Zeiten des Umbruchs fordern uns alle heraus. Sie erfordern eine bedarfsgerechte Führung. Dies gilt nicht zuletzt für das soziale Aufgabenfeld. Die vorliegende Arbeit greift diese Tatbestände auf und sucht deren Zusammenhang nachzuspüren. Ziel dieses Bemühens ist es, den heutigen Erfordernissen auf den Grund zu gehen und aus der gewonnenen Erkenntnis Handlungsanleitungen abzuleiten. Den sich vollziehenden Veränderungen können wir uns letztlich nicht entziehen. Wir können sie allerdings beeinflussen. Orientierung zu geben und ein gemeinsames Vorgehen herbeizuführen ist da ein bedeutsamer klassischer Teil der Führungsaufgabe in einer Zeit dynamischen Wandels. Besonders innerhalb des sozialen Aufgabenfeldes wird dies deutlich, wo es gilt, Integration und Teilhabe zur Sicherung des sozialen Friedens und zur Bewahrung kultureller Errungenschaften zu schaffen.
Inhaltsverzeichnis
Zeit des Umbruchs
Zukunft als permanente Aufgabe und Herausforderung für verantwortungsbewusst Handelnde
Verfehltes politisches Handeln als gesellschaftliches Problem
Verschobenes politisches Spektrum und resultierende Konsequenzen
Zunehmende Differenzierung, Verlust an Gemeinsamkeit und Relativierung von Grundwerten
Verlorenes Vertrauen, ein zu überwindendes Grundübel in unserer Zeit
Hass und Gewalt als kontraproduktive Reaktionen auf subjektiv empfundene Ohnmacht und erlittene Gerechtigkeitsdefizite
Gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit als Resultat eigener Verunsicherung, Angst und Identitätszweifel
Politische Vereinnahmung, Machtspiele und Showmenship statt ernsthafter Problembewältigung
Anderen Perspektiven schaffen, eine unabweisbare Notwendigkeit
Bedarfsgerechte Führung
Das komplexe Aufgabenfeld Führung – eine nur unvollkommen zu bewältigende Herausforderung
Herausforderungen meistern als Auftrag
Zu berücksichtigende Aspekte für erfolgreiches Führungshandeln
Führung, Entwicklung, Teilhabe und Gesundheit
Teilhabe und Integration, eine Notwendigkeit in unserer Gesellschaft
Führungsaufgabe der Politik zur Bewahrung des sozialen Friedens
Sinnstiftung und Beitrag der Kirchen
Führung und Bildungsgerechtigkeit – eine Herausforderung und ein Streitobjekt
Führung und Digitale Bildung – Quantensprung oder Modeerscheinung?
Soziales Aufgabenfeld
Soziales Aufgabenfeld als Teil einer Gesamtherausforderung
Wohlfahrts- und Sozialarbeit – mehr als ein Reparaturinstrument für gesellschaftliche Verwerfungen
Neue Form der Wohlfahrts- und Sozialarbeit – eine zeitgemäße Antwort auf veränderte Herausforderungen
Hilfe zur Selbsthilfe in sozialen Problemlagen als Kernaufgabe der Wohlfahrts- und Sozialarbeit
Ergebnisorientierte Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamt
Eigensinn und Gemeinsinn im Ehrenamt
Institutionelle Identität versus wirtschaftliches Gewinnstreben
Gemeinwohlorientierung als zentrale Orientierungsgröße
Aufgabenteilung zwischen Staat, Kirchen, Wohlfahrtsverbänden und Bürgern
Gesamtzusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Das Buch analysiert die komplexen Herausforderungen in einer sich wandelnden Zeit und entwirft eine Vision für eine bedarfsgerechte Führung sowie ein zeitgemäßes soziales Aufgabenfeld. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, wie durch werteorientiertes Handeln, soziale Integration und eine neue Form der Wohlfahrts- und Sozialarbeit Stabilität und Fortschritt im Gemeinwesen gesichert werden können.
- Die Auswirkungen gesellschaftlicher Umbrüche und politischer Polarisierung.
- Anforderungen an eine bedarfsgerechte Führung in komplexen sozialen Strukturen.
- Die Rolle des Ehrenamts und des Hauptamts in der Wohlfahrts- und Sozialarbeit.
- Strategien zur Förderung von Teilhabe, Bildungsgerechtigkeit und digitaler Bildung.
- Bedeutung der Gemeinwohlorientierung als zentrale Orientierungsgröße für politische und soziale Akteure.
Auszug aus dem Buch
Zukunft als permanente Aufgabe und Herausforderung für verantwortungsbewusst Handelnde
Wer auf die Zukunft einer sozialen Einrichtung vorbereitet sein will, der ist gehalten, durch hinreichende Reflexion die sich laufend vollziehenden Herausforderungen, Einflüsse und Veränderungen in unserer Gesellschaft, aber auch die legitimen Interessen und Bedürfnisse der Menschen innerhalb und außerhalb sozialer Gebilde wahrzunehmen und hinreichend zu berücksichtigen.
