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"Terror-Teufel, Horror-Fahrt, Angst!". Berichterstattung von Qualitäts- und Boulevardpresse zum Terroranschlag in Berlin im Dezember 2016

Title: "Terror-Teufel, Horror-Fahrt, Angst!". Berichterstattung von Qualitäts- und Boulevardpresse zum Terroranschlag in Berlin im Dezember 2016

Master's Thesis , 2017 , 181 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andrea Anetzberger (Author)

Communications - Journalism, Journalism Professions
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Summary Excerpt Details

Die Masterarbeit untersucht im Allgemeinen die Berichterstattung deutscher Zeitungsmedien über den Terroranschlag in Berlin im Dezember 2016. Die Arbeit knüpft damit an das weitumfassende Forschungsgebiet der Terrorismusberichterstattung an, welches auch zur allgemeinen Orientierung herangezogen wird. Auf der theoretischen Grundlage der Framing-Forschung sowie der Dramatisierung und Visualisierung journalistischer Inhalte wird der zentralen Frage nachgegangen, ob und wenn ja, welche wiederkehrenden inhaltlichen Muster (Medien-Frames) zu finden sind sowie welche Dramatisierungsstrategien in der Berichterstattung zum Einsatz kommen.

Zur Überprüfung der zentralen forschungsleitenden Frage werden insgesamt 846 Artikel aus insgesamt acht Zeitungen in einer quantitativen Inhaltsanalyse untersucht. Jeweils vier Medien sind dabei dem Qualitäts- beziehungsweise Boulevardgenre zuzuordnen. Die Grundannahme ist, dass Boulevardmedien andere inhaltliche Medien-Frames als Qualitätszeitungen aufweisen und außerdem verstärkt Dramatisierungs- und Visualisierungsstrategien nutzen. In der Berichterstattung zum Terroranschlag in Berlin lassen sich deutlich voneinander abzugrenzende Medien-Frames identifizieren. Im Laufe der Berichterstattung wird deutlich, dass zu unterschiedlichen Zeitpunkten verschiedene Medien-Frames in besonderem Maße präsent sind. So widmet sich die Berichterstattung unmittelbar nach dem Anschlag den Reaktionen und Konsequenzen des Anschlags. Infolgedessen rückt mehr und mehr die Sicherheitsdebatte in den Vordergrund bevor auf Versäumnisse in der Terrorismusbekämpfung sowie die allgemeine Bedrohung durch den Islamischen Staat eingegangen wird.

Unterschiede bezüglich der Medien-Frames fallen zwischen Boulevard- und Qualitätszeitungen allerdings gering aus. Bezüglich der Dramatisierung und Emotionalisierung der Berichterstattung lässt sich die grundsätzliche Annahme hingegen größtenteils bestätigen. Gemäß den Erwartungen nutzen Boulevardzeitungen verstärkt Dramatisierungsstrategien bezüglich der sprachlichen Mittel sowie der Verwendung von Bildmaterial. Vor allem die Ergebnisse zur Dramatisierung in der Medienberichterstattung sind konsistent mit bisherigen Untersuchungen von Qualitäts- und Boulevardmedien.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Grundlagen

