Eine Seminararbeit, die etwaige Auswirkungen einer Unternehmenssteuerreform in des USA als eines der Wahlversprechen Donald Trumps diskutiert. Um die Wirkungen einer geplanten Änderung der Unternehmenssteuer zu analysieren gilt es zunächst, die Relevanz der US-Wirtschaft im internationalen Kontext darzustellen. Vor allem das Handelsvolumen, sowie die bestehenden Handelsbeziehungen zur Europäischen Union sollen erwähnt werden, um die Bedeutung und die Größe der Volkswirtschaft, in welcher sich im Rahmen der Analyse bewegt wird, zu unterstreichen.
Danach geht es um die Analyse der Destination-Based Corporate Cashflow Tax. Dieses Konzept der Unternehmensbesteuerung wird zunächst dargelegt und die Funktionsweise in der Theorie erörtert. Ein besonderes Augenmerk muss dabei auf das Quellenstaats- und Bestimmungslandprinzip, einhergehend mit der Bemessungsgrundlage der Unternehmen, gelenkt werden, da diese Unterscheidung von großer Relevanz für die ökonomischen Folgen einer etwaigen Implementierung ist. Weiter erläutert dieser Teil die Entstehung und die Herkunft der DBCFT und betrachtet dabei Erkenntnisse, die historisch gewachsen, für die aktuelle Analyse ebenfalls von Bedeutung sind. Nach den Grundlagen der geplanten Steuerreform erfolgt eine Einführung in das theoretische Modell zu Wirkungsmechanismen einer DBCFT nach Johannes Becker und Joachim Englisch, bevor die Ergebnisse und die Kritik ausgeführt und erörtert werden. Darüber hinaus wird besprochen werden, wie sich eine unilaterale- von einer multilateralen Einführung in der theoretischen Wirkung jeweils voneinander unterscheiden.
Anschließend werden Überlegungen zu einem möglichen Trade-Off zu existierenden Handelsrichtlinien, ebenso wie etwaige Reaktionen nach einer erfolgreichen Implementierung seitens der USA besprochen, bevor diese Analyse eine abschließende Würdigung erfährt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1 Einordnung der geplanten Handelspolitik nach Donald J. Trump
1.2 Zielsetzung der Arbeit
2. Relevanz der US-Wirtschaft und Bedeutung im Welthandel
2.1 Handelsvolumen der USA
2.2 Handelsbeziehungen zwischen den USA und der Europäischen Union
3. Analyse der Destination-Based Corporate Cashflow Tax
3.1 Theoretisches Konzept der Besteuerung
3.2 Entwicklung und Ursprünge des Steuerkonzeptes
3.3 Wirkung einer DBCFT im Modell
3.3.1 Ergebnis des Modells
3.3.2 Kritik des Modells
3.4 Die Theorie der multilateralen Einführung
3.5 Die Theorie der unilateralen Einführung
4. Sonstige Auswirkungen einer US-Implementierung
4.1 Trade-off zu bestehenden Abkommen
4.2 Mögliche Reaktionen der Europäischen Union
5. Rückschau und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die theoretischen Auswirkungen einer geplanten Unternehmenssteuerreform in den USA, speziell der „Destination-Based Corporate Cashflow Tax“ (DBCFT), auf die US-amerikanische Wirtschaft und ihre internationalen Handelspartner unter der Regierung von Donald J. Trump.
- Wirtschaftliche Relevanz der USA im Welthandel
- Theoretische Funktionsweise und Herkunft der DBCFT
- Modelltheoretische Analyse der Handelswirkungen und Wechselkursmechanismen
- Vergleich zwischen unilateraler und multilateraler Einführung
- Handelspolitische Implikationen und Reaktionen der EU
Auszug aus dem Buch
3.3 Wirkung einer DBCFT im Modell
Um zum einen die Funktionsweise der DBCFT zu verstehen, zum anderen aber auch die ökonomischen Effekte darzulegen, wird ein Beispiel nach Becker und Englisch zur Wirkung einer solchen Steuerreform herangezogen. Es wird dabei die Annahme getroffen, dass genau ein Gut von zwei Handelspartnern, im vorliegenden Beispiel die USA und die Europäische Union, gehandelt wird. Dabei existiert ein Wechselkurs und es wird zur Herstellung lediglich der Faktor Arbeit in jeweils beiden Ländern eingesetzt.
