Affektivität. Eine Begriffsklärung


Hausarbeit, 2018
7 Seiten, Note: 1,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung.

2. Begriffserklärung

3. Auswirkungen der Affektivität

4. Affektive Störungen

5. Zusammenfassung

6. Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Freude, Trauer, Zorn oder Neugier zählen zu den Gefühlen, die unter anderem das menschliche emotionale Erleben bestimmen. Sie können aus äußeren Einflüssen oder psychischen Prozessen im Menschen resultieren. Besonders intensive Ausprägungen dieser Gefühle werden Affekte genannt und können auffällige physische Begleiterscheinungen mit sich tragen, wie zum Beispiel Erröten aus Wut oder lautes Lachen vor Freude (Müller, 2013). Werden diese Affekte unkontrolliert aufgestaut und gebündelt losgelassen, können sie meist zu erheblichen physischen Schäden für die Umgebung, für andere oder für den/die Betroffene/n selbst führen (Peters, 2016). Die Folgen dieser Affekte werden Affekthandlungen, oder auch Explosiv- oder Kurzschlusshandlungen genannt und spielen im Strafrecht und der Persönlichkeitspsychologie eine bedeutende Rolle.

2 Begriffserklärung

Der Schweizer Psychiater Eugen Bleuler fasste als erster unter dem Begriff Affektivität Affekte gemeinsam mit dem gesamten Gefühls- und Gemütsleben, sowie Stimmungen, Emotionen und Triebhaftigkeit zusammen. Die Aspekte der Affektivität stellen dabei das Erleben von Gefühlen wie Freude, Trauer, Zorn usw. dar. Die Affektivität wird nach Bleuler sowohl subjektiv erlebt, richtet unser Handeln aber danach aus, positives zu erfahren und negatives zu vermeiden. (Bleuler, 2013)

Als Synonym wird Affektivität auch als Gefühlsansprechbarkeit bezeichnet (Peters, 2016), d.h. Betroffene werden durch Affekte stark erregt, sind also besonders beeinflussbar durch bestimmte Gefühle. Diese Gefühle bestimmen das menschliche Denken, können die Logik aushebeln und dazu führen, dass der/die Betroffene nicht mehr logisch Pro und Contra eines Erlebnisses abwägen kann. Die Realität erscheint dem/der Betroffenen verzerrt. (Bleuler, 2013)

3 Auswirkungen der Affektivität

Affektivität kann sich stark auf körperliche Funktionen auswirken. Sowohl Motorik, als auch Mimik, Körperhaltung oder Gang sind davon betroffen. Beispiele für kurzzeitige äußerliche Auffälligkeiten sind erröten, erblassen, Tränen, Pupillenerweiterung / -verengung. Auch körperliche Lebensvorgänge werden von Affekten gesteuert, wie z.B. Kreislauf, Verdauung und Puls.

Umgekehrt können sich körperliche Funktionen auch negativ auf das Gemütsleben auswirken, z.B. können starke Schmerzen zu Angst vor dem Tod führen.

Sehr stark ausgeprägte Auswirkungen auf Affekte werden affektive Störungen oder Affektstörungen genannt. (Bleuler, 2013)

4 Affektive Störungen

Affektive Störungen sind Störungen des Gefühls- und Gemütslebens, die sich durch stark gehobene (manische) oder gedrückte (depressive) Zustände auszeichnen. Zu affektiven Störungen zählen unipolare Störungen (Depression oder Manie) und bipolare Störungen (manisch-depressive Erkrankungen). (Onmeda, 2015)

Unter besonders starken äußeren und/oder inneren Einflüssen entstehen Stimmungen bzw. Verstimmungen. Ausgelöst durch ein solches Extrem sieht der Mensch entweder nur die positive oder nur die negative Seite des Erlebten. Während einer Depression, die eine besonders starke Verstimmung und damit längerfristige affektive Störung darstellt, erlebt der Betroffene besonders ausgeprägt negative Emotionen wie Trauer oder Angst. Stimmungen bzw. Verstimmungen haben daneben oder auch infolgedessen Auswirkungen auf Haltung und Denken.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Affektivität und körperliche Funktionen

Eine besonders starke Verstimmung kann zu gesundheitlichen Problemen führen, wie beispielsweise Herzproblemen, und hat damit also auf den Körper erhebliche Auswirkungen. (Bleuler, 2013)

Auch können sich Affekte so stark auf den Menschen auswirken, dass sich dessen Persönlichkeit nicht dagegen durchzusetzen vermag (Müller, 2013). Emotionale Zerrissenheit ist oft die Folge und kann als affektive Störung zu einem Grundsymptom der Schizophrenie werden (Huber, 2005).

Laut (Bleuler, 2013) schwanken affektive Anlagen zu Störungen von Person zu Person. Er unterscheidet zwischen primären Affektstörungen und sekundären Affektstörungen. Bei den primären Affektstörungen handelt es sich um eine angeborene Veranlagung zu melancholischen und manischen Gefühlslagen. Diese werden als chronische (depressive) Verstimmung (Dysthymie) bezeichnet und können Folgekrankheiten nach sich ziehen. Tritt ein Affekt allerdings sekundär auf und der/die Betroffene reagiert "übertrieben" oder sogar "krankhaft" über eine sehr lange Dauer auf das auslösende Ereignis, spricht man ebenfalls von einer primären Affektstörung. Als Beispiel sei hier das Broken-Heart-Syndrom genannt (Mühlbauer, 2017).

Als sekundäre Affektstörungen werden verhältnismäßig normale Reaktionen der Persönlichkeit auf die bereits gestörte Psyche bezeichnet. Hier werden als Beispiel Paranoia aufgrund von Wahnvorstellungen genannt (Kirchhoff, 2014). Des Weiteren stellen Affektverschiebungen eine Art der sekundären Affektstörungen dar. Beispielsweise kann sich die Sympathie zu einem Lehrer auf die Sympathie zum gelehrten Schulfach übertragen.

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Ende der Leseprobe aus 7 Seiten

Details

Titel
Affektivität. Eine Begriffsklärung
Hochschule
Fachhochschule Lübeck
Note
1,0
Autor
Jahr
2018
Seiten
7
Katalognummer
V455397
ISBN (eBook)
9783668884496
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Affektivität, Affektive Störungen, Medienpsychologie, Wahrnehmungspsychologie
Arbeit zitieren
Christine Mitsch (Autor), 2018, Affektivität. Eine Begriffsklärung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455397

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