2.1 Terrorismus – Versuch einer Begriffsdefinition

2.2 Terrorismus und Medien

2.2.1 Zentrale Funktionen der Massenmedien

2.2.2 Kritik an der Medienberichterstattung

2.2.3 Terrorismus als Kommunikationsstrategie

2.2.4 Medienstrategien des Islamischen Staats und die Rolle der sozialen Medien

2.2.5 Abhängigkeitsverhältnis zwischen Medien und Terrorismus

3 Theoretischer Hintergrund

3.1 Konstruktion von Realität

3.1.1 Nachrichtenwert und Nachrichtenfaktoren

3.1.2 Terrorismus als Nachricht

3.2 Framing-Ansatz

3.2.1 Framing-Forschung in der Kommunikationswissenschaft

3.2.2 Zugriffe des Framing-Ansatzes

3.2.3 Framing in Medientexten

3.2.3.1 Arten von Medien-Frames

3.2.3.2 Methodische Erfassung von Medien-Frames

3.2.3.3 Wirkung von Medien-Frames auf den Rezipienten

3.3 Visualisierung und Dramatisierung

3.3.1 Textliche Darstellung

3.3.1.1 Realitätskonstruktion durch Sprache

3.3.1.2 Persuasive Kommunikation in den Massenmedien

3.3.1.3 Lexikalische und syntaktische Ebene

3.3.2 Bildliche Darstellungen

3.4 Forschungsstand

4 Forschungsleitende Fragen und Hypothesen

5 Methodik

5.1 Exkurs: Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz

5.2 Allgemeines Forschungsdesign

5.3 Untersuchungsmaterial, Untersuchungszeitraum und Suchoperatoren

5.4 Methodisches Vorgehen bei der Erfassung der Medien-Frames

5.5 Das Kategoriensystem

5.5.1 Formale Kategorien

5.5.2 Inhaltliche Kategorien

5.5.2.1 Allgemeine Kategorien

5.5.2.2 Kategorien zu Medien-Frames

5.5.2.3 Kategorien zur Visualisierung und Dramatisierung

5.6 Codiervorgang und Reliabilitätstest

6 Auswertung und Ergebnisse

6.1 Deskriptive Befunde

6.2 Medien-Frames in der Berichterstattung

6.2.1 Thematisierung der einzelnen Frame-Elemente

6.2.1.1 Problemdefinition

6.2.1.2 Kausale Interpretation

6.2.1.3 Moralische Bewertung

6.2.1.4 Handlungsempfehlungen

6.2.2 Identifizierung von Medien-Frames

6.3 Dramatisierung in der Berichterstattung

7 Diskussion und Ausblick

7.1 Zusammenfassung und Interpretation der Ergebnisse

7.1.1 Medien-Frames

7.1.2 Dramatisierung in der Berichterstattung

7.2 Kritische Reflexion

7.3 Fazit und Ausblick auf die weitere Forschung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Berichterstattung deutscher Zeitungsmedien über den Terroranschlag am Berliner Breitscheidplatz im Dezember 2016. Das Hauptziel ist die Identifizierung wiederkehrender inhaltlicher Muster (Medien-Frames) sowie die Analyse formal-stilistischer Strategien zur Dramatisierung und Emotionalisierung der Berichterstattung im Vergleich zwischen Qualitäts- und Boulevardpresse.

  • Framing-Forschung und Nachrichtenwerttheorie
  • Dramatisierungs- und Emotionalisierungsstrategien in den Medien
  • Rolle des Islamischen Staats in der Medienberichterstattung
  • Vergleichende Analyse von Qualitäts- und Boulevardzeitungen
  • Quantitative Inhaltsanalyse von 846 Zeitungsartikeln

Auszug aus dem Buch

Terrorismus und Medien

„Ganz eindeutig sind Terrorismus und Medien in einer symbiotischen inneren Beziehung miteinander verknüpft, jeder von den beiden ernährt den anderen und beutet ihn gleichzeitig für seine Zwecke aus.“ (Hoffman 2006: 284f.)

Die Verantwortung der Kriegs- oder Terrorismusberichterstattung sollte darin liegen, weder durch sensationsheischende, noch durch unsachliche Berichte als Sprachrohr für den Terrorismus zu dienen. Dennoch gelingt es terroristischen Organisationen immer wieder, die mediale Berichterstattung für sich zu instrumentalisieren (vgl. u. a. Hoffman 2006: 284f., Frindte/Haußecker 2010: 53) .

Die Medien sind seit jeher ein bedeutender Träger der Botschaften terroristischer Vereinigungen. Zum einen kann auf diesem Weg eigenes propagandistisches Material schnell an ein umfangreiches Publikum verbreitet werden. Zum anderen schaffen die Medien jedoch auch durch ihre eigene Berichterstattung über terroristische Organisationen und ihre Taten eine Plattform für diese. In den folgenden Kapiteln wird dieses Verhältnis zwischen Terrorismus und den Medien genauer untersucht.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einführung: Die Einleitung beleuchtet die symbiotische Beziehung zwischen Journalismus und Terrorismus seit 9/11 und führt in die spezifische Problematik der Berichterstattung zum Terroranschlag in Berlin ein.

2 Grundlagen: Dieses Kapitel definiert den Begriff Terrorismus, untersucht die zentralen Funktionen der Massenmedien sowie die Kritik an der Medienberichterstattung und beleuchtet die Rolle sozialer Medien bei der Inszenierung terroristischer Taten.