Die EU exportiert in diesem Modell ein Gut zum Preis von 100$ in die USA und hat dabei Arbeitseinsatzkosten von 50€. Auch die USA exportiert ein Gut zu 100€ in die EU. Bei einem Wechselkurs von 1:1 $/€ und einer abwesenden Unternehmenssteuer sind beide Handelsbilanzen ausgeglichen und der Weltmarkt befindet sich im Gleichgewicht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel ordnet die Handelspolitik der Ära Trump ein und definiert die Zielsetzung der Arbeit, die ökonomischen Folgen einer Unternehmenssteuerreform zu untersuchen.
2. Relevanz der US-Wirtschaft und Bedeutung im Welthandel: Hier wird die ökonomische Größe der USA sowie deren Handelsverflechtungen, insbesondere mit der EU, als Grundlage für die nachfolgende Analyse dargestellt.
3. Analyse der Destination-Based Corporate Cashflow Tax: Dieser Hauptteil erläutert das theoretische Steuerkonzept, dessen Ursprünge und modelliert die Wirkungsmechanismen einer DBCFT unter Berücksichtigung von Wechselkursanpassungen.
4. Sonstige Auswirkungen einer US-Implementierung: Dieses Kapitel diskutiert potenzielle Konflikte mit internationalen Handelsabkommen sowie mögliche Gegenreaktionen der Europäischen Union auf eine US-Steuerreform.
5. Rückschau und Ausblick: Die Arbeit fasst die zentralen theoretischen Erkenntnisse zusammen und reflektiert die Unsicherheiten bezüglich der tatsächlichen Umsetzung der diskutierten Steuerpläne.
Schlüsselwörter
Unternehmenssteuerreform, DBCFT, USA, Europäische Union, Welthandel, Handelsbilanz, Quellenstaatsprinzip, Bestimmungslandprinzip, Wechselkursmechanismus, Fiskalpolitik, Protektionismus, Außenwirtschaft, Steuerwettbewerb, Modellanalyse, Donald Trump.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit den potenziellen wirtschaftlichen Auswirkungen einer geplanten US-Unternehmenssteuerreform, der sogenannten Destination-Based Corporate Cashflow Tax (DBCFT), im Kontext der Handelspolitik unter Donald J. Trump.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind internationale Handelsbeziehungen, theoretische Besteuerungsmodelle, Wechselkursmechanismen und die handelspolitischen Implikationen einer unilateralen Steuerreform.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu analysieren, wie sich Änderungen in der US-Unternehmensbesteuerung auf die eigene Volkswirtschaft und auf Handelspartner wie die EU auswirken können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine theoretische Analyse auf Basis ökonomischer Modelle (u.a. nach Becker/Englisch und James E. Meade) durchgeführt, um die Auswirkungen der Steuer auf Produktion, Konsum und Wechselkurse zu untersuchen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil widmet sich der theoretischen Herleitung der DBCFT, der Modellierung ihrer Effekte, der Abgrenzung von Quellen- und Bestimmungslandprinzip sowie der Diskussion über multilaterale versus unilaterale Einführung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind DBCFT, Bestimmungslandprinzip, Handelsbilanz, Wechselkursmechanismus, Steuerreform und Protektionismus.
Wie reagieren Wechselkurse laut dem Modell auf die Steuer?
Laut dem Modell kann eine Anpassung des Wechselkurses dazu führen, dass die wettbewerbsverzerrenden Effekte der Steuer für internationale Handelspartner in der Theorie neutralisiert werden.
Warum wird die reale Umsetzung als schwierig betrachtet?
Die Arbeit merkt an, dass der Politikstil der Regierung Trump und die mangelnde Klarheit über den tatsächlichen Reformumfang sowie potenzielle Konflikte mit WTO-Richtlinien die reale Prognose erschweren.
- Citation du texte
- Björn Nebendahl (Auteur), 2017, Politik in der Krise. EU, Brexit und Trump, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/455659