Diese Arbeit will einige Sprachstandsverfahren überblicksmäßig darstellen und anhand der Qualitätsmerkmale vergleichen. Dabei steht das Teilfeld “diskursive Basisqualifikation” im Mittelpunkt der Untersuchung.
Ein besonderer Bezug soll zum Aspekt der Mehrsprachigkeit geschaffen werden, da viele Kinder, die Deutsch als Zweitsprache lernen, Probleme mit Deutschkenntnissen haben.
In diesem Zusammenhang wird geklärt, ob und wie die Mehrsprachigkeit von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache in den Sprachstandserhebungen berücksichtigt wird.
Im ersten Teil der Arbeit wird die Begriffserklärung Sprachstandserhebung gegeben. Im Folgenden werden die Relevanz der Sprachstandsdiagnostik bei mehrsprachigen Kindern dargestellt und die Entwicklung der sprachdiagnostischen Verfahren in Deutschland beleuchtet.
Im zweiten Teil der Arbeit werden drei sprachstandsdiagnostische Verfahren unter der Berücksichtigung des Aspektes Mehrsprachigkeit vorgestellt, anhand des Kriterium Diskurs analysiert und verglichen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Sprachstandsdiagnostik
2.1 Definition
2.2 Relevanz der Sprachstandserhebung bei mehrsprachigen Kindern
2.3 Entwicklung der sprachstandsdiagnostischen Verfahren
3. Sprachstandsdiagnostische Verfahren
3.1 Verfahrensarten
3.2 Beispiele für sprachstandsdiagnostische Verfahren
3.2.1 „Havas 5“
3.2.2 „MAIN“
3.2.3 „DoBiNe“
4. Vergleich der sprachstandsdiagnostischen Verfahren
4.1 Diskursive Basisqualifikation
4.2 Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit
5. Fazit
6. Literatur
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht und vergleicht verschiedene sprachstandsdiagnostische Verfahren für den Elementarbereich, um deren Eignung zur förderdiagnostischen Erfassung von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache zu bewerten. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit und der Qualität der Verfahren hinsichtlich ihrer diskursiven Basisqualifikationen.
- Analyse wissenschaftlicher Qualitätsmerkmale für Sprachstandserhebungen.
- Darstellung und methodischer Vergleich der Verfahren HAVAS 5, MAIN und DO-BINE.
- Untersuchung der diskursiven Basisqualifikationen im Kontext der Narration.
- Herausarbeitung der Anforderungen an die Diagnostik bei mehrsprachigen Kindern.
- Diskussion der Zusammenhänge zwischen Sprachdiagnostik und bedarfsgerechter Sprachförderung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 „Havas 5“
Das Sprachstandsfeststellungsverfahren „HAVAS 5“ (Hamburger Verfahren zur Analyse des Sprachstands bei Fünfjährigen) wurde entwickelt, um den Sprachförderbedarf von (mehrsprachigen) Schülerinnen und Schülern ein Jahr vor der Einschulung zu erfassen.
Das Ziel dieses Modells ist es, den Stand der Sprachaneignung in der Erst- und Zweitsprache differenziell zu erfassen (vgl. Reich/Roth, 2007: 72).
HAVAS 5 basiert auf einer kommunikations- und handlungsorientierten Sprachauffassung (vgl. Schnieders/Komor, 2005: 266). Es zielt darauf ab, die Fähigkeit zu erfassen, „eine Situation angemessen zu erfassen und darin sprachlich zu handeln“ (Schnieders/Komor, 2005: 266). Lexik und Grammatik werden als „Mittel“ zu diesem Zweck verstanden. Linguistische Analysen der betreffenden sprachlichen Phänomene der jeweiligen Sprache dienen als Grundlagen für die Auswertungsanweisungen (vgl. Schnieders/Komor 2005: 270).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Bedeutung des Erzählens für die sozial-emotionale Entwicklung ein und begründet die Notwendigkeit von Sprachstandserhebungen zur Unterstützung mehrsprachiger Kinder.
2. Sprachstandsdiagnostik: Es werden Definitionen der Sprachstandserhebung erarbeitet, ihre Relevanz für mehrsprachige Kinder begründet und die historische Entwicklung dieser Verfahren in Deutschland skizziert.
3. Sprachstandsdiagnostische Verfahren: Nach einer Einteilung in verschiedene Verfahrensarten werden die Instrumente „Havas 5“, „MAIN“ und „DoBiNe“ detailliert vorgestellt und in ihrer Funktionsweise beschrieben.
4. Vergleich der sprachstandsdiagnostischen Verfahren: Die vorgestellten Verfahren werden anhand eines Kriterienkatalogs verglichen, wobei insbesondere die diskursive Basisqualifikation und die Berücksichtigung der Mehrsprachigkeit analysiert werden.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, betont die Diskrepanz zwischen den verfügbaren Verfahren und den Qualitätsanforderungen und fordert eine stärkere Berücksichtigung der Spezifität bei der Diagnostik.
6. Literatur: Dieses Kapitel listet sämtliche verwendeten Quellen und Online-Medien zur Erstellung der Arbeit auf.
Schlüsselwörter
Sprachstandsdiagnostik, Elementarbereich, Mehrsprachigkeit, Deutsch als Zweitsprache, Erzählfähigkeit, Narration, Qualitätsmerkmale, HAVAS 5, MAIN, DO-BINE, diskursive Basisqualifikation, Sprachförderung, Sprachaneignung, Förderdiagnostik, Bildungsbiografie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Qualität und Anwendbarkeit verschiedener Sprachstandsdiagnoseverfahren im Elementarbereich, insbesondere mit Blick auf die Unterstützung mehrsprachiger Kinder.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Bedeutung der sprachlichen Handlungsfähigkeit, die methodische Einordnung von Sprachstandstests und die diagnostische Erfassung von Zweitspracherwerb.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, ausgewählte Verfahren anhand von wissenschaftlichen Qualitätskriterien zu vergleichen und aufzuzeigen, wie gut sie in der Praxis zur Identifikation von Förderbedarfen bei mehrsprachigen Kindern geeignet sind.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine deskriptive und komparative Analyse angewandt, bei der die Verfahren anhand eines Kriterienkatalogs des Mercator-Instituts evaluiert werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden theoretische Grundlagen zur Sprachstandserhebung gelegt und die Instrumente HAVAS 5, MAIN und DO-BINE detailliert analysiert und gegenübergestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch die Begriffe Sprachstandsdiagnostik, Mehrsprachigkeit, Erzählfähigkeit und Förderdiagnostik charakterisiert.
Warum spielt die „diskursive Basisqualifikation“ eine so wichtige Rolle?
Die diskursive Basisqualifikation ist für die Erzählfähigkeit von zentraler Bedeutung, da sie Fähigkeiten wie sprachliche Kooperation und Textkohärenz umfasst, die für den schulischen Bildungserfolg wesentlich sind.
Welche Schlussfolgerung zieht die Autorin bezüglich der Mehrsprachigkeit in den Verfahren?
Es wird kritisiert, dass die untersuchten Verfahren die spezifischen Formen mehrsprachigen Sprachgebrauchs, wie Codeswitching oder Transfer, bislang kaum systematisch berücksichtigen.
- Citation du texte
- Svetlana Prokhorova (Auteur), 2017, Sprachstandsdiagnostik mehrsprachiger Kinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455491