3 Theoretischer Hintergrund: Hier werden die theoretischen Ansätze der Nachrichtenwerttheorie und des Framings vorgestellt, ergänzt durch Ausführungen zur Konstruktion von Realität sowie zur Dramatisierung und Visualisierung in journalistischen Texten.

4 Forschungsleitende Fragen und Hypothesen: Basierend auf der Theorie werden die zentralen Forschungsfragen zur Unterscheidung von Qualitäts- und Boulevardmedien sowie konkrete Hypothesen zur Dramatisierung der Berichterstattung formuliert.

5 Methodik: Das Kapitel beschreibt das Forschungsdesign der quantitativen Inhaltsanalyse, die Auswahl der Zeitungen, das Kategoriensystem und das Vorgehen bei der Reliabilitätsprüfung.

6 Auswertung und Ergebnisse: Die Ergebnisse der Inhaltsanalyse werden präsentiert, wobei die deskriptiven Befunde, die identifizierten Medien-Frames sowie die Analysen zur Dramatisierung detailliert dargestellt werden.

7 Diskussion und Ausblick: Die Ergebnisse werden interpretiert und kritisch reflektiert, wobei die Grenzen der Untersuchung aufgezeigt und Anreize für die zukünftige Forschung gegeben werden.

Schlüsselwörter

Terrorismus, Berlin, Breitscheidplatz, Medienberichterstattung, Inhaltsanalyse, Framing, Boulevardpresse, Qualitätszeitungen, Dramatisierung, Emotionalisierung, Islamischer Staat, Terror, Berichterstattung, Nachrichtenfaktoren, Krisenkommunikation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die mediale Darstellung des Terroranschlags in Berlin vom Dezember 2016 in acht ausgewählten deutschen Zeitungen, um Unterschiede zwischen Qualitäts- und Boulevardmedien aufzuzeigen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen die mediale Konstruktion von Realität, Framing-Prozesse, sowie spezifische Dramatisierungsstrategien durch Sprache und Bilder.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es herauszufinden, ob sich in der Berichterstattung zum Anschlag in Berlin inhaltliche und formal-stilistische Unterschiede zwischen Qualitäts- und Boulevardzeitungen identifizieren lassen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine quantitative Inhaltsanalyse durchgeführt, die ein induktives, manuell-dimensionsreduzierendes Verfahren zur Erfassung von Medien-Frames nutzt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die theoretischen Grundlagen (Nachrichtenwert, Framing, Dramatisierung), die Methodik sowie die detaillierte Auswertung der erhobenen Daten in Bezug auf Frames und Dramatisierungsstil.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Terrorismus, Berlin, Medienberichterstattung, Inhaltsanalyse, Framing, Boulevardpresse, Dramatisierung und Emotionalisierung.

Wie unterscheiden sich Qualitäts- und Boulevardzeitungen bei der Berichterstattung laut der Analyse?

Während sich in der grundlegenden Thematisierung der Frames kaum Unterschiede zeigen, nutzen Boulevardzeitungen verstärkt emotionale Sprache und häufiger Bildmaterial mit Opfer- oder Täterbezug, um eine dramatischere Wirkung zu erzielen.

Welche Bedeutung haben Metaphern in der Berichterstattung?

Metaphern dienen dazu, abstrakte Geschehnisse wie Terroranschläge sprachlich greifbar zu machen, bergen jedoch auch ein hohes Emotionalisierungspotenzial, das zur Verbreitung von Angst beitragen kann.

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Details

Title
"Terror-Teufel, Horror-Fahrt, Angst!". Berichterstattung von Qualitäts- und Boulevardpresse zum Terroranschlag in Berlin im Dezember 2016
College
University of Passau  (Lehrstuhl für Kommunikationswissenschaft)
Grade
1,0
Author
Andrea Anetzberger (Author)
Publication Year
2017
Pages
181
Catalog Number
V455258
ISBN (eBook)
9783668882393
ISBN (Book)
9783668882409
Language
German
Tags
Berichterstattung Terrorismus Qualitätszeitung Boulevardzeitung Breitscheidplatz Dramatisierung Inhaltsanalyse
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andrea Anetzberger (Author), 2017, "Terror-Teufel, Horror-Fahrt, Angst!". Berichterstattung von Qualitäts- und Boulevardpresse zum Terroranschlag in Berlin im Dezember 2016, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455258
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