Dabei bewegen wir uns im Spannungsfeld von Bewahren und Verändern, von ethischer Bindung und pragmatischer Bewältigung, von Berücksichtigung des Verbindenden und Eingehen auf das Spezifische vor Ort. Wir sind hier eingebunden in einen fortlaufenden Prozess der Entwicklung in die sich entfaltende Wirklichkeit, die realen Fortschritt darstellen und erhöhtes Wohlbefinden schaffen soll. Dies fordert letztlich jedes Mitglied einer Gemeinschaft dazu heraus, konstruktiv beizutragen.
Wenn beispielsweise im Bayerischen Roten Kreuz heute die Schnittstellenproblematik, die zu nutzenden Synergieeffekte, die Vernetzung und Transparenz, aber nicht zuletzt auch der wertschätzende Umgang im Zentrum der Betrachtungen stehen, so gibt es dafür gute Gründe. Denn die vorhandenen Schnittstellen sollen keine vermeidbaren Reibungsverluste hervorrufen, Synergieeffekte sollen über die Einzelleistungen hinaus positive Wirkungen zeitigen, Vernetzung und Transparenz dienen der Klarheit und der gemeinsamen Ausrichtung und wertschätzender Umgang gewährleistet Bereitschaft zu konstruktivem Miteinander und fruchtbringender Zusammenarbeit.
Zusammenfassung der Kapitel
Zeit des Umbruchs: Analysiert aktuelle gesellschaftliche Instabilitäten wie Rechtsextremismus, Vertrauensverlust und politische Polarisierung sowie die Notwendigkeit, diesen durch gemeinschaftsorientiertes Handeln entgegenzuwirken.
Bedarfsgerechte Führung: Beleuchtet das komplexe Aufgabenfeld für Führungskräfte, die in Zeiten des Wandels Orientierung geben, Potenziale erschließen und ethische Verantwortung tragen müssen.
Soziales Aufgabenfeld: Definiert Wohlfahrts- und Sozialarbeit als integrale Bestandteile einer zukunftsfähigen Gesellschaft, die weit über bloße Reparaturaufgaben hinausgehen.
Gesamtzusammenfassung: Bündelt die Kernaussagen des Werkes und appelliert an ein kooperatives, wertebasiertes Miteinander, um den Herausforderungen der Zukunft gerecht zu werden.
Schlüsselwörter
Zeit des Umbruchs, bedarfsgerechte Führung, soziales Aufgabenfeld, Gemeinwohlorientierung, Wohlfahrtsarbeit, Sozialarbeit, gesellschaftlicher Wandel, Teilhabe, Integration, ehrenamtliches Engagement, werteorientierte Führung, politische Kultur, Demokratie, Bildungsgerechtigkeit, digitale Bildung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie gesellschaftliche Umbrüche, die Komplexität sozialer Aufgabenfelder und die Anforderungen an moderne Führung zusammenhängen und wie diese durch wertebasiertes Handeln bewältigt werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Analyse aktueller Krisenerscheinungen (Rechtsruck, Vertrauensverlust), den Anforderungen an Führungskräfte in sozialen Organisationen sowie der Neuausrichtung der Wohlfahrts- und Sozialarbeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Strategien aufzuzeigen, wie durch eine bedarfsgerechte Führung und eine verstärkte Gemeinwohlorientierung soziale Stabilität und zukunftsorientierte Entwicklung in unserer Gesellschaft gesichert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer reflektierten Analyse zeitgenössischer gesellschaftlicher und organisatorischer Herausforderungen, wobei theoretische Grundlagen mit praktischen Erfahrungswerten aus dem sozialen Sektor verknüpft werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Dynamik des gesellschaftlichen Wandels, die ethischen Grundlagen erfolgreicher Führung sowie die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Haupt- und Ehrenamt in der Wohlfahrtsarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Gemeinwohlorientierung, bedarfsgerechte Führung, sozialer Friede, gesellschaftliche Mitverantwortung und Hilfe zur Selbsthilfe geprägt.
Welche Rolle spielt die Digitalisierung im sozialen Kontext laut des Autors?
Digitale Bildung wird als wichtige Ergänzung und neue Kulturtechnik betrachtet, darf jedoch nicht als Selbstzweck missverstanden werden; sie muss der Formung des Menschen und seiner Teilhabe dienen.
Warum ist das Zusammenspiel von Staat, Kirchen und Wohlfahrtsverbänden für den Autor entscheidend?
Da kein Akteur allein die komplexen sozialen Probleme lösen kann, ist eine Schicksalsgemeinschaft notwendig, die Sicherheit auf Gegenseitigkeit bietet und Lücken in der sozialen Versorgung durch kooperatives Handeln schließt.
- Arbeit zitieren
- Prof. Dr. mult. Alfons Maria Schmidt (Autor:in), 2019, Zeit des Umbruchs, bedarfsgerechte Führung, soziales Aufgabenfeld, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455212