfülle des Internets und bietet Ansätze zur Förderung der Medienkompetenz und Quellenverifizierung.
6. Schlussbetrachtung: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Medien untrennbar mit Kultur verbunden sind und den Fremdsprachenunterricht maßgeblich prägen.
Schlüsselwörter
Medien, Kulturerzieher, Fremdsprachendidaktik, Computer, Internet, Enkulturation, Didaktisches Dreieck, Perspektivenübernahme, Rollenverhalten, Wissensbeschaffung, Multimedialität, Landeskunde, Lernprozess, Medienkompetenz, Kulturvermittlung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Bedeutung von Medien als Instrumente der kulturellen Bildung im Kontext des Fremdsprachenunterrichts.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktion von Medien als Informationsträger, der Verknüpfung von Sprache und Kultur sowie dem Wandel der Lehr-Lern-Rollen durch digitale Technologien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu erörtern, ob und wie Medien als Kulturerzieher wirken und inwieweit der Computer dabei neue didaktische Möglichkeiten eröffnet.
Welche wissenschaftlichen Perspektiven werden genutzt?
Die Arbeit stützt sich auf didaktische Modelle, kognitive Lerntheorien und fachspezifische Literatur zur Fremdsprachendidaktik.
Was steht im Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil analysiert die technische und inhaltliche Rolle von Computern und Internet sowie deren Auswirkungen auf die Interaktion zwischen Lehrer und Lerner.
Was sind die charakteristischen Merkmale der Arbeit?
Charakteristisch ist die Verknüpfung von klassischer Didaktik mit modernen digitalen Lernmethoden unter Berücksichtigung kultureller Subjektivität.
Warum wird der Computer als "übergeordnetes Medium" bezeichnet?
Weil der Computer die Funktionen verschiedenster Medien wie Texte, Bilder, Videos und Audiodaten auf einer Plattform vereint.
Wie geht die Autorin mit der "Subjektivität" von Medien um?
Die Subjektivität wird nicht als rein negativ betrachtet, sondern als Chance genutzt, um Lernende zur Reflexion über ihre eigenen Werte und die fremde Kultur anzuregen.
- Citar trabajo
- Lukas Szpeth (Autor), 2010, Mediendidaktik. Medien als Kulturerzieher, